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Ana & Christian

von Silou
GeschichteAllgemein / P16 / Gen
12.01.2021
19.01.2021
5
5.346
17
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Dieses Kapitel
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12.01.2021 1.063
 
Ich blinzle ein paar mal um langsam wach zu werden und versuche mich zu orientieren. Langsam strömen die Erinnerungen des letzten Abends wieder auf mich ein. Christians Reaktion auf die Schwangerschaft, unser Streit, wie er nachts betrunken nach Hause kam, die Erkenntnis das er bei Elena war.

„Ana", Christian brüllt meinen Namen und scheint mich zu suchen. Er scheint jedoch nicht auf die Idee zu kommen im Spielzimmer nach mir suchen.

Stöhnend greife ich nach meinem Handy. Ich habe schreckliche Kopfschmerzen. Ob Christian wohl einen Kater hat, geht mir durch den Kopf. Hoffentlich! Verdient hätte er es auf jeden Fall. Ich komme einfach nicht damit klar das er bei Elena an. Es fühlt sich wie ein emotionaler Betrug an.

Ich schalte mein Handydisplay ein 7.55 Uhr. 10 verpasste Anrufe. Wow. 8 von Christian,  2 von Taylor. Am liebsten würde ich einfach noch etwas hier liegen bleiben. Aber ich weiß das ich mich der Situation stellen muss. Ob nun jetzt oder in 10 Minuten. Außerdem muss ich mich für die Arbeit fertig machen.

Vorsichtig stehe ich auf, mein Körper fühlt sich schrecklich an. Mein Nacken tut weh und diese Kopfschmerzen werden mich noch umbringen. Ich atme einmal tief ein und schlinge das Bettlaken um mich. Trotz meines Nachthemdes fühle ich mich nackt und schutzlos.

Ich gehe zur Tür und öffne sie, vorsichtig Blicke ich mich um sehe aber niemanden. Christians Stimme nach zu urteilen, sind e, Taylor und Swayer im offenen Wohnbereich. Meine Füße setzen sich langsam in Bewegung.

Ana du schaffst das, rede ich mir selber Mut zu.

Mit jedem Schritt den ich näher komme verstehe ich mehr von dem Stimmenwirrwar. Christian gibt Taylor und Swayer  für meine Suche. Seine Stimme klingt wirklich besorgt. Ich biege um die Ecke, Christian steht mit dem Rücken zu mir. Swayer und Taylor im Gegenüber. Swayers Augen weiten sich als er mich sieht.

Sehe ich echt so schrecklich aus?

„Mrs. Grey…“, sagt nun schließlich Taylor. Er hört sich so müde an wie ich mich fühle. Wie lange Christian sie wohl schon mit meiner Suche auf Trab hält?

Christian wirbelt herum. „Ana…“, seine Stimme hört sich spröde an. Und Gott er sieht schrecklich aus. Tiefe Augenringe und unrasiert. Fast habe ich Mitleid mit ihm. Aber nur fast. Das mit Elena kann ich ihm nicht einfach so verzeihen.

Ich recken das Kinn vor. „Swayer, ich bin in 30 Minuten abfahrbereit zur Arbeit".

Swayer sieht etwas unentschlossen aus sagt aber schließlich „Ok Mrs. Grey, der Wagen wird bereit sein".

„Danke".

Für einen Moment senkt sich eine unangenehme Stille über uns. Allen ist klar das es hier gleich richtig zur Sache gehen wird und Taylor und Swayer entscheiden zur Flucht.

Gute Wahl!

Ich mache Kehrt und gehe Richtung Schlafzimmer. Christian folgt mir. „Anastasia….“.

Ich ignoriere ihn. Ich bin so wütend auf ihn. Aber habe jetzt nicht die Kraft mit ihm zu streiten. Mir geht es wirklich nicht gut. Diese verdammten Kopfschmerzen.

Fahrig Suche ich mir Unterwäsche, ein schlichtes schwarzes Kleid und passende Schuhe heraus.

„Du ignorierst mich?“

Bingo! 100 Punkte für den Kandidaten.  Als ich mich umdrehen versperrt Christian mir den Weg. Er steht zwischen Ankleidezimmer und Schlafzimmer.

„Rede mit mir, Ana", er klingt verzweifelt. Ich schließe die Augen. „Bitte sag was. Aber bestrafe mich nicht mit schweigen".

„Lass mich durch, ich muss mich für die Arbeit fertig machen", meine Stimme klingt kalt. Er zuckt bei meinen Worten zusammen.

Christian kommt einen Schritt auf mich zu und streckt die Hände nach mir aus. Ich weiche instinktiv einen Schritt zurück. „Wage es nicht mich anzufassen" fauche ich ihn an „Ich werde alles zusammen schreien".

„Aber du bist meine Frau". Ich lachen hysterisch auf. Und obwohl ich weiß das es nicht richtig brodelt all das ungesagte in mir hoch. Es wäre besser dieses Gespräch zu führen wenn wir beide etwas Abstand hätten und schlaf. Aber gut er hat es so gewollt.

„Hast du mir ihr geschlafen?“, frage ich. Dieser schreckliche Gedanke treibt mich schon die ganze Nacht um. Ich glaube es nicht. Aber bis gestern Abend hätte ich auch nie gedacht das er nach einem Streit zu Elena rennt und ihr von unserem Problemen erzählt. Das er einfach so ein hard Limit von mir missachtet.

„Was?“, fragt Christian entsetzt und guckt mich entsetzt an.

„Hast du Elena gestern Abend gefickt Christian?“.

„Was? Spinnst du? Natürlich nicht, was denkst du denn? Sowas würde ich uns niemals antun“.

Ich lachen bitter auf.

„Bis gestern dachte ich auch nicht das du sofort bei dem ersten Problem zu Elena rennst. Diese Frau ist ein absolutes Hard Limit für mich. Und das weißt du! Und bist trotzdem zu ihr gegangen. Ich verstehe das die Situationen für dich nicht einfach ist. Aber für mich ist sie das auch nicht! Meinst du wirklich ich habe mir das ausgesucht  jetzt schwanger zu werden? Oder das gar geplant? Sicherlich nicht! Ich weiß das der Zeitpunkt nicht optimal ist, das zu früh ist. Aber Christian niemals, wirklich niemals könnte ich dieses Kind abtreiben. Du hast mich einfach hier alleine sitzen lassen. Ich liebe dich, aber ich weiß nicht ob das reicht. Ob es nicht zu früh und unbedacht war zu heiraten. Was ist das bitte für eine Ehe die wir führen? Es ist immer das gleiche. Wir streiten und statt zu reden haben wir Sex. So geht das nicht“.

Christian ist noch bleicher geworden, als er es eh schon war.

„Du verlässt mich?“ sagt er tonlos.

„Ich habe nicht gesagt das ich dich verlasse und jetzt lass mich durch ich muss mich für die Arbeit fertig machen" bei den letzten Worten bricht meine Stimme und ich fange an zu weinen.

Christian will mich umarmen.

„Nicht" sage ich und drücke mich an ihm vorbei. Mir ist das gerade alles zu viel. Wie konnte mein leben in so kurzer Zeit bitte so aus dem Ruder laufen?

Ich schluchze jetzt unkontrolliert und stürze mit letzter Kraft in Badezimmer. Ich lege meine Hand auf meinen Unterleib als mich ein stechender Schmerz durchfährt. Ich stürze zum Waschbecken und will mich dort festhalten, greife aber ins Leere. Irgendwas fällt klirrend zu Boden. Meine Sicht verschwimmt und meine Beine geben nach.

Die Welt  wird schwarz und ich falle ins nichts. Ganz am Rande nehme ich eine Stimme war die mich ruft. Christian?

Und dann ist da nichts Leere und Stille. Endlich.
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