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The Great Adale

GeschichteKrimi, Liebesgeschichte / P18 / Gen
Dr. John Watson Molly Hooper Sherlock Holmes
19.01.2021
08.04.2021
20
44.240
9
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41 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
 
08.04.2021 2.462
 
Anmerkung: So, meine Lieben! Es haben mich Einige um ein weiteres Kapitel gebeten und hier ist es nun. Ich hoffe es gefällt - und natürlich möchte ich mich noch einmal bei allen bedanken, die so treu diese Story verfolgt haben. Es hat wie immer riesen Spaß gemacht! <3

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Und er blieb. Den ganzen Abend. Redete mit ihr. Hielt sie im Arm. Küsste sie. So lange, bis es sich gut anfühlte. Und richtig. So lange, bis sich sein Körper und sein Verstand nicht mehr dagegen sträubten. So lange, bis er von einem Glück und einer Euphorie durchströmt wurde, die er vorher noch nicht gekannt hatte.

John hatte völlig Recht. Das war beängstigend. Weil es so mächtig war. Weil Sherlock irgendwie erwartete, dass ihm all das sofort wieder genommen wurde. Weil er glaubte, dass er es nicht verdiente. Und nicht wusste, wie er sich verhalten sollte. Hatte er jetzt eine… Freundin? Gott, das klang befremdlich. Und auch wieder furchteinflößend, weil es so verbindlich war. Weil es verpflichtete.

Wurde jetzt von ihm erwartet, dass er Molly permanent glücklich machte? Nicht, dass er das nicht wollte, aber wie ging das? Musste er ihr ständig Blumen mitbringen? Alle fünf Minuten das L-Wort sagen (Ausgeschlossen! Es war schon außerhalb des Möglichen, dass er das überhaupt je tat!)? Ihr morgens die erste Nachricht schreiben und abends die letzte? Und zwischendrin noch 473 Mal?

Und Zeit. Zeit wollte sie bestimmt auch. Viel davon. Zu viel?

Sherlock bekam ganz kalte Füße. War es plötzlich stickig geworden hier drin? Er warf einen Blick zu Tür. Zum Tor nach draußen. Wie verlockend.

Molly an seiner Brust gähnte. Wie spät war es eigentlich? Nach elf? Zeit zu gehen! Eindeutig. Sie musste morgen früh wieder arbeiten. Sie brauchte ihren Schlaf. Den konnte er ihr unmöglich nehmen.

„Willst du ins Bett?“, fragte er und biss sich gleich darauf auf die Zunge. Wie klang denn das bitte? „Ich meine…“

„Ja, ich bin müde“, sagte Molly und gähnte noch einmal. Dann löste sie sich von ihm und wirkte mindestens so unsicher wie er selbst. Wieso war sie unsicher? Sie wusste doch wie so etwas ging. Herrgott, waren sie zwölf? Unbedarfte Teenager? Das kratzte an seinem Stolz.

„Gut, dann… gehe ich jetzt“, sagte er und wischte sich seine feuchten Hände an der Hose trocken. Molly nickte stumm. Wollte sie etwa, dass er ging? Es sah so aus. Aber warum wollte sie das? Oh Mann, das war zu kompliziert. Zumindest komplizierter als Gefühle einfach zu unterdrücken und weiterzumachen wie bisher.

Sherlock stand auf, ging über den Flur und nahm seinen noch feuchten Mantel vom Haken. Molly folgte ihm mit verschränkten Armen, aber sie wirkte nicht unglücklich. Nur erschöpft. Das war gut, oder? Er warf sich den Mantel über und strich dann zärtlich mit dem Daumen über Mollys Wange. Sie lehnte sich sofort gegen seine Hand und schloss die Augen.

Oh.

Das war eindeutig. Sie mochte das. Genoss es offensichtlich.

Er beugte sich zu ihr hinab und hauchte ihr einen Kuss auf die Lippen. Das konnte er. Das ging. Das schmeckte so wunderbar nach Molly. Der Gedanke, dass John diesen kleinen süßen Mund genauso geküsst hatte, schoss ihm plötzlich ungefragt durch den Kopf. Das missfiel ihm zutiefst. Das war sein Lippenpaar! Hatte sie sich ihm genauso bereitwillig entgegen gedrängt? Hatte sie mit ihrer Zunge genauso vorsichtig nach der seinen gesucht? Hatte sich ihr Atem genauso beschleunigt, wie er es jetzt gerade tat? Hatten sich ihre zarten Finger genauso unter seinen Mantel geschoben?

Nein, wenn dann trug John eine Jacke. Keinen Mantel. Und selbst die hatte er aufgrund der Hitze in den letzten Wochen nicht gebraucht. Nein, diese Berührung galt ihm. Nur ihm allein.

Sherlock legte der Frau, die ihn viel zu sehr durcheinander brachte, die Hand in den Nacken und zog sie besitzergreifend näher. Ihre Fingerspitzen krallten sich sofort in sein Shirt und hielten ihn fest, als hätte sie nur auf so einen Annäherungsversuch von ihm gewartet. Oder war es bereits der Abschiedsschmerz? Die unausgesprochene Frage nach einem Widersehen? Das Blut rauschte durch seine Adern, benebelte seinen Kopf, verteilte effektiv die Hormone, die gerade in Überdosis produziert wurden.

Sherlock wusste kaum noch, was er da eigentlich tat. Molly taumelte irgendwie zurück, seine Hand stützte sich an der kalten Wand ihres Flures ab und ihm war mit einem Schlag unglaublich warm. Sein Mantel glitt wieder von seinen Schultern und landete auf dem Boden. Unter anderen Umständen wäre das absolut inakzeptabel gewesen, aber jetzt - hier in diesem Moment - merkte er es kaum. Die Hand, die immer noch in ihrem Nacken lag, wanderte langsam ihren Hals hinab und ließ sie leise seufzen.

Sherlock öffnete die Augen, die ihm in seinem Rausch zugefallen waren, und lächelte. Genau an dieses Geräusch, an diesen sanften Ausdruck des Wohlgefallens hatte er sich so oft erinnert. Molly biss sich auf die Unterlippe, als hätte er sie gerade bei etwas Verbotenem erwischt – der Anblick war regelrecht hypnotisch. Und ließ ihn sofort hart werden.

Er küsste sie wieder, leidenschaftlicher und drängender, als wäre er süchtig nach ihren Lippen. Die Fingerspitzen auf seiner Hüfte wanderten zaghaft über seinen Rücken und zogen an dem Stoff, bis freigelegte Haut auf kühle Luft traf.

Und plötzlich ging alles wie von allein. Plötzlich fanden seine Hände ihre kleinen Brüste, die von viel zu viel Stoff bedeckt waren. Plötzlich tanzten ihre Finger über die Knopfleiste seines Shirts und öffneten es. Plötzlich huschten ihre Lippen über die nackte Haut seiner Brust während er die Nase in ihrem Haar vergrub und den süßen Duft nach Molly inhalierte.

Sherlock konnte nicht einmal sagen, wie sie den Weg ins Schlafzimmer gefunden hatten. Er wusste nur, dass Molly die Beine um seine Hüfte geschlungen hatte, als sie mit geröteten Wangen und geöffneten Lippen auf das Bett fiel. Und er sich auf sie legte, als wollte er ihre Wärme und Nähe nicht loslassen wollen.

Ihre Hände vergruben sich in seinen Locken, während sie sich ihm seufzend entgegen schob. Er kostete, schmeckte, küsste ihren ganzen Körper nachdem er ihn von all der lästigen und überflüssigen Kleidung befreit hatte. Sie war so weich. So süß. So empfänglich. Ihre harten Nippel bettelten förmlich darum, dass er sie drückte, leckte, an ihnen saugte. Die Hüfte, die sich gegen seine presste, die Scham, die sich an ihm rieb, verlangte unmissverständlich nach dem, was sich so eindrucksvoll gegen den Stoff seiner Hose presste. Und machte ihn verrückt. Gemeinsam mit dem leisen und lustvollen Stöhnen, das Mollys Kehle entwich.

Verdammt, das war so anders als emotional distanzierter Sex. Als der langweilige Austausch von bloßen Körperlichkeiten.

Sherlock vergrub seinen Kopf zwischen den Schenkeln, die sich ihm willig öffneten und ihre zarte, nasse Spalte entblößten. Warum war es hier drinnen nur so verdammt dunkel? Er wollte sie sehen, jeden Quadratzentimeter entdecken, sich an ihrem Anblick ergötzen. Aber er würde den Teufel tun, jetzt aufzustehen und nach einem Lichtschalter zu tasten. Lieber tastete er nach ihr. Lieber nutzte er seine schlanken, eleganten Finger dazu, sein Zungenspiel zu unterstützen und Molly in neue Sphären der Erregung zu katapultieren.

Ihr Körper zuckte, als er sich in sie schob, während sich seine Lippen um ihre empfindlichste Körperstelle legten. Das verhaltene Seufzen wurde lauter, verzweifelter, verlangender mit jedem Mal, das er mit seiner Zunge durch ihre Spalte glitt und sie schmeckte.

„Sherlock, bitte…“, jammerte sie und krallte sich in seine Haare. Der Lockenkopf grinste zufrieden. Das Herz schlug fest in seiner Brust, als er seine viel zu enge und unbequeme Hose öffnete. So ging das nicht, er brauchte Platz. Und er wollte mehr. Er wollte sie.

Ungeduldig kam er zu ihr nach oben und küsste sie auf ihre Lippen. Mollys Hände flogen über seinen Körper, seine Haut, zwischen seine Beine, während ihre Zunge ungeduldig nach der seinen suchte. Sherlock brummte wohlig, als sie begann ihn zu massieren. Aber er brauchte keinen weiteren Reiz. Er wollte sie nur noch nehmen - und ganz für sich allein haben.

Er griff nach ihrer Hand und presste sie auf das Laken. Verunsichert schaute Molly ihm in die Augen, als hätte sie die Befürchtung, etwas falsch gemacht zu haben. Aber das hatte sie nicht. Ganz im Gegenteil. Sherlock legte sich auf sie, fühlte ihren weichen Busen an seinem nackten Oberkörper und die Hitze zwischen ihren Schenkeln. Und glitt mühelos in sie.

Ihm stockte der Atem. Sie war so wunderbar eng und heiß und nass und...

Er konnte gar nicht anders, als seine Hüfte zu bewegen und ihr noch lautere, süßere Töne zu entlocken. Ihre Arme schlangen sich um seinen Hals und hielten sich an ihm fest, während Sherlock vor Lust die Augen schloss und sich in ihr und auf ihr und mit ihr verlor. Immer wieder schob er sich in sie und ließ sich leiten von seinem Verlangen, das so zielsicher seinen Verstand ausschaltete.

Es war, als würde die Welt um ihn herum aufhören zu existieren. Sie bestand nur noch aus Lippen, die seinen Namen säuselten. Aus Finger, die sich in weiches Fleisch krallten. Aus heißem Atem, der seinen Hals kitzelte. Aus nackter Haut auf nackter Haut und einer feuchten Enge, die ihn unentwegt massierte.

Und trotzdem war es irgendwie nicht genug. Trotzdem wollte er mehr, mehr, mehr von dem, was sie da gerade taten. Mehr von Molly. Gedankenlos legte er ihr einen Arm in die Kniekehle, öffnete sie noch weiter, stieß tiefer und fester in ihren wunderbaren Körper, der ihn süchtig zu machen drohte. Und Molly nickte enthusiastisch.

„Oh Gott, ja“, flüsterte sie benebelt und warf genießerisch ihren Kopf zurück. Sherlock drückte und zog an dem Nippel, der sich ihm automatisch entgegen schob. Darauf hatte sie immer empfindlich reagiert. Das mochte sie. Und tatsächlich vergruben sich für einen kurzen Moment ihre Fingerspitzen in seinem Rücken und wurden von einem lustvollen Stöhnen begleitet.

„Ich will... dich immer wieder... so sehen, Molly“, sagte er atemlos. „Und hören.“

Wie zur Antwort wimmerte sie und biss sich auf die Unterlippe. Verdammt, das war sexy! Selbst in dieser Dunkelheit, in der er es mehr ahnte als dass er es wirklich sah. Ihre Beine zitterten und zuckten mit jedem seiner Stöße, die unaufhörlich schneller und fester wurden. Er konnte nicht anders. Sherlock schwitzte und keuchte und wollte sich doch nur noch weiter in sie treiben.

Ein Ziehen schoss durch seine Mitte, sein Glied pochte und er wusste, dass er sich nicht mehr würde zurückhalten können. Er stützte sich auf und nahm Molly so leidenschaftlich, dass ihr der Atem stockte und das Zucken nicht mehr nur ihre Beine ergriff sondern ihren ganzen Körper. Die Beben ihres Orgasmus hielten seine Härte fest umklammert und pumpten in so effizient, dass er ihr nur Sekunden später folgte.

Keuchend und seufzend sank er wieder zurück auf Mollys feuchte Haut und rang an ihrem Hals nach Atem. Finger strichen behutsam über seinen Nacken und vergruben sich in seinem Haaransatz. Ihm war fürchterlich warm und es roch nach Sex, aber Sherlock wurde von zu vielen Glückshormonen durchströmt, als dass es ihn kümmerte. Er wollte sich noch nicht von der Frau unter sich lösen.

Eigenartig. Vor ein paar Minuten hatte er noch zu ihrer Tür hinausstürmen wollen.

Er öffnete träge die Augen und ließ den Blick über die Konturen ihres Gesichts wandern. Molly schien entspannt zu sein und wenn er es richtig sah, spielte sogar ein leises Lächeln um ihre Mundwinkel. Er hatte alles richtig gemacht, oder? Er hob den Kopf und als sich ihre Blicke trafen, wurde er auch im Inneren von einer Wärme durchflutet, die er bis dato nicht kannte. Aber dieses Mal flößte es ihm keine Angst ein. Im Gegenteil. Er beugte sich nach vorn und hauchte Molly einen Kuss auf die Stirn und dann auf die Lippen. Es kam einfach über ihn.

„Darf ich jetzt 'Danke' sagen?“, fragte sie leise und Sherlock musste unwillkürlich lächeln. Molly kicherte. Würde es immer so unbeschwert sein wie jetzt? Vermutlich nicht, aber gerade war auch nicht der richtige Zeitpunkt, darüber nachzudenken. Gerade war alles gut genau so, wie es war.

Er glitt von ihr hinunter und legte sich auf den Rücken. Sein Arm lud Molly ein, sich an ihn zu schmiegen, sich von ihm halten zu lassen, aber sie drehte sich stattdessen auf die andere Seite und griff nach etwas auf ihrem Nachtschrank. Es dauerte eine kurzen Moment, bis Sherlocks noch träge arbeitendes Hirn realisierte, dass es sich um Taschentücher handelte.

Panisch riss er die Augen auf.

Fuck! Was hatten sie da eigentlich getan? Das war dumm gewesen! Und unverantwortlich! Er wusste nicht einmal, ob er bereit dazu war, Molly Freund zu sein, aber der Vater eines Kindes?

Nope! Auf keinen Fall! Das war ausgeschlossen und undenkbar! Das zerstörte ja gleich alles! Sein ganzes Leben! Nein, das durfte nicht sein. Verdammte Scheiße! Das passierte also, wenn sich von seinen Gefühlen – oder den Hormonen – leiten ließ. Na ganz große Klasse! Es war also doch-

„Ist alles in Ordnung?“, fragte Molly neben ihm.

Nein, ganz und gar nicht!

Am liebsten hätte er vehement den Kopf geschüttelt. Aber er zwang sich zur Ruhe. Und räusperte sich. Wie sprach man so etwas an? Den seligen Moment der Nähe und Zweisamkeit hatte er mit seiner Reaktion wahrscheinlich ohnehin schon zerstört. Oder nicht?

„Ich... Ähm... Wir haben... ungeschützt...“

Mein Güte, war er vielleicht wirklich ein Idiot? Er klang jedenfalls wie einer. So blöd war nicht einmal John gewesen – er hatte wenigstens den Anstand besessen, auf ihr und nicht in ihr zu ejakulieren.

Molly legte beruhigend die Hand auf seinen Arm und kicherte leise. „Keine Sorge, Sherlock. Ich nehme die Pille.“

Oh, Gott sei Dank! Moment... Was?!

„Die Pille? Warum? Du hast... oder hattest... doch keinen Freund...“

„Richtig. Aber seit dem Fall mit euch ein ausschweifendes Sexleben“, konterte sie und Sherlock blieb für einen kurzen Moment das Herz stehen. Sein Mund wurde staubtrocken. Dann lachte sie wieder.

„Das war ein Scherz. Aber die Pille nehme ich wirklich“, sagte sie und schmiegte sich endlich an ihn. Der Lockenkopf atmete tief durch, aber er stellte keine Fragen mehr. Die Entspannung des Orgasmus flutete durch seine Glieder - jetzt, wo der kurze Anflug von Panik wieder verschwunden war. Sein Blick heftete sich auf die Lichter, die an der Decke vorbei huschten jedes Mal, wenn ein Auto die Straße entlang fuhr. Es war so beruhigend, machte ihn fast schläfrig.

„Wir machen ganz langsam, okay?“, sagte Molly dann leise an seiner Brust.

Oh ja, bitte…, war alles, was er dachte. Er nickte. Und strich über ihr samtenes Haar. Durfte er noch ein kleines bisschen länger bleiben? Nur noch ein paar Minuten? Bestimmt. Sonst hätte sich Molly nicht an ihn gekuschelt.

Der Lockenkopf merkte gar nicht, wie er sanft in den Schlaf hinüberglitt. Wie sich eine Decke auf seinen Körper legte und Molly ihn selig anlächelte. Und er hörte auch nicht mehr das leise Piepen ihres Handys, als John ihr schrieb und fragte, ob Sherlock bei ihr sei.

Er schlummerte einfach wie ein Baby – sorglos und friedlich. Und würde das noch ganz oft tun…

~ Ende ~
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