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Bis die Sonne unter geht Zickzack FF

von Maudabey
GeschichteFreundschaft / P16 / MaleSlash
BastiGHG VeniCraft
16.01.2021
02.05.2021
27
27.627
4
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16.04.2021 1.046
 
Ich merkte, wie Veni mich hinter sich her zog und stolperte die ersten paar Schritte unbeholfen hinter ihm her. Das klappte mal so gar nicht, wie ich mir das vorgestellt hatte. In meinem Kopf rasten die Gedanken doch ich konnte nur einen davon klar greifen. Angst. Angst davor zu stürzen und es nicht rechtzeitig zu schaffen. Mir war klar, würde ich das nicht abstellen, fiel ich demnächst und es war vorbei.
Ich atmete tief durch und ließ dann jeden Gedanken los. Ersetzte ihn mit leere und dem Geräusch meines schnell schlagenden Herzens. Ich fing mich wieder und rannte Veni hinterher, ohne zu stolpern. Meine Gedanken waren leer. Wie paralysiert rannte ich einfach nur mit Veni mit. Seine Stimme drang kaum zu mir durch. Sie war nur noch ein leises Flüstern. Doch an seiner Haltung, seinen Bewegungen wusste ich, was mich erwartete.
Das erste Stückchen Berg ab. Wir nahmen nur ein bisschen an Tempo ab, während wir den unebenen Berg hinab sprangen. Dieses Vertrauen war gut. Ich dachte nicht mal mehr daran, was mir in diesem Moment passieren konnte. Ich ließ mich einfach von ihm mitziehen und führen. Es folgte wieder gerade Strecke mit ein paar aufs und abs. Nur einmal kurz geriet ich dabei ins stolpern. Dann endlich wurde Veni langsamer und alles lichtete sich bei mir. Ich ließ Gedanken wieder zu und nahm auch Venis Stimme wahr.
„ Du hast es geschafft abzuschalten. Hat man sofort gemerkt. Behalt das bei, so kommen wir viel schneller voran.", keuchte Veni abgehackt. Auch ich versuchte erstmal wieder zu Atem zu kommen, um ihm ruhig zu antworten. Mein Herz raste und ich konnte meinen Puls in meinen Ohren schlagen hören.
„ Sagst du so einfach. Wirfst du noch mal ein Auge, wenn wir über vierhundert Meter gelaufen sind.", gab ich kurzatmig zurück und ließ einen Moment seine Hand los, um beide Hände auf den Oberschenkel abzustützen und durch zu schnaufen. Sprint war echt nicht meins. Auch schon zu Schulzeiten nicht.
„ Ach komm, du bist doch nicht jetzt schon kaputt, oder?", neckte Veni mich und wuschelte mir durch die Haare. Genervt murrte ich und wand mich von Veni ab. Musste das jetzt sein? Natürlich kam ich nicht von ihm weg und so griff er mir wieder um die Taille und zog mich hoch. Ehe ich reagieren konnte, hatte er mir einen Kuss auf die Stirn gehaucht und zog mich dann weiter, sodass ich gar keine Chance hatte irgendwas zu erwidern. Man konnte er mich den nicht einmal richtig küssen?
„ Auf jetzt kleiner. Sonst verpass ich dir nen Klaps auf den Hintern." Überrascht quiekte ich auf und sprang zur Seite weg, obwohl er mich nicht mal berührte. Veni war manchmal ein ganz schöner Idiot.
„ Lass es, wir spielen hier nicht nur. Komm jetzt, ich brauch nicht noch mehr Druck."
„ Klappe kleiner. Und jetzt komm." Seufzend folgte ich ihm ohne genau zu wissen, wo ich überhaupt war. Mein Kopf war leider wieder voll da und somit auch die Fall und Sturzangst. Nicht unbedingt das, was ich wirklich brauchte. Aber da hieß es jetzt Augen zu und durch. Naja ein bisschen zu wörtlich. Das Veni plötzlich stehen blieb, merkte ich nicht, erst als ich zurück gezogen wurde und somit ins Taumeln geriet.
Ich wurde unweigerlich gegen Venis Brust gedrückt und riss uns beide zu Boden. Es gab sicher ein schönes Bild ab, wir beide am Boden liegend, aufeinander Brust an rücken. Es wäre richtig Klischee gewesen, wenn ich vorwärts auf ihn drauf gefallen wäre, am besten mit den Lippen auf seine. Zum Glück richtete er mich schnell wieder auf, sodass der dann doch etwas peinliche Moment vorbei war. Veni rieb sich schmerzhaften Hinterkopf. Scheinbar war die Landung doch nicht so sanft gewesen.
„ Du warst etwas zu motiviert. Noch zwei Schritte und du wärst nochmal baden gegangen. Ich werd jetzt noch n Auge und dann schauen wir, wo lang wir müssen." Ich konnte wieder nur erahnen, dass er etwas hoch in die Luft warf. Und vor der Richtung in die er mich zog konnte ich erahnen, dass es immer noch gerade aus ging. Konnte es nicht langsam mal zurück gehen?
„ Kaputt. Das ist jetzt richtig suboptimal. Wir haben nur noch zwölf und wissen immer noch nicht, wo es zurück geht. Es darf jetzt echt keine mehr kaputt gehen." Na ganz klasse. Das Glück war mal wieder auf unserer Seite. Der Gedanke noch mal ein Auge irgendwo her bekommen zu müssen in Anbetracht der Zeit war nicht unbedingt beruhigend. Wir würden es niemals zeitlich schaffen, noch mal in den Nether zu gehen. Da bräuchten wir absurd viele luck. Nichts was wir im Moment hatten.
„ Wirf in zwei, dreihundert Blöcken vielleicht noch mal.", schlug ich ihm vor. All zu weit durfte der Stronghold nicht mehr weg sein. Es würde mich sonst stark wundern. Außer natürlich, das hier war keine richtige Welt sondern etwas vorgefertigtes mit implementierten Dungeons und so was. Das wäre ziemlich doof und meine grobe Berechnung würde gar nichts bringen.
„ Ich hätte ne Idee, wie es schneller geht, auch wenn die dir vielleicht nicht besonders gefallen wird. Lass mich aber erstmal ausreden. Was hältst du davon, wenn ich vorgehe und in zwei/dreihundert Blöcken noch mal ein Auge werfen und wenn es zurück geht komme ich dich holen?" Die Idee gefiel mir gar nicht. Dennoch war es in unserer momentan Situation am sinnvollsten. So recht wusste ich nicht was ich davon halten soll. Und ob das so viel schneller war wusste ich auch nicht. Einen Versuch war es dennoch wert.
„ Wir können es probieren. Aber denkst du, dass das viel schneller ist?", sprach ich meinen Zweifel offen an und sah zu ihm. Seine Mimik zu interpretieren ging im Moment schlecht, aber ich wusste, was er sagen würde. Dafür kannte ich ihn zu gut.
„ Wenn ich weiß wo es zurück geht und du mir entgegenkommst ist das durch aus schneller. So musst du nicht den ganzen Weg laufen und wir können eingrenzen. Krabbel hat, wenn du dich wohl fühlst."
„ Na gut. Aber beeil dich." Veni löste sich von mir und lief weiter. Währenddessen ließ ich mich langsam zu Boden gleiten in den Vierfüßlerstand und krabbelte dann langsam vorwärts. Sich so fort zu bewegen war ungefähr so elegant wie ein Fisch auf dem Trockenen.
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