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Winterlandschaft - Die Wärme des Schnees

KurzgeschichteRomance, Erotik / P18 / MaleSlash
Son Goku Vegeta
19.01.2021
11.02.2021
4
24.605
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19.01.2021 4.116
 
Winterlandschaft
- Die Wärme des Schnees


Mein erstes Kapitel des neuen Jahres. :) ... und eigentlich nicht das, was ich geplant hatte ...
Eigentlich hatte ich vor, etwas vollkommen anderes weiterzuschreiben, doch da machte mir meine liebe, befreundete Autorin - Lady Duchess - einen gewaltigen Strich durch die Rechnung. Sie schrieb nämlich den OS 'Winterlandschaft', der mich, seit ich ihn lass, einfach nicht mehr los lässt. Und warum? Weil ich Schnee einfach liebe und die ganzen Elemente ihrer Geschichte einfach nur grandios gut finde.  Die Berge, das Holzhaus, der ganze Schnee, Son Goku - der dort alleine ist - und so weiter. Also war ich so dreißt und habe sie gefragt, ob ich mir diese Elemente ausborgen dürfte, um meine eigene Winterlandschaftsgeschichte zu schreiben. Und ratet mal was sie gesagt hat? Ja! ^^
An dieser Stelle also ein ganz großes und herzliches Dankeschön an dich, liebe Lady Duchess, für deine Erlaubnis diese, deine Idee, mit meinen Fingerchen zu Papier zu bringen. =)
Ich hoffe diese Version wird deine Zustimmung finden und ich hoffe ebenso, dass du Spaß beim Lesen haben wirst.
Dies wünsche ich natürlich auch allen anderen. ;)




*** *** ***


1. Fuar - kalt

Son Goku stand auf einer Felsspitze, die weit über einen Abgrund hinaus ragte, der zu einem weiten Tal zischen den schneebedeckten Bergen führte. Kleine weiße Dampfwölkchen bildeten sich vor seinem Gesicht und er zog die, mit Fell gefütterte Jacke, fester um seinen Körper. Seine Hände steckten ebenfalls in Fellhandschuhen, ebenso wie sein Füße in hohen Stiefeln steckten, die seine Waden umschlossen. In den Bergen war es nun mal kalt, besonders mitten im Winter, wenn die letzten Tage ununterbrochen Schnee gefallen war. An diesem Morgen war der Himmel dann endlich aufgeklart und hatte und sich von seiner blauen Seite zeigte. Die Sonne, hell und strahlend an diesem Tag, spendete zwar keine Wärme, doch ihre Strahlen glitzerten auf dem frischen Schnee und zauberte Lichtspiegelungen, wohin man nur schaute. Sie vertrieb ein wenig die trübe Stimmung der letzten Tage.

Der Saiyajin musste lächeln. Es war ein atemberaubender Anblick und er war froh, dass er nach der langen Zeit in der kleinen Holzhütte, endlich wieder raus konnte. Diesen Tag musste er einfach nutzen. Das Wetter in den Bergen konnte sehr schnell umschlagen und meistens nicht zum besseren. Goku seufzte. So schön dieser Anblick jedoch auch war, es war besser er flog zurück und kümmerte sich um weiteres Brennholz. Wenn ihm das ausging, würde es in seinem zu Hause ziemlich kalt werden und das wollte er weder sich, noch Vegeta antun. Obwohl er sich ziemlich sicher war, dass die Kälte Vegeta wesentlich weniger ausmachte als ihm.

Wehmütig wendete er den Kopf und sah ein letztes mal über das Tal. Die hohen Tannen, welche voller Schnee lagen, der zugefrorenen See, die Bäche, welche sich wie glitzernde Wege dahinzogen und schließlich die Bergkette, hinter der, wie er wusste, weitere und weitere kamen, bis sie schließlich irgendwann zu sanften Hügeln abfallen würden, auf denen irgendwo sein ehemaliges zu Hause stand. Wie es Gohan wohl ging? Und Goten? Seine Frau? Durfte er Chichi überhaupt noch seine Frau nennen? Er war sich nicht sicher … immerhin war er einfach gegangen. Ohne das es Son Goku wollte, dachte er an die Tage zurück, an dem er es nicht mehr ausgehalten hatte.

Er war unruhig gewesen, für seine sonst so liebenswerte und fröhliche Art, sogar richtig genervt. Schon länger hatte er gespürt, dass mit ihm etwas nicht stimmte. Um genau zu sein, hatte es ein paar Monate, nach dem Kampf mit Boo angefangen. Er war immer öfter nicht zu Hause, flog ziellos umher, hatte keine Lust zu arbeiten, oder selbst zu trainieren. Auch sein Hunger hatte immens nachgelassen und so machten sich seine Familie und Freunde zusehends Sorgen um ihn. Sie fragten nach, ob alles in Ordnung sei, rückten ihm auf die Pelle und erst, als er in einem kleinen Wutanfall Krillin und Bulma ziemlich unsanft auf die Straße setzte, ließen sie ihn in Ruhe.

Allerdings hatte diese kurze Ruhephase ein sehr schnelles Ende, als am nächsten morgen ein in kalte Wut gekleideter Vegeta in sein Haus gestiefelt kam, weder anklopfte, noch etwas sagte und ihm ohne Vorwarnung einen Schlag verpasste, der ihn Sterne sehen ließ. Er war tatsächlich in die Knie gegangen und hatte sich seinen Magen gehalten, darum gekämpft, das wenige an Frühstück in sich zu behalten, was er zuvor gegessen hatte. Der Saiyajinprinz hatte nicht lange gefackelt, ihn an den Haaren gepackt seinen Kopf nach hinten gebogen und ihm ins Ohr gezischt, dass er ihn umbringen würde, wenn er Bulma auch nur noch einmal auf diese Art anpacken würde, wie er es getan hatte. Goku hatte ihn nur fragend und unwissend angestarrt, was Vegetas Wut noch mehr angestachelt hatte.

Die Faust des Älteren hatte daraufhin Bekanntschaft mit Gokus Kinn gemacht und ihn sehr unsanft auf den Rücken befördert. Sich die getroffene Stelle haltend, hatte er zu Vegeta aufgesehen, der über seinem Körper stand und ihn voller Verachtung ansah. Er hätte Bulma fast den Arm gebrochen, als er sie gepackt und vor die Tür gezerrt hatte, spuckte ihm Vegeta entgegen. Ihr ganzer Oberarm war grün und blau und sie trug ihn in einer Schlinge und konnte ihn kaum bewegen. Son Goku war kalkweiß angelaufen und dieser Reaktion hatte er es wohl zu verdanken, dass Vegeta ihm nicht noch einmal geschlagen hatte, sondern sich kommentarlos umdrehte und ging.

Son Goku war sofort aufgesprungen und war ihm erst hinterher gelaufen und dann geflogen. Schnell hatte er den anderen Saiyajin eingeholt, aufgehalten und sich entschuldigt, Vegeta versucht zu erklären, dass er dies nicht gewollt hatte, aber das er im Moment so unausgeglichen war und einfach nicht mehr wusste, wohin mit seiner Kraft.

Warum auch immer es geschehen war, alles was ihn in den letzten Monaten beschäftigte, sprudelte aus ihm heraus. Dann herrschte zwischen den beiden Saiyajins einfach nur noch Stille. Vegeta hatte man angesehen, dass er Goku für komplett verrückt hielt. Was sollte er auch anderes denken? Son Goku hatte ihm ja sogar von seinen Träumen erzählt, die ihn immer öfter aus dem Schlaf rissen und die sich ausschließlich um Vegeta und ihre Fusion drehten. Er bekam Vegeta einfach nicht mehr aus seinem Kopf und hatte den Älteren angesehen als erhoffte er sich von ihm nun die Lösung dieses Problems. Doch Vegeta hatte ihn einfach vor eine Wand laufen lassen, Goku gesagt, er solle sich zusammen reißen und sich nicht so anstellen, ehe er davon geflogen war.

Der Jüngere erinnerte sich, wie lange er Vegeta hinterher gesehen hatte und sich gefragt hatte, ob er nun endgültig am durchdrehen war. Schließlich war er zurück zu seinem Haus geflogen und hatte einfach gehofft, die Zeit würde es richten. Sie richtete auch, allerdings anders, als Goku das erwartet hatte. Die Träume wurden schlimmer. Intensiver. Er sah Vegeta nicht nur, er hörte seine Gedanken, fühlte seine Gefühle, erinnerte sich an Dinge die Vegeta erlebt hatte. Sie waren eben einmal ein Wesen gewesen, hatten alles miteinander geteilt … wie sollte man so etwas los lassen?

Der Traum, der Goku den Rest gab, war ein Traum, der nach der ersten Nacht immer und immer wieder gekommen und ihn bis heute nicht los gelassen hatte. Goku würde sogar soweit gehen und sagen, dass dieser Traum ihm die Augen geöffnet hatte. Er hatte sich, wie fast alle anderen Träume auch, um Vegeta gedreht. Diesmal jedoch hatte er Vegeta nicht nur gesehen und gefühlt, er war Vegeta selbst gewesen und in seinem Traum schlief er mit Bulma. Selbst jetzt noch, fast ein Jahr später und in den schneebedeckten Bergen, fragte sich Goku, ob es wirklich nur ein Traum gewesen war, oder eine von Vegetas Erinnerungen. Die letzte Möglichkeit wurde noch sehr viel erschreckender, wenn man den weiteren Verlauf des Traumes bedachte. Irgendwann darin, war das Bild Bulmas unter ihm verschwommen und er hatte in Gestalt von Vegeta, nicht mehr mit Bulma geschlafen, sondern mit sich, Son Goku.

Das war der Moment, indem er schweißgebadet und heftig atmend aufgewacht war … und erregt. Er hatte an sich hinab gesehen und versucht das Bild, welches sein Körper ihm bot, in seinen Kopf zu bekommen. Doch, so sehr er sich auch bemüht hatte, immer wieder kamen ihm die Bilder des Traumes in den Sinn. War das einer von Vegetas Träumen gewesen? Oder seine, Gokus, Einbildung, sein Wunschdenken? Hatte sich der Ältere schon mal ausgemalt mit ihm zu schlafen? Oder stellte er sich Goku vor, wenn er mit seiner Frau schlief? All diese Fragen waren absurd, fand er, konnten einfach nicht der Wahrheit entsprechen. Aber woher kamen dann diese Bilder? Diese Wünsche? Diese … Gefühle? Und warum sprang sein Körper darauf auch noch an?

Chichi neben ihm räkelte sich und drehte sich auf die andere Seite. So leise wie es nur ging, war Goku aufgestanden und unter die Dusche getreten. Seine Hand griff nach dem kalten Wasserhahn und verharrte, begann zu zittern. Er hatte geschluckte und auf das Kältesymbol an der Duschwand gestarrt, wieder schossen ihm Bilder des Traumes durch den Kopf. Ohne das er es realisierte, drehte er das Wasser auf, es war warm, nicht kalt. Und ebenfalls ohne das er dies bewusst wahr genommen hatte, spürte er plötzlich seine Hand zwischen seinen Beinen, die sich um seine Erektion kümmerte. Mit der anderen musste er sich schon nach einem kurzen Moment an der Wand abstützen, während das heiße Wasser auf seinen Rücken prasselte. Seine Stirn sackte an die Fließen und die Hand zwischen seinen Beinen wurde schneller. Er hörte sich stöhne und griff fester zu. Die Reibung wurde fast schmerzhaft, es war ein Zwang. Ihm schossen Bilder von Vegeta durch den Kopf und als er endlich kam, kam er mit dem Namen des Älteren auf den Lippen.

Chichi fand Goku am nächsten morgen immer noch unter der Dusche sitzend vor. Er reagierte auf keinen ihrer Versuche zu erfahren, was ihm denn fehlen würde und wie es ihm denn ging, was denn los sei. Goku hatte einfach nur vor sich hin gestarrt und versucht zu verstehen, was mit ihm passiert war. Was mit ihm los war, warum das alles ihm passierte … . Als er keine Antworten zu finden vermochte hatte er sich erhoben, angezogen und wieder, ohne Chichi zu beachten, das Haus verlassen. Er war sich sicher, helfen und erklären konnte ihm dies nur eine Person auf diesem Planeten. Also hatte er eine Teleportation zu Vegeta gemacht und krachte Mitten in dessen Training. Von dem plötzlichen Auftauchen Gokus abgelenkt trafen sämtliche Roboter Vegetas Rücken und schleuderten den Saiyajinprinzen einmal quer durch den Raum. Son Goku war sofort zu ihm geeilt und wollte ihm aufhelfen, doch Vegeta wies seine Hilfe grob zurück, schnauzte ihn an und nach wenigen Augenblicken entstand ein kurzer Kampf. Doch auf jenen hatte Son Goku überhaupt keine Lust. Er wollte Antworten und er wollte, dass Vegeta ihm endlich zuhörte und das, was er zu sagen hatte, auch ernst nahm.

Ohne Rücksicht auf Vegetas Stolz oder dessen Gefühlte, brachte er seine überlegene Stärke zum Einsatz und nagelte den Saiyajinprinzen unter sich fest. Vegeta war wütend, sehr wütend, dass sah ihm Goku an, doch er musste endlich wissen, was mit ihm los war und ob es Vegeta vielleicht genauso ging wie ihm. Immerhin war ja nicht nur er mit Vegeta verschmolzen sondern jener auch mit ihm. Also erzählte er ihm erneut alles, wirklich alles, während Vegeta ununterbrochen gegen seinen Griff aufbegehrte und versuchte sich zu befreien. Und je mehr sich Vegeta wehrte, um so mehr gefiel ihm das. Zu seinem eigenen erschrecken, merkte er, wie er immer weniger zusammenhängende Worte zu Stande brachte, dafür aber andere Dinge überdeutlich begann wahr zunehmen. Vegetas Atem, das Muskelspiel unter dessen Trainingsklamotten, der wütende und funkelnde Glanz in seinen Augen.

Plötzlich störte ihn das ständige Aufbegehren des Prinzen und mit einem Knurren hatte er dessen Hände heftig auf den Boden geknallt, seine Handgelenke nur noch mit einer seiner Hände fixiert und sich gänzlich auf den kleineren Körper gelegt. Vegeta war augenblicklich erstarrt und hatte aus geweiteten Augen zu ihm hoch gesehen. Ja, Goku war erregt gewesen. Vegetas Widerstand hatte ihn angemacht und das spürte Vegeta nun eindeutig. „Ich hab es dir gesagt.“, hatte Goku sich selbst flüstern hören. „Ich hab versucht es dir zu sagen. Irgendetwas stimmt nicht mit mir.“ Sie hatten sich angesehen, einfach nur angesehen. Goku hatte heftig geatmet und ganz plötzlich, einem Impuls folgend, hatte er sich vorgebeugt und Vegeta geküsst.

Der Saiyajinprinz hatte sich aufgebäumt, seine Versuche sich zu befreien verdoppelt, doch Goku, hatte sich einfach seiner Kraft angepasst und ihn unten gehalten. Hatte weiter Vegetas Mund erkundet und seinen Geschmack genossen. Rationales Denken, war ihm abhanden gekommen und seine freie Hand war an Vegetas Körper nach unten gewandert und hatte sich zwischen die Beine des Prinzen gelegt. Überrascht hatte er seinen Kuss unterbrochen und Vegeta aus glasigen Augen mit einem Grinsen angesehen. „Du also auch.“, hatte er geflüstert, als er die leichte Erektion in seiner Hand, durch den Stoff von Vegetas Hose, streichelte. Der Saiyajinprinz war rot angelaufen und konnte sich ein Stöhnen nicht verkneifen, als Goku fester zupackte. Von dieser Reaktion abgelenkt, schaffte es Vegeta sich zu befreien und war mit einem Satz am anderen Ende des Trainingsraumes. Er starrte Goku an, als würde er ihn zum aller ersten mal sehen. „Verschwinde!“, hatte er erst geflüstert, dann jedoch geschrien, als Goku keine Anstalten machten, seiner Aufforderung Folge zu leisen.

Als der Jüngere, breit grinsend seine Hand nach Vegeta ausstrecke und auch noch auf ihn zuging, hatte der Prinz seine Hand gehoben und schwer atmend eine Energiekugel darin entstehen lassen. „Verschwinde, oder ich töte dich Kakarott!“ Die Energie hatte immer mehr zugenommen und die drohende Gefahr, hatte Gokus Hirn und sein Blut, wieder in seinen Schädel zurück befördert. Er hatte noch versucht sich stammelnd zu entschuldigen, war sich aber nicht sicher, ob Vegeta seine Worte überhaupt wahr nahm, so panisch hatte dessen Gesichtsausdruck gewirkt. Und als die Energie in der Hand des Prinzen noch weiter anwuchs, teleportierte sich Goku weg. Er war direkt bei Chichi gelandet, die sich zu Tode erschrocken hatte. Ohne auf ihre Fragen einzugehen, war er in ihr Schlafzimmer gegangen, hatte ein paar Klamotten in eine Tasche geworfen und war verschwunden.

Er wusste, dass er ihr damit weh tat, dass er allen damit weh tat. Aber er war sich seiner selbst einfach nicht mehr sicher und bevor er durchdrehte und am Ende jemanden verletzte, so wie Bulma, war es besser er verzog sich, bis er entweder endgültig wahnsinnig geworden war, oder wieder bei Sinnen. Seine Aura gelöscht, war er vollkommen ziellos durch die Berge geflogen und hatte schließlich, mehr durch Zufall als alles andere, eine alte, kleine und etwas verfallene Jagdhütte gefunden. Sie stand halb unter einem Überhang, der zusätzlichen Schutz bot und eine große Tanne, direkt daneben, würde noch mehr Wetter abschirmen. Das Holzhaus hatte zwei kleine Fenster und an einer Seite einen großen Kamin. Eine kleine Leiter führte auf der anderen Seite des Kamins unter das leicht schräge Dach, wo man maximal hüfthohe Gegenstände unterbringen konnte, aber als Stauplatz war es ideal. An den sonst freien Deckenbalken konnte man Dinge trocknen, oder im Kamin auch räuchern.

Goku hatte nicht länger weiter gesucht. Etwas besseres würde er kaum finden. Also hatte er begonnen den Bereich vor der Tür von kleinen Bäumen und Büschen zu befreien und richtete sich eine Feuerstelle ein. Erinnerungen, als er als Kind mit seinem Großvater Gohan in den Bergen gelebt hatte, kamen Stück für Stück wieder und nach und nach kehrte all dieses Wissen zurück und er nutzte die restlichen Sommermonate, um die Hütte in Schuss zu bringen, Essens- und Brennholzvorräte anzulegen, zu jagen, die Felle für das Bett und den Boden, sowie als Abdichtungen für die Fenster und die Tür anzubringen. Denn wie er sich erinnerte, würde der Winter nicht so freundlich sein wie der Sommer.

In all dieser Zeit unterdrückte er seine Aura, weil er Ruhe brauchte. Ruhe und Abstand, während die Dinge des täglichen Überlebens es waren, die seinen Kopf soweit zurecht rückten, dass er beginnen konnte sich über das, was passiert war, wirklich Gedanken zu machen. Nachts saß er oft am Feuer und starrte in den Sternenhimmel, aus dem Vegeta irgendwann in sein Leben gefallen war und ihm die endgültige Klarheit gebracht hatte, dass er nicht zu den Menschen gehörte. Radditz hatte es ihm zwar gesagt, aber damals war er einfach zu geschockt gewesen, um es zu glauben. Erst Vegeta und dessen Verwandlung in einen Ozaruh war es gewesen, zusammen mit dem was seine Freunde ihm später sagten, dass ihm diese Gewissheit gebracht hatte.

Vegeta, immer wieder war es Vegeta. Durch alle Kämpfe danach, war es immer Vegeta gewesen, der bis zuletzt an seiner Seite gestanden hatte, der mitgezogen hatte, der sich, wie er selbst, geopfert hatte, der mit ihm fusioniert war. Ob er es nun auf die Fusion schieben wollte, oder nicht, der andere hatte etwas in ihm verändert, aktiviert, hervor geholt … und etwas von ihm war nach der Defusion in Goku zurück geblieben. Verschüttete Erinnerungen, Gefühle, Instinkte. Dinge an die sich selbst Vegeta nur noch Bruchstückhaft erinnerte, geisterten in Gokus Gedanken umher und brachten auch in ihm, noch nie gefühlte Dinge und Ansichten an die Oberfläche.

Als der Sommer sich in den Herbst wandelte, war Goku soweit, dass er sich eingestand, dass er Gefühle für den anderen hegte, welcher Art, war er sich nicht sicher gewesen. Aber es verlangte ihm nach Vegeta. Mit ihm zu kämpfen, zu reden, sich mit ihm zu messen und in seinen Träumen auch noch ganz andere Dinge mit ihm zu tun. Als der erste Schnee fiel, war er zu der Einsicht gekommen, dass er nicht wieder zu Chichi würde zurück kehren können, noch in sein altes Leben. Zwar vertraute er sich und seinen Reaktionen wieder, jetzt wo ihm endlich die Ursache dafür klar geworden war, aber genauso war ihm klar geworden, dass es wieder kommen würde, wenn er zurück gehen würde. Er war nicht mehr der selbe wie vor der Fusion und er würde es auch nie wieder sein und so ließ er seine Aura, nach über einem halben Jahr, wieder aufflackern.

Es dauerte nicht mal einen Tag, da waren seine Söhne bei ihm, zusammen mit Chichi, dann Krillin, Yamchu, Tenshinhan, Bulma … und er sagte allen das Gleiche. Er würde hier bleiben. Sie waren alle willkommen, er freute sich sie alle zu sehen, aber sie würden ihn nicht umstimmen können und er würde sich freuen, wenn sie seine Entscheidung akzeptieren würden. Chichi und seine Söhne fassten es natürlich am schlechtesten auf und einen Tag nach ihrem Besuch, war auch Piccolo bei ihm, auf Bitten Gohans. Der Namekianer merkte jedoch sehr schnell, dass sein einstiger Feind eine tiefere Veränderung hinter ich hatte und versprach mit Gohan zu reden. Es folgte eine Zeit, in der er von allen in Ruhe gelassen wurde und je mehr Schnee fiel um so mehr dieser bitteren Veränderungen wurden darunter begraben. Als der Jahreswechsel vor der Tür stand, tauchten zumindest Krillin, Yamchu und Tenshinhan, zusammen mit Chao Zu, wieder auf und gemeinsam saß man in Gokus Hütte und unterhielt sich über alte Zeiten, lachte und genoss das Zusammensein unter Freunden.

Das war nun ein oder zwei Monate her und Son Goku war sich ziemlich sicher, dass die heftigen Schneestürme in der letzten Zeit, den nahenden Jahreszeitenwechsel ankündigten. Trotzdem wäre es keine schlechte Idee, das gute Wetter an diesem Tag zu nutzen, um die Holzvorräte noch einmal aufzustocken. Der laute Schrei eines Flugsauriers riss Goku aus seinen Gedanken und erinnerte ihn daran, dass der Tag nur begrenzt hell war. Seine Augen folgten dem Tier, wie es seine Kreise zog und schließlich im Tal landete. Dann stieß sich Goku ab und flog los. Unterwegs fällte er zwei Bäume, die er sich auf die Schulter lud und mit zu seiner Hütte nahm. Dort angekommen zerkleinerte er sie und stapelte sie in dem kleinen Verschlag, der an die Hütte angebaut war. Kaum hatte er diesen geschlossen hörte er hinter sich ein Geräusch im Schnee und drehte halb den Kopf.

Ein schwarzgrünes, langes, schlängelndes Etwas schoss auf ihn zu, wickelte sich um seinen Körper und brachte den großen Saiyajin zu Fall. Eine gespaltenen Zunge, schoss aus dem schmalen Riesensalamandermaul hervor und züngelte über Gokus Gesicht, der lachte und den Kopf der Echse packte. „Na Vegeta“, dabei schabte er mit seinen Nägeln an der Unterseite des Kopfes entlang. „Genug ausgetobt, oder ist dir halt?“ Vegeta züngelte und krabbelte dann von Gokus Körper herunter. Der richtetet sich grinsend auf und sah dem Riesensalamander hinterher, wie er sich s-förmig durch den Schnee bewegte, dann einen Kreis mit seinem langen Körper formte und diesen schließlich zur Hälfte aufrichtetet und zu ihm sah, den Kopf schief legend. „Ach du willst spielen? Na sag das doch gleich.“ Grinsend bückte sich Goku und formte einen Schneeball. Aufgeregt ließ sich Vegeta wieder in den Schnee nieder und schlängelte mit seinen vier kurzen Beinen zwei mal im Kreis, ehe er Goku wieder anblickte der lachend den Schneeball warf.

Man traute es Vegeta nicht zu, aber der Riesensalamander war verdammt schnell unterwegs und konnte hoch springen. Der geworfenen Schneeball zerplatzte zwischen seinen Kiefern, als er ihn aus der Luft fischte und sich gleich wieder Goku zuwandte. Seine Schwanzspitze stand ein Stückchen nach oben und seine Zunge zuckte wieder hervor. Lachend formte Goku einen weiteren Schneeball und warf ihn. Dann noch einen und noch einen. Er hatte die Echse, kurz nach der Jahreswende und nach einem Sturm, eingeklemmt, zwischen mehreren Steinen gefunden, sie mitgenommen und gesund gepflegt. Als er sie hatte aussetzen wollen war sie einfach zurück gekommen. Also hatte er sie weiter weg gebracht … aber sie war wieder zurück gekommen. Nachdem auch ein dritter Versuch fehl geschlagen war, hatte er es einfach akzeptiert und seit dieser Zeit lebte Vegeta bei ihm und leistete ihm Gesellschaft.

Weiterhin grinsend, warf er wieder einen Schneeball, den Vegeta aus der Luft fischte, diesmal jedoch feuerte Goku einen Zweiten gleich hinterher, der die Echse in dem Moment traf, da sie nach dem Ersten Ball schnappte. Sichtlich irritiert landete die Riesenechse diesmal etwas ungalant im Schnee und ihr lange Kopf zuckte von einer in die andere Richtung. Lachend warf Goku einen dritten Ball nach ihr, der ihren Kopf um hundertachtzig Grad in seine Richtung herum fahren ließ. Ihr Zunge kam zum Vorschein und Goku war sich sicher, dass sie ihn ganz genau beobachtete. Dann, mit einer irren Geschwindigkeit schoss sie auf ihn zu. Son Goku versucht sie mit weiteren Schneebällen abzuwerfen, aber Vegeta wich ihnen geschickt aus, wand sich um Gokus Beine und brachte ihn wieder zu Fall. Schnell war sie auf seinem Körper und ließ sich einfach mit ihrem ganzen Gewicht auf ihn drauf plumpsen.

„Ufz.“ Son Goku musste grinsen. „Willst du da jetzt einfach liegen bleiben?“ Vegeta züngelte. „Dir ist schon klar, dass mir das irgendwann zu kalt wird?“ Vegeta überschlug seine Echsenbeine auf Gokus Brust und legte seinen Kopf darauf, wieder schoss die Zunge hervor. „Sieht fast so aus.“, grinste Goku. Die seitlichen Lieder Vegetas öffneten und schlossen sich wieder und er machte keine Anstalten von Goku runter zu gehen. Eine Hand auf den Kopf der Echse legend ließ er den Seinen zurück in den Schnee fallen und betrachtete den blauen Himmel. Obwohl es kalt war, war es auch friedlich. Keine Sorgen, keiner der etwas von ihm wollte, Vegeta auf ihm spendete sogar Wärme und seltsamerweise war die Welt einfach nur in Ordnung. Goku schloss die Augen und genoss den Moment in vollen Zügen.

Plötzlich schoss der Kopf Vegetas hoch und er machte einen Satz von Goku herunter, schlängelte sich davon und der Saiyajin richtete sich auf seine Unterarme auf. „Vegeta?“, fragte er überrascht und im nächsten Moment fiel von hinten ein Schatten auf sein Gesicht. „Doch nicht so unaufmerksam wie ich dachte, Kakarott.“, ertönte die kalte Antwort des echten Vegetas. Son Gokus Kopf fuhr herum und sein Herz begann schneller zu schlagen. Ob es das tat, weil er sich erschrocken hatte, oder aus einem anderen Grund, konnte er in diesem Moment nicht sagen. Zu perplex war er von dem Anblick des Älteren, der in einen blauen, dicken Parka gekleidet dicht hinter ihm stand. Son Goku sprang auf die Beine und klopfte sich den Schnee ab.

„V...Vegeta … w...was machst du denn hier?“ Niemals hätte er damit gerechnet, dass er andere ihn hier jemals besuchen würde. Nicht nachdem, was zwischen ihnen vorgefallen war. „Können wir das drin besprechen? Es ist kalt.“ Son Goku blinzelte. „Oh … ja, ja sicher.“ Verlegen wendet er sich ab und ging zur Tür. Was machte Vegeta hier? Warum war er hier? War vielleicht etwas passiert? Ging es seinen Söhnen nicht gut? Chichi? Bulma? Oh Gott, seine Gedanken rasten durcheinander. Er konnte sie kaum klar begreifen, da waren schon die nächsten da. Seine Hand zitterte, als er nach der Tür griff und sie aufschob, die Felle, welche dahinter hingen zur Seite hielt und sich zu Vegeta umdrehte. „Bitte.“, sagte er leise und machte eine einladende Bewegung.


Fortsetzung folgt
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