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A fishball of memories

KurzgeschichteHumor, Familie / P12 / Gen
Anthony "Tony" DiNozzo
16.01.2021
16.01.2021
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Er hielt das Wasserglas in der Hand, mit welchem er die Aspirin runterspülte, die gegen seine Kopfschmerzen anschlagen sollte. Der Senior Agent schloss die Augen fest und massierte sich mit einer Hand die Schläfen, bevor er Halt an der Kücheninsel suchte.

Mit verklärtem Blick fiel ihm das Fischglas ins Auge, das auf der Anrichte in der Küche stand. Tony musste unwillkürlich grinsen, als er die beiden Goldfische sah, die sich beinahe neugierig gegen die Scheibe drängten. Unsinn, dachte Tony, das bilde ich mir nur ein.

Er öffnete die Dose mit dem Fischfutter neben dem Glas und ließ einige Flocken hinein rieseln, doch die beiden musterten ihn immer noch aufmerksam.

Komisch, dachte Tony sich. Normalerweise prügelten Kate und Ziva sich doch sonst immer regelrecht um ihr Futter. Unangerührt sanken die bunten Fetzen zwischen die schwarzen Steine am Grund der Kugel.

Er seufzte und wendete sich dann mit gehobener Stimme an seine Haustiere, die die Namen seiner ehemaligen Kolleginnen trugen. "Es geht mir gut, hört ihr?", sagte er, doch noch immer keine Reaktion. Er wurde aus vier großen Augen verständnislos angeblickt, einzig und allein bewegten sich die Schwanzflossen hin und her.

Wieder rieb der Agent sich die Schläfen, dachte schon, die Kopfschmerzen würden mehr sein und sich letztendlich noch als eine psychische Störung herausstellen.

Er ging auf die Anrichte zu und musste plötzlich lächeln, als er mit den beiden auf Augenhöhe war. "Ihr zwei hättet euch gut verstanden, wisst ihr? Hättet vielleicht ein paar Anfangsschwierigkeiten und Rivalenkämpfe ausgeübt, aber sicher hättet ihr euch irgendwann gemocht."

Wieder lachte er und merkte dann, wie irre all das klang. "Ich rede mit meinen Fischen, so weit ist es schon. Wenn das einer mitkriegt, bringt man mich in die Klapsmühle!"

Dann erinnerte Tony sich, dass all das sich tatsächlich so abgespielt hatte. Als er Ziva vor einigen Monaten gekauft hatte, ging er nicht davon aus, dass Kate sie unbedingt sofort mögen würde und so war es auch. Zuerst jagten sie sich durchs Glas und dann kämpften sie um ihr Futter. So undenkbarer war es jetzt, dass die weiblichen Goldfische ruhig verharrten und sich nicht von der Stelle rühren, als würden sie darauf warten, dass Tony ihnen ihr Herz ausschüttet. Schließlich fühlte es sich für ihn so an, als würden sie ihm zuhören.

Oh, wie sehr er die beiden Brünetten vermisste. Kates Tod würde sich im kommenden Mai zum elften Mal jähren und Ziva? Die Wunden waren zu frisch, daran wollte er nicht denken.

Zumindest hatte er sie so immer bei sich. Er kam nicht umhin, sich vorzustellen, wie sie ihm beide im Großraumbüro des Hauptquartiers gegenübersaßen und sich wissende Blicke zuwarfen, wenn er an seinem Tisch Trübsal blies.

Und dann kam wieder die Vorstellung, sie beide bei sich zu haben. Als Menschen. Und vorzugsweise nackt. Er schlug sich das ganz schnell wieder aus dem Gehirn, schließlich war ihm, als könnten die Goldfische direkt in ihn hineinsehen.

"Manchmal macht ihr mir Angst. Wisst ihr das?", sagte er schließlich und ging argwöhnisch ein paar Schritte zurück, worauf Ziva und Kate wieder begannen wie immer im Glas zu schwimmen und nun sogar die hinabgesunkenen Flocken aufsammelten. Sich diesmal jedoch weniger in die Haare bekamen. Oder in die Schuppen?

Tony wollte noch etwas an seine beiden Mädchen erwidern, doch dann summte sein Handy auf der Kücheninsel. "Wir kommen darauf zurück, okay?", sagte er bevor er ranging. "Ja, Boss?"

"Toter Navy Offizier in Norfolk am Virginia Beach angespült, wir fahren noch heute hin", sagte die Stimme von Gibbs wie immer so klar, dass es keine Widersprüche geben würde.  

"Alles klar, Boss", antwortete Tony und machte sich schon daran, aus der Küche zu verschwinden.

"Und Tony. Lass die beiden keinen Plan aushecken." Die Leitung wurde unterbrochen. Der Agent war erst verwirrt, was Gibbs denn meinen könnte, aber dann fiel ihm ein, dass der Mann alles wusste.

"Alles außer, wo man einen richtigen Friseur findet, was Mädels?" Er verabschiedete sich mit einem kurzen Winken von den Goldfischen und machte sich noch eine Notiz, dass er der Nachbarin nach dem Packen einen Zettel unter die Tür schieben würde, dass sie im Falle einer längeren Abwesenheit die Fische füttern müsste. Schließlich wollte er sie nicht unbedingt noch einmal so gespenstisch reglos erleben.
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Hallo :)
Nachts zu schreiben, ist jetzt wohl zu meinem neuen Hobby geworden, schätze ich. Die Idee ist mir heute ganz plötzlich gekommen, als ich vorhin ein Video von Tony mit Goldfisch-Kate gesehen habe. Putzig^^
Hoffe, es hat euch gefallen, lasst mir doch gerne einen Kommi da. Ich geh jetzt schlafen.

LG Vani-Sashanista
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