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Wings

GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P18
Armin Arlert Eren Jäger Hanji Zoe Irvin / Erwin Smith Levi Ackermann / Rivaille Mikasa Ackerman
12.01.2021
19.01.2021
6
12.979
 
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13.01.2021 2.586
 
Inzwischen war es einige Tage her, dass die vier Kinder Auri verlassen hatten. Aber auch sie hatte gestern sich aufgerafft und die Flüchtlingsstation verlassen um etwas Geld zu verdienen. Es hatte sie eine unglaubliche Freude gepackt, als sie an einem schwarzen Brett einen Ausschrieb gesehen hatte, in dem stand, dass ein angesehener Arzt innerhalb der Mauer Rose im Bezirk Karanese einen Assistenzjob zu vergeben hatte und Auri hatte nun vor, bevor sie sich bei ihm vorstellte, erst einmal etwas schönere Kleidung zu kaufen. So arbeitete sie in einer Schenke, bei einer älteren schrulligen Frau, welche aber immer einen weisen Spruch auf den Lippen hatte. Diese Frau hatte einen sehr besonderen Lebenslauf hinter sich, auch wenn er nicht besonders schön war. Denn eigentlich entstammte sie einer Adelsfamilie, welche innerhalb der Mauer Rose lebte. Genauer gesagt in der Hauptstadt Mitras, also ganz nah beim König. Auch erzählte die Frau, dass sie damals ein sehr ansehnliches junges Fräulein war, aber mit einer genauso vorlauten Klappe. Ihre Eltern hatten immer wieder versucht sie zu verheiraten, aber sie konnte sich immer wieder aus der Affäre zu ziehen. Und dann lernte die Frau ihren späteren Ehemann kennen, einen Soldaten des Aufklärungstrupp und sie war hin und weg von ihm, genauso wie er von ihr. Doch ihre Eltern akzeptierten diese Verbindung nicht und verstießen die damals sehr junge Frau, welche zu diesem Zeitpunkt schon schwanger von ihrem Freund war. So bildeten sie ein unschlagbares Gespann, doch sie war zunehmend unzufriedener mit ihrem Leben. Immerhin war sie ehemals eine Hochgeborene, welche auf einmal den Lebensstandard einer einfachen Arbeiterin leben musste. So stritt sie sich mit ihm, kurz bevor er zu einer Mission aufbrach. Und natürlich musste es dazu kommen, dass er nicht mehr zurückkehrte und die junge Frau, mit einem kleinen Kind über die Runden kommen musste. Doch die Frau hatte eine gute Bildung genossen und fing als Lehrerin an, was immer ihr Traum war. Und diese Geschichte machte Auri Mut, dass man auch aus jeder so aussichtslosen Situation entkommen kann und das Beste daraus machen kann. Auch hatte sie bald genug Geld angespart, um sich praktische, aber dennoch schöne Sachen kaufen zu können, um vor diesem Arzt den bestmöglichen Eindruck zu machen. Aber bis es soweit war, lauschte Auri weiterhin den Geschichten der alten Frau. Umso schlimmer war es für sie, als sie eines Tages, am Morgen früh, ihre Arbeit antreten wollte, der Sohn der alten Dame ihr aber die Nachricht überbrachte, dass die Frau in der Nacht überraschend verstorben war. So traurig wie sie war, führte sie sich das letzte Gespräch mit der Frau vor Augen. Sie erzählte wieder mal von ihr und ihrem Ehemann und ihrem ersten gemeinsamen Date. Er war zuvorkommend und verpflegte die Frau, sodass sie es nicht bereute, sogleich in derselben Nacht, das Bett mit ihm zu teilen. Und die Frau meinte weise: „Das werde ich niemals bereuen. Mir war es egal, was meine Eltern dachten. Da waren nur er und ich und das hatte gereicht, ich war wunschlos glücklich. Kind, bereue niemals, dass du etwas getan hast, sondern das, was du nicht gewagt hast zu tun. Denn ich habe durch meinen fehlenden Mut, zu dem Leben mit meinem Mann, Diesen verloren und das werde ich mir niemals verzeihen.“ und Auri verstand nicht, was die Frau meinte, doch sie tat es, als sie den Bezirk Trost verließ. Und so machte sie sich auf und tat genau das, was die alte Dame ihr geraten hatte. Sie wagte es und reiste zum Distrikt Karanese. Dieser Ritt würde einen Tag dauern und Auri ritt auch bei Nacht, denn es war ihr nicht geheuer, bei fremden Menschen nach einer Schlafmöglichkeit zu fragen. Das Pferd hatte sie sich geborgt und die Nacht war klar und kühl, sogar sehr kühl, sodass ihre Hände schon längst zu Eiszapfen geworden waren. Auf dem Weg nach Karanese musste durch einen Wald reiten und sie überlegte, ob sie nicht lieber außen rum reiten sollte. Doch sie wollte möglichst früh ankommen und ein Umweg würde zu viel Zeit kosten. So betrat sie den Wald und zuckte bei jedem Knacken zusammen. Eine Gänsehaut hatte ihren Körper überzogen und sie verdammt ängstlich. Zwar hatten sie ihre Augen inzwischen an die Dunkelheit gewöhnt, doch war dies nicht genug, um genug sehen zu können und drohender Gefahr noch irgendwie entkommen zu können. Irgendwo schuhute  eine Eule und Auri sah diese kurz ärgerlich an, da sie vor Schreck fast vom Pferd gekippt wäre. Hieß es nicht, dass hier irgendwo Wölfe unterwegs waren?, überlegte sie, genervt davon, dass sie bei jedem Klatsch zuhörte, bei so etwas aber nicht. Und dann kam ihr jemand entgegen, eine humpelnde Person, mit einer gebeugten Haltung. War die Person verletzt? Sie beschloss zu fragen: „Entschuldigung, kann ich Ihnen helfen? Sind sie verletzt?“ fragte sie zittrig, ihr war die Situation nicht geheuer. Dann meinte die Person: „Bitte steigen Sie ab, ich habe Angst vor Pferden“ und so treudoof wie Auri war, tat sie genau das. Sie ging die wenigen Meter weiter auf die Person zu, welche sie sorgsam musterte. Auri stellte fest, dass es ein Mann war, welcher sie schließlich mit einem mit einem perversen Grinsen bedachte. Und genau jetzt wusste Auri, dass sie in der Klemme saß. Sie hätte niemals durch diesen Wald reiten dürfen. Dann meinte der Mann wieder: „Ich dachte du wärst schlauer, Mädchen. Ärztin werden, tss. Frauen gehören nicht in solche Berufe, besonders nicht so eine schöne junge Frau wie du nicht. Schöne Frauen allein sind schon gefährlich, aber wenn sie dann auch noch was im Kopf haben, hat man sowieso verloren. Ihr solltet erkennen, wozu ihr geboren seid, Weib. Ich habe dich beobachtet, seitdem du höchstpersönlich von einem hohen Soldat des Aufklärungstrupps gerettet wurdest. Ich denke aber, dass dein neuer Herr dir diese Flausen schleunigst austreiben wird.“ raunte er ihr ins Ohr und Auri kam nicht umhin festzustellen, dass sie verdammt nochmals sowas von dran war. Sie konnte sich nicht rühren, als der dickliche Mann weiter auf sie zukam und sie sogleich einen harten Schlag auf den Kopf bekam und innerhalb weniger Wochen zweimal ohnmächtig geworden war.
Wieder wachte sie auf, mit schrecklichen Kopfschmerzen, und ihre Augen schmerzten, als sie Diese öffnete. Als sie registrierte, dass andere Menschen um sie herum eng aneinander gedrückt waren, mit Fußfesseln und todtraurigem Blick saßen, dachte sie kurzzeitig, sie war in der Hölle. Dann stellte sie fest, dass es allerdings alles Frauen waren, alle ungefähr etwas älter als sie. Wo war sie denn hier gelandet? Hinter der eisernen Tür konnte sie schmerzerfüllte Schreie vernehmen und ihr kroch eine Gänsehaut über den Körper. Dann stellte sie fest, dass sie wie alle anderen Frauen, nur ein schmuddeliges Leibchen anhatte und der Gestank, welcher im Raum schwebte, war einfach nur bestialisch. Es roch... nach Exkrementen und dem Tod. An den Wänden war getrocknetes Blut und sie fragte sich, was das hier sollte. Was hatte der Mann mit ihr vor? Und wo war sie? An der Oberfläche wären doch sicherlich solche Anstalten aufgefallen, oder? Dann stockte sie. Wenn sie womöglich nicht an der Oberfläche war, war sie dann im Untergrund? Pure Furcht erfasste Auri und sie war kurz davor, loszuweinen. „Hey“ meinte eine harte weibliche Stimme neben ihr und sie zuckte zusammen und drückte sich noch mehr in die Ecke, in der sie saß. Sie erblickte neben sich ein rothaariges Mädchen, welches sie mit grünen Augen aufmerksam betrachtete: „Ich bin Jess. Du pennst schon seit ´ner Woche. Die Herren sind wohl langsam ziemlich ungeduldig.“ meinte sie mit ihrer kühlen Stimme. „Die Herren?“ fragte sie und sah Jess fragend an. „Du bist im Untergrund, Kleine. Genaugenommen, bist du hier, weil du als Sklavin verkauft werden sollst. Die Herren erwarten wohl ein hohes Sümmchen für dich“ sagte die Rothaarige und Auri fühlte sich elendig. Sie soll als Sklavin verkauft werden? „Ach, guck nicht so, Kleine. In ein paar Tagen hast du dich mit deinem Schicksal abgefunden, war zumindest bei mir so. Immerhin hast du noch nicht einmal die ´Einführung´ mitgemacht.“ sagte die Rothaarige und hatte ein mitleidiges Funkeln in den Augen. „Ich bin Auri. Was meinst du mit Einführung?“ fragte die Schwarzhaarige, nachdem sie ihre Stimme wieder gefunden hatte. „Oh Schätzchen, das wirst du noch früh genug selbst erfahren. Selbst ich habe noch immer Schmerzen, obwohl ich schon seit zwei Wochen hier bin. Ich fürchte, die Herren werden langsam ungeduldig, weil sich noch immer niemand für mich gemeldet hat. Und schließlich können sie mich nicht immer hier behalten. Dann bin ich schneller weg vom Fenster, als jemand, der seinen Herren gefunden hat. Das läuft hier wie ein Uhrwerk, weißt du.“ meinte Jess und ihr war es wohl egal, ob Auri womöglich jederzeit einen Herzinfarkt erlitt. Aber es war wahrscheinlich besser so, die Wahrheit zu sagen, anstatt diese zu beschönigen. Denn Auri war in der Hölle gelandet und ihre Pläne, die sie hatte, wurden alle auf einen Haufen geschmissen. Sie hatte Angst, dass auch aus ihr innerhalb weniger Tage eine so willenlose Hülle wie Jess wird. Das wollte sie nicht und konnte es auch nicht zulassen. Sie musste ihre Freunde irgendwann wiedersehen, genauso wie Erwin. Auch musste sie wissen, was in diesem Brief stand und wenn ihr es möglich war, würde sie es irgendwann herausfinden! Sie durfte nicht aufgeben! Denn dann hatte sie so gut wie verloren.
Dann wurde die Tür aufgeknallt und alle zuckten zusammen, ebenso wie alle verstummten und der Mann, der in der Tür stand und sah sich um. Und dann erfasste er sie und er grinste dreckig. Sie hatte Angst. Er stieg über die Anderen hinweg, gerade auf sie zu. Sie presste sich weiter in die Ecke, mit dem absurden Wunsch, dass die Wand sich auftuen würde und sie verschlucken würde. Der Mann war vor ihr angekommen und riss sie am Kragen nach oben und schleifte sie mit sich. Sie versuchte noch einmal hilfesuchend zu Jess zu blicken, welche mit traurigem Blick zu ihr sah, sich aber kein Stück bewegte. Aber sie nahm es ihr nicht übel, denn schließlich würde es nichts bringen, jetzt aufmüpfig zu werden. Ein anderer Mann wartete an der Tür und knallte diese wieder zu, als der Andere und Auri hindurch kamen. Sie schleiften sie gemeinsam durch die Gänge und gingen schließlich in einen Raum, in dem sie an einen Stuhl gefesselt wurde. Vor ihr stand wieder der dicke Mann, dem sie auch im Wald begegnet war und sie warf ihm augenblicklich einen erzürnten Blick zu. Dieser lachte nur spöttisch und strich ihr über die Wange, bevor er ihr eine scheuerte. Sie erschrak sich mehr, als dass sie Schmerzen empfand. Sie sah ihn mit großen Augen an. „Auf was wartet ihr? Markiert sie!“ befahl er und einer der Männer ging auf den kleine Ofen in der Ecke des Raumes zu, um ein Brandeisen herauszuziehen. Es glühte und sie riss die Augen auf und fing an zu zappeln. Sie wollten ihr ein Brandzeichen geben! Sie fing an zu schreien, ohne dass sie überhaupt mit dem Eisen in Berührung kam. Wieder bekam sie Eine gescheuert und der Dicke sagte: „Halt die Klappe, Weib. Es wäre besser so!“ und der andere Mann ging direkt an ihr vorbei und das glühende Eisen hatte eine Sichel und eine Nummer darunter. 534. Sie war Sklavin 534, die hier dieses Brandzeichen bekam. Und im nächsten Moment durchzuckte sie ein Schmerz in der Schulter, welcher langsam durch ihren Körper floss. Ihr Herz setzte einige Schläge, so groß war der Schmerz, den sie gerade erlebte und sie wünschte sich einfach nur zu sterben. Sie bemerkte gar nicht, dass das Eisen gar nicht mehr an ihrer Haut war, sie keuchte nur schwer, bis sie sich später wieder in derselben Ecke, im Raum mit den anderen Frauen war. Die kühle Wand war eine Wohltat für ihre geschundene, rechte Schulter und sie lehnte auch ihren Kopf an die Wand, die Augen schon die ganze Zeit geschlossen. Auch Jess sagte nichts, sie wollte die Kleinere vollkommen überfordern. Immerhin schien Auri hier die Jüngste zu sein und so ein junges Ding, sollte sowas eigentlich niemals erleben. Doch versprachen sie die Herren viel Profit von ihr, doch Auri interessierte es nicht, was um sie herum geschah, sie wollte einfach nur noch schlafen.
Als sie am nächsten Tag aufwachte, war es noch immer nicht besser und sie fühlte sich krank. Ihr war es klar, dass die Wunde sich wahrscheinlich entzünden würde, aber das interessierte hier niemanden. Die folgenden Tage unterhielt sie sich mit Jess und konnte der Aussage, dass das Ganze hier wie ein Uhrwerk lief, nur zustimmen. Ein paar gingen, neue kamen. Und dann war es irgendwann soweit, dass ein Mann kam und Jess mit sich schleifte. Sie konnten sich nicht einmal voneinander verabschieden und Auri wusste, sie hatte begonnen, die Rothaarige zu mögen. Sie hoffte, dass Jess es wenigstens halbwegs gut bei ihrem neuen Herrn haben würde. So saß Auri weitere Tage apathisch in der Ecke, ohne sich einen Zentimeter zu bewegen. Ein weiteres Mal wurde die Tür auf geknallt und nun kam der Mann geradewegs auf sie zu. Nun war sie also dran.  Er zog sie hoch, doch sie zeigte ihm, dass sie keinen Bock hatte, als Weib eines fetten, besoffenen Mannes zu werden. Sie traten auf den Gang und sie trat ihn gegen das Schienbein und dann in seine Kronjuwelen, ehe sie sich losriss und den Gang hinutersprintete. Sie fürchtete jederzeit einem dieser Männer in die Arme zu laufen, doch sie war dummerweise in der Eingangshalle des Hauses gelandet, wo sich der dicke Mann mit einem großen, schmierigen Typen unterhielt. Dies erkannte sie schon von weitem und hinter ihr kamen der Typ, dem sie vorher entkommen war und noch ein Anderer, welche sie mit zornigem Blick fokussierten. Scheiße! So musste sie es wagen und an den beiden Männern in der Eingangshalle vorbeirannte, obwohl sie dem großen Mann gradewegs in die Arme lief, welcher sie pervers ansah. „Nanu, ist sie das Etwa?“ fragte er an den dicken Mann gerichtet, der langsam nickte. Der Große antworte: „Sie haben nicht zu wenig versprochen. Sie ist wunderschön. Ich denke der ausgemachte Preis passt“ und verließ das Haus mit ihr, ohne sich bei dem anderen Mann zu verabschieden. Und nun brach die Zeit in Auri´s Leben an, welche sie später immer wieder verfolgte. Der Mann trug den Namen Friedrich und es schien so, als würde er sie als sein Objekt ansehen. Als sein Besitz. Jedes ihrer Wiederworte wurde bestraft und sie wurde jede Nacht gegen ihren Willen missbraucht und sie fürchtete, wenn sie jemals entkommen könnte, würde sie sich nie wieder einem Mann anvertrauen können. Doch eines Nachts, als er sich wieder an ihr vergriffen hatte, sah sie die Gelegenheit, sich für alle seine Taten in den letzten acht Monaten zu rächen. Er lag noch über er, dennoch hatte er dummerweise sein Messer, womit er sie so oft bedrohte, einfach auf dem kleinen Nachttischchen abgelegt und ehe er reagieren konnte, schnappte sich Auri das Messer und stach auf den Mann ein, zeigte ihm, wie sehr sich ihn hasste, bis er sich nicht mehr rührte. Sie atmete schwer und schob Friedrich von sich. Sie schnappte sich seinen Geldbeutel und kaufte sich zurück an die Oberfläche, wo sie die Entscheidung ihres Lebens traf. Wenn sie wollte, dass ihr so etwas nie wieder passiert, sollte sie dafür sorgen, dass sie stärker werden würde und sich verteidigen könnte. Sie würde dem Militär beitreten.

*
Heyy,
nochmal kurz was von mir, haha. Und zwar wollte ich fragen, ob ich das Kapitel gut dargestellt habe, oder ob ich mir an der ein oder anderen Stelle noch einmal was über legen sollte? Ist Auri's Entscheidung nachvollziehbar?

Liebe Grüße,
Cracie:))
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