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Eisgrau & Eisblau

GeschichteRomance / P16
Bepo OC (Own Character) Penguin Shachi Trafalgar Law
13.01.2021
19.01.2021
7
8.555
3
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13.01.2021 1.372
 
Orangerote Wellen wehten in mein Gesicht. Es war eine erste kalte Briese, die übers Schiff bis zu mir wehte. Ich atmete sanft lächelnd aus und klemmte den Pinsel zwischen meine Lippen, während ich das Haarband von meinem Handgelenk löste und mit ihm dann einen unordentlichen, schnellen Dutt formte. Ich wollte noch die letzten babypinken Wolken einfangen, bevor die Sonne ganz untergegangen war.
Wieder mit meinem Pinsel in der Hand, tunkte ich die Spitze in die glänzende Farbe und tupfte sie auf die hölzerne Wand des Schiffes.
Ein Soldat lief an mir hastig vorbei, blieb aber kurz stehen und sah mein Bild, oder vielleicht auch eher die Wand, unzufrieden an. Er schien anzusetzen, wollte was sagen, aber beließ es dann doch und ging einfach schnell weiter. Ich unterdrückte ein amüsiertes Schmunzeln und malte unbeirrt, lächelnd weiter.  
So malte ich noch eine Weile weiter, bis der Himmel sich von einem warmen Lila ins Schwarze färbte, doch noch bevor ich meinen Pinsel an einem Tuch reinigen konnte, bemerkte ich Bewegung auf dem Schiff. Klare Befehle wurden durch die Gegend gerufen. Eilig liefen mehr Männer übers Deck. Ich kannte inzwischen diesen geübten Tanz der Soldaten, wie sie organisiert und konzentriert zu ihren Positionen eilten.
Ein Mann, etwa einen Kopf höher als ich, in einer, meiner Meinung nach, zu kleinen Uniform, kam direkt auf mich zu gesteuert.
„Sie müssen sich jetzt sofort nach unten begeben.“
Ich schüttelte aber nur sanft meinen Kopf und reinigte erst seelenruhig meinen Pinsel.
Der Soldat sah mir ungeduldig und vielleicht auch etwas hilflos zu. Ich, und auch er, wussten wie viel ich mir erlauben konnte und auch das ich es möglicherweise genoss ihn ein klein wenig zur Weißglut zu bringen.
Schließlich packte ich meinen Pinsel zu den übrigen, rollte die Pinselmappe zusammen und legte diese in meine Tasche, gefolgt von den paar Tuben, die ich auf einem kleinen Beistelltisch verteilt hatte. Ich schob noch die schmale hölzerne Kiste, die ich als Palette nutzte hinterher und folgte schließlich dem ungeduldigen Braunhaar.
„Werden wir angegriffen?“, erkundigte ich mich, aber erhielt keine Antwort mehr von ihm.
Auf meinem Weg hörte ich also aufmerksamer zu, wer war nur der Grund für die Aufruhr? „…direkt auf uns zu…“ „Kopfgeld?“ „Piraten!“ Das Schiff, auf dem ich Momentan reiste, war zwar für Kämpfe ausgelegt, jedoch wurde es zweitweise als Frachtschiff genutzt, um eine Gruppe kleinerer Inseln mit medizinischem Equipment auszustatten.

Schlussendlich stand ich in meiner kleinen Kajüte und seufzte, ich hatte nicht wirklich was mitbekommen, außer dass es sich wohl um Piraten handelte, was nicht ganz so unüblich war.
Ich ließ mich seufzend nieder während oben schon die Post abging. Zugern wäre ich auch oben, würde mitkämpfen. Für wen? Nun, das wusste ich auch nicht so recht.
Ich fühlte mich meinen Gastgebern zu nichts verpflichtet, eher im Gegenteil. Ich fühlte mich wie ein Vogel, in einem goldenen Käfig, mit genug Futter und bezaubernder Aussicht. Aber dennoch, ohne einen Hauch von wahrer Freiheit.
Laute Schritte, grässlich laute Schreie, sirrende Klingen und explodierende Kanonenläufe tauschten die eben noch von Anspannung dominierte Stille ein und ließen mich noch unnützer und einsamer fühlen. // Schön, dass ihr da oben Spaß habt… //

Ich betrachtete das Holz der Decke und lauschte dem Kampf, hörte wie der Lärm leiser wurde. Er versieg nicht ganz, aber der Hochpunkt der Auseinandersetzung schien langsam überwunden zu sein und scheinbar liefen auch erste Soldaten wieder in den Rumpf des Schiffes, denn auch an meiner Tür lief Jemand vorbei. Ich wartete noch eine Weile, wusste dass man mich sowieso nur wieder zurückschicken würde. ‚Sie stehen im Weg, könnten sie bitte…‘ ‚Würden sie kurz zur Seite…‘ ‚Hier ist noch nicht ganz aufgeräumt‘ Ich kannte das alles schon.
Ich zuckte zusammen als meine Kajutentür ungewohnt harsch aufgeworfen wurde. Ich hatte mich direkt aufgesetzt und sah fragend zur Tür… schreckte direkt panisch wieder zurück. Das war nicht, womit ich gerechnet hatte…
Gelbbraune Zähne blitzen unter einem hässlich schiefen Grinsen hervor. Instinktiv rutschte ich auf meinem Bett ein Stück ins Rauminnere. Mein Herz pochte lauter auf. // Was tat so einer hier? //
„Na was haben wir denn da?“, raunte der Pirat mit einem bedrohlichen Unterton, während ich mehr Männer ohne Uniformen hinter ihm vorbei laufen sah…
Er machte einen Satz auf mich zu, ich stoß mich vom Bett ab und lief schnell zu meinem Schrank, riss ihn auf und wollte gerade nach meinen Dolchen greifen als ich schon die Nähe des Mannes hinter mir spürte. Wieder wich ich aus, zog dabei den Stoff, in dem die Klingen lagen mit mir. Der Großteil fiel klirrend zu Boden. Zwei packte ich gerade noch fest in jeweils eine Hand und stürmte ziellos in den Gang.
// Ich muss mich verstecken // , schoss es mir durch den Kopf. Ich bog um eine Ecke und kollidierte fast mit Piraten.
„Wohin des Weges?“, grinste mich einer hämisch an.
Unfähig was zu erwidern, machte ich schon auf dem Absatz kehrt. Wich so gerade noch einer Hand aus und sah auf der anderen Seite des Ganges wieder den Gelb-Zahn… // Keine andere Wahl // , ich lief nun doch auf ihn zu, er breitete zufrieden seine Hände wie für eine Umarmung aus. „Komm zu Papa!“ Ich holte aber geübt aus und schoss ihm im nächsten Moment den Dolch direkt in seine Schulter. Seine Augen weiteten sich „Miststück“, er griff direkt zu der Klinge in seine Schulter. Ich huschte an ihm vorbei und lief schneller über das Holz. Die Tür zum Deck stand offen, ich stolperte die letzte Treppe hinauf.

Und erstarrte.

Der klare Sternenhimmel spiegelte sich in den von Blut getränkten Klingen. Männer, dessen Gesichter mir plötzlich so seltsam familiär vorkamen, lagen in roten dicken Pfützen. Ihre leeren Augen starrten mich an. Mir wurde so unfassbar kalt… Ich sah diese Szenerie nicht zum ersten Mal… und doch traf es mich hart in meine Magengrube…
„Hab ich dich. Schlampe.“, hörte ich die raue Stimme an meinem Ohr, eine blutverschmierte Hand legte sich fest an meine schmale Hüfte. Ich wollte mit meinem zweiten Dolch direkt zu stechen, aber mein Arm gehorchte mir nicht mehr. Meine Finger wurden unsanft durch eine fremde Hand vom Griff gelöst und der Dolch fiel zu Boden. Der Mensch zerrte meinen Körper mehr aufs Deck.
Verloren blickten meine Augen über die vielen Leichen… Bilder meiner Vergangenheit tauchten kurz vor meinen Augen auf, verschwanden aber genauso schnell wieder… Hilflosigkeit breitete sich in meinem Inneren aus, fraß sich durch meine Knochen.
„Captain, ich hab das Mädchen.“, rief der Mann deutlich gut gelaunt an meinem Ohr vorbei.
Eine abstoßende Lache erklang.
„Sehr schön. Sehr, sehr schön.“
Ich sah auf. Der Mann vor mir war einige Köpfe größer als ich und sah gehässig runter, er trug ein versifftes altes Hemd unter einem seltsam großen Mantel, der auf den ersten Blick hochwertig, jedoch eindeutig in die Jahre gekommen aussah. Er lachte, wobei seine Zunge seltsam lang aus seinem Mund quoll, mir entgegen und betrachtete mich noch einen Moment aus seinen schimmelgrünen Augen, ehe er sich ein wenig von mir abwand.
„Das ist ein wirklich guter Tausch“, grinste er seine Hände reibend und ich spürte wie man mich an ihm vorbei über die Brücke zog „Wars das?“ fragte er ekelhaft amüsiert und ich hörte den Offizier Hiroto verneinen… // Er lebt? //
Ein Schub aus Hoffnung erfüllte meinen Körper und ich riss mich nun doch aus dem Griff des Piraten. Er hatte wohl nicht damit gerechnet und taumelte ein Stück, während ich mich umdrehte. Der Offizier stand mit verschränkten Armen auf unserem Schiff, neben ihm saßen gefesselt einige wenige Soldaten… eindeutig lebendig!
„W-„, ich musste mich räuspern „Was geht hier vor sich?“, schrie ich aufgebracht rüber und wurde im selben Moment an meinem Arm runter gerissen. Ich schrie erstickt auf. Doch Niemand schien sich für meine Frage oder für mich zu interessieren. „Sōchō Hiroto!“, rief ich panischer nach ihm und spürte übel stinkenden Stoff, der an meinen Mund gedrückt wurde. Ich versuchte die fremde Hand mit aller Kraft weg zu drücken… doch mein Körper fühlte sich auf einmal so… so schwach an… mein Sichtfeld wurde immer kleiner… Ich sah noch den Piraten und Hiroto einander die Hände geben…

Doch meine Welt färbte sich schwarz.  



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Ich entschuldige mich im Voraus für fehlendes Verständnis für Grammatik und Rechtschreibung :D Sowie fehlerhafte Darstellungen und Interpretationen von Charakteren!
Morgen kommt Kapitel 2 und Heat-Piraten-Action!
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