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Babyfreude für Kai und Ina

von Lady0409
Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Familie / P12 / Gen
Dr. Kai Hoffmann
16.01.2021
19.05.2022
58
91.315
1
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16.01.2021 1.939
 
Babyfreude für Kai und Ina


Dr. Hoffmann und seine Lebensgefährtin Ina erwarten ihr erstes gemeinsames Kind. Die Vorfreude der beiden steigt jeden Tag mehr und mehr. Doch mit der Vorfreude steigt auch die Sorge um den Nachwuchs…


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Kapitel 1
Spaziergang mit Folgen


Die Hamburger Innenstadt erstrahlte auch in diesem Jahr kurz nach den Weihnachtstagen in einem Lichtermeer voller Kerzen und schimmerndem Kugeln, als Doktor Kai Hoffmann mit seiner hochschwangeren Lebensgefährtin Doktor Katharina Schulte, die er meistens liebevoll ‚Ina’ nannte, durch ihre Heimatstadt spazierte.

„Wie geht es dir denn im Moment, Ina? Kannst du noch ein paar Schritte gehen? Oder sollen wir lieber eine kleine Pause machen? Du keuchst schon ganz schön, Liebling.“, erkundigte sich der Bundeswehrarzt bei seiner Lebensgefährtin, doch die schüttelte sogleich den Kopf und erwiderte: „Ich… Mir geht es wirklich sehr sehr gut, Kai. Ich bin in Ordnung; mach dir keine Sorgen um mich oder um unser Baby.“

„Ich mache mir auch gar keine Sorgen; weder um dich noch um unser Baby, Ina. Ich will doch einfach nur verhindern, dass du dich mit unserem kleinen Engel in deinem Bauch auch noch überanstrengst. Du bist schließlich schon ziemlich weit mit deiner Schwangerschaft und trotzdem will ich verhindern, dass unser kleines Mädchen jetzt schon auf die Welt kommt.“
Liebevoll streichelte Kai der werdenden Mutter über den Bauch und drückte ihr einen Kuss auf die Wange. „Am liebsten würde ich euch beide in den letzten Wochen deiner Schwangerschaft immer um mich haben und dich verwöhnen. … Muss ich denn wirklich schon übermorgen wieder zum Dienst?“, fragte der Arzt vom Dienstplan genervt und seine Lebensgefährtin Ina lächelte kurz, als sie erwiderte: „Natürlich musst du das, Kai. Ich finde es ja auch nicht besonders schön, dass wir schon wieder… Dass wir nach den wunderschönen Weihnachtstagen schon wieder getrennt werden. Aber… Aber wir beide werden sicherlich auf dich warten, bis du nach deinem Dienst endlich wieder bei uns beiden zu Hause bist. Alleine wird unser kleines Mädchen nicht auf die Welt kommen wollen.“, wusste die Gynäkologin, als sie sich gemeinsam auf eine Parkbank im Volkspark setzten und die Frauenärztin die letzte Ultraschallaufnahme ihres Babys aus ihrer Handtasche nahm.
„Da ist es… unser kleines Mädchen…“, seufzte die Ärztin und streichelte mit ihren Fingern liebevoll über das Bild, auf dem das Baby gut zu sehen war. „Mama und Papa warten schon auf dich, mein Mädchen…“

„Meinst du wirklich, dass unser kleines Mädchen darauf hört, dass ihre Mama und ihr Papa schon auf die Kleine warten? Wir werden von unserer Kleinen sicherlich nicht eine frühere Geburt erleben, wenn wir ihr sagen, dass wir warten…“, seufzte Kai, als er vorsichtig über den Bauch seiner geliebten Ina streichelte und sich die beiden wieder auf den Weg machten, um in Kürze wieder zu Hause zu sein. „Wir sind nämlich… Wir sind nämlich nur auf Platz 2 der wichtigsten Dinge, die für unsere kleine Tochter essenziell sind. Auf Platz Eins steht immer noch die Entwicklung; das Wachsen und Gedeihen. Und das werden wir nicht durch Handauflegen beschleunigen können, Ina.“
„Ich hoffe, dass wir das trotzdem können, Kai. So langsam wird mir mein Bauch nämlich ein bisschen zu schwer. Zumindest… Zumindest könnte sich unser kleines Mädchen einmal ein bisschen beeilen.“, meinte die werdende Mutter, als sie sich nach wenigen Metern schon wieder seufzend an den Rücken griff und Kai sofort eine jüngere Frau von der nächsten Parkbank jagte.

„Meine Frau braucht eine Pause… Sie müsste sich kurz setzen.“, erklärte der Arzt mit einem vorsichtigen Fingerzeig in Richtung der Hochschwangeren, bevor die junge Frau nickte und sofort ihre Tasche von der Bank nahm.
„Danke… Danke. Es geht schon.“, bedankte sich die werdende Mutter und die junge Frau fragte mit einem neugierigen Blick auf den Bauch von Ina: „Wie weit… Wie weit sind sie denn jetzt schon? Ist das denn… Haben Sie mehrere Babys im Bauch? Oder ist das nur ein Baby… kurz vor der Geburt?“
„Es ist nur ein Baby; wir sind in einem Monat dran.“, antwortete die werdende Mutter, als sie sich über den Bauch streichelte. „Aber vom Gefühl her… vom Gefühl her sind es mindestens fünf Babys in meinem Bauch. Das ist schrecklich schwer…“

„Ich mache gerade meine Ausbildung zur Hebamme; das interessiert mich im Moment sehr… Ich meine, das Babykriegen und alles…“, erklärte sich die junge Frau, als Kai einen beunruhigten Blick auf die Dame warf. „Sie brauchen sich keine Sorgen machen; ich bin wirklich… Ich bin wirklich fast vom Fach.“
„Und meine Frau ist vom Fach… Sie ist Gynäkologin und Kinderärztin; eine bessere Fachkraft werden Sie nicht für dieses Thema finden können.“, meinte Kai beschützend, als er ebenfalls seine Hand auf den Bauch von Ina legte. „Ina… Ina, da fühle ich… Deine Muskeln ziehen sich zusammen… Hast du Wehen?“
„Wehen? Ich? Nein, Kai. Wo denkst du hin? Natürlich habe ich noch keine Wehen. Das wäre auch einfach viel zu schön für mich, wenn ich jetzt schon mein Baby bekommen könnte. Aber nein… Nein, das Kleine lässt sich natürlich viel zu viel Zeit.“, wusste die werdende Mutter und sie seufzte kurz, als sie ihren Bauch selbst abtastete. „Ich habe noch keine Wehen; sonst wäre ich schon längst in Aufruhr und würde dich zum Auto schicken, damit wir schnellstens ins Krankenhaus kommen. Unser kleines Mädchen muss sich doch auch noch schminken und… und die Nägel lackieren. Und die Haare färben. Das dauert lange…“

„Aber ich merke doch hier Kontraktionen von deinen Muskeln im Bauch. … Ina! Wir fahren jetzt sofort ins Krankenhaus; ich lasse dich nicht mit Frühwehen noch länger hier spazieren gehen! Wir beide werden jetzt sofort zu den Kollegen fahren, dann schließen wir dich an den Wehenschreiber an und ich mache einen Ultraschall…“

„Kai… Kai, ruhig. Es ist nicht das erste Baby… die erste Schwangerschaft, die ich überwache. Wie du sicherlich weißt bin ich eine wunderbare Gynäkologin und… und kümmere mich selbst am besten um meine Schwangerschaft. Oder traust du mir etwa zu, dass ich unser Baby jetzt auch noch in Gefahr bringe? Nur, weil ich nicht auf die Anweisungen von Onkel Doktor Kai höre?“, erkundigte sich Ina bei ihrem Lebensgefährten und Kai zuckte kurz mit den Schultern, als er erwiderte: „Ich weiß es doch nicht. Du hast Wehen, Ina… Ich merke das doch… Tut es in regelmäßigen Abständen in deinem Bauch… oder im Rücken weh? Hast du… Hast du schon das Gefühl, dass das Baby raus will? Willst du das Mädchen vielleicht nicht doch lieber noch dieses Jahr auf die Welt bringen? Ich meine, es ist doch… Es ist doch unser gemeinsames Kind. Und ich habe genauso…“

„Kai! ICH bin die Schwangere, nicht du. Beruhige dich doch bitte und spring hier nicht wie ein aufgescheuchtes Huhn durch die Gegend. Ich habe noch keine Wehen. Und selbst wenn ich Wehen hätte, würde ich jetzt nicht schon in die Klinik fahren. Das können auch Senkwehen sein; das Baby ist noch auf dem Weg ins Becken… Das tut manchmal weh.“, meinte Ina, doch Kai hatte seine Lebensgefährtin schon am Arm gepackt und schleifte sie in Richtung Auto.



Die Fahrt der beiden ging natürlich, wie sollte es auch anders sein, ins nächste Krankenhaus; die Sorge von Kai um seine Frau und seine noch ungeborene erste Tochter war für den Mediziner Grund genug, die werdende Mutter sofort ins Krankenhaus einzuliefern.

„Kai! Noch einmal! Ich habe im Moment noch keine Wehen; jedenfalls keine Geburtswehen. Unser kleines Mädchen war beim letzten Ultraschall noch nicht einmal vollständig in mein Becken gerutscht; Sie ist für die Geburt noch nicht bereit… Was verstehst du denn jetzt um Gottes Willen nicht? Dass ich wirklich KEINE! Wehen habe?! ODER VERSTEHST DU IM MOMENT NUR NOCH DAS WORT WEHEN und kriegst sofort eine Panikattacke wegen dem Baby?", fuhr Ina ihren Lebensgefährten, als er das Auto auf dem Parkplatz des nächstgelegenen Krankenhauses parkte, erbost an. „Ich habe keine Wehen. Wie oft soll ich dir das denn noch erklären, dass du es endlich begriffen hast? Wir machen uns doch zum Affen, wenn wir beide, als gestandene Mediziner - ich sogar als FACHärztin für Gynäkologie - im Krankenhaus antanzen, weil ich… weil ich wahrscheinlich durch das Baby in meinem Bauch ein kleines Problem mit der Verdauung zu haben scheine? Du machst dich zum Affen; ich mache mich zum Affen. Wir beide werden gleich nach der Erstuntersuchung wieder nach Hause geschickt. Ich habe KEINE Wehen!"

„Ich mache mir doch nur Sorgen um unser kleines Mädchen in deinem Bauch. Deine Muskeln ziehen sich doch immer mehr zusammen. … Komm, lass doch bitte die Kollegen einmal drüber schauen, was mit unserem Kind los ist. Es tut doch auch gar nicht weh. Versprochen, Ina. Es wird nicht weh tun. Zumindest nicht, solange ich hier bei dir bin und auf dich aufpassen kann.", beruhigte Kai seine Lebensgefährtin und griff ihr beschützend an den Bauch, bevor er eine erneute Muskelreaktion auf die Berührung mit seiner Hand fühlte.
„Da… Ina, da war schon wieder eine Wehe! Ina, du hast jetzt schon Kontraktionen! Wir werden unser Baby schon heute Abend endlich in den Armen halten können.", schwärmte der Arzt von der nahenden Geburt seines ersten eigenen Kindes.

Er hätte sich zuvor nie auch nur erträumen können, dass er einmal so aufgeregt wegen eines näherrückenden Termines sein könnte. Doch die immer näher kommende Geburt des kleinen Mädchens in Inas Bauch ließ den Arzt immer aufgeregter werden.
„Kleines… Bitte bitte bitte. Komm bitte bitte noch nicht auf die Welt! Du bist doch noch viel zu schwach für die Geburt! Du bist doch auch noch so klein und zart. Bleib bitte bitte bitte im Bauch von deiner Mami drin.", bat Kai, als er seinen Kopf kurz auf den Bauch von Ina legte und mit dem ungeborenen Baby Kontakt aufnahm.

„Es wird ein komplettes Chaos, was wir beide hier zusammen machen, Kai. Wir wollen das Baby doch jetzt auch noch gar nicht schon früher auf die Welt geholt bekommen müssen, oder? … Komm, lass uns doch bitte kurz nach Hause fahren. Dann können wir beide doch auch immer noch einen Krankenwagen holen und die Geburt doch auf jetzt verschieben lassen.", seufzte die werdende Mutter und Kai stieg aus dem Kombi aus, als er entschieden zu der Gynäkologin auf dem Beifahrersitz sagte: „Wir machen zuerst einmal einen Ultraschall, anschließend hängen wir dich zur Sicherheit noch an den Wehenschreiber und dann… dann gibt es bei einem komplett negativen Ergebnis der Untersuchungen erst wieder eine Entlassung nach Hause! Ich bin der Vater des kleinen Mädchens in deinem Bauch! Und ich lasse es nicht zu, dass du das Baby… das Kleine oder dich in Gefahr bringst!"
„Ich bringe unser Baby doch gar nicht in Gefahr. Und mich auch nicht. … Und geht es doch gut. Ich lasse mir jetzt noch einmal kurz von den Kollegen eine kleine Ultraschalluntersuchung gefallen. Aber dann fahren wir sofort nach Hause zurück."

Beruhigend auf seine Lebensgefährtin einsprechend sagte Kai zu der Schwangeren: „Ich werde dich jetzt hier mindestens bis zum Ultraschall begleiten. Und wenn auf dem Wehenschreiber dann auch nur eine kleine Sekunde ausschlägt, dann lass ich dich auf jeden Fall hier in der Klinik. Mir ist es einfach zu gefährlich, wenn es vielleicht Komplikationen bei dir und dem Baby gibt…"
„Es werden keine Komplikationen bei mir und unserem kleinen Engel geben. Wir müssen einfach nur ein bisschen aufpassen, dass ich mich nicht über meinen Mann aufrege. Dann könnte es zu Frühwehen kommen. Und dann ist das kleine Mädchen schon auf der Welt, obwohl ich doch noch gar nicht für die Geburt bereit bin. In meinen Augen wäre eine Geburt jetzt für mich zu früh. Das Mäuschen bleibt bitte bitte bitte noch in meinem Bauch!", fuhr Ina auf und Kai nickte, als er seine Liebste aus dem Auto aussteigen ließ und die zwei Ärzte gemeinsam in die Klinik gingen.
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