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Wings

GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P18 / Het
Eren Jäger Hanji Zoe Irvin / Erwin Smith Levi Ackermann / Rivaille Mikasa Ackerman OC (Own Character)
12.01.2021
05.03.2021
31
85.469
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23.02.2021 4.748
 
Als sie vor ihm stehenblieb, zog sie ihr Knie hoch und rammte es in ihm seine Weichteile. „Du hast eigentlich noch viel mehr verdient, aber der Hauptgefreite wird das liebend gerne für mich übernehmen.“ Grinste sie engelsgleich, deutete hinter sich, ehe sie wieder von dannen schritt. Jetzt würden sie wieder zurück nach Hause kehren, dort wo sie endlich Ruhe haben würden.

Sie trotte zu Erwin, er sah sie mit diesen riesigen Augen an und meinte grinsend: „Hier bin ich.“ Und zuckte mit den Schultern. „Du… du lebst?“ fragte er, er konnte es gar nicht fassen und legte eine Hand auf ihre rechte Schulter, als müsse er spüren, dass sie auch wirklich wahrhaftig vor ihm stand. „Ja… Levi hat mich gerettet.“ Grinste sie verlegen. Oh Mann, Levi hatte ihr in letzter Zeit echt sehr viel das Leben gerettet. „Natürlich… Komm her.“ Brummte Erwin und zog sie in seine Arme. „Was ist da draußen vorgefallen?“ fragte er, hielt sie noch immer in den Armen. „Nick. Er hatte sich mit dem Lord verbündet, ich weiß nicht, was ihn dazu gebracht hat, dies zu tun. Er meinte nur, dass ich Unheil über die Welt bringen werde und er davor lieber selbst mich tötet. Allerdings war er nicht mutig genug, um es selbst zu machen und hat mich dann einfach ausgesetzt.“ Erklärte Auri niedergeschlagen und drückte sich in die Arme ihres Patenonkels. „Er wird eingekerkert, wenn wir zurück sind, dann wird sich Levi um ihn kümmern. Er wird dir nichts mehr tun können, Auri.“ Knurrte er und löste sich, sah ihr prüfend ins Gesicht. Sie nickte, nahm eine seiner Hände und drückte diese. „Ist gut Erwin. Ich bin froh, dich zu sehen.“ Lächelte sie munter und er lächelte dankbar: „Du weißt gar nicht, wie dankbar ich bin. Ich hätte mir nicht vorstellen können, wie es ohne dich gewesen wäre. Du gehörst inzwischen zu mir, ich will dich nicht mehr missen.“ erklärte er und Auri wurde ganz warm ums Herz. „Ich denke du solltest zu deinen Freunden gehen. Die kleine Yoko hat sich schreckliche Sorgen gemacht. Beeilt euch, es geht gleich wieder nach Hause.“ Sagte Erwin und sah hinter Auri, welche sich schließlich auch dort hin wendete. Dort sah sie ihre Freunde, welche sie alle mit diesem verdutzten und entsetzten Blick ansahen.

Sie nickte noch schnell Erwin zu, ehe sie schnellen Schrittes zu ihren Freunden rüberging, welche sie wahrlich ansahen, wie ein Geist. „Auri… aber-“ hauchte Yoko, hielt sich die Hand vor den Mund, ging zu ihrer Freundin und ging einmal um Auri herum, als ob sie denken würde, sie würde halluzinieren. „Wie kann das sein? Nick hat doch gesagt du bist tot? Außerdem, warum wurde er jetzt festgenommen?“ fragte Jeremy, er hatte sich schneller als die Anderen gefasst. „Nick war ein Verräter. Er hat mit dem Lord zusammengearbeitet und er hat auch Isadora’s Becher vergiftet. Nun hat er endgültig versucht mich zu töten. Daher ließ der Hauptgefreite ihn auch festnehmen.“ Erklärte Auri und hörte sich sogar relativ gefasst an. „Aber wie- wie konnte er das tun? Wir waren doch Freunde?“ hauchte Ainsley geschockt, sie hätte das nicht von ihrem Liebsten erwartet. „Er meinte, dass ich für das Ende der Menschheit verantwortlich sein werde. Er wollte dies nun abwenden, indem er mich mitten im Nirgendwo absetzte.“ Erklärte Auri und Ainsley liefen ein paar Tränen über die Wangen. „Wird das jetzt immer so weitergehen? Wird unsere Gruppe wirklich immer kleiner werden, bis wir alle nicht mehr sind?“ fragte Yoko, sie schüttelte ungläubig den Kopf. Sie legte unbewusst eine Hand auf ihren Bauch, schien nachzudenken. „Alle zu den Pferden, es geht nun nach Hause.“ Befahl Erwin, Auri wurde schnell von Nifa, einem Mitglied in Hanji’s Gruppe zu einem Transportwagen gebracht. „Hanji meinte, dass du nicht mehr besonders belastungsfähig bist. Bleib bitte bei den Wägen, okay?“ meinte die kleine Rothaarige, welche Auri etwas an Petra erinnerte. Sie nickte und setzte sich schnurstracks in den Wagen, ehe es wenige Minuten später weiterging. Der Wald wurde während der ganzen Zeit von Truppen abgesichert, sodass keiner der Titanen die kleine Pause unterbrechen konnte.

Auri legte sich auf den Rücken, sie war einfach verdammt erschöpft. Der letzte Tag und Nacht hatten ihre Nerven und ihren Körper so beansprucht, sie war einfach ausgelaugt. Aber wer hätte gedacht, dass sie da noch irgendwie ziemlich heile rauskommen würde? Klar, Levi hatte ihr echt oft den Arsch gerettet, aber sie hatte, wenn jetzt nicht mehr allzu viel passieren würde, ihre erste Mission überlebt und war somit ein vollwertiges Mitglied des Aufklärungstrupps! Sie grinste müde, sah gen Himmel, die Sonne blendete sie, doch war es ihr egal. Jetzt wären sie gleich zu Hause und es würde sich schon alles klären, irgendwie.

Hanji sah besorgt zu der kleinen Schwarzhaarigen hinunter. Auri schlief schon seit zwei Tagen und selbst Levi hatte sich nach ihr erkundigt. Daraufhin hatte Hanji nur blöd gegrinst und gekräht, dass er sich wohl ziemlich Sorgen um sie machte. Darauf hatte er sie bloß beleidigt und ihr einen Klaps auf den Hinterkopf gegeben. Levi war ein Sturkopf, aber Auri hatte es irgendwie geschafft, ihn etwas zu erweichen, das war der Braunhaarigen aufgefallen. Hanji wusste doch, dass da was sein würde. Nur schienen beide nicht wirklich zu wissen, was nun wirklich zwischen ihnen war. Das hieß, Hanji müsste dabei helfen. Bei diesem Gedanken grinste sie blöd, überlegte, ob sie die Beiden einfach in eine Besenkammer einsperren konnte und sagen konnte ‚Ja, jetzt macht mal.‘ Hanji war sich sicher, dass Beide sie wahrscheinlich dann umbringen würden. Das war es also nicht, mal weiter überlegen… Sie könnte Auri doch einfach auf Levi schubsen, besonders leichtfüßig auf den Beinen schien Auri ja sowieso nicht zu sein. Hanji grinste teuflisch. Nur sollte sie dabei bedenken, dass Auri kein Tablett in der Hand hat, sonst wäre das Ganze eher kontraproduktiv. Die Wissenschaftlerin war zufrieden, klopfte sich innerlich auf die Schultern, sie lobte sich für ihren Scharfsinn. Sie freute sich bloß bei der Vorstellung, dass in ein paar Monaten hier vielleicht ein Klein-Levi oder ein Klein-Auri durch das Hauptquartier laufen könnte. Und sie würde dann später ihrem Patenkind erzählen können, dass sie Mama und Papa zusammengebracht hat. Hach, eine wunderschöne Vorstellung.

Nur um das Ganze umsetzen zu können, müsste Auri jetzt langsam mal aufwachen, dachte sie und sah die Schwarzhaarige abwartend an, als ob sie erwarten würde, dass Auri dadurch aufwachte. Natürlich tat sie das nicht und Hanji entschloss sich, nochmal das nötige medizinische Material zu holen, um später Auri’s Schulterblatt zu verarzten. Ja, dieses Schulterblatt hatte einiges abbekommen. Zum einen war da eine tiefe Wunde, die sogar etwas den Knochen hervorschimmern ließ und zum anderen war ihr Schulterblatt ausgerenkt gewesen. Zum Glück hatte die Kleine geschlafen, dachte Hanji, als sie daran dachte, wie sie den Knocken wieder eingerenkt hatte. Sie fragte sich, wie Auri diese Schmerzen ausgehalten hatte, sowas tat doch einfach nur weh! Zumindest nahm Hanji das an, sie hatte sich noch nie das Schulterblatt ausgerenkt. Hanji ging los und holte das ganze Zeug, wo sie durch das ganze Gebäude musste, um zum Krankenflügel zu gelangen. Hier und da schwatzte sie noch mit ein paar Leuten, die ihren Weg kreuzten. Inzwischen war die alltägliche Ruhe eingekehrt und selbst Hanji war froh darüber. Jetzt musste nur noch die Sache mit Nick geklärt werden, der demnächst von der Militärpolizei abgeholt werden würde und der Lord sollte gut gestimmt sein, dann würde das alles schon in die richtigen Bahnen laufen, ja ganz bestimmt. Hanji war da optimistisch.

Stöhnend fasste sich Auri an den Kopf, sie hielt die Augen geschlossen. Sie fühlte sich, als wäre Elpis einmal gerade über sie drüber getrampelt, obwohl ihr rechtes Schulterblatt am meisten wehtat. Sie konnte es zwar ganz normal bewegen, aber es tat einfach weh. Ihr Kopf drohnte, als hätte sie eine ganze Nacht durchgemacht, nicht dass sie wie wüsste, wie sich das anfühlte. Aber sie glaubte, dass es so war. Sie öffnete schließlich doch die Augen, hob sich die Hand vor’s Gesicht, da sie von der hereinscheinenden Sonne geblendet wurde. Sie sah sich um, meinte dass sie in Erwin’s Büro war. Sie lag auf einer hässlichen grünen Couch. Bloß… wo war Erwin? Der war doch so ein Schreibtischhengst, warum war er jetzt nicht hier? Sie konnte sich nicht erinnern, dass auf der Rückfahrt noch irgendwas passiert war, aber sie war auch kurz vor der Ankunft eingeschlafen. Apropos, wie lange hatte sie geschlafen? Nur ein paar Stunden, oder vielleicht schon ein paar Tage? Wie ging es Lukas und ihren ganzen anderen Freunden? Und vor allem, wie ging es Levi?

Selbst in ihren Träumen ließ der Typ sie nicht in Ruhe, selbst dort litt sie immer an diesen butterweichen Knien und diesem Herzklopfen. Nur wurde sie in diesem Traum in ein Krankenhaus gebracht, weil sie kollabiert war und das nur, weil er mit ihr geredet hatte. Es war gewiss ein sehr seltsamer Traum. Immerhin kollabierte sie nicht gleich, wenn er mit ihr redete. Nur fast. Sie setzte sich auf, ihr war es sogleich ganz schummrig, sodass sie kurz die Augen schloss um sich wieder zu fassen. Sie hörte, dass die Tür leise geöffnet wurde, sodass sie die Augen aufschlug und Hanji erblickte, welche sie strahlend anblickte. „Auri, du bist wach! Hach, wie schön man hat sich schon Sorgen um dich gemacht.“ Meinte Hanji als sie dann Auri den Kopf tätschelte, welche daraufhin kurz das Gesicht verzog. „Achja?“ fragte Auri und lächelte. „Ja, selbst der Kurze hat nach dir gefragt.“ Informierte Hanji sie aufgeregt und Auri grinste sogleich dämlich. Er machte sich Sorgen um sie? Wie niedlich. „Was hat er denn gesagt?“ fragte Auri höchst interessiert. „Genau kann ich mich nicht mehr daran erinnern, aber es hatte so sich nach: ‚Ist das Gör etwa tot, oder was‘? Ja, so war es.“ Grübelte Hanji und Auri schüttelte den Kopf. Ja, das hörte sich verdächtig nach Levi an. „Mhm… Du Hanji, ist das nicht Erwin’s Büro?“ fragte sie und sah sich um. „Ja allerdings. Nur ist er jetzt für ein paar Tage nicht da, er klärt Sachen mit der Militärpolizei in Sachen Nick. Der wird übrigens verhaftet. Deine Freundin, Ainsley, hat sich übrigens von ihm getrennt. Das war ein Drama, hörst du? Er hatte sie angefleht, ihm doch zu glauben. Dann hatte sie ihm eine verpasst. Er war in den letzten Tagen in der Obhut von Levi und glaub mir, der Typ sieht nicht gut aus. Levi wollte eben die Antworten und Geständnisse aus ihm heraus prügeln, doch der Kerl hat kein einziges Mal den Mund aufgemacht.“ „Oh.“ Meinte Auri, als die Informationen langsam zu ihr durchsickerten. „Und wird die Militärpolizei ihn dann jetzt verhören?“ fragte Auri dann, sie wollte nicht, dass die Sache einfach so auf sich beruhen werden würde. „Ja, die meinten, dass sie das hinkriegen werden, zumindest meinten sie das im letzten Brief.“ Meinte Hanji und zuckte mit den Schultern. „Ich müsste deine Schulter nochmal neu verarzten.“ Erklärte Hanji und Auri nickte, ehe sie ihr weißes Hemd aufknöpfte und es sich von den Schultern zog. „Ich habe dich bei der Ankunft etwas gesäubert. Levi meinte, wenn ich es nicht tun würde, würde er es tun und ich wusste nicht, ob du das so toll finden würdest.“ Grinste Hanji und Auri wurde rot. Als ob Levi das getan hätte… Niemals, oder?
„Da wird ja jemand rot.“ Kicherte Hanji und Auri sah sie kurz böse an, grummelte schließlich: „Gar nicht wahr.“ Ehe sie einen Schmollmund zog. Sie drehte ihren Rücken zu Hanji, damit diese besser da dran kommen würde. „Ich musste dir das Schulterblatt wieder einrenken, hörst du? Ich weiß ja nicht, wie dir das nicht auffallen konnte.“ Plapperte Hanji munter und Auri sah verwirrt nach hinten. „Das frage ich mich auch.“ Ihre Schulter hatte zwar wehgetan, aber dass es ausgerenkt war, hätte sie nicht gedacht. Hanji nahm sorgsam den Verband ab, ehe sie sich alles nochmal genau ansah. „Du Hanji? Wie geht es Lukas, hast du irgendwas von ihm gehört?“ fragte Auri, sie sorgte sich wirklich um ihren Freund. „Ja, ihm geht es soweit gut. Er ist auch wieder wach, nur mental ist er völlig unten, was ja auch verständlich ist.“ Erzählte die Wissenschaftlerin und klatschte etwas Salbe auf die die verletzte Stelle. „Das muss jetzt erstmal kurz einwirken. Solange können wir uns ja über etwas ganz bestimmtes unterhalten.“ Grinste sie breit und Auri hatte automatisch Angst, als sie sich zu Hanji umwendete. „Welches Thema hast du da genau im Sinn?“ fragte sie misstrauisch und kniff die Augen zusammen. „Na, welches wohl? Du und Levi natürlich!“ sagte sie, als wäre es das Normalste auf der Welt. „Da ist nichts, Hanji.“ Wich Auri aus, sie wollte nicht wirklich über dieses komische Verhältnis reden, welches sie und der Hauptgefreite pflegten. „Ach was! Ich sehe doch, wie ihr miteinander umgeht. Wären die doofen Titanen nicht gekommen, hättet ihr euch geküsst, das wäre so süß gewesen!“ schwärmte Hanji und legte die Hände an ihre erröteten Wangen. Auri hingegen riss erschrocken die Augen auf, ihr ganzes Gesicht glich einer Tomate. Sie Beide waren auch nie ungestört… „Das war doch nichts, Hanji. Er wollte mir nur… eine Kampftechnik zeigen, ja genau.“ Überlegte sie und hätte sich am liebsten mit der flachen Hand gegen die Stirn gehauen. „Achja? Levi wusste, dass du verletzt bist, warum hätte er das tun sollen? Außerdem, seit wann umarmt man sich bei kämpfen?“ fragte Hanji und fühlte Auri auf den Zahn. „Was weiß ich, so war es auf jeden Fall.“ Brummte Auri genervt und dennoch verlegen, ihr war das alles zu viel. „Ich glaube es auch.“ Kicherte Hanji und Auri platzte die Zündschnur: „Ich weiß doch selber nicht, was das zwischen uns beiden ist.“ Zischte sie und fuhr sich durch das Haar, fertig mit den Nerven. „Liebe!“ flötete Hanji und erntete daraufhin einen zornigen Blick von Auri. „Das kann man doch nicht als Liebe bezeichnen.“ murmelte sie, ihr Herz war am ausrasten, sowie wurde ihr Körper von der ganzen Aufregung warm. „Die Personen die es betrifft, merken es meist am spätesten, meine Gute. Da knistert’s, mich würde es nicht wundern, wenn ihr Beide mal im Heuhaufen verschwindet.“ Kicherte Hanji und Auri riss wieder die Augen auf, schnappte sich das Kissen und verhaute damit Hanji, die nur weiter vor sich hingiggelte. Abteilungsführerin hin oder her! „Niemand von uns beiden geht miteinander in einen Heuhaufen.“ Stellte Auri klar, als sie von Hanji abgelassen hatte. „Jaja, das sagen sie alle.“ Kicherte sie und Auri war schon wieder drauf und dran, ihr mit dem Kissen eine zu scheuern. „Ich bin ja schon still…“ sagte sie schnell, als Auri wieder das Kissen erhob und hob die Hände. „Also darf ich meinen, wenn du so reagierst, dass du auf ihn stehst?“ fragte Hanji und wackelte mit den Augenbrauen. Auri zog gestresst die Luft ein, schüttelte mit dem Kopf, doch ihr Kopf dachte nur ‚Ja, verdammt!‘. „Auri, ich bin deine Freundin, du kannst ehrlich mit mir sein. Ich sage auch nichts, ich schwöre es dir!“ Hanji hob einen Finger und nickte eifrig. Auri sah sie verlegen an. „Ich weiß nicht, was das zwischen mir und ihm ist. Und ja… ich mag ihn. Sehr sogar.“ Grummelte sie letzteres geschlagen und sah auf ihre Finger. Von Hanji kam ein ersticktes Quietschen, doch Auri war es mehr als peinlich. „Also doch Heuhaufen?“ fragte sie und Auri sah sie wieder entrüstet an: „Was hast du eigentlich heute mit deinem Heuhaufen? Ich weiß ja nicht mal, ob er das Selbe fühlt.“ Sagte sie und zog einen Schmollmund. „Das tut er. Er weiß es nur noch nicht richtig. Glaub mir.“ Grinste Hanji und nickte wild. „Meinst du?“ fragte sie wieder leise und Hanji grinste breit: „Aber klar doch! Darf ich fragen, was du fühlst, wenn du an ihn denkst, oder bei ihm bist?“ fragte die Braunhaarige und Auri sah hoch. „Jeder meiner Gedankengänge endet bei ihm. Es ist, als wäre er der Herr über meine Gedanken. Er kann sie gleichzeitig verwüsten, aber auch mich dazu bringen, gar nichts zu denken. Bei ihm kann ich einen freien Kopf haben, ohne mir Gedanken darüber machen zu müssen, was ich da gerade sage. Auch kann er mir gut zuhören und Tipps geben. Mein Körper flippt regelrecht aus, wenn er mich berührt, da ist dieses eine Gefühl in meinem Bauch, welches mich ganz leicht fühlen lässt. Und mein Körper kribbelt da, wo er mich berührt. Und, Oh Gott, dieses Herzklopfen, irgendwann werde ich einfach kollabieren und nicht wieder aufwachen. Er bringt mein Herz bloß durch seine Anwesenheit zu schmelzen, da könnte er mir die bösesten Wörter an den Kopf werfen und ich wäre glücklich, dass er in meiner Nähe wäre. Und dann, wenn er wieder so ein Arsch ist, möchte ich ihm am liebsten an die Kehle springen und dennoch, nimmt er meinen Verstand vollkommen ein. Ich… bin ein hoffnungsloser Fall, oder?“ fragte sie und sah leicht lächelnd in die Ferne, natürlich im Gedanken bei ihm. „Auri. Das ist so niedlich! Wenn du es ihm so sagst, dann wird selbst er weich werden!“ frohlockte Hanji, stand auf und klatschte in die Hände. „Ich werde ihm garantiert nichts sagen. Das nehme ich mit ins Grab.“ Meinte Auri stur und verschränkte die Arme vor der Brust. „Ihr seid beide so sturköpfig.“ Meinte Hanji und verschränkte auch etwas genervt die Arme vor der Brust. „Dann ist es halt so.“ „Das hätte er auch gesagt.“ Kommentierte Hanji und Auri meinte nur: „Tch.“ Ehe sie die Augen aufriss. „Ha!“ grinste Hanji. „Weißt du, ich habe gehört, sobald man schon lange in einer Beziehung ist, färben die Verhaltensweisen des Partners auf einen ab.“ Lächelte Hanji und Auri sah zu ihr hoch. „Das Problem ist nur, dass ich nicht mal in einer Beziehung mit ihm bin.“ „Eben, das heißt, ihr seid füreinander bestimmt!“ sagte Hanji erfreut und klatschte in die Hände. „Ja genau, das Schicksal dachte sich, die Beiden hier kommen zusammen und zeugen ein paar kleinwüchsige Kinder, ist klar.“ Brummte Auri, dennoch bekam sie rote Wangen bei dem Gedanken, Kinder mit Levi zu haben. „Auri! Du bist echt doof, wenn du so pessimistisch denkst! Ich glaube, ihr bekommt richtig süße Kinder. Sie werden garantiert das Beste von euch beiden haben. Von dir das schöne Aussehen und den Scharfsinn und von Levi halt auch nochmal gutes Aussehen und die Kampfagilität. Eure Kinder wären richtige Genies!“ rief Hanji voller Euphorie und alle die wahrscheinlich an dem Zimmer vorbeigehen würden, werden jetzt sonstwas denken. Wuhu, Auri freute sich schon auf die Gerüchte. „Hanji!“ maulte Auri und versteckte ihren Kopf in dem Kissen, vielleicht sollte sie versuchen sich damit zu ersticken, damit sie dieser ganzen Scham entgehen konnte. „Ist ja schon gut, ich bin still. Aber wenn ich dir später sage, dass ich recht hatte, hab ich was gut bei dir!“ „Gut, dass du nie Recht haben wirst!“ brummte Auri zurück. „Ich bin so blöd! Ich habe einen neuen Verband vergessen! Warte, ich gehe nochmal kurz los!“ meinte sie und eilte schon aus der Tür. Da Auri nicht die ganze Zeit nur im BH dasitzen wollte, zog sie sich kurz das Hemd über die Schultern, falls doch jemand hereinkommen würde.

Sie sah auf den Boden, träumte vor sich hin, war immer noch voll fertig wegen dem Gespräch gerade und versuchte ihren Atem zu entspannen. Ganz leise klopfte es an der Tür und Auri fragte sich, wer es wohl sein möge. Hanji würde wohl kaum klopfen… Es trat jemand ein, ohne auf ihre Antwort zu warten. Und natürlich war er es, der eintrat. Er schloss die Tür, hatte die ganze Zeit seine Augen auf sie gerichtet. Sie stand schnell auf, ihr Herz beschleunigte auf sich auf ein Maximum. Schlaganfall ahoi!

„Levi.“ Stotterte sie und sah ihn mit hochrotem Gesicht an, versuchte schnell ihr Hemd zu schließen. Peinlicher konnte es auch nicht mehr gehen!, dachte sie angestrengt, als ein Knopf mal nicht so wollte wie sie. Sie verfluchte den Knopf auf den Tod, warf ihm Todesblicke zu. „Das kann man ja nicht mit ansehen.“ Kam es von Levi, ehe er zu ihr hinüber schritt und selbst langsam Knopf für Knopf ihr Hemd schloss. Sie spürte seinen Atem auf ihrer Haut, ihr Gesicht glich wahrlich einer Tomate und ihr Herz setzte regelmäßig einen Schlag aus, ehe es wie wild pumpte. Ihre Haut kribbelte dort, wo er sie zufällig berührte. Sie sah zu ihm hoch in seine grauen Augen, doch sein Blick war nur auf ihren schönen Körper gerichtet. Er sah ihr erst ins Gesicht, als er den letzten Knopf geschlossen hatte. Mein Gott, küss mich, flehte sie innerlich. Jetzt war doch der perfekte Augenblick! Sie sahen sich stumm in die Augen, die Spannung war schon beinahe zum Greifen nah. Er räusperte sich nach einer Weile und trat etwas von ihr zurück und meinte dann mit seiner üblichen kühlen Stimme: „Hanji hat mich geschickt, du möchtest etwas mit mir bereden?“ fragte er und Auri verfluchte Hanji auf das Übelste. Sie kniff die Augen zusammen, zuckte dann mit den Schultern und meinte: „Ich habe keine Ahnung, also bei mir gibt es nichts… Wie ist dein Tag so?“ fragte sie nervös und er sah sie nur suspekt an. Sie lachte kurz nervlich am Ende auf, ehe sie durch seinen Blick wieder verstummte. „Gut.“ Antwortete er schließlich, sie meinte gespielt erfreut: „Das ist schön, gibt es irgendwas zu putzen- ääh“ sie plapperte irgendwas vor sich hin, ohne Punkt und Komma. Sie war durch seine Aktion gerade so aus der Bahn geworfen. „Ich weiß ja nicht, was dein Problem ist, oder ob du doch irgendwie noch krank bist, aber ich müsste was mit dir besprechen, welches höchste Ernsthaftigkeit bedarft.“ Erklärte er streng und ihr lief ein kalter Schauer über den Rücken. Sie nickte eilig, sie versuchte sich irgendwie wieder zu sammeln. „Zuerst möchte ich, dass du weißt, dass du, ich und Erwin in ein paar Tagen auf einen Ball bei Lord James eingeladen sind. Dort möchte er auch ein paar Angelegenheiten klären.“ Erklärte er und sie stöhnte genervt auf. Sie hatte gar keinen Bock den Typen wieder zu sehen, er hatte ihr und ihren Freunden genug angetan! „Glaub mir, Erwin und ich sind da genauso wenig scharf drauf, aber wenn es ein paar Angelegenheiten aus der Welt schaffen kann, werden wir einen Abend aushalten. Uns werden sogar die Kleider gestellt.“ Meinte er, doch als ob sie das irgendwie interessieren würde. „Ja, weil ich auch diese schweren Lappen liebe.“ Grummelte sie sarkastisch und verschränkte die Arme vor der Brust. Er sah sie an und meinte dann: „Und da gibt es noch was, was ich mit dir bereden möchte.“ Er klang so distanziert und kalt, doch in seinem Gesicht konnte Auri zum ersten Mal ein richtiges Chaos sehen. Was hatte er bloß?

„Ich habe entschlossen, dich aus meiner Einheit zu schmeißen.“ Sagte er stur gerade hinaus und Auri entglitten alle Gesichtszüge. „Bitte? Warum?“ fragte sie verwirrt, doch ihr Herz war mit einem Mal so schwer. „Ich habe auf der Mission gemerkt, dass du es noch nicht würdig bist, dieser Einheit anzugehören. Du hast dich immer blind auf die Gefahr gestürzt, ich musste dir jedes Mal den Arsch retten. Das geht so nicht und in meiner Einheit werde ich sowas nicht dulden.“ Erklärte er mit einer gewissen Härte in der Stimme. Mit jedem Wort wurde das Loch in ihrem Herzen größer. „Sowie zollst du mir kein bisschen Respekt, was ich, als dein Vorgesetzter, durchaus verlange.“ Redete er weiter, ihr Herz war so unglaublich schwer. Und das Schlimmste war, er hatte auch noch recht. Aber sie wollte ihn nicht einfach so damit durchkommen lassen. „Und warum hast du mit mir kein einziges Mal über mein Fehlverhalten geredet? Oder willst du mich einfach durch diese paar Missgeschicke abschreiben und loswerden? Damit ich das Problem von jemand anderes bin?“ fragte sie aufgebracht und blitzte ihn zornig an. „Als ob es dir nicht selbst aufgefallen ist. Ich lasse sehr wohl meine Untergebenen alleine handeln, aber dabei gehe ich auch davon aus, dass ich ihnen nicht jedes Mal ihren verdammten Arsch retten muss.“ Kam es zurück, er blitzte sie genauso an, in seinen Augen herrschte ein Sturm. Sie schluckte hart. „Ich habe ja nicht mal verlangt, dass du mich rettest. Wenn ich so ein großes Problem für dich bin, warum hast du mich nicht einfach da draußen verrecken lassen?“ fauchte sie, sein Blick war mit einem Mal fassungslos. „Hast du das gerade wirklich gesagt?“ fragte er tonlos, sah sie weiterhin mit diesen Augen an. „Natürlich. Und ich meine es auch so.“ feuerte sie zurück. Ja, sie war verdammt sauer. „Das du das wirklich gerade fragst…“ flüsterte fassungslos, fuhr sich durch die doch eigentlich so ordentliche Haare. Es sah sie an, diese Augen waren weit aufgerissen, sie hatten ihn wirklich noch nie so verletzlich gesehen. Er ging schnell zu ihr, legte seine starken Arme um ihren Körper, presste sie an sich, während sie verbissen versuchte sich von ihm zu lösen. Sie haute gegen seine Brust, doch er legte nur eine Hand an ihren Hinterkopf, meinte leise, fast schon unverständlich: „Ich werde dich immer beschützen, Auri… Und wenn es mir selbst das Leben kosten würde, hörst du?“ sagte er und sie hielt mit einem Mal still. Diese Worte hatten sie einerseits so berührt, andererseits machten sie ihr auch solche Angst. Er sollte doch nicht für sie sterben!

„Das meinst doch jetzt bestimmt nicht so…“ murmelte sie und befreite sich aus seinen Armen, trat einige Meter weg von ihm. Da war dieser Ausdruck in seinen Augen, den sie nie vermocht hatte zu sehen. Da war diese Verzweiflung in seinem Blick und mit einem Mal, wollte sie sich von selbst wieder in seine Arme begeben. Doch sie blieb weg von ihm. Er holte schwer Luft, ehe er ihr fest in die Augen sah. „Willst du den wirklichen Grund wissen?“ fragte er, schluckte hart und sah sie fest an. Sie nickte atemlos, ihr Herz raste in ihrer Brust. Er sah sie kurz andächtig an, ehe er sich fasste und zu ihr abermals hinüber schritt. Er legte ihr seine rechte Hand in den Nacken, zog sie mit der anderen Hand nah zu sich, sie legte automatisch ihre Hände an seine Brust. Jede einzelne Berührung seinerseits benebelte ihren Verstand, so wie kein anderer Mann es konnte. Sie schien wie betäubt, sie wusste nichts mehr mit ihrem Körper anzufangen. Sie genoss diese Berührungen durch und durch, sie liebte seine Nähe. Es war still zwischen ihnen Beiden. Sie sah auf seine Brust, sie hatte Angst vor dem, was als Nächstes folgen würde. Wieder einmal brachte Levi ihr Herz dazu, kurz auszusetzen, als er ihr Kinn anhob, ein Blitz fuhr durch ihren Körper.

Der nächste Moment verlief für sie wie in Zeitlupe. Sie sah hoch, in diese perfekten grauen Augen, ehe er seine weichen Lippen auf ihre drückte. Ihr wurde der Boden unter den Füßen weggerissen, sie schloss überwältigt die Augen, das Einzige was sie noch hielt war Levi. Und jetzt war es so, dass nur sie zwei auf der Welt waren, alles andere löste sich auf und ihr Kopf hatte sich vollkommen abgeschaltet. Da herrschte nur dieses Chaos, welches nur Levi befehligen und verursachen konnte. Nur er und kein anderer. Ihr Herz arbeitete auf Hochtouren, während sie ihre Hände langsam hoch zu seinen muskulösen Schultern hochfahren ließ. Ihre rechte Hand ertastete den Kragen seiner Jacke, während die Andere dort an seiner Schulter verblieb. Ihre Hand fuhr weiter, bis zu seinen weichen Haaren im Nacken, sie ließ die Strähnen seines Haars durch ihre Finger gleiten. Alles was sie fühlte brannte sich in ihren Verstand. Sei es sein Geruch, oder seine starken Arme, mit denen er sie dicht an sich presste, als wäre sie sein Eigentum und keiner sollte es je wagen, sie blöd von der Seite anzusehen. Ja, sie war diesem Mann verfallen. Und wie.

Der Kuss hatte zwei Seiten. Da war zum einen diese Leidenschaft, mit der er sie um den Verstand brachte und dann war da noch… etwas Forderndes. Als ob er ihr klar machen wollte, dass sie nur ihm gehörte und es niemals ein anderer Mann es wagen sollte, sie anzufassen. Aber sie gehörte ihm doch schon, mit Leib und Seele.
Ihre Lippen lösten sich nach ein paar Sekunden und mit einem Mal hatte sie die Angst, das alles nur geträumt zu haben. Die Wärme in ihrem Herz erlosch, sie fühlte sofort die Sehnsucht, ihn wieder küssen zu wollen. Sie sahen einander an, bis er atemlos meinte: „Deshalb kann ich nicht mehr für dich verantwortlich sein.“ Er sah sie noch kurz an, ehe er schnell den Raum verließ.
Das… war sein Grund?

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Hallöle!
da isser, der erste Kuss hahah:D Mein Gott, ich bin beim schreiben dieses Kapitels tausend Tode gestorben, wirklich. Ich hoffe es hat euch gefallen!
Liebe Grüße
Gracie<3
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