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How to explain...

von GhostData
Kurzbeschreibung
GeschichteAbenteuer, Freundschaft / P16 / Gen
Dante Lady Nero
19.01.2021
19.01.2021
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2.101
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19.01.2021 2.101
 
Diese Reader-FF ist jemand ganz bestimmten gewidmet, der das sicher auch weiß, wenn er es ließt. :3
Alle anderen sind natürlich auch herzlich willkommen und ich wünsche viel Spaß.


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Mist war das spät.
Du hattest deinen Blick kaum von der Uhr lösen können, welche dir zeigte, dass der eigentliche Morgen wohl schon längst angebrochen war und die Aussage ‚heute Nacht gehe ich früher ins Bett‘ absolut unangebracht war. Vielleicht sollte man sich gegen sechs Uhr morgens doch einmal entscheiden, endlich ins Bett zu gehen, also wagtest du dich an den Gedanken heran; langsam, aber du machtest es. Deine Abendroutine führte dich ins Badezimmer. In jenem Augenblick standst du gerade noch vor dem Spiegel, welcher über dem Waschbecken hing, hattest dir einfach nur das Gesicht mit kaltem Wasser gewaschen als dir auch schon auffiel, das irgendetwas nicht stimmte. Du wusstest zwar, dass ein Gehirn einem schon einmal Streiche spielen konnte, wenn man müde war, aber… Das erklärte nicht das Fehlen des Spiegels als du die Augen wieder öffnetest noch erklärte es, warum – zum Teufel – die Wände mit Holz verkleidet waren. Irgendetwas war daran absolut falsch. Dennoch konntest du es auch nicht einfach auf dir sitzenlassen, riebst dir kurz über die Augen. Selbst wenn danach nichts anders war, du hattest es wenigstens versucht.

Du konntest ein tiefes Seufzen nicht unterdrücken. Vielleicht war es auch nur ein verflucht realistischer Traum. Sicher warst du auch nicht der erste Mensch, welcher auf dem Klo eingeschlafen wäre. Selbst wenn an dieser Überlegung dennoch nichts zusammenpasste. In diesem Augenblick konntest du einfach nichts daran ändern, wahrscheinlich machtest du dir schlichtweg zu viele Gedanken. Also beschlosst du schnell, deine Hand an die Türklinke zu legen und die Tür einfach aufzudrücken. Wenn du ohnehin nichts ändern konntest, konntest du dich immerhin auch ein wenig umsehen. Daran konnte dich immerhin auch niemand hindern, wenn niemand da war, doch… Kaum hattest du die Tür geöffnet, während diese ein wirklich jämmerliches Quietschen von sich gegeben hatte, runzeltest du auch schon die Stirn.
Moment.
Du befandst dich auf einer zweiten Etage, was die offene Treppe, deutlich zeigte. Vor dir befand sich ein schlichtes Geländer, welches den Blick nach unten gar nicht erst erschwerte und dein Blick blieb nahezu an der Eingangstür haften, welche du von oben noch erkennen konntest. Das hattest du doch vor wenigen Momenten erst noch gesehen. Du kanntest diese Tür, diese verfluchte Tür durch die V erst vor wenigen Augenblicken in der Cutscene getreten war, bevor du dich entschieden hattest, dass es für diesen Tag genug war und du eigentlich ins Bett gehen solltest. Müde fühltest du dich in dem Moment aber ganz sicher nicht mehr. Dieses Gefühl war vollkommen verflogen und… Wem oder was auch immer das alles geschuldet war; dieser Traum war mehr als nur abgedreht.

Schritte rissen dich aus deinen Gedanken. Natürlich musste man auch deine Schritte vernommen haben – genau wie das überdurchschnittlich laute Geräusch der Badezimmertür. Nur du bemerktest die Schritte erst, als sie sich auf halber Treppe befanden. Alles andere hattest du vorerst ausgeblendet, hattest genug mit deinen eigenen Gedanken und diesem fragwürdigen Umstand zu tun als auch noch auf solche Kleinigkeiten zu achten.
„Ich kann mir nicht vorstellen, dass es angenehmer ist, durch die zweite Etage einzusteigen als einfach durch die Vordertür zu kommen. Das hatte ich auch noch nicht.“
Du kanntest diese Stimme, wahrscheinlich bereits ein wenig zu gut, deines Erachtens, denn diese Stimme gehörte zweifellos zu Dante. Diese ganze Angelegenheit konnte anscheinend nur verrückter werden.
„Was?“, war das Einzige, was du im ersten Moment entgegnen konntest.
„Die Tür. Unten.“, Dante deutete über seine Schulter hinweg, bevor er dich noch einmal musterte.
Natürlich war ihm mittlerweile aufgefallen, dass du nicht V warst, sondern ihm einfach nur verdammt ähnlich sahst. Allerdings erklärte das auch noch lang nicht, aus welchem Grund du auf der zweiten Etage des Devil May Cry standst und wie selbstverständlich aus dem Badezimmer gekommen warst.
„Bist du zufällig mit V verwandt?“

Die Frage musste schlichtweg gestellt werden.
„Nicht wirklich.“, folgte deine knappe Antwort.
Ganz ehrlich, wie hättest du dich auch erklären sollen. Das hätte sowieso keinen Sinn gemacht und wenn du ihm dann auch noch mit irgendwelchen Dimensionsriss-Theorien angekommen wärst, wäre im Endeffekt wahrscheinlich auch nur Vergil daran schuld und dafür konnte er beim besten Willen nichts – auch wenn du nicht einmal das mit Sicherheit sagen konntest. Du wusstest nur, dass du nichts erklären konntest, wovon du selbst keine Ahnung hattest und wenn es nur ein Traum war, machte es noch weniger Sinn, Dinge erklären zu wollen. Das irgendetwas daran vollkommen unlogisch war, würdest du spätestens dann bemerken, wenn du aufwachtest und das ganze Szenario noch einmal durchgingst. Spätestens dann, dabei warst du dir sicher, würde so gut wie nichts, was du gesehen hattest, noch irgendwelchen Sinn ergeben.
„Wie ist denn dann dein Name?“

Dante stemmte die Hände in die Hüfte, er wurde anscheinend langsam ungeduldig. Es war ihm nicht unbedingt vorzuwerfen, aber auf der anderen Seite konnte er anscheinend auch recht schlecht von sich auf andere schließen. Nicht jeder war so gesprächig wie er und hatte in jeder Situation und zu jeder Zeit einen lässigen Spruch auf den Lippen. Wenn du ein ruhiger Mensch warst, musste er in diesem Augenblick schlichtweg damit leben, immerhin stelltest du dich im Anschluss – wie verlangt – auch schon vor, bevor er dich nach unten auf die erste Etage zitierte.
„Also gut. Wenn du V suchst, suchst du hier falsch.“
Davon hatte nie jemand geredet, aber auch gut. Wenn du es dir genau überlegtest, war das schon fast mehr als eine Überlegung wert.
„Ich würde dir ja noch eine genaue Wegbeschreibung geben, aber die hat er mir auch nicht gegeben. Den riesigen Baum kannst du nicht verfehlen, irgendwo dort wird er sich wohl auch aufhalten; ich muss jetzt auf jeden Fall auch los, einem gut bezahlten Job nachgehen und…“
Er ließ sich schlichtweg eine künstlerische Pause.
„Wir sehen uns.“

Mit eben jenen Worten hatte er sich nur noch seinen Mantel übergestreift, hatte sich seine Waffen gegriffen und war so gut wie verschwunden. Noch irgendetwas zu sagen, hätte nichts genutzt. Wahrscheinlich hätte er dafür bereits auf Durchzug geschaltet. Immerhin kanntest du das Spiel und dementsprechend wusstest du genau, dass er auch V im entscheidenden Moment nicht zugehört hatte. Herzlichen Glückwunsch, das bedeutete dann anscheinend, dass du sinnlos herumlaufen musstest.

*


Wenigstens zum Teil konntest du dich an das halten, was du aus dem Spiel bereits kanntest. Vielleicht war das sogar der einzige Vorteil in diesem Moment, denn von Dämonen mangelte es in diesen Augenblicken ganz sicher nicht und diesen aus dem Weg zu gehen, war auch nicht immer zwingend einfach. Erst als du auf einer recht offenen Straße ankamst, dich eigentlich nur ein wenig umsehen wolltest, wurde es ein wenig ruhiger. Oder zumindest wäre es das, hättest du nicht beinahe noch im gleichen Moment begonnen, ein merkwürdiges Geräusch zu hören, welches eigentlich nur von einem Motor hätte stammen können. Reaktionszeit war nicht mehr gegeben. Der Wagen der Brünetten war nicht einmal einen halben Meter von dir entfernt als er zum Stehen kam. Ihr beide atmetet in jenem Augenblick wahrscheinlich sogar gleichzeitig durch, hättet ihr es nur gegenseitig hören können. Allerdings dauerte es auch nicht sonderlich lang, bevor sich die Künstlerin aus dem Fenster lehnte, gekonnt überspielend, dass sie eigentlich selbst von dem plötzlichen Wendemanöver geschockt war.
„Hey, V!“, machte Nico eine flüchtige Handbewegung, wollte dir deuten, dass du ihr aus der Fahrbahn gehen solltest, aber…
Natürlich reagiertest du auf den Namen, man hatte dich oft genug so genannt. In diesem kurzen Bruchteil von Sekunden war dir nicht einmal klar, dass sie gar nicht dich gemeint haben könnte – genauso wenig wie ihr klar war, was in jenem Moment los war. Zugegeben; ihr beide verstandet nichts, bis du dich umdrehtest.
„Mh?“, war deine einfache Antwort, über die du gleichermaßen auch keinen Augenblick nachgedacht hattest.

Es war erst dieser Moment, in welchem dir dämmerte, dass es Nicos Stimme war, selbst wenn du dich eigentlich schon an die Situation hättest gewöhnt haben sollen, die du hörtest und es auch ihr verdammter Wagen war, welcher nur wenige Zentimeter von deinem Rücken entfernt stand. Es war in diesem Moment außerdem auch vollkommen egal, dass du es anscheinend geschafft hattest, vom Devil May Cry und der Begegnung mit Dante zu deinem aktuellen Punkt zu gelangen, in einer Welt, die du eigentlich nur aus einem Game kanntest. Es hätte noch immer ein verdammt lebhafter Traum sein können. Immerhin war es nicht das erste Mal. Du kanntest lebhafte Träume, aber luzid träumen konntest du nicht. Das Badezimmer aufzusuchen war immerhin deine eigene Entscheidung. Du warst bewusst gegangen und zwischen alldem gab es keinen Sprung. Alles war nahtlos ineinander übergegangen und genau das sprach schließlich gegen einen Traum.
Was zum…
Wie auch immer. Du dachtest noch immer zu viel darüber nach und durch Nicos auftreten hatte sich all das noch einmal gefestigt.
„Hast du ein Glück, das Nero mich auch grade hierhin bestellt hat.“, stand die Künstlerin endlich vom Fahrersitz auf und ging zur Tür, um diese für dich zu öffnen, bevor sie dich für einen Augenblick über ihre Brille hinweg ansah und mit einem kurzen Fingerzeig andeutete, dass sie etwas zu sagen hatte.
„Moment.“, zog sie das Wort noch einmal ein wenig in die Länge, „Du bist nicht V. Irgendwas ist an dir anders und außerdem bin ich mir ziemlich sicher, dass sich in jedem anderen Fall dieser Vogel schon wieder bemerkbar gemacht hätte.“

Griffon, natürlich.
„Dafür seht ihr euch recht ähnlich.“, folgte eine zweite Stimme aus dem Van, welche nur von Lady stammen konnte.
Artemis war in dieser Zeitlinie anscheinend schon besiegt. Dafür war die Zeit aber anscheinend zwischen Dantes Aufbruch und diesem Zusammentreffen gesprungen und du hattest nichts bemerkt. Kurz grüßtest du nur. Fast überfahren zu werden, machte immerhin auch nicht unbedingt gesprächig. Es war dir beinahe ein Rätsel, wie Nero das immer mehr oder minder locker aufnehmen konnte, aber anscheinend war dieser das auch bereits gewöhnt. Zudem wusstest du, wenn du ehrlich sein solltest, auch gar nicht, was du eigentlich hättest sagen sollen und selbst wenn du es gewusst hättest, wärst du wahrscheinlich nicht dazu gekommen, da du bereits wieder – dieses Mal von schräg hinter dir – angesprochen wurdest.
„Warst du nicht eben noch in die andere Richtung unterwegs?“
Anscheinend wurde das so langsam zu einem running gag, dich immer und immer wieder mit V zu verwechseln, wenn Nero jetzt auch schon in dieses ganze Spiel miteinstieg.

In diesem Moment war es wahrscheinlich besser, sich einfach direkt umzudrehen und kurz die Hand zum Gruß zu heben. Zugegeben, es war für dich lustig, wie Nero dich in diesem Moment ansah. Erst war es Unglaube und dann begann er zu überlegen, schien aber nicht augenblicklich auf den springenden Gedanken zu kommen. Nico war es schließlich, welche ihn aufklärte und unfreiwillig auch andeutete, dass sie dich möglicherweise beinahe über den Haufen gefahren hatte.
„Das ist hier sowieso zu gefährlich. Ich würde vorschlagen, dass du im Van mitfährst, hier wimmelt es von Dämonen.“, wurden die Worte schließlich aber wieder an dich gerichtet.
Nero sah dich für einen Moment an.
„Das weiß ich schon.“, verkneifen konntest du es dir in diesem Augenblick nicht.
„Irgendwie muss er immerhin auch hierhergekommen sein.“, machte Lady den Einwurf, welche noch im Van saß, auf dem kleinen Sofa, und nur aus der Tür heraus sah.
So hattest du das alles zwar nicht gemeint, aber wenn sie es so verstanden, ersparte dir das auch schon einmal eine Menge Erklärungen, die dann wahrscheinlich nur noch undurchsichtiger wurden als es ohnehin bereits klang, nachdem du versucht hattest, dir eine Erklärung in deinem Kopf bereitzulegen – nur für den Fall der Fälle, verstand sich. Dennoch war es gut, wenn du es schlussendlich nicht brauchtest.
„Auch wieder wahr.“, resignierte Nero mit einem leichten Seufzen, „Aber wie dem auch sei, Nico, hast du noch ein paar Devil Breaker übrig? Ich müsste wieder los, sonst verpasse ich den Treffpunkt mit V. Es sollte doch möglich sein, dass ihr ihn in der Zeit mitnehmen könnt, oder?“
„Wenn ich dir das auf die Rechnung schreiben kann, sicher. Immerhin hast du beim ersten Mal auch so freundlich gefragt.“, grinste Nico nur.

Der Sarkasmus war bei Weitem nicht mehr zu überhören, Nero wank aber einfach nur ab und ließ sich die Devil Breaker aushändigen, bevor er sich wieder umdrehte, sich gerade auf den Weg machen wollte.
„Wir sehen uns dann am Treffpunkt.“, verabschiedete sich der Weißhaarige mit einer kurzen Handgeste.
Wahrscheinlich hatte er die Situation genauso wenig verstanden wie ihr alle. Dennoch wurdest du schließlich in den Van gebeten und Nico fuhr los. Ob es das Beste und Optimalste war, ihren Fahrstil live und in Farbe – im Inneren des Wagens – mitzuerleben, blieb jedoch vorerst ungeklärt.
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