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Ein Märchen von Mut - Das magische Reich

GeschichteFamilie, Fantasy / P6 / Gen
15.01.2021
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Das magische Reich

Es war einmal vor langer langer Zeit, da lebte ein junges Königspaar in einem großem Schloss. Die Königin erwartete ein Kind und stickte mit Vorfreude das königliche Zeichen auf ein Leinentuch. Dabei schaukelte sie in ihrem Schaukelstuhl ganz leicht vor und zurück. Sie summte ein leises Lied vor sich her, bis der König zu ihr in die königlichen Gemächer trat. "Meine Königin.", sprach er, "Ich, der König, bin der Herrscher über dieses prächtige Reich. Unsere Untertanen haben uns gern und bereiten ein Fest für unser Kind vor. Es soll eine Feier zu ihrer Geburt werden." Die Königin schaute zu ihrem König und sprach: "Oh mein König, ich, eure Königin, freue mich schon sehnlichst auf dieses Fest unserer Untertanen."

Die Königin stand auf und legte die kleine Stickerei zur Seite. Sie ging auf ihren König zu und legte ihre Hände auf seine Wangen. "Mein Liebster.", fing die Königin an, "Unser Kind wird eines Tages deinen Tron beschreiten und neuer Herrscher über unser gemeinsam geschaffenes Reich." "Das stimmt und bis dahin werden wir und unsere Dienerschaft dieses Kind großziehen.", sagte der König.

Ein paar Monate später, kam das Kind der Königin und des Königs auf die Welt. Es war ein wunderschönes Mädchen, das Schönste in diesem Königreich. Das große Fest, dass die Bauern für die Königsfamilie vorbereitet hatten, fand im königlichen Garten hinter dem Schloss statt. Alle Menschen amüsierten sich und brachten dem Königspaar Geschenke für die kleine Prinzessin. Es kamen auch Könige aus anderen Ländern, die sich in der Nähe befanden. Jeder durfte die Prinzessin sehen und jeder mochte sie, sobald er sie ansah. Alle freuten sich sehr. Doch dann...

Der Himmel, welcher eben noch blau leuchtete und wo die Sonne noch ihre Wärme ausstrahlte, wurde plötzlich durch dunkle Wolken bedeckt. Blitze erhellten den Himmel und das Donnergrollen war lauter als Pauken und Trompeten. Es war ein Unwetter, das tobte. Und dann erschien eine ältere Frau. Sie trug schwarze Kleidung und hatte Hörner, wie ein Ungeheuer. Ihre Augen waren grün und sahen einen an, wie ein Raubtier. Ihre Haare glänzten schwarz, wie die finsterste Nacht. Sie war eine Zauberin. Die Zauberin schaute sich um, sah die Menschen dieses Königreiches an. Ihr Blick festigte sich bei dem Königspaar. Die Zauberin grinste und ging mit langsamen Schritten auf die Königin zu, welche ihr Kind in den Armen hielt. Die Zauberin sprach: "Ihr, die Königin, ihr habt das Unheil über uns gebracht! Ihr habt Schuld, dass mein Reich zerstört wird!" Der König stand von seinem königlichen Stuhl auf. "Wie könnt ihr es wagen in mein Reich einzudringen!? Wer seit ihr? Was sind das für Klagen an meine Königin, die ihr das sagt?", sagte der König erzörnt. "Wer ich bin? Wer ich bin!?", fragte die Zauberin und wurde wütend. "Ich bin die mächtigste Zauberin in diesem Land. Ich habe mein eigenes Reich, das neben eurem grenzt. Ihr müsst mich kennen, denn ich bin die Schwester eurer Königin!" Der König erschrack. Die Untertanen und Bauern waren erschrocken und schienen es nicht zu glauben. "Das Kind der Königin, das Kind meiner Schwester! Sie muss sterben bevor sie mich eines Tages vernichten wird!", schrie die Zauberin.

Sie war eine mächtige Zauberin des verwunschten Reiches. In dem verwunschenem Reich lebten Zauberwesen, wie Feen, Zwerge, Trolle, Meerjungfrauen und viele mehr.

"Und jetzt gebt mir dieses Kind!", forderte die Zauberin. "Niemals!", sagte der König. Einer der Bauern warf dem König ein Schwert zu. Der König fing das Schwert und richtete es auf die Zauberin. "Dir überlasse ich die Prinzessin nicht.", sprach er. "Ach nein? Ihr wollt kämpfen?" Die Zauberin lachte nach ihrem ausgesprochenen Satz und hob ihren Arm. Mit ihrem Zeigefinger zeigte sie auf den König. "So sei es." Und dann kam ein grüner Blitz aus ihrem Finger und traf den König.

Alle Menschen in dem Königsgarten bekamen Angst, als sie den König sahen, der zu Stein wurde. Sie schrien und rannten in der Menge durch den Garten und wollten fliehen, doch die Zauberin zeigtet nun auf das große Gartentor und ließ große und dicke Ranken wachsen, die den Weg versperrten. "Hier kommt ihr nicht mehr raus. Ich will die Prinzessin!", verlangte die Zauberin und blickte zum versteinerten König. Sie ging auf ihn zu und stieß die Steinstatur um. Der versteinerte König zerfiel in tausend Teile. Die Zauberin lachte. Die Menschen hatten Angst und die Königin sah zu der zerfallenen Statur. Die Königin musste ihr Kind in Sicherheit bringen, doch wie? Der Weg war versperrt durch Ranken und den Menschen, die in Angst versucht hindurch zu gelangen. Sie konnte nicht ins Schloss. Wohin?

Und dann rannte die Königin los und hielt ihr Kind fest im Arm. Die Königin rannte, rannte zum Rand des Gartens und blieb an einer kleinen Mauer stehen. Sie steigte auf die Mauer. "Mein Kind.", fing sie an, "Diese Zauberin, meine Schwester, wird dich niemals bekommen. Du wirst frei sein und ohne mich aufwachsen." Der Königin stiegen Tränen in die Augen und liefen dann ihre Wangen herunter. Die Tränen flielen auf das Gesicht des Kindes. "Hiermit und durch meine Tränen, übergebe ich dir meine magischen Kräfte. Auf das sie dich beschützen mögen und dich immerzu in Sicherheit bringen.", sagte die Königin leise und zitternt zu ihrem Kind und ließ es die Mauer zum Tal hinunterfallen, dabei rief die Königin: "Ihr Feen, ihr Feen, die mich einst schützten, schützt nun mein Kind und tragt es hinfort."

Das Kind fiel weiter die Mauer herunter ins Tal und weinte laut. Plötzlich jedoch wurde es gefangen. Das Kind öffnete die Augen und erblickte kleine Gesichter und Flügel. Es waren Feen, die das fallende Kind aufgefangen hatten und langsam weiterflogen. Die Feen brachten das Kind ins Tal und ließen es vorsichtig auf dem weichen Moosboden ab. Die Feen versammelten sich um das Kind und schauten es an. Sie waren interessiert, denn es war so anders als sie und sie waren anders, als das Kind. Da kam eine junge Frau auf das Kind und die Feen zu. Sie hatte das Ankommen der Feen mit dem Kind beobachtet. Die Feen blickten zu der jungen Frau und sie verstand. Die junge Frau nahm das Kind hoch in ihre Arme. "Du kleines Kind in Seide gewickelt.",sagte sie, "Ich werde für dich sorgen." Und so nahm sie das Kind mit in ihr Haus. Die Feen begleiteten die junge Frau und verzauberten das Haus. Sie errichteten einen Schutz, damit man das Kind nicht finden würde.

Die Jahre vergingen und die Junge Frau zog das Kind groß. Die Feen beschützten das Kind und halfen ihr. Die Zauberin konnte das Kind in den Jahren, wegen des Schutzzaubers der Feen nicht finden und so wartete sie im verwunschenen Reich.

Das Kind, bei der jungen Frau, wurde größer und wuchs heran zu einem wunderschönem Mädchen.

"Darf ich heute wieder raus und Blumen sammen?", fragte das Mädchen und öffnete die Tür. Doch da kam eine der Feen und drückte die Tür wieder zu. "Warum darf ich denn nur so selten und in Begleitung von euch Feen nach Draußen? So gefährlich ist es nicht und weit weg geh ich auch nicht, also bitte...bitte lasst mich nur ganz kurz raus.", flehte das Mädchen die Fee an. Doch die Fee schüttelte den Kopf. "Mein Liebes, du weiß, dass du zu deinem Schutz hier bleiben musst. Ich habe von den Zwergen, die mir Pilze aus dem verwunschenen Reich mitbringen erfahren, dass die Zauberin auf der Suche nach dir ist.", sagte die junge Frau und deckte den Tisch. Dann sprach sie weiter. "Die Feen beschützen dich schon seit du bei mir bist. Zuvor hast hinter der großen Mauer gelebt, die hoch oben auf dem Berg ist. Die Feen haben es mir erzählt. Dort war wohl etwas schreckliches passiert und die Feen haben dich gerettet." Das Mädchen sah zu der jungen Frau, die in den Jahren eine Ersatzmutter war und sie großgezogen hatte. "Das weiß ich doch schon lange." Das Mädchen ärgerte sich. Sie wollte gerne nach Draußen. Sie durfte nicht immer raus und wenn sie es durfte, dann nur in Begleitung der Feen, die sie schützten vor den Augen der Zauberin.

Die Zauberin hatte nämlich eine Zauberkugel, mit der sie in die verschiedenen Königreiche im Land schauen konnte. Sie befehligte eine Armee aus vielen Kobolden, die in allen Königreichen im Land nach dem Mädchen suchten, doch nicht fanden. Der Schutzzauber der Feen war wahrlich eine Hilfe das Mädchen zu verstecken und unauffindbar zu machen.
Das Mädchen lag in ihrem Bett und fand keinen Schlaf. Sie wollte raus und wissen und sehen woher sie wirklich kam. Was ist wohl auf dem Berg hinter der Mauer? Man konnte es aus dem Tal nicht erkennen. Der Berg war zu hoch und die Mauer verbarg alles was sich hinter ihr befand. Das Mädchen stand auf und sah aus dem Fenster. Der Vollmond leuchtete hell, so hell, dass man draußen die Bäume und Wiesen erkennen konnte. Es war ein Vollmond, der magisch schien und den Wesen der Nacht ungeahnte Kräfte verliehen würde. Das Mädchen sah zum Mond und berührte das unsichtbare Glas des Fensters. Und dann verschwand das Glas und bot einen Durchgang ins Freie. Das Mädchen sah weiterhin zum Mond und stieg durch das Fenster nach draußen. Als sie nun endlich den weichen Boden mit ihren Füßen berührte und einen festen Stand hatte, verglaste sich das Fenster wieder. Das Mädchen blinzelte und drehte sich um. Sie wunderte sich warum sie draußen stand. Wieder sah sie zum Mond. "Du warst das, oder?", fragte sie in den Himmel, "Du hast mir geholfen, ich danke dir." Und so verließ das Mädchen den Schutzkreis der Feen, um den Berg hinauf zu gehen um zu sehen was sich hinter der Mauer verbarg.

Es war kein langer Weg zum Fuße des Berges. Als das Mädchen ankam, sah sie nach oben. Sie erkannte, dass der Berg zu steil zum klettern war und beschloss einen anderen Weg nach oben zu finden. So ging sie weiter und weiter und bemerke dabei die gelb- leuchtenden Augen eines Koboldes nicht, der sich in der Nähe ihres Hauses im Gebüsch aufhielt. Der grüne und bucklige Kobold sah das Mädchen und erkannte sie sofort. Der lachte leise und humpelte mit Freude in das Reich der Zauberin, um ihr von seinem Fund zu berichten.

Im Schloss der Zauberin angekommen und nachdem er ihr alles erzählt hatte, sagte sie wütend und mit lauter Stimme: "DU hast dieses Mädchen gefunden und wagst es nach all den Jahren, nach dieser langen Zeit ohne jeder Spur von ihr, sie nicht gefangen zu nehmen und sie zu mir zu bringen?!" Der Kobold zitterte. "Du Nichtsnutz! Nimm dir deine Freunde mit und fangt sie ein. Ich will sie eigenhändig vernichten.", sprach sie weiter und schickte den Kobold fort. Er und viele andere gingen los, um das Mädchen gefangen zu nehmen.

Das Mädchen ging im Schutz des Mondes einen Weg aus Steinen entlang. Sie sah sich die großgewachsenen Bäume an und hörte die verschiedensten Tiergeräusche. Sie hörte eine Eule, hörte das Rascheln von Mäusen, die in dem gefallenem Laub herumliefen. Das Mädchen erschrack sich ein paar mal, hatte sie doch sowas nicht erwartet. Langsam ging die Sonne zu ihrer rechten Seite auf. Sie ging also Richtung Norden, denn die Sonne geht immer im Osten auf und im Westen unter. Das Mädchen wusste, die Frau würde jeden Moment erwachen und nach ihr sehen, nur würde sie ein leeres Bett vorfinden und sich Sorgen machen. Das Mädchen blieb stehen, hatte Angst, dass die Frau, die sie aufzog sich auf die Suche nach ihr machen würde. Sie wollte sich nicht ausmalen, was vielleicht alles geschehen könnte. Dennoch ging sie weiter.

Am Mittag setzte sich das Mädchen auf eine Wiese nahe des Weges. Sie war erschöpft und hatte Hunger. Dann hörte sie ein Rascheln in einem Gebüsch. Sie sah ungläubig zum Busch und wartete. Ein kleines Wesen rannte heraus, gefolgt von einem Eichhörnchen. "Hilfe!", rief das Wesen, "Es will mich fressen!" Das Mädchen reagierte sofort und legte ihre Hände, wie eine Kuppel über das kleine Wesen. Das Eichhörnchen blieb stehen und schnupperte an ihren Händen. Dann rannte es weg. Sie schaute ihm hinterher und wie es einen Baum hinauf kletterte. Dann nahm sie ihre Hände von dem Wesen. "Puh...Danke für deine Hilfe. Ich konnte schon fast nicht mehr.", erklang die erschöpfte und luftholende Stimme des Wesens. "Gerne, aber was bist du, wenn ich fragen darf? Du bist klein, wie die Feen in meinem Haus, doch du hast keine Flügel, wie sie." "Das ist ganz einfach.", fing er an, "Ich bin ein Elf." "Ein Elf? Ich habe schon von solchen magischen Wesen gehört, aber noch nie einen gesehen." "Tja, jetzt hast du einen vor dir.", lachte der kleine Elf, der nicht größer als eine Hand war. "Möchtest du mir kommen? Ich möchte zur Spitze des Berges." Der Elf willigte ein und kletterte auf die Schulter des Mädchens. Der Elf weißte ihr den Weg und zusammen gingen sie den Weg hinauf zum Berg. Unterwegs fanden sie Äpfel und andere Früchte, die sie aßen, um zu Kräften zu kommen.

Die Beiden kamen dem Ende es Berges näher und erkannten ein altes Schloss. Das Mädchen war verblüfft. Zusammen gingen sie durch ein Steintor und erkundeten den Schlosshof. Türen und Tore, um in das Innere des Schlosses zu gelangen, waren verschlossen und rostig. Der Elf erblickte ein großes Tor, welches mit dicken Ranken verwuchert war. Sie gingen darauf zu und erkennten versteinterte Hände, die aus kleinen Lücken hervorragten. Der Elf erkannte, welch mächtiger Zauber dies war. Er streckte seine Arme vor und grün- glitzernder Staub schwebte zu den Ranken. Diese wurden kleiner und verschwanden dann im Erdboden. Die beiden traten langsam durch das Tor und erschracken sich. Vor ihnen standen unzählige Steinstaturen. Sie hatten einen schreienden und ängstlichen Gesichtsausdruck. Vorsichtig gingen sie weiter. Was war hier passiert? Sie gingen weiter durch den alten Garten des Schlossen. Dann sahen sie eine kleine Mauer. Die Beiden gingen hin und erschracken erneut. Die Statur einer Frau stand an der Mauer. Sie wirkte, als würde sie an der Mauer herunter blicken. Das Mädchen ging näher an die Mauer und sah nach unten. Sie erkannte das Tal und ein kleines Haus. Es war das Haus, in dem sie aufgewachsen war. Der Elf sah zu der Statur. "Sie scheinen alle schon sehr lange hier zu stehen. Ich spüre, dass sie verzaubert wurden. Es waren mal echte Menschen, die hier gelebt haben. Ich habe schon von anderen magischen Wesen von einer Legende, die dieses Schloss beherrbergt gehört, aber ich hätte nicht gedacht, dass sie wahr sein würde.", sagte der Elf. "Was besagt denn diese Legende?", fragte das Mädchen und der Elf erzählte: "Die Legende besagt, dass einst ein freundliches Königspaar hier mit ihrem Kind lebte und zur Feier der Geburt ein Fest organisieren ließe. Doch dann kam die Zauberin und verwandelte alle zu Stein. Die Königin ging zur Mauer des Garten und ließ ihr Kind in das Tal fallen. Doch bevor sie es fallen ließ, gab sie dem Kind ihre magischen Kräfte. Dieses Kind würde einst die Zauberin bekämpfen und alle, die zu Stein wurden, wieder in Menschen verwandeln." Das Mädchen schaute traurig und ging durch den Garten und fand Steinteile. Es waren die des gefallenen Königs. Der Elf ging zu ihr und streichelte über ihre Hand. "Keine Macht der Welt kann Leben wieder zurückbringen. Es tut mir leid."

Plötzlich wurde den Beiden schwindlig und sie fielen auf den Boden. Es waren die Kobolde, die das Mädchen gefunden hatten. Sie hatten einen Beutel mit Schlafpulver und pusteten es zu dem Mädchen und dem Elf. Beide schliefen ein und die Kobolde nahmen beide mit zum Schloss der Zauberin.

Im Schloss der Zauberin erwachte das Mädchen. Sie war in einem großen Raum. Sie sah sich um. Alles war grünlich oder schwarz. An den Wänden loderten grüne Flammen und erhellten den Raum. Vor ihr waren Treppenstufen. Sie schaute rauf und erblickte den dunklen Tron und eine Person, die darauf saß. Es war die Zauberin. "Du bist wach.", sagte sie und sah zu dem Mädchen herunter. "Ich denke du kennst mich." "Ja.", sprach das Mädchen, "Man hat mir von dir erzählt und mich gewarnt. Was willst du von mir?" Die Zauberin stand auf und ging langsam die Stufen herrunter. "Ich, mein Kind, will dich vernichten, doch vorher will ich deine magischen Kräfte, die meine Schwester dir überlassen hat." "Welche Kräfte? Wovon redest du?" Die Zauberin kam näher. "Ich rede von der Königin. Du hast sie doch gesehen, oben im Garten des zerfallenen Schlosses! Sie ist deine Mutter und meine Schwester." Dem Mädchen stockte der Atem. Die versteinerte Frau war ihre Mutter und das Schloss ihr eigendliches Zuhause? Da kam sie also her. Ihre Mutter, die Königin, hatte sie bei der Mauer fallen lassen, um sie vor der Zauberin zu retten. Dem Mädchen stiegen die Tränen auf und liefen über ihre Wangen. Ist das wirklich wahr? Sie hatte ihre wahre Familie gefunden und hatte mit ihnen keine Zukunft? "Du dummes Ding. Du wirst jetzt deine Kräfte entfachen und sie mir geben." Das Mädchen stand auf. "Niemals! Wenn ich magische Kräfte in mir habe, dann würde ich sie nutzen, um dich zu vernichten! Du hast..." Die Stimme des Mädchen wurde leiser, doch dann schrie sie: "Du hast meine Familie und meine eigendliche Zukunft zerstört! Ich werde dich dafür bestrafen und mir meine Familie zurück ins Leben holen!" Und mit diesem Satz, die mit Trauer und Liebe ausgesprochen wurde, leuchtete der Körper des Mädchens. Ihre Kräfte haben sich mit ihrem Körper vereint und nun konnte sie diese Kraft auch einsetzen. Das Mädchen wusste nicht, was gerade geschah und richtete ihre Hände auf den Körper der Zauberin, die vor ihr stand. Wellenartige Lichter waren zu sehen und die Zauberin verlor ihr Gleichgewicht und fiel auf die Stufen. Erstaunt sah sie das Mädchen an. "Was hast du getan?" Sie konnte sich nicht bewegen und wieder richtete das Mädchen ihre Hände auf die Zauberin. "Ich bin nicht wie du, die alles zerstören will. Ich werde dich gerecht bestrafen!" Die Zauberin lachte. "Was willst du mir denn antun? Du kannst garnichts." "Denkst du das wirklich?" und damit hellten die Hände des Mädchens auf und dunkle Wolken schwebten aus dem Körper der Zauberin in die Arme des Mädchens. Die Zauberin schrie, denn das Mädchen entzog der Zauberin ihre magischen Kräfte. Als all die dunkle Magie aus der Zauberin entflogen war, ging das Mädchen aus dem Schloss. Den Elf fand sie in einem Glas und ließ ihn wieder frei. Zusammen verließen sie diesen dunklen Ort. Die Kobolde sahen das Mädchen an, bis sie zu ihnen sagte: "Die Zauberin hat keine Macht mehr über euch. Ihr seid frei und könnt gehen wohin ihr auch wollt." Die Kobolde sahen dem Mädchen noch lange hinterher, bis sie sie nicht mehr erkannten und jubelten und sprangen vor Freude in die Luft. Sie freuten sich über ihre Freiheit.

Das Mädchen und der Elf gingen entkräftet zum alten Schloss zurück. Das Mädchen ging wieder in den Garten des Schlosses und sah traurig zum Boden. "Wie kann ich sie nur alle zurück verwandeln? Das im Schloss der Zauberin..das..ich weiß nicht, was ich getan habe und wie ich das getan habe." Sie fing an zu weinen. Der Elf ging zu ihr. "Keine Sorge. Vielleicht kann ich dir helfen." Der Elf kletterte auf die Schulter des Mädchens und legte seine kleinen Hände an ihre Stirn. Das Mädchen schloss ihre Augen und hob ihre Arme. Ihre Hände leuchteten auf und blaue Schleier umschlungen die Steinfiguren und das gesamte Schloss. Die Staturen verwandelten sich zurück in Menschen, die sich verblüft umsahen. Das verwucherte Schloss bekam wieder Farbe und Glanz, wie es einst in voller Pracht über das Königreich strahlte. Die Menschen sahen sich einander an und dann zu dem Mädchen. Diese ließ ihre Arme wieder nieder und öffnete ihre Augen. Sie sah die geretteten Menschen und jubelte mit dem Elf. Die Menschen erkannten das Mädchen als die kleine und für sie erst geborene Prinzessin. Alle freuten sich. Dann kam die Königin und sah in die Menge der Menschen. Sie sah das Mädchen und fing an zu weinen. "Du bist es, nicht wahr? Du bist meine Tochter, meine kleine Prinzessin." Das Mädchen nickte kurz und umarmte ihre Mutter. Lange hatte sie auf diesem Moment gewartet.

Alle waren nun wieder frei, nur die zerstörte Statur des Königs konnte sie nicht retten. Die Königin ging mit dem Mädchen, der Prinzessin, in das Schloss. Alles war sehr prachtvoll und in goldenen Farben, wie es vor vieles Jahren auch aussah. Das Mädchen bekam ein königliches Zimmer und prächtige Kleider. Endlich hatte sie ihre richtige Familie gefunden und wusste, woher sie kam. Zur Feier, dass alle gerettet wurden und die Zauberin keine Kräfte mehr besaß, beschloss das Mädchen die Frau, die sie aufzog und die Feen, die sie bis zu jenem Tag schützten, in das Schloss einzuladen.

Und so kam es. Es wurde ein großes Fest gefeiert und alle waren froh die Zauberin nie wieder zu sehen. Doch das Mädchen war dennoch traurig, denn sie konnte ihren Vater, den König nicht retten. Ein Bauer stand auf und zeigte auf einen der Bäume im Garten. Da stand jemand. Es war der König. Er lebte. Die Königin rannte zu ihm und umarmte ihn. Das Mädchen ging zu ihnen und sah den König an. Sie lächelte und der König nahm sie in seine Arme. Die zerrissene Familie war nun endlich wieder vereint. Die Menschen jubelten. Auch die Kobolde und Feen waren da und jubelten mit.

Zusammen regierte diese Familie über ihr Königreich und das der ehemaligen Zauberin. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute und herrschen über das magische Reich.

Ende
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