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Eis und Donner

von Loki2308
GeschichteAllgemein / P18 / MaleSlash
Loki Thor
19.01.2021
04.02.2021
8
13.863
7
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19.01.2021 1.684
 
Warum tut er mir das an? Warum will mich mein eigener Vater irgend so einem dahergelaufenen Prinzen wie ein Stück Fleisch verkaufen? Ich bin immerhin sein Erstgeborener! Derjenige meiner Geschwister der den größten Anspruch auf den Thron hat! Ich bin Loki Laufeyson! Der Kronprinz von Jotunheim! Aber meine Väter haben so entschieden. Ganz toll.

Vor 1043 Jahren haben die Bewohner Jotunheims versucht dem Absterben des eigenen Planeten zu entkommen. Sie haben mit der Urne versucht Midgard in eine Eiszeit zu stürzen, damit sie sich dort einen neuen Lebensraum schaffen können. Auf Jotunheim selber begann nämlich alles abzusterben. Aufgrund einer Erschütterung der Weltenesche Yggdrasil hat sich die Position unseres Planeten leicht verändert. Dadurch wurde der Planet der nächsten Sonne näher gerückt und das ewige Eis begann langsam zu schmelzen. Erst war es kaum erkennbar, allerdings wurde es nach einigen hundert Jahren an den Neugeborenen deutlich. Die Kinder Jotunheims kamen kleiner als normal zur Welt. Bereits als Baby unterschieden sie sich deutlich. Sie besaßen einen deutlich helleren Blauton, die Linien waren nicht so deutlich und einige hatten sogar einen leichten Ansatz von Haaren. Da viele Tiere starben, Pflanzen nicht mehr blühten und die Eisberge langsam kleiner wurden, entschlossen die Adeligen Jotunheims sich eine neue Heimat zu suchen, da ein Aufhalten der bereits entstandenen Schäden nicht möglich schien. So also zog der noch junge König Laufey mit seinen Kriegern nach Midgard, genauer gesagt in den bereits eher kalten Teil in Skandinavien, um dort neues ewiges Eis zu schaffen, dem auf Jotunheim gleich und eine neue Heimat zu schaffen, damit alle Bewohner folgen könnten.

Laufey hatte niemals vor den gesamten Planeten in eine Eiszeit zu stürzen. Wollte er doch keinem anderen Volk etwas Böses. Doch der ebenfalls noch junge Allvater Odin sah dies anders. Er wollte die Jotunen davon abhalten und kam mit seiner gesamten Armee, um die Eisriesen aufzuhalten. Es kam zu einer Schlacht. Viele Eisriesen mussten dabei ihr Leben lassen, auch viele Asen zogen nach Walhalla. Nachdem die Armeen Asgards gesiegt haben, nahm Odin die Urne mit. Er verbannte alle Jotunen zurück nach Jotunheim und nahm ihnen die Möglichkeit andere Welten aufzusuchen. Durch Odins Magie wurde zwar ein weiteres Absterben der Welt verhindert, aber der bereits verursachte Schaden blieb deutlich zu sehen.

Nachdem die Jotunen wieder Kinder gebaren, wurden diese wieder so groß und stark, wie jene, die vor dem Beginn des Absterbens auf die Welt kamen. Da die Kinder, die während der Zeit des großen Sterbens auf die Welt kamen, eine ständige Erinnerung an diese Zeit waren, haben viele Väter ihre Kinder sterben lassen. Heute leben nur noch 10 von ihnen. Und ich Loki Laufeyson, Kronprinz von Jotunheim, bin einer von diesen „Missgeburten“.
Mein Vater Laufey lies mich, während er Midgard vorbereiten wollte bei meinem anderen Vater Farbauti. Nach der Niederlage bekamen die beiden noch zwei weitere Söhne. Byleist und Helblindi. Beide starke große Krieger.

Auf Jotunheim gibt es keine Frauen, das gesamte Volk besteht aus Männern. Jeder Jotun ist theoretisch dazu in der Lage Kinder zu bekommen. Allerdings wird bei der Vermählung bestimmt wer der beiden Partner die Kinder zeugen und wer sie austragen wird. Dies wird relativ primitiv ermittelt. Bei einem Kampf müssen beide versuchen den anderen zu Boden zu ringen. Der Verlierer trägt die Kinder aus. Das hat den ganz simplen Grund, dass der stärkere von beiden möglicherweise die Familie beschützen muss.

Jetzt endlich hat der Allvater sich dazu bereit erklärt Verhandlungen mit unserem Volk abzuhalten. Er gibt uns die Möglichkeit den neun Welten zu beweisen, dass wir unsere Lektion gelernt haben und keinen Krieg wollen. Dazu hat der meinen Vater den König mit einer Delegation zu sich nach Asgard eingeladen. Mein Vater hat mich und Byleist mitgenommen, sowie einige Mitglieder des höheren Adels. So sind wir hier also seit fast drei Tagen.

Odin hat kein großes Bankett gegeben, wie wenn andere Adelshäußer zu Besuch sind. Generell lässt er uns mit jeder Sekunde wissen, dass er der ist, der uns besiegt hat, der die Urne hat und jederzeit mit seiner Armee in Jotunheim einfallen könnte, um die ganze Rasse auszuradieren. Keine fairen Chancen für eine Verhandlung. Aber so ist es. Am ersten Tag wurden die Verhandlungen noch mit dem Allvater und seinem Rat geführt. Da durften auch ich, mein Bruder und unsere Begleiter teilnehmen. Doch seit dem zweiten Tag führen die beiden Könige die Verhandlungen alleine. Sie sind den ganzen Tag in Odins Regierungszimmer und diskutieren. Sie verlassen dieses nur zu den Mahlzeiten und zum Schlafen.

Heute dann kam mein Vater zu uns. Er hat alle in einen Raum gebeten, der uns als Aufenthaltsraum dient gebeten. Dann fing er an zu erklären: „Odin möchte uns nun die Möglichkeit geben uns zu beweisen. Er hat eingesehen, dass auch Jotunheim ein Teil der Weltenesche ist und somit nicht einfach ignoriert werden kann. Von uns verlangte er, dass wir unseren Thron aufgeben und Odin als alleinigen König anerkennen. Dies konnte ich jedoch abwenden. Stattdessen hat er verlangt, dass Asgard einen dauerhaften Stützpunkt auf Jotunheim errichtet. Von dort aus könnte er Handelskontakte pflegen. Sagt er, aber eigentlich geht es nur darum dauerhaft einen Spion auf Jotunheim zu haben. Aber gut, wenn wir so langsam wieder unsere Freiheit bekommen, kann ich mich damit abfinden. Allerdings hat er verlangt, dass auch ein Vertreter unseres Volkes hier auf Asgard dauerhaft bleibt. Wir haben uns darauf geeinigt! Wenn Treffen der großen Königshäuser anstehen, wird Odin uns langsam in diese Gesellschaft einführen. Er gab mir seine Zusicherung, dass auch die anderen Welten damit einverstanden sind. Doch jetzt kommen wir zum Punkt. Im Moment gibt es auf keiner Welt eine Frau, die vom adeligen Stande her Prinz Thor angemessen wäre. Dieser jedoch muss sich bald binden. Sollte die Allmutter sterben, braucht Yggdrasil eine Nachfolgerin für diese Aufgabe. Da dies nur jemand sein kann der die Kinder für den König gebären kann steht Odin vor einem Problem. Also hat er mir angeboten, dass einer meiner Söhne mit Thor eine Vermählung eingeht. Allerdings müsste dieser der Magie mächtig sein. Und das bist nur du, Loki.“

„Nein! Das kann nicht dein Ernst sein? Du willst ausgerechnet mich, deinen Erstgeborenen, diesem Tölpel wie ein Stück Fleisch anbieten? Wie kannst du nur?“ Mein Vater zuckte nicht einmal mit der Wimper.

„Loki! Es ist das Beste für das Volk! Du solltest froh sein deinem Volk so helfen zu können! Außerdem werdet ihr nicht direkt vermählt. Odin hat eine Verlobungszeit von einem Jahr erwünscht. In dieser Zeit lebst du bereits auf Asgard. Du wirst die Sitten lernen und dem Volk beweisen, dass wir in keinster Weise dem entsprechen, wie sie uns sehen! Außerdem wirst du in diesem Jahr bereits mit der Allmutter Frigga arbeiten und sie begleiten und so von ihr lernen, was du später zu tun hast!“

„Aber ich bin ein MANN! Ich bin keine Frau. Somit kann ich weder Mutter sein und schon mal gar nicht Allmutter. Das sollte selbst Odin auffallen.“

„Du wirst keine Allmutter wie die vorherigen sein, aber du wirst Kinder für den künftigen König gebären, also bist du rein technisch die Mutter dieser Kinder! Und jetzt ist Schluss mit der Diskussion! Es ist seit tausenden von Jahren ganz normal das die Nachkommen verheiratet werden, um Frieder für die Völker zu bringen. Geh jetzt in dein Gemach und mach dich fertig! Du wirst dem Allvater noch heute Abend dein Einverständnis geben! Du wirst es für dein Volk tun und dabei stolz darauf sein, dass du ein Jotun bist und diese Ehre erfüllen darfst!“

Hier bin ich jetzt also. In meinem Gemach auf Asgard. Kurz davor meine Seele zu verkaufen. Wieviel tiefer kann ich sinken? Eine Missgeburt auf meinem Planten, verkauft von meinem Vater, damit er sich demjenigen unterwerfen kann, der ihn jederzeit auslöschen könnte. Aber welche Wahl habe ich schon? Abhauen? Dann würden mich nicht nur mein Vater und Odin jagen, sondern auch ein Krieg zwischen diesen beiden Völkern ausbrechen. Das kann und will ich nicht verantworten.

Also mache ich mich fertig. Ziehe meine Prunkrüstung an. Ein schwarzer Lendenschutz mit den Ornamenten der königlichen Familie, eine Schärpe mit Ornamenten um die Brust und einen Umhang, der oben mit dem Fell eines Tieres ausgestattet ist. Auch das Fell ist der königlichen Familie vorenthalten, da es von einer bereits ausgestorbenen Rasse ist. Nur mittels Magie ist es immer noch gut erhalten. Außerdem trage ich an den Oberarmen einen Reif aus Silber, der mich auf Jotunheim als Prinz ausweist. Alle Jotunen tragen einen solchen Reif, damit schnell klar ist, welche Aufgabe er inne hat.

Nachdem ich mich fertig angekleidet habe, gehe ich zurück in den Aufenthaltsraum. Kurz nach mir kommen auch mein Vater und mein Bruder. Auch sie tragen beide ihre Prunkrüstungen. Die Rüstung meines Vaters sieht beinahe so aus, wie meine, mit dem Unterschied das seine Schärpe breiter ist und die Inschrift des Königs trägt. So etwas wie Kronen gibt es bei uns nicht.

Gemeinsam gehen wir, unter ständigen Blicken der Wachen, zum Thronsaal. Dort stehen oben am Thron bereits die königliche Familie Asgards. Odin sitzt auf dem Thron, seinen komischen Stab in der Hand. Direkt rechts daneben Frigga. Eine Stufe tiefer links von Odin steht Thor. Der Ase dem ich zum Mann gegeben werden soll. Die Mitglieder des Rats, die auch zu Beginn der Verhandlungen anwesend waren stehen am Fuße der Treppe auf Thors Seite. Ansonsten sind noch ein paar Wachen anwesend und das war es.

Der Saal war gefühlt unendlich lang. Wir brauchten ewig, bis wir am Thron angekommen sind. Ich hatte also genug Zeit mir meinen zukünftigen Gemahl in Ruhe anschauen zu können. Blondes langes Haar. Sehr muskulös. Die Augen konnte ich noch nicht sehen. Ein arrogantes Lächeln auf den Lippen. In mir drängte alles auf Flucht. Der Kerl kann niemals mein Gemahl werden! Das darf nicht sein! Er ist doch sicherlich ein Frauenheld. Hat jeden Abend eine andere.

Zwar ist es auch in Jotunheim üblich sich in der Jugendzeit auszutoben, aber sobald man eine Verbindung eingeht ist man dem Partner treu. Erst wenn ein Partner stirbt schaut sich der andere wieder um. In Jotunheim ist es zwar verpönt aus Liebe zu heiraten, aber jeder sucht sich seinen Partner selber aus. Naja, fast jeder. Da bin ich wohl mal wieder anders.
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