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Brennendes Herz

GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
Bob Andrews Peter Shaw
11.01.2021
25.03.2021
10
13.302
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11.01.2021 1.388
 
Liebe Leser,
mich hat es jetzt doch wieder in den Fingern gejuckt. Ich hoffe, ihr habt Spaß mit meiner neuen Geschichte.
Sollte der ein oder andere Feuerwehrmann/frau unter euch sein, verzeiht mir, wenn die Realität manchmal anders abläuft. Ich habe versucht so gut wie es geht zu recherchieren ;)
So, nun lasst uns abtauchen  in die neue  Welt von Bob und Peter...

Eure Kirschkuchen


_________________________________



Bob Andrews stieg aus seinem gelben Käfer und ließ sogleich seinen Blick an dem Backsteingebäude, vor dem er parkte, nach oben wandern. Über ihm spannte sich der blaue kalifornische Himmel, die Luft war heiß und trocken.
Er atmete kurz durch und ließ den Blick weiter wandern.
Vor ihm lagen die geschlossenen großen Tore 1 bis 8. Auf der linken Seite des langen Gebäudes ragte der Schlauchturm in die Höhe. Santa Monica Fire Dept stand auf die roten Backsteine gemalt. Rechts befand sich der Haupteingang direkt neben der Einsatzleitzentrale, die komplett verglast war. Allerdings waren die Jalousien geschlossen, sodass er keine Personen darin erkennen konnte.
Der junge blonde Mann lief nun zum Eingang und drückte gegen die Tür. Sie war offen.
Er trat in das kühle Treppenhaus. An den Wänden hingen Bilder von Feuerwehrmannschaften in Reih‘ und Glied aufgestellt. Ein paar Auszeichnungen über gewonnene Wettbewerbe, ein paar Zertifikate über besondere Lehrgänge. Vertraute Anblicke, so sah es in jeder Wache aus.

Plötzlich hörte er Schritte hallen und um die Ecke bog ein älterer Herr mit riesigem grauem Schnauzer, der sogleich die Augenbrauen nach oben zog.
„Ahaaa, Robert, da sind Sie ja!“ Freundlich streckte er ihm die Hand hin und Bob schüttelte sie. „Wir haben schon auf Sie gewartet. Kommen Sie mir nach, die anderen sind schon oben!“
Nach einem kurzen Geplänkel über seine Fahrt folgte er seinem neuen Vorgesetzten Fred Steel, der die Wache als Hauptbrandmeister leitete. Mit ihm hatte er im Vorhinein alle seine Gespräche geführt.
Sie gingen einige Gänge entlang und befanden sich jetzt direkt über der Fahrzeughalle, wo die Aufenthalts- und Schlafräume der Männer lagen. Bob war nach seiner Zusage zu dem neuen Job ganz kurz herumgeführt worden, aber als dann der Alarm losging, hatte man just in diesem Augenblick natürlich anderes zu tun.

Steel öffnete eine Tür und beide Männer traten in den Raum, der wie ein Besprechungszimmer eingerichtet war. In der Mitte stand ein dunkler Holztisch und rings herum auf den Stühlen saßen ca. fünfundzwanzig Männer in dunkelblauen Polohemden mit kleinem Emblem auf der Brusttasche. Bob lächelte und stellte sich neben Steel, der nun das Wort ergriff, worauf alle Gespräche sofort verstummten. Während Steel sprach, sah sich Bob in der Runde herum. Die Männer von dieser Schicht sahen nett aus, einige saßen locker auf ihren Stühlen, hatten Kaffeetassen oder eine Colaflasche in der Hand. Einige schienen in seinem Alter zu sein, andere wesentlich älter. Bob wusste, dass die Mischung aus frischem Blut und Erfahrung ein Team erst effektiv machte.

„...soviel von meiner Seite. Aber wie gesagt, Peter müsste jeden Moment nachkommen, der ist noch unten beim Atemschutz. Ihr neuer Zimmerkollege wird Sie dann noch weiter herumführen, so ist das Sitte bei uns. Möchten Sie kurz was zu Ihrer Person sagen, Sie können das sicher ausführlicher als ich!?“ Steels Schnurrbart zitterte, als er auffordernd lächelnd nickte und auf Bob wies.
Bobs Herz klopfte kurz etwas stärker, denn alle Augen waren nun abwartend auf ihn gerichtet. Man stellte sich ja nicht täglich seinen neuen Kollegen vor. Er räusperte sich und fuhr sich kurz durch seine blonden Haare.
„Ja, also...mein Name ist Robert Andrews, ich bin zweiunddreißig und komme ursprünglich aus Rocky Beach. Seit drei Jahren bin ich im Rang des Hauptfeuerwehrmanns. Zuvor war ich seit meiner Ausbildung in Long Beach in einer Außenstelle tätig. Joa….“
Er blickte in die Runde, hinten meldete sich ein junger Mann mit Glatze.
„Wieso bist du von dort weg?“, wollte er wissen.
„Ich wollte wieder näher zu meinem Heimatort ziehen. Meine Eltern sind nicht mehr die jüngsten...“ Bob zuckte mit den Schultern. „Außerdem dachte ich, ein Tapetenwechsel täte mir gut. Und dann hab ich von der frei gewordenen Stelle gehört...“
Der Mann mit der Glatze nickte kurz und schaute dann vor sich auf den Tisch. Bob sah in die Runde und bemerkte, dass einige ebenfalls nach unten sahen.
Ein kurzer stiller Moment legte sich auf die Gruppe und Bob sah sich nun etwas irritiert nach Steel um, der sich nun plötzlich neben ihm regte. Er holte schon Luft zum Sprechen, als plötzlich die Tür aufflog und ein weiterer Mann in den Raum trat.
„Sorry, Fred, ich...“, platzte er heraus, doch er verstummte, als er Bob sah.
Bob musterte den großen rothaarigen Typ, dessen breite Schultern sich nun schweigend an ihm und Steel vorbeidrückten. Er setzte sich auf den freien Stuhl und zog kurz die Nase hoch, bevor er abwartend wieder Bob und Steel ansah.
„Hrmrhm, ja, also das ist Peter Shaw, Robert! Sie werden sein neuer Zimmerkollege, bei ihm ist ein Bett sozusagen...freigeworden.“
Bob bemerkte, wie sich bei diesen Worten auf Peters Stirn eine Falte bildete, während sein neuer Chef jetzt noch einige organisatorische Dinge erklärte. Bob schluckte kurz und musste seinen Blick krampfhaft von Peter abwenden, dessen Gesicht sich immer noch nicht entspannt hatte.

Als alles geklärt war und die Männer gemeinsam aus dem Raum gingen, lächelte ihm der ein oder andere zu, ein paar nette Worte, einer klopfte ihm auf die Schulter. Die Atmosphäre erschien Bob entspannt. Besonders freute er sich über den Hinweis , den Abend gemeinsam zu verbringen, um sich kennenzulernen, dann würden sich auch alle Männer genauer bei ihm vorstellen.

„Komm mit!“, wurde er nun von der dunklen Stimme angesprochen, die Peter gehörte, der nun neben ihn trat. Er sah ihn nicht an, sondern machte nur eine winkende Bewegung mit dem Arm und überholte ihn dann.
„Klar...“, sagte Bob und fand die Aufforderung nicht besonders freundlich, doch er schritt zügig hinter ihm her.
Nach einigen Metern öffnete Peter eine Tür. „Das ist die Küche.“, sagte er einsilbig.
„Oh, gut. Ihr kocht hier zusammen, nehme ich an?“, fragte Bob und sah in die helle freundliche Küche.
„Ja.“ Peter schloss die Tür wieder vor seiner Nase und lief zum nächsten Raum. Bob zog die Augenbrauen nach oben. Schön, wenn man wohl mit dem Kollegen, der am schlechtesten drauf ist, das Zimmer teilen muss, dachte er und besah sich beim Gehen Peters Haarschopf.

Aufenthaltsraum, Bäder, dann ging es zu den Ruheräumen der Feuerwehrmänner.
„Hier rein!“
Peter stieß die Tür zu ihrem Zimmer auf und trat hinein. Bob folge und sah sich um. In dem rechteckigen Raum standen an den Seiten zwei Betten, zwei schmale Schränke, ein Tisch, zwei Stühle. Vor den Betten lagen flache Teppiche, die Wände waren in einem warmen Sandton gestrichen. Alles war praktisch, aber trotzdem gemütlich anmutend.
„Das ist deins!“ Peter zeigte auf das Bett am Fenster und setzte sich dann auf einen der Stühle und blieb dort schweigend sitzen, holte sein Smartphone heraus.
Bob unterdrückte ein Seufzen und schmiss seine Tasche auf das ihm zugeteilte Bett. Seine anfängliche freudige Stimmung war verschwunden und während er ein paar Sachen auspackte, beobachtete er Peter aus dem Augenwinkel. Ein seltsamer Typ, dachte Bob, richtig attraktiv, aber die Falten auf der Stirn und die zusammengekniffenen Augen machten ihn wenig sympathisch. Sein neuer Zimmerkollege konnte ihn anscheinend nicht mal richtig ansehen. Während Bob ein paar Wechselklamotten in den Schrank packte, legte Peter endlich sein Handy auf den Tisch.
„Hast du Fragen?“, schien er sich zu bemühen, doch Bob hatte keine Lust auf ein Gespräch und schüttelte den Kopf.
„Im Moment nicht. Ich denke, das ergibt...“

Huiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii.

Ein Alarm schrillte durchs Haus und Bob zuckte kurz zusammen. An den neuen Alarmton musste er sich erst noch gewöhnen.

Alarmierung für Zug B. Meldung Santa Monica, Person in Aufzug in Hochhaus stecken geblieben. Keine akute Lebensgefahr.

Bobs Beine waren schon sprungbereit, aber Peter hob seine Hand.
„Wir sind C! B sind Bill, Jack und die aus dem Nordflügel.“
„Ja..ich weiß..ich muss mich erst an das alles gewöhnen.“ Bob versuchte ein Lächeln, doch Peter sah weg und erhob sich dann.
„Muss wieder runter zum Atemschutz.“ Er drehte sich um und noch bevor Bob fragen konnte, ob er nicht mitgehen könnte, war Peter schon verschwunden.
Etwas ratlos ließ sich Bob auf seine neues Bett sinken.
Peters Gesicht spukte vor seinem inneren Auge umher und er war sich noch nicht sicher, was er von ihm halten sollte.
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