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Bis die Sonne unter geht Zickzack FF

von Maudabey
GeschichteFreundschaft / P16 / MaleSlash
BastiGHG VeniCraft
16.01.2021
16.04.2021
21
21.321
4
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07.04.2021 1.029
 
Ich bereute wirklich, Veni darum gebeten zu haben ehrlich zu mir zu sein. Diese genaue Zeitangabe hing mit im Nacken wie eine hungrige Schlange, die nur darauf wartete im richtigen Moment zuzuschnappen und ihn im ganzen zu verschlingen.
Es tat mir gar nicht gut. Langsam lief Veni voran und ich tapste ihm unbeholfen hinterher. Das Kreischen der Phantome wurde zunehmend lauter. Sie mussten wenige Meter über uns kreisen. Ich drückte mich näher an Veni heran, wäre fast über ihn gestolpert.
„ Alles gut Basti?", fragte er sofort und legte seine Arme seitlich an meine Taille, um mich näher zu ziehen.
„ Die Phantome sind ziemlich nah. Sicher, dass die uns nicht angreifen?", sprach ich meine Sorge aus und tappte ihm weiter Schritt für Schritt hinterher. Wir mussten von dem Steg wieder runter sein, den er lief nicht mehr so Schnur stracks geradeaus.
„ Über uns ist nich ein Blätterdach, wenn auch nicht mehr ganz so dicht. Ganz sicher sind wir aber nicht. Achtung mehrere Stufen. Leg am besten eine Hand an den Boden, dann merkst du, in welchem Abstand die Stufen sind. Ich will nicht, dass du fällst und dir was tust. Ein verknackster Knöchel bringt uns im Moment leider um."
Der Gedanke daran machte mir allein schon unglaubliche Angst. Ich könnte schuld daran sein, dass Veni stirbt. Mir musste nur ein Fehler unterlaufen und wir beide waren tot. Mit der Schuld könnte ich nie leben. Naja leben würde ich danach auch nicht mehr, aber es ging ums Prinzip.
„ Entschuldige, ich wollte nicht. Ich hab nicht nachgedacht Basti. Sowas wollte ich dir nie unterstellen. Ich kann doch mit der Situation genauso wenig umgehen, wie du. Jetzt komm hoch hier. Und bitte vergiss einfach, was ich gerade gesagt hab."
Leicht ging ich in die Knie, bis ich den Boden mit meiner freien Hand zu fassen bekam. Langsam und total bescheuert aussehend kletterte ich den Berg auf drei Armen und Beinen hoch, mit der letzten Hand hielt ich Veni nah bei mir. Ich versuchte nicht all zu sehr auf allen vieren zu krabbeln, wie ein kleines Baby, sondern eher lang gestreckt und flach, da sonst wahrscheinlich mein Arsch total gut zu sehen war und in den nassen Klamotten noch mal mehr. Und auch wenn es nur Veni war, der mich im Moment sah, so war es mir doch peinlich.
Als ich endlich diesen Gottverdammten Berg oben war, wobei ich dachte, dass er nie enden würde, richtete ich mich endlich wieder auf und klopfte meine Hand an meiner Hose ab.
„ Wie lang laufen wir schon?", fragte ich, um mich auf etwas zu konzentrieren, was nicht meine sonstigen Gedanken waren, die ich mir machte.
„ Willst du wirklich ne Zeitangabe, oder reicht dir die Distanz, die wir vom Dorf weg sind?" Wie hielt Veni das bloß aus? Er konnte die Uhr runter ticken sehen, die ganze Zeit und bekam trotzdem war er halbwegs ruhig. Diese Ungewissheit machte mich fertig. Es war schlimmer als eine tickende Zeitbombe, weil ich keine Ahnung hatte, wann sie hochgehen würde. Nur wusste ich, dass sie hoch gehen würde, wenn wir nicht schnell genug waren. Was uns dann widerfuhr wusste ich auch nicht, aber ich war nicht breit es herauszufinden.
„ Alles nur keine Zeitangabe. Damit kann ich nicht umgehen." Man musste meine Panik und Unsicherheit in meiner Stimme hören, aber ich machte mir nicht mehr die Mühe es zu verstecken. Mittlerweile könnte ich es eh nicht mehr und selbst wenn, Veni wusste es eh schon und er selbst hatte genauso Angst, daher musste ich mir nicht die Arbeit machen, es zu verstecken, um ihn zu beruhigen.
„ Wir sind nicht mal tausend Blöcke weit gekommen. Soll ich bei tausend, oder tausendzweihundert noch ein Auge werfen? Ich kenn mich damit nicht so aus und ich will echt keins verschwenden." Schwere Frage. Bei tausend wäre etwas genauer von der Richtung aber es wäre Verschwendung, wenn es kaputt geht und wir nur noch zwölf hatten und es in die selbe Richtung weiter ging. Er sollte einfach in der Mitte von beidem werfen.
„ Wirf bei einhundert. Ich hab da normal n besseres Gefühl für, aber dafür muss ich sehen können. Deine ungefähren Angaben bringen mir nichts und ich müsste wissen, wo der Spawn genau war, um dir das sagen zu können. Die werden es uns nicht so einfach gemacht haben, und den bei null null sein lassen. Das war vorgefertigt. Gemerkt hast du's dir nicht zufällig oder?"
Noch bevor er antwortete merkte ich schon an seiner Art, dass er es nicht getan hatte. Wenigstens hatte er im Dorf einen Blick drauf geworfen.
„ Nein hab ich leider nicht. Wir sind Stunden für dieses Dorf herumgeirrt. Der Spawn könnte überall sein." Es konnte ja nicht einmal glatt laufen. Veni führte mich schweigend weiter, doch mit einem gewissen Tempo, dass er langsam aber sicher anzog. Langsam wurde es wieder heller.
Die Sonne musste am aufgehen sein. Vielleicht das letzte mal für uns. Wenn sie unter ging, waren wir entweder lebendig oder tot. Wir mussten es einfach schaffen. Ich begann immer mehr zu sehen, hatte nun auch wieder die Augen offen. Trotzdem konzentriere ich mich weiterhin auf die Geräusche. Überall konnte ich immer noch Monster hören, aber es wurden weniger. Durch den Tagesanbruch konnten keine mehr spawnen und da die Chunks nicht geladen waren, wurden wir diese los.
„ Da vorne ist der Wald zu Ende. Warten wir die Phantome ab, oder werfen wir jetzt und laufen?"
„ Wirf und sammle ja das Auge ein, dann rennen wir, bis die Phantome verbrennen. Wir müssen jetzt ins Risiko gehen. Warn mich vor, bevor es hoch oder runter geht, versuch aber möglichst auf gerader Fläche zu bleiben." Das war mir einer meiner dümmsten Pläne, aber das mussten wir riskieren. So konnten wir uns wertvolle Zeit verschaffen. Und wer brauchte die den nicht.
„ Bist du dir sicher Basti? Ich hab Angst, dass das nach hinten los geht."
„ Vertrau mir.", versuchte ich ihn zu beruhigen. Dabei glaubte ich nicht mal mir selbst. Veni warf das zweite Enderauge hoch, so viel nahm ich wahr. Wo es lang flog konnte ich beim besten Willen nicht erkennen.
„ Es geht geradeaus nach Osten. Dann lauf.“
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