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The Auror

von Die Meg
GeschichteRomance / P18 / Het
Draco Malfoy Hermine Granger
13.01.2021
16.07.2021
46
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09.06.2021 2.739
 
39. saturday

Sie war nervös. Aus diesem Grund war sie schon eher im Dorf. Den Weasleys hatte sie gesagt, sie mache einen Spaziergang, bräuchte etwas Ruhe, denn Pansy war in eine Depression gefallen, die sie unausstehlich machte. Sie weinte praktisch den gesamten Tag, trauerte um ihre Familie, verteufelte Ron nebenher – und Hermine hatte keine Lösung für das Problem. Sie hatte schon keine Lösung für ihr eigenes Problem.
Kingsley und die übrigen Trainer waren freundlich genug, ihr Unterlagen zukommen zu lassen, Trainingseinheiten und Pläne, und Hermine war wirklich dankbar. Sie sah sich nicht im Stande, andere Menschen zu sehen, ihn zu sehen, und sie nahm an, alle dachten mit Sicherheit, sie wäre exzentrisch. Alle außer Kingsley, dem sie Halbwahrheiten erzählt hatte. Er hatte nach ihrem Treffen mit Goodwin gefragt, und sie hatte ihm lediglich offenbart, dass Goodwin freundlich genug war, sie über eine baldige schlimme Krankheit zu informieren. Es streckte die Wahrheit ein Stück, aber Kingsley war so betroffen gewesen, dass er Hermines Wünsche hatte erfüllen wollen. Außerdem war Hermine so gut, dass sie die Ausbildung auch alleine im Heimtraining schaffen würde. Es war zwar nicht der Sinn und es machte keinen Spaß – aber… nichts machte noch sonderlich viel Spaß.

Sie saß in den Drei Besen und kam sich wie ein junger Teenager vor. Sehr viele Schüler waren heute unterwegs, aber sie saß weit hinten in einer privaten Ecke, und niemand schien sich um sie zu scheren. Madame Rosmerta hatte sie überschwänglich begrüßt, und es war wirklich nett, hier zu sein.

Die Tür öffnete sich mit einem Läuten, und sie musste zweimal hinsehen, bevor sie erschrocken tiefer in den alten Polstern der Sitzbank versank. Ihr Herz rutschte tiefer, und der Schmerz kehrte mit aller Macht zurück.

Was bei Merlin tat er hier?!

Und als er nach einem freien Tisch suchte, erkannte er sie. Er verharrte in der Bewegung, bevor er sich näherte. Sie machte Anstalten, aufzustehen, aber er erreichte sie. „Geh nicht“, bat er still. „Bitte, bleib sitzen, Hermine“, sagte Draco mit eindringlichem Blick. Sie konnte nicht fassen, dass er hier war, und sie konnte nur annehmen, dass Harry irgendwoher Wind davon bekommen hatte, dass sie heute hier wäre! Sie schüttelte starr den Kopf.

„Nein“, sagte sie entschieden, wenn auch kaum hörbar.

„Dann verfluch mich wieder. So oft, wie du willst, aber ich werde nicht gehen!“, informierte er sie bloß.

„Malfoy“, sprach sie den Namen voller Unglück, wollte ihn nicht sehen, und erhob sich, nachdem sie einige Münzen auf den Tisch gelegt hatte. Er ließ sie gehen, folgte ihr aber. Sie wollte hier keine Szene machen, nicht vor all den Schülern. Sie ging zügig zur Garderobe, suchte ihren Mantel in dem schmalen Zimmer, griff ihn sich vom Bügel, als sie ihn entdeckt hatte, konnte ihren Schal aber nicht mehr finden. Er war direkt hinter ihr, kam näher, und sie beschloss, den verdammten Schal zurückzulassen. Dieses Opfer würde sie wohl bringen müssen. Hastig verließ sie die Wärme, stemmte sich gegen die Tür, während er ihr weiterhin folgte.

„Hermine!“, sagte er draußen, und die kalte Winterluft schlug ihr ins Gesicht. Sie wandte sich um.

„Woher wusstest du, dass ich hier bin?“, wollte sie wissen, ohne dass es sie wirklich interessierte, ohne, dass es großartig etwas änderte.

„Ist das wichtig?“, erkundigte er sich bei ihr, und sie hasste, dass sie ihn vermisst hatte.

„Nein“, erwiderte sie kopfschüttelnd. „Lass mich einfach in Ruhe“, bat sie ihn unglücklich, und er kam näher.

„Ich kann nicht, Granger“, sagte er dann entschuldigend. Sie hasste, wie dringend ihre Augen ihn ansehen wollten, wie beruhigend allein sein Anblick war. Wieder schüttelte sie verzweifelt den Kopf. „Sag mir, was los ist. Sag mir einfach, was ich tun soll!“, verlangte er drängend, und wieder schüttelte sie den Kopf.

„Es gibt nichts, was du tun kannst, außer mich endlich in Ruhe zu lassen!“, wisperte sie, und als er sie mitten auf der Straße an sich zog, hatte sie nicht die Kraft zu widerstehen. Er küsste sie, und Tränen stiegen in ihre Augen. Für einige Sekunden erlaubte sie sich, ihn einzuatmen, seine Lippen zu schmecken, seine Nähe zu genießen, bevor sie sich von ihm löste. „Du musst es mir leichter machen, Draco“, flüsterte sie unter Tränen.

„Ich mache es dir verdammt leicht“, sagte er rau, wollte den Abstand wieder schließen, aber sie hielt ihn auf Abstand.

„Du musst mich gehen lassen. Bitte“, sagte sie bloß, und sein Blick brachte sie um.

„Nenn mir einen guten Grund. Einen, Hermine“, verlangte er von ihr, und er hielt sie weiterhin fest. Und den hatte sie.

„Es bringt mich um, in deiner Nähe zu sein“, erwiderte sie stockend. Seine Lippen teilten sich, sein heißer Atem kondensierte vor seinem Gesicht und sein Griff lockerte sich unwillkürlich.

„Ist… ist das dein Ernst?“, fragte er offen, und sie schluckte schwer, ehe sie nickte.

„Ja“, bestätigte sie unter Tränen. Seine Schultern sanken mit einem Mal und er ließ von ihr ab. Merlin, es tat so weh! So unfassbar weh. Aber sie wusste, tief in ihrem Innern wusste sie, würde sie jetzt nachgeben, wäre es ein Fehler. Vielleicht könnte sie… irgendwann wieder nachgeben, aber jetzt war nicht der richtige Zeitpunkt. Er nickte ernster.

„Was willst du bei McGonagall?“, fragte er dann, und jetzt war sie sich ziemlich sicher, dass Harry irgendetwas wusste. Wahrscheinlich von McGonagall persönlich. Ihr Blick fiel.

„Das ist privat“, hörte sie sich sagen.

„Was auch immer vorgefallen ist, egal, was passiert ist“, begann er jetzt, „ich werde immer da sein, verstehst du das?“, fragte er sie, ohne mit der Wimper zu zucken. Und sie wusste, es stimmte nicht. Das dachte er jetzt vielleicht, aber sie wusste, es stimmte nicht. „Du kannst immer zu mir kommen, Hermine.“ Das würde sie nicht können.

„Hör einfach auf damit“, bat sie ihn still. Seine Augen weiteten sich.

„Womit?“ Sie konnte seine Verständnislosigkeit nicht begreifen.

„Mit deinen Versprechungen, mit…“ Sie schüttelte starr den Kopf, wollte sich gar nicht weiter auf das Gespräch einlassen.

„Es ist wahr!“, sagte er mit mehr Nachdruck, und zornig atmete sie aus.

„Es sind leere Worte. In einem halben Jahr wirst du nichts mehr davon wissen, Draco!“, entfuhr es ihr voller Schmerz.

„Was redest du für einen verdammten Blödsinn?“, fuhr er sie an. „Du schiebst mich weg! Du willst nichts mit mir zu tun haben und unterstellst mir, ich meine es nicht Ernst?“ Entrüstet sah er sie an. „Hermine, ich schlafe nicht mehr, ich esse nicht mehr, ich tue gar nichts mehr! Ich denke nur an dich! Nur an dich, verflucht!“, entkam ihm das Geständnis gepresst, und wieder wurden ihre Augen glasig.

„Das wird vergehen“, zwang sie sich zu den passenden Worten, und seine Augen weiteten sich.

„Das wird vergehen?“, wiederholte er ihre Worte. „Ist das bei dir der Fall? Hast du dich deshalb verpisst? Bist du deshalb nicht mehr im Ministerium, weil es bei dir vergangen ist? Das glaube ich nämlich nicht!“, rief er wütend.

„Draco-“, begann sie unglücklich, und sie konnte nicht mehr.

„-was soll ich tun? Sag es mir!“

„Du kannst nichts tun“, sagte sie, wovon sie glaubte, dass es der Wahrheit entsprach. Einige Schüler beobachteten sie bereits, und Hermine verkraftete keine Szene mehr.

„Du irrst dich, du machst einen Fehler, Hermine!“, warnte er sie, als sie einen Schritt zurückmachte. Sie atmete lange aus.

„Das kann sein“, räumte sie ein, denn tatsächlich bestand die Möglichkeit, dass sie sich genau falsch verhielt. Kurz weiteten sich seine Augen, hatten wohl nicht mit dieser Zusage gerechnet. „Aber meistens habe ich Recht, Draco. Und ich glaube, dieses Mal habe ich auch Recht-“

„-wovon-?“

„-deshalb bitte ich dich, lass mich tun, was ich tun muss!“, sagte sie energisch. „Und wenn ich mich irre – wenn es alles falsch ist, was ich tue, dann…“ Kurz fehlte ihr die nötige Luft zum Sprechen. Wenn sie sich irrte, und wenn die Lösung nicht die Distanz zu ihm war, sondern bei ihm zu sein, dann…

„-dann kommst du zurück“, beendete er den Satz, und fast erkannte sie den Hauch von Angst und Misstrauen in seinem Blick. Und sie nickte einmal.

„Dann komme ich zurück“, flüsterte sie unter Tränen. Sein Blick war durchdringend. Auch er nickte, bevor er sich widerwillig umwandte. Er vertraute ihr. Er glaubte, sie irrte sich. Vielleicht lag er richtig. Fast hoffte sie es. Irgendwo tief in ihrem Innern. Wie dumm von ihr. Sie war nicht viel klüger geworden. Vielleicht änderte es sich noch.

Als sie die entgegengesetzte Richtung einschlug und zur Anhöhe von Hogwarts marschierte, passierte sie eine Traube Slytherinmädchen, die ihr nachsahen. Merlin sei Dank war Astoria nicht dabei, dachte sie dumpf. Merlin, sei Dank!

~*~

Als McGonagall sie empfing, war sie emotional komplett ausgelaugt. Er hatte sie geküsst. Sie hatte ihn geküsst. Es fiel ihr so schwer. Die richtige Entscheidung fühlte sich mit einem Mal falsch an.
Sie hoffte einfach, es gab eine Lösung. Und dass McGonagall sie wusste.

„Miss Granger, was für eine angenehme Überraschung. Setzen Sie sich doch bitte. Haben Sie alles gut gefunden?“, erkundigte die alte Schulleiterin sich freundlich bei ihr, und McGonagall zu sehen, hob ihre Stimmung ungemein.

„Sie meinen das Büro der Schulleitung?“, vergewisserte sie sich mit einem schmalen Lächeln. „Ja, ich hatte keine Schwierigkeiten“, bestätigte sie freundlich.

„Sie wirken müde, meine Liebe“, erkannte McGonagall mit gerunzelter Stirn.

„Das kann gut sein, Ma’am“, räumte Hermine ein.

„Bitte, nennen Sie mich Minerva. Ich sehe keinen Grund für unnötige Förmlichkeit, Miss Granger.“

„Das sehe ich genauso, Minerva. Nennen Sie mich einfach Hermine“, schlug sie vor, und Minerva lächelte warm.

„Hermine, ich bin sehr gespannt, was Ihr Anliegen ist, und ich hoffe, ich kann Ihnen von Nutzen sein“, sagte die Schulleiterin, und Hermine brauchte ein paar Sekunden, um sich zu sammeln und alles Irrationale aus ihren Gedanken zu verbannen.

„Das hoffe ich ebenfalls. Ich werde nächsten Juli sterben und hatte mich gefragt, ob Sie vielleicht eine Idee hätten, es zu verhindern?“

Tatsächlich blinzelte ihre Schulleiterin sehr kurz, bevor sich ihr Mund knapp öffnete. „Bitte entschuldigen Sie, aber… haben Sie gesagt, Sie werden sterben?“, hakte die Frau verblüfft nach, und Hermine nickte still. „Mit Verlaub, woher wissen Sie das, Hermine?“

„Es ist… etwas komplizierter“, begann Hermine dann, aber Minerva faltete ihre schlanken, faltigen Finger vor ihr auf dem Tisch.

„Ich habe eine recht gute Auffassungsgabe, Hermine“, sagte die Frau dann ernst, „probieren Sie es“, verlangte sie gespannt.

„Ein Seher hat es mir vor einigen Wochen mitgeteilt“, begann sie. Minervas Stirn legte sich in Falten. „Vielleicht muss ich anders beginnen“, korrigierte Hermine sich abwesend. „Vielleicht muss ich damit beginnen, dass Draco Malfoy beschlossen hatte, die Ausbildung zum Auror zu machen – oder vielmehr Kingsley hat es beschlossen“, erzählte sie dann. „Wissen Sie, Malfoy ist ein Animagus. Seltenmagisch, und Kingsley schien besonderes Interesse an der Vermarktung des Animagus‘ einerseits zu haben, als auch daran, Lucius Malfoy nach Askaban zu bringen.“ Minerva lauschte andächtig, unterbrach sie nicht. „Wahrscheinlich war es ein umfangreiches und teures Unterfangen, und zur Ausbildung im zweiten Jahr gehört die Lehre des Modifizierten Cruciatus“, fuhr sie fort.

„Und Mr. Malfoy trägt das Mal“, erkannte Minerva mit fachlichem Verständnis im Blick. Hermine war überrascht von ihrer Auffassungsgabe, aber dann wiederum – auch nicht wirklich. „Das war bestimmt eine schwierige Angelegenheit“, mutmaßte die Frau.

„Das Mal war verbunden mit dem seines Vaters-“

„-und Lucius Malfoy hat einer Entfernung widersprochen, natürlich“, schloss Minerva nickend.

„Sehr richtig“, bestätigte Hermine schnell. „Also wurde ein Team der Mysteriumsabteilung zusammengestellt, wohl um den weiteren Nutzen von Draco Malfoy schätzen zu lassen, und ob eine Fortführung der Ausbildung zweckführend ist“, schloss sie bitter.

„Und Kingsley hat sich einen Seher dazu geholt, der dumme Junge“, merkte Minerva kopfschüttelnd an.

„Ja, hat er“, sagte Hermine dann.

„Was genau hat der Seher empfohlen?“, wollte Minerva schließlich wissen, und Hermine atmete wieder aus.

„Er hat empfohlen, Malfoy mit mir trainieren zu lassen, den Modifzierten langsam, behutsam anzuwenden und Malfoy zu desensibilisieren, da ich… Mitleid mit ihm haben würde.“ Minervas Blick war plötzlich unangenehm, wie der einer Katze, die eine Maus entdeckt hatte.

„Aber Mitleid war nicht alles, was Sie hatten?“, wollte sie dann wissen, und Hermine spürte die sanfte Hitze in ihre Wangen steigen.

„Nein, das war nicht alles.“

„Ich verstehe“, war alles, was die Frau noch sagte.

„Aber ich wollte es nicht!“, beteuerte Hermine dann. „Und er wollte es nicht! Er… war in einer Beziehung, dann war ich in einer Beziehung, aber… irgendwie haben sich immer wieder Umstände ergeben, wo…- ich bin sicher, Ihnen ist die Hexenwoche unterkommen?“, wollte Hermine das leidige Thema abkürzen, und Minerva schürzte kurz die Lippen.

„Irgendetwas davon wahr?“, wollte sie sehr knapp wissen, und Hermine dachte kurz nach.

„Nur die Affäre. Sonst nichts“, räumte Hermine ein.

„Hm“, machte Minerva dann. „Fahren Sie fort.“

„Nach dem Bericht der Hexenwoche, nun…- danach hat mich der Seher aufgesucht, wollte mit mir reden, hätte Informationen, die er nicht für sich behalten wollte.“

„Sehr unwahrscheinlich, da Seher meist recht zurückgezogenen Menschen sind. Das bedeutet wohl, er empfand es als überragend wichtig“, kommentierte Minerva ihre Feststellung.

„Ich nehme es an, denn er verkündete mir, dass sich mein Schicksal geändert hätte, dass Ereignisse sich ändern würden, und dass… ich am 20. Juli sterben werde.“

Minervas Augenbrauen hoben sich beide. „Das ist merkwürdig konkret“, sagte die Frau, schien aber tatsächlich nur halb so schockiert, wie Hermine es gewesen war.

„Es ist Malfoys Hochzeit.“

Wieder wirkte Minerva milde erstaunt. „Eine Hochzeit ist geplant?“, wollte sie dann wissen.

„Nein. Noch nicht. Aber ich denke-“

„-aber Sie denken, es wird bald soweit sein?“, wollte sie wissen, und Hermine zuckte die Achseln.

„Es macht den Anschein. Es steht im Raum, ja. Malfoys Eltern und die Eltern von Astoria Greengrass planen die Hochzeit.“

„Astoria?“, entkam es Minerva überrascht. „Die-?“

„-Schulsprecherin aus Slytherin, ja.“ Minerva schien kurz nachzudenken.

„Wie immer bei solchen Vorhersagen, scheint die Lösung sehr einfach zu sein“, begann die Frau langsam. „Die offensichtliche Antwort wäre, dass Mr. Malfoy eben nicht an diesem Tag – oder an keinem Tag – heiraten sollte“, schloss sie schlicht. „Das Problem mit Vorhersagen ist aber meist ein anderes“, fuhr die Frau dann fort.

„Vorhersagen berücksichtigen, dass man Kenntnis von ihnen hat“, antwortete Hermine, als wäre es eine Frage im Unterricht gewesen.

„Exakt“, bestätigte McGonagall. „Der Seher wird Ihnen diese Vorhersage mitgeteilt haben, weil er wusste, dass Sie in der Zukunft Kenntnis davon haben werden. Ansonsten müsste er sich nicht die Mühe machen, denn unter Umständen, würde eine solche Zukunft gar nicht Wahrheit werden.“

„Das heißt aber, dass ich es weiß – und gewusst habe – und dass es trotzdem Wahrheit wird.“

„Richtig.“

„Soweit habe ich gedacht. Und ich weiß nicht, was ich-“

„-Sie haben zwei Möglichkeiten, und ich nehme an, Sie kennen beide, Hermine“, unterbrach die Frau sie nachsichtig.

„Ich ändere mich radikal und gehe in die Vermeidung, oder ich… lebe, wie ich vorher gelebt habe und… schaue, was passiert?“, antwortete Hermine still.

„Beide Möglichkeiten können falsch sein“, bemerkte Minerva. „Beide Möglichkeiten können richtig sein. Oder nur eine führt zum gewünschten Erfolg. Das ist das Problem mit Schicksal.“ Fast klang sie verärgert. „Man weiß nicht, was es beeinflusst. Nicht nachhaltig. Deshalb sind Vorhersagen mit Vorsicht zu genießen, und ein Tod, der heute sicher erscheint, muss in einem halben Jahr überhaupt nicht mehr sicher sein.“

„Minerva, ich weiß nicht-“

„-haben Sie Gefühle für Mr. Malfoy?“, fragte die Frau direkt.

„Ich… ich weiß es nicht. Ich… will ihm die Last nicht auferlegen. Ich will nicht, dass er für mich irgendwelche Nachteile in Kauf nimmt. Ich möchte einfach nur, dass…-“ Sie unterbrach sich seufzend. „Ja, ich habe Gefühle für ihn.“ Minerva lächelte beinahe.

„Und hat er Gefühle für Sie?“, erkundigte sich die Frau dann freundlich.

„Ich- er denkt, dass er das hat, ja“, räumte Hermine ein.

„Hm. Was kann man da wohl tun?“, schien Minerva gespielt nachdenklich zu sinnieren. „Eine wirklich schwere Entscheidung…“ Hermine verdrehte beinahe die Augen.

„Ganz so einfach ist es nicht.“

„Ist er gebunden? Verlobt? Vergeben?“, wollte Minerva eindeutig wissen, und wieder spürte Hermine die Röte in den Wangen.

„Nein, ist er nicht.“

„Und Sie? Verlobt, vergeben?“, wollte sie wissen, und Hermine lächelte zum ersten Mal.

„Nein, aber-“

„-Hermine, die Lösung erscheint mir in diesem Fall einigermaßen einleuchtend zu sein.“

„Aber was, wenn es falsch ist?“

„Dann werden Sie zusehen, dass Sie am Tag von Draco Malfoys möglicher Hochzeit soweit weg wie möglich vom Veranstaltungsort sind – am besten in meiner Obhut. Oder in Kingsleys Obhut, vielleicht in der Obhut von Mr. Potter“, schlug sie vor. „Ich halte für unwahrscheinlich, dass Sie sterben werden. Nicht heute, nicht im Juli.“

„Danke, Minerva.“

„Kein Problem, Hermine.“

Beinahe fühlte sie sich erleichtert, fast losgelöst.

Und wieder vermisste sie ihn! Stärker als vorher. Und jetzt wollte sie ihn sehen!

tbc...
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