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Eisblau

von hello436
GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P18 / Gen
Eric Marcus Eaton OC (Own Character) Tobias "Four" Eaton Tori Uriah
15.01.2021
07.04.2021
19
49.491
5
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07.04.2021 2.447
 
„Wo warst du? Wir haben dich überall gesucht. Wir waren kurz davor Eric und Four zu holen.“, ratterte Edith los. „Keine Sorge, jetzt bin ich ja da. Ich möchte eh noch mit dir reden, dann erzähle ich es dir genauer.“, versprach ich ihr mit meinem Mund an ihren Haaren. Ich spürte ihr nicken.

Sanft schob sie mich ein Stück von sich, um mir in die Augen zu sehen. „Setz dich zu den Anderen, ich suche schnell nach Jacob und Finn. Sie wollten dich suchen.“, mit diesen Worten schon sie mich zu einer Sitzgelegenheit, auf der alle bis auf Jacob und Finn saßen. Auch ein paar der Gebürtigen waren da. Das Mädchen mit den weißblonden Haaren kannte ich bereits. Sie hieß Faith. Die anderen waren mir nicht bekannt.

Ich setzte mich neben Adea, welche gleich einen Arm um mich legte. „Alles gut? Wo warst du?“, fragte sie etwas gedämpft. „Ja alles gut, ich erzähls euch später.“, versprach ich auch ihr. Ehrlich gesagt, wollte ich jetzt nicht darüber sprechen. Ich musste die ganze Sache erst sacken lassen, bevor ich es meinen Vertrauten erzähle. Was würde ich ihnen überhaupt sagen? Würde ich ihnen sagen, dass unser oberster Anführer mich belästigt hatte und mich unser Trainer, der ebenfalls Anführer war, da raus geholt und anschließend getröstet hatte? Das ich die ganze Geschichte Edith erzählen musste war klar, da sie sowieso schon Verdacht schöpfte. Aber musste ich deshalb auch gleich allen anderen davon erzählen? Und dass obwohl ich selbst nicht die leiseste Ahnung hatte wieso ich so handelte oder was genau das zwischen Eric und mir war? Ich vertraute Adea, keine Frage, aber ich hatte Eric versprochen, niemanden von dieser „Verbindung“ zu erzählen. Dieses Versprechen hatte ich jetzt bereits einmal durch Tori gebrochen, und würde es ein weiteres Mal durch Edith tun. Ich hasste es Versprechen zu brechen, da sie auf Vertrauen beruhten. Jedes mal wenn ich es jemanden erzählte würde ich erneut Erics vertrauen missbrauchen. Vertraute er mir überhaupt? Ich denke er war es gewohnt die Macht über alles und jeden zu haben. Er drohte mit Gewalt, wenn man ihm nicht gehorchte. Würde er mich vielleicht sogar aus der Fraktion werfen, wenn er es erfahren würde?

Ich wurde aus meinen Gedanken gerissen, als sich Jacob und Finn in mein Sichtfeld schoben.

Etwa eine Stunde später hatte ich das Aufeinandertreffen mit Max soweit verdrängt, dass ich mittlerweile mit Edith, Faith und Adea auf der Tanzfläche war. Vielleicht hatten auch die paar Gläser Alkohol dazu geführt. Ich hatte zwar keine Ahnung was das genau war, doch es verdrängte meine Gedanken in den hintersten Teil meines Gehirns und bescherten mir somit eine Pause von dem vielen denken. Endlich fühlte ich mich ausgelassen.

Wir beschlossen uns wieder zu den anderen zu setzten. Einer der Gebürtigen schlug vor Wahrheit oder Pflicht zu spielen. Der Vorschlag wurde von der Gruppe als gut bewertet und so begannen wir. Eben dieser Initiant begann und fragte Adea, welche sich für Pflicht entschied. Der braunhaarige erteilte ihr die Aufgabe sich auf seinen Schoß zu setzten. Adeas Wangen färbten sich leicht rosa, doch sie tat es. Ein Blick zu Finn verriet mir, dass er davon mal so gar nicht begeistert war.

Als nächstes durfte Adea jemanden fragen, und so ging es noch über zwei Stunden weiter. Ich musste einmal einem der Gebürtigen einen Kuss auf die Wange geben und einmal von meinem ersten Kuss erzählen. Dabei erzählte ich jedoch von einem im Kindergarten und nicht von dem mit Eric. Auch wenn ich schon ordentlich Alkohol intus hatte, war ich froh, dass ich diese Info nicht so einfach raus posaunt hatte. Zwar wurde ich jetzt sicher als prüde abgestempelt, da ich keinen richtigen ersten Kuss verkündete, und sie jetzt sicher denken mussten, ich hatte keinen, doch das war mir in diesem Fall lieber.

Adea musste den Typen auf dessen Schoß sie saß küssen und auch ein paar Details über ihr Liebesleben lassen, was mich wiederum zum schmunzeln brachte, da Adea, auch wenn sie noch so taff wirkte, innerlich sehr weich war.

Der absolute Brüller war, als Jacob einem der anderen Partygäste, einem gut gebauten Ferox, sein Getränk über den Kopf schütten musste. Jacobs Glück war, dass der Ferox nicht mehr wirklich geradeaus laufen konnte, und dadurch Jacob so schnell er nur konnte davon lief. Zehn Minuten später kam er aus der Richtung des Notausganges in unserem Rücken wider zurück.

Aline, eine lilahaarige Initiantin, musste eine Runde Wodka ausgeben und musste von nun an für zwei Wochen Fire mit Mylady ansprechen. Alleine bei dem Gedanken daran musste ich lachen.

Finn musste mir seine Liebe gestehen, was er auf eine sehr lustige und ironische Art und Weiße machte, sodass sich alle vor Lachen kaum noch auf ihren sitzen halten konnten.

Edith musste einen der anderen Gäste antanzen und ihm um den Finger wickeln. Das erschreckende war, dass es ihr gelang, einen ca. 30 Jährigen an zu graben. Dies ging solange gut, bis dessen Freundin, die aus Richtung der Toiletten zurück kam, ihn an einem Ohr packte, ihn anschrie und schließlich mit den Worten, ´das gibt einen Monat keinen Sex´ aus dem Lokal zog.

Die anderen Mitspieler hatten es außerdem besonders auf Edith und Maison abgesehen. Anscheinend würden sie ein wunderbares Paar abgeben. Zumindest laut Kai, der neben Faith saß. Ich beschloss sie morgen unbedingt darauf anzusprechen.

Mittlerweile war zwei Uhr durch, und wir beschlossen, vernünftig wie wir waren, jetzt ins Bett zu gehen, da wir ja morgen unser Spezialtraining haben würden. Edith hatte wirklich etwas zu viel getrunken, weshalb sie jetzt, halb schlafend, auf meiner Schulter hing, und wie ein Klammeräffchen beide Arme um mich geschlungen hielt. Wir machten uns auf den Weg zu den Schlafsälen. An der Abzweigung wollte ich Edith auf Faith Schultern übergeben, doch die betrunkene Edith klammerte sich nur noch fester um meinen hals und begann wie ein kleines Kind zu jammern: „Neiiiinnnn, Livi ich will bei dir bleiben!“ Schließlich nahmen wir sie einfach mit. Außerdem war mit Edith in der kurzen Zeit so extrem ans Herz gewachsen, dass sie für mich wie eine Schwester war.

In unserem Schlafsaal angekommen, schaffte ich es gerade noch so aus meinem Kleid und den Schuhen zu steigen und in Erics Shirt zu schlüpfen, das von vorhin noch auf meinem Bett lag. Schnell und Hüpfend, da der Boden wirklich sehr kalt war, huschte ich ins Bad und wusch mir die Schminke aus dem Gesicht und putzte meine Zähne.

Als ich zurück in den Schlafsaal kam, schlief Edith bereits auf meinem Bett. Die anderen, Rico, Harry, Rose und Leo, waren noch nicht zurück. Ich zog Edith ihre High Heels aus und versuchte die Decke unter ihrem Körper möglichst sanft heraus zu bekommen. Schließlich legte ich mich neben sie, und sie schlang wie von selbst ihre Arme um mich.


Am nächsten Morgen wurde ich von meinem gefühlt noch lauterem Scheppern geweckt. Sofort fuhr ich aus dem Schlaf hoch und saß kerzengerade in meinem Bett. Meine Gedanken sammelten sich noch, als ich bemerkte wie sehr mein Kopf dröhnte. Und dann schallte auch schon Erics harte und unbarmherzige Stimme durch den Raum. „Wacht endlich auf, Initianten. Heute findet das Spezialtraining statt. Ich erwarte euch in zehn Minuten auf dem Dach.“ Also ich wurde definitiv lieber von seiner liebevollen stimme geweckt, als von seiner Anführer-Stimme. Jetzt wacht auch Edith neben mir auf. Sie zog sich schwerfellig an meiner Schulter nach oben. „Was machst du eigentlich hier?“, fragte Eric Edith mit seiner schneidenden Stimme, die locker eine Glühbirne zum zerschellen bringen würde. Da Edith noch nicht ganz wach war, antwortete sie Eric nicht. Schwerfellich rieb sie sich die Augen, und versuchte ihren Speichel wieder aus ihren Mund in ihren Rachen zu verweisen. Eric schien nicht gerne ignoriert zu werden, und schritt auf Edith zu. Ich war mittlerweile aus dem Bett gestiegen, um zumindest ein wenig näher an seiner Augenhöhe zu sein. „Wir waren gestern einfach zu müde, und dann hat sie eben hier übernachtet.“, antwortete ich an Edith stelle. Kurz musterte mich Eric. Da wurde mir bewusst, dass ich nur im T-Shirt vor ihm stand. In seinem T-Shirt! Doch sofort festigte sich seine Miene wieder, indem er spöttisch erwiderte: „Ach? Meinst du nicht, dass ihr einfach zu betrunken wart? Denkt nicht, ich würde euch heute wegen eurer ersten Feroxparty schonen. Im Gegenteil. Und für euch beide…“ er deutete auf mich und Edith „wird euer Regelbruch noch Konsequenzen haben, das schwöre ich euch. Mit diesen Worten wand er sich ab, und ich atmete erleichtert aus, als er die Metalltreppe am oberen Treppenabsatz verlassen hatte.

Ich versuchte mich schnell an zu ziehen, um Edith noch helfen zu können. Nebenbei rüttelte ich noch an Finns Schulter, um ihn zu wecken. Er hatte während Erics Gebrüll einfach weiter geschlafen. Adea, Paula und Jacob waren schon fertig, als ich versuchte Edith dazu zu bewegen, mir zumindest zu helfen, sie in einer meiner Sporthosen zu bekommen. Ich sagte ihnen, sie sollten schon mal vorgehen. Ich griff nach einer Flasche Wasser und ließ Edith trinken. Wir hatten noch zwei Minuten, und Edith sieht aus wie ein wandelndes Zombie. Ich holte ein nasses Handtuch, und führ ihr damit mit ordentlichem Druck und wahrscheinlich auch nicht wirklich sanft durch das Gesicht. Doch schien sie dadurch endlich wach zu werden.

So schnell wir konnten, sprinteten wir aufs Dach. Doch da war niemand. Mein Herz viel mir in die Hose. Doch schien es scheinbar bei Edith klick zu machen. Sie packte meine Hand und rannte auf eine schmale Trittleiter zu. Sie führte in eine etwas gehobene Ebene eines weiteren Daches. Oben angekommen, sahen wir die anderen Initianden, wie sie gerade auf dem Zug aufsprangen. Für den Bruchteil einer Sekunde sahen Edith und ich uns an, dann sprinteten wir los, dem Zug hinterher.

Das Dach würde in ein paar Metern aus sein. Der letzte Griff war neben mir. Edith hing an ihm, und zog sich gerade daran ins Innere des Zuges. Jetzt war ich an der Reihe. Das Ende des Daches nahte. Ich sprang ab. Würde ich es jetzt nicht schaffen, würde ich über siebzig Meter in die Tiefe stürzen. Ich fixierte den Haltegriff, und schloss die Augen.

Im letzten Moment erwischte ich den Griff. Ich hing jetzt am äußeren des brausenden Zuges. Edith lehnte an der Innenwand und streckte ihren Arm nach mir aus, um mich in das Innere zu ziehen. Doch durch die rasante Geschwindigkeit des Zuges erwischte ich ihre Hand nicht. Meine Beiden fanden keinen Tritt und hingen in der Luft. Ich hing nur noch mit den Armen an diesem Haltegriff. Innerlich verfluchte ich es, in den letzten Tagen so viel trainiert zu haben. Meine Muskeln waren davor schon absolut am Ende. Es war eine dumme Idee noch aufspringen zu wollen. Lieber wäre ich einfach stehen geblieben.

Würde es jetzt enden? Müsste ich jetzt los lassen? Wie lange würde ich mich wohl noch festhalten können?

All diese Fragen verpufften, als ich plötzlich eine stake Hand um meinen Oberarm spürte. Ich riss meine Augen wieder auf, von denen ich gar nicht bemerkt hatte, dass sie geschlossen waren. Keine Sekunde später prallte ich gegen eine stake Brust. Die Person taumelte ein paar Schritte ins Innere des Abteils, bevor sie zum stehen kam. Ich war wie erstarrt. Ich konnte mich keinen Zentimeter bewegen. „Bist du okay?“, raunte eine leise Stimme, nahe an meinem Ohr. Es war definitiv Erics. Jetzt erkannte ich auch seinen überaus männlichen und herben Duft. Kaum merklich nickte ich. Nur keinen wimpernschlag später drückte er mich von sich und begann zu schreien: „Was habt ihr euch nur dabei gedacht? Geht mit eurem Leben nicht so leichtsinnig um. Liv hätte es ohne meine Hilfe niemals in diesen Zug geschafft!“, er war wirklich sauer. Doch mich ärgerte ein überheblicher Ton, auch wenn ich wusste, dass er absolut recht hatte.

Ich sah zu Edith, welche leicht gasige Augen hatte. Ob es wegen der Situation oder dem Fahrtwind warm konnte ich nicht genau sagen. Ich brachte auch keinen Ton raus. Erics stechender Blick durchbohrte mich. In ihm lag so viel Wut und Hass, dass ich mich fühlte, als würde ich gleich zerreißen. Warum traf so etwas eigentlich immer mich?

„Das wird Konsequenzen mit sich ziehen! Ihr habt Glück, dass ich heute so gut drauf bin, und euch nicht beide hochkant aus dem fahrenden Zug werfe!“, drohte er weiter in einer Lautstärke, die für eine verkaterte Person wirklich nicht angenehm war. Aber Pha, er und gut drauf? Dass ich nicht lache. Er ist ja wohl der Inbegriff des falschen Fußes am Morgen. Doch immerhin schaffte ich es einmal in meinem Leben meine Klappe zu halten. Sei es von dem Schock oder meinem dröhnenden Kopf.

Edith und ich schauten beide zu Boden als Erics Schimpftirade erst richtig los ging. Er drohte jetzt schon mit unserer Strafe, und berichtetet über das enorme ausmaß derer. Alleine bei seinen Worten wurde mir schon schlecht. Ich war vollkommen fertig. Und ausgerechnet er musste uns jetzt so anbrüllen. Natürlich hatte er jegliches Recht dazu, dass sah ich ein, doch schmerzte es auch, wenn ich an gestern Nacht dachte, wo er mich noch getröstet hatte. Wieso war er nur so zwiegespalten? Manchmal total sanft und beinahe liebenswert, und manchmal so hasserfüllt, dass sich sogar die Ultra nervigen Moskitos freiwillig verziehen. Ich weiß mit ihm einfach nicht mehr weiter.

Als er fertig war, wand er sich ab, und Adea, Finn, Jacob und auch Paula trauten sich endlich wieder zu uns her. Der Rest der Fahrt verläuft schweigend. Nur Paula versucht einmal ein Gespräch an zu fangen, doch wird ihr Versuch von uns ignoriert, Heute ist für mich einfach ein Tag, der es wert ist vergessen zu werden. Und ich befürchte, dass schlimmste war noch gar nicht passiert.


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Hey ihr Lieben,

Bitte entschuldigt ein weiteres Mal die lange Pause. Ich habe momentan einfach eine Schreibblockade, die ich irgendwie erst überwinden muss. Ich kann mich einfach nicht mehr dazu aufraffen weiter zu schreiben. Ich wollte nie so werden, da es mich selbst manchmal bei Autoren genervt hat, wenn es einfach nicht mehr weiter gegangen ist, ich aber unbedingt wissen wollte, wie es weiter geht. Es tut mir wirklich wahnsinnig leid, und ich hoffe ihr verzeiht mir. Ich versuche mich zu bessern!

Ich hoffe ihr hattet alle trotz Corona schöne Ostern. Ich hab ein neues Buch bekommen, und mich damit zwei Tage in mein Zimmer verschanzt :)

Wie wird es wohl mit den Beiden weiter gehen? Welche Strafe wird sie wohl erwarten? Ich bin gespannt auf eure Meinung und würde euch auch mal gerne um Feedback bitten. Es ist sehr schwer zu wissen, was ihr wollt, oder in welche Richtung ihr es wollt, wenn ihr es mir nicht sagt.

Danke für bereits 18 Favoriteneinträge und 2,8k Aufrufe!!!!! Auch für eine weitere anonyme Empfehlung möchte ich herzlich danke sagen!!!!

Bleibt gesund
Eure Hello436
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