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Waffenbrüder Staffel 2 - 12. Friends with Benefits (P&A)

GeschichteFreundschaft, Schmerz/Trost / P18 / MaleSlash
Aramis Athos D'Artagnan Porthos
15.01.2021
02.04.2021
13
46.292
5
Alle Kapitel
56 Reviews
Dieses Kapitel
4 Reviews
 
 
15.01.2021 1.813
 
Hallo, meine lieben Leser!

Herzlich Willkommen zu einer neuen Geschichte aus der Reihe „Waffenbrüder“!

Ich hoffe, Ihr hattet trotz aller äußerer Widrigkeiten ein schönes Weihnachten und seid gut in 2021 gelandet!

Die Geschichte, die heute beginnt, ist in mehrerlei Hinsicht etwas Besonderes.

Zunächst ihr Ursprung: Ihr verdankt sie dem Review meiner lieben, langjährigen Reviewerin und Musketierin Brigitte zur Waffenbrüdergeschichte Nr. 7 „Klopfen an der Tür“. Sie schrieb am 3.7.2020 ganz klar: „Ich wüsste gerne, wie die beiden zu „Freunden mit Vorzügen“ wurden.“ Ich hatte dazu bereits eine relativ klare Vorstellung – aber nur in meinem Kopf. Doch der Gedanke, es aufzuschreiben, ließ mich nicht mehr los. Also begann ich... Und als dann am 9.7. Laila in ihrem lieben Review zur selben Story gestand, dass sie das Pairing Porthos/Aramis ganz besonders liebt, war klar, dass ich gar nicht anders konnte, als weiterzumachen.

So widme ich also diese Geschichte den beiden: Brigitte und Laila. Ich hoffe, dass sie Euch und allen anderen Lesern viel Vergnügen, Spannung und Herzklopfen bereitet.

Eine weitere Besonderheit ist die Länge. Hatte ich ursprünglich gedacht, meine Idee in ein oder zwei Kapiteln unterzubringen, ließ mich die Story überhaupt nicht mehr los. Nun ist sie die bisher längste Waffenbrüder-Geschichte (Prolog + 11 Kapitel; ca. 36.000 Worte) ... Sie wird uns also bis Ostern beschäftigen!

Und zum dritten ist der Zeitpunkt der Haupthandlung ungewöhnlich: Die Rahmenhandlung spielt in Folge 2x01, doch die Ereignisse sind für die eigentliche Geschichte eher nebensächlich, so dass ich sie eigentlich nur streife. Die eigentliche Geschichte dagegen spielt... Nun, Ihr werdet sehen :-)!

 

Bedient Euch nun gerne an Brezeln, Chips und Erdnüssen zu Bier, Wein oder Saftschorlen und taucht zum ersten Mal für 2021 wieder in die Welt der Musketiere ein...

Eure Ann

 

P&A: Friends with Benefits

begonnen 08.07.2020, inspiriert durch Brigitte/FF.de


- Prolog -


Richelieus Tod lag nun schon über drei Monate zurück, und der Alltag war längst wieder in Paris eingekehrt - auch ohne einen amtierenden ersten Staatsminister. Die Musketiere vermissten ihn nicht.

An einem ungewöhnlich kalten Märztag rief Tréville die vier Unzertrennlichen zu sich.

„Ich habe einen speziellen Auftrag für euch“, erklärte er, mit den Fäusten auf seinen Schreibtisch gestützt, und sah seine Männer, die vor ihm aufgereiht in seiner Amtsstube standen, nacheinander voller Ernst an. „Eine heikle und gefährliche Mission“, ergänzte er, erntete damit aber nichts als ein funkelndes Grinsen von Porthos und zwei erwartungsvolle Blicke von d’Artagnan und Aramis, während Athos ungerührt wie immer still da stand. Natürlich – wann waren Sonderaufträge, die er diesen Vier erteilte, nicht heikel und gefährlich? Tréville seufzte, setzte sich und erklärte weiter: „Ihr reitet nach Rivière, einem kleinen Ort südwestlich von Arras. Dort trefft ihr morgen Mittag um Punkt zwölf Uhr im Dorfkrug einen Mann. Bringt ihn ohne Aufsehen schnellstmöglich sicher nach Paris. Sein Name...“ Er schwieg kurz, ergänzte dann offenbar widerwillig: „... ist nicht von Belang – er wird sich Euch zu erkennen geben.“

„Erfahren wir wenigstens, was an der Mission so heikel ist?“, fragte Athos, und Tréville dachte kurz nach, bevor er nickte. „Besagter Mann ist ein Franzose, entflohen aus mehrjähriger Gefangenschaft in den spanischen Niederlanden. Er besitzt weitreichende Kenntnisse über Pläne und Taktiken der Spanier.“ Mehr erklärte Tréville nicht, und mehr musste er auch nicht sagen – die Bedeutung und die Gefahr des Auftrags war allen vieren sofort klar.

„Wir reiten am besten gleich los“, schlug Athos vor. „Mit einer Übernachtung sollten wir morgen rechtzeitig dort sein.“

Der Hauptmann nickte zustimmend. Doch gerade, als die vier wegtreten wollten, räusperte sich Tréville und bekannte dann mit ungewohnt unbehaglichem Unterton: „Da gibt es noch etwas, das ihr wissen solltet.“ Sofort hatte er die volle Aufmerksamkeit seiner Männer, und so fuhr er fort: „Der König hat mir heute Morgen einen Posten in seinem Rat angeboten - mit der Aussicht, sein neuer erster Minister zu werden...“ Er sah die gebannten Mienen der Vier und gestand: „Ich habe abgelehnt.“ Ohne, dass er es je offen zugegeben hätte rührte es ihn, dass in den Gesichtern vor ihm vor allem Erleichterung stand. Nur Athos zögerte, und so bat er seinen inoffiziellen Stellvertreter: „Was denkt Ihr, Athos? Sprecht frei heraus!“

„Nun, verzeiht, Hauptmann, aber – war das klug?“, merkte Athos daraufhin ruhig an und erntete eine Mischung aus verwunderten und empörten Blicken von seinen Freunden. Doch bevor sie etwas sagen konnten, seufzte Tréville resigniert und räumte ein: „Ich fürchte, da könnte etwas dran sein. Offenbar hat meine Weigerung den König tief gekränkt. Etwas, das ich nicht geahnt hatte...“

Die Vier sahen einander an, und es war wieder Athos, der für sie alle sprach: „Nun, wir werden Euren guten Ruf beim König wieder herstellen, indem wir ihm die Loyalität und Fähigkeit Eurer Musketiere beweisen, Hauptmann.“

Damit entlockte er Tréville tatsächlich ein feines Lächeln. Er nickte zum Dank und erklärte dann ein wenig schroff, um seine Bewegtheit zu verbergen: „Nun, dann los mit euch! Bringt mir diesen Flüchtling.“

     

Der Himmel war düster, als sie die Stadt verließen, fest in ihre dunkelblauen Wintermäntel gehüllt. Athos mit d’Artagnan an seiner Seite vorweg, gefolgt von Porthos und Aramis ritten sie in flottem Trab, den ihre kräftigen, ausgeruhten Tiere viele Meilen weit durchhalten konnten, so dass sie zügig vorankamen.

Da sie Ortschaften mieden, um keine unnötige Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, rasteten sie gegen Mittag am Rande eines kleinen Birkenwäldchens. Die Pferde tränkten sie an einem Bachlauf und ließen sie anschließend grasen, während sie im Stehen Brot und etwas Käse zu sich nahmen.

Porthos’ Blick ging dabei immer wieder zu den dunkel dräuenden Wolken empor, die sich von Stunde zu Stunde mächtiger aufzutürmen schienen und inzwischen am Horizont eine eigentümliche Färbung aufwiesen.

D’Artagnan tat es ihm gleich und erklärte schließlich fachmännisch: „Das sieht nach Schnee aus.“

Fast sofort verdüsterte sich Porthos’ Miene und er sah hastig zu Aramis hinüber, der jedoch den Blick seines Freundes mied und ungewohnt stumm auf seinem Brot kauend zu Boden starrte. Verwundert sah d’Artagnan von den beiden Freunden zu seinem Gefährten, doch Athos nahm gerade einen Schluck aus seiner Wasserflasche, verschloss sie anschließend sorgfältig und erklärte dann in seiner gewohnt gelassenen Art: „Dann sollten wir zügig weiterreiten und zusehen, dass wir vor dem Abend irgendwo in einem Gasthaus unterkommen.“

Nun flog Aramis’ Kopf hoch, und zu d’Artagnans Verwunderung schien er regelrecht wütend, als er erklärte: „Du weißt, dass wir nicht in ein Gasthaus gehen können – vier Musketiere erregen viel zu großes Aufsehen!“

„Keiner von uns möchte im Schnee übernachten, `Mis“, erwiderte Porthos in versöhnlichem Tonfall, so dass Aramis sich ihm zuwendete und mit einem seltsam bitteren Unterton erklärte: „Natürlich – Musketiere haben Angst vor ein wenig Schnee...!“

Porthos atmete tief durch, sichtlich bemüht, ruhig zu bleiben. Und obwohl er nicht im Geringsten verstand, worum es hier gerade ging, mischte d’Artagnan sich behutsam ein: „Ich habe bestimmt keine Angst vor Schnee – aber ich habe auch keine Lust, die Nacht in der Kälte zu verbringen. Vielleicht finden wir eine abgelegene Scheune oder einen Heuschober, um dort zu übernachten.“

Einen Augenblick lang herrschte bedrückende Stille, doch dann entspannte sich Aramis, lächelte den Jüngsten reumütig an und erklärte: „Entschuldige – ich wollte euch nicht beleidigen. Und das ist auf jeden Fall eine gute Idee.“

Sichtlich erleichtert nickte Porthos, und Athos entschied: „In Ordnung – so machen wir es.“

Als sie zu ihren Pferden gingen, um aufzusteigen, legte er im Vorbeigehen seine Hand auf d’Artagnans Schulter und raunte: „Gut gemacht, mon Coeur!“

D’Artagnan wusste immer noch nicht, wo das Problem eigentlich gelegen hatte, doch die vorherige unterschwellige Spannung war verschwunden, und so nickte er nur lächelnd, bevor er La Belles Zügel ergriff und sich in den Sattel schwang.

 

Am späten Nachmittag öffneten die Wolken ihre Schleusen, und es begann zu schneien. Zunächst noch sacht, fielen die dicken Flocken bald in dichten Schwaden vom Himmel und behinderten ihre Sicht. Trotzdem ritten sie noch eine knappe Stunde lang schweigend weiter, bis Athos am Rand eines einsam da liegenden Feldes anhielt und auf die Silhouette eines Gebäudes wies, das am gegenüberliegenden Waldrand im Schutz einiger hoher Bäume da stand.

„Ein Heuschober“, erklärte er.

„Und er scheint groß genug, dass wir auch die Pferde darin unterstellen können“, ergänzte d’Artagnan zufrieden. Da sie in dem Gebäude natürlich kein Feuer machen konnten, würde die Anwesenheit der großen Tiere etwas Wärme spenden.

Die Dämmerung brach schnell herein, und im letzten Licht des Tages richteten sie sich in dem soliden Holzgebäude ein.

Heu für ein bequemes Lager war genügend vorhanden, die Pferde standen abgesattelt und zufrieden den mitgebrachten Hafer malmend in der Nähe, und die Musketiere gönnten sich im Licht einer kleinen Laterne ein einfaches Abendmahl.

Nachdem sie die Essensreste wieder in den Satteltaschen verpackt und es sich gegen die Kälte nahe beieinander bequem gemacht hatten, um die Weinflasche für einen letzten Trunk kreisen zu lassen, fragte d’Artagnan mit einem Mal: „Was war das heute Nachmittag?“

Die anderen drei schienen einen Augenblick zu erstarren und sahen einander fragend an, als wollten sie in stummer Absprache entscheiden, was sie darauf antworten sollten.

Schließlich war es Aramis, der leise seufzte und mit einem schiefen Lächeln erklärte: „Nun, hatten wir ihm nicht irgendwann einmal versprochen, ihm von den Anfängen zu erzählen?“

Porthos sah ihn eindringlich an, als wolle er die tiefere Bedeutung seiner Worte ergründen und fragte behutsam: „Du meinst, er soll alles wissen?“

Aramis’ Lächeln wurde weich, voller Wärme, als er nickte und leise erwiderte: „Ja, das sollte er. Er ist unser Bruder, nicht wahr? Ich vertraue ihm.“

Endlich lächelte auch Porthos, sah zu d’Artagnan hinüber, der den Wortwechsel schweigend, aber mit höchster Aufmerksamkeit gefolgt war und fragte: „Möchtest du wissen, wie das mit uns angefangen hat?“

D’Artagnans Blick ging von Porthos über Athos bis zu Aramis, der mit ernster Miene hinzufügte: „Es ist nicht immer eine schöne Geschichte... Aber du solltest es wissen.“

Langsam nickte d’Artagnan und erwiderte ebenso ernsthaft: „Es ist mir eine Ehre, dass ihr eure Vergangenheit mit mir teilen wollt!“

Athos legte den Arm um seinen jungen Gefährten, zog ihn an sich und erklärte: „Es ist die Geschichte deiner neuen Familie, deiner Brüder. Aber vor allem ist es Porthos’ und Aramis’ Geschichte. Deshalb sollte einer von ihnen sie erzählen.“

Die zwei Angesprochenen wechselten einen kurzen Blick, und als Aramis mit einem kleinen Lächeln nickte, rückte Porthos näher an seinen Freund, so dass sie Schulter an Schulter da saßen, räusperte sich und begann...

tbc...

 

Da dieser Prolog vergleichsweise kurz ist habe ich mich entschlossen, Porthos bereits am Sonntag mit seiner Erzählung beginnen zu lassen. Danach geht es wie gewohnt immer freitags weiter.

Diejenigen, die die Waffenbrüder schon länger verfolgen: Wisst Ihr noch, wann und in welchem Zusammenhang die drei Älteren d’Artagnan versprochen hatten, ihm von den Anfängen zu erzählen?

Wie immer freue ich mich sehr, wenn Ihr mich an Euren Gedanken und Gefühlen beim Lesen teilhaben lasst.

Ansonsten wünsche ich ein schönes Wochenende, und wenn Ihr wollt, lesen wir uns am Sonntag wieder.

LG

Ann
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