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Erneuerung

GeschichteFantasy, Liebesgeschichte / P18 / Gen
Azriel Cassian Elain Archeron Feyre Archeron Nesta Archeron Rhysand
11.01.2021
26.02.2021
16
38.505
2
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11 Reviews
Dieses Kapitel
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11.01.2021 2.648
 
Bei dieser Geschichte handelt sich um eine genehmigte Übersetzung der Geschichte "renew" von Lilipad_Padlily.
Das englische Original findet Ihr hier: https://archiveofourown.org/works/26363653/chapters/64211299

Ich verdiene mit dieser Geschichte kein Geld. Alle Rechte liegen bei der wundervollen Sarah J. Maas.

Diese Fiktion schließt an das Ende von „Das Reich der sieben Höfe 1. Rosen und Dornen“ an und wird abwechselnd aus der Perspektive von Rhysand, Feyre, Cassian, Morrigan, Azriel, Elain, Nesta und Lucien erzählt.
Ich liebe die ganze ACOTAR-Reihe heiß und innig, aber dieser alternative Plot gefällt mir auch sehr gut, weshalb ich mich hier mal an einer Übersetzung versuche. Ich empfehle Euch natürlich auch die englische FF und würde mich über Eure Rückmeldungen sehr freuen.



Kapitel 1: Der Beginn

Rhysand:

Hybern hatte angegriffen. Das war die Antwort auf das, was ich vermutet hatte, und Quelle vieler neuer Fragen in Hinblick auf das Kommende. Der Hof des Sommers war der erste, der den Schrecken von Hybern zu spüren bekam. Ich wußte, dass sie nach nur ein paar Monaten des Friedens und nach dem Ende von Amaranthas Herrschaft völlig unvorbereitet waren. Ich konnte praktisch das Blut im Wind riechen. Azriels Bericht heute morgen hatte ein grauenhaftes Bild dessen gezeichnet, was uns bei unserer Ankunft erwarten würde.

Ich hatte erwartet, Wut zu empfinden, aber stattdessen fühlte ich nur Verbitterung. Ich hatte sie gewarnt. Nachdem Hybern Soldaten geschickt hatte, um die Beine des Kessels zu rauben, hatte ich die anderen Höfe gewarnt, dass Hybern sich gegen uns wenden würde. Wenn einer der Höfe sich herabgelassen hätte, mir eine Antwort zu schicken, hätten sie mich nur daran erinnert, dass ich Amaranthas Hure gewesen war, und das machte mich anscheinend auch zu Hyberns. Ich wünschte, ich hätte sie davon überzeugen können, dass sie im Unrecht waren.

Und nun hatte das Blutbad am Sommerhof meinen Verdacht auf schreckliche Weise bestätigt. Hybern machte sich nicht die Mühe, zwischen Zivilisten und Soldaten zu unterscheiden. Jeder in Prythian war dem Tod geweiht, bis Hybern sich als einziger Herrscher aus der Asche erheben würde. Ich wusste, dass Hybern denjenigen, die kapitulieren, versprechen würde, ihre Machtpositionen zu behalten. Und ich wusste auch, dass Hybern uns in dem Moment töten würde, wo wir unsere Waffen niederlegten. Hybern teilte nicht. Ich bekam Bauchschmerzen, wenn ich an einen weiteren langen Krieg dachte.

High Lord Tarquin hatte Hilferufe an alle Höfe geschickt. In seinem Brief hatte er ausführlich beschrieben, wie Hyberns Schiffe das Ufer erstürmt, die Stadt in Brand gesteckt und dann Ungeheuer losgelassen hatten, um Verwüstungen anzurichten. Vom Kessel erschaffene Kreaturen waren gnadenlos und ohne innezuhalten über die Bewohner hergefallen. Es reichte nicht, dass Hybern wahllos tötete, er hatte auch noch neue Wege gefunden, um zu morden. Das Feuer und die Kreaturen hatten in den Straßen der Stadt Chaos und Verderben verursacht, auf die Tarquins Armee nicht vorbereitet gewesen war. Dann waren tausende von Hyberns Truppen gelandet, die sich um den Rest kümmerten. Kein Fae im Umkreis von drei Meilen um die Küste, hatte überlebt. Selbst im Radius von zehn Meilen waren die Chancen gering gewesen. Tarquin konnte nicht einmal einen Blick auf seine Toten werfen. Stattdessen war den Soldaten befohlen worden, alle Bürger einzusammeln, die sie finden konnten, und zu fliehen, so dass die Leichen in der Sommerhitze verrotten mussten. Frauen. Männer. Kinder. Alle wurden ausgelöscht, als hätten sie nicht einen Tag zuvor noch gelebt und sich für frei und glücklich erachtet, Amarantha überlebt zu haben.

Mor wirkte momentan als Botschafterin des Hofs der Nacht und half bei der Umsiedlung von Tarquins Flüchtlingen. Sie hatte ein kleines Team ihrer Wahl zusammengestellt, um für die ankommenden Verletzten eine effiziente Versorgung zu gewährleisten. Alle Höfe waren dem Hilferuf gefolgt. Momentan waren die Bürger und Truppen des Sommers auf dem Weg zum Frühlingshof, dann musste man weitersehen. In ein paar Nächten war an der Grenze zwischen Sommer- und Herbsthof ein Treffen aller High Lords einberufen worden, um zu entscheiden, wie der Kampf gegen Hybern geführt werden konnte.

Wieder einmal erinnerte mich der verbitterte Teil von mir daran, dass ich diese Themen einen Monat zuvor angesprochen hatte und dafür ausgelacht worden war. Man hatte mich wie einen Verräter weggeschickt. Ich knirschte mit den Zähnen. Ich schämte mich so sehr für meine Wut auf die anderen Höfe, und doch schrie ein stolzer Teil von mir angesichts der Tragödie, die sich am Sommerhof ereignet hatte. Wir hätten es verhindern können! Ab jetzt gab es keine Entschuldigung mehr.

Auf dem Balkon des Hauses der Winde stehend, betrachtete ich schweigend die Berge. Cassian hisste die Banner der illyrianischen Truppen, und morgen würde ich meinen Antrag vor dem Hof der Alpträume stellen. Ich scheute mich vor den Begegnungen, die unweigerlich stattfinden würden, wenn beide Armeen sich zum Kampf bereit erklärten. Hinter meinen Augen fühlte ich bereits die sich anbahnenden Kopfschmerzen.

Mor würde bis zur Ankunft unserer Truppen am Sommerhof warten. Amren würde in Velaris bleiben, obwohl dieser Befehl nur vorläufig war. Sollten wir überwältigt werden, würde ich Amren freilassen und beten, dass die Welt das Ergebnis überleben würde. Azriel war auf einer Aufklärungsmission. Meine Pflichten wurden übernommen. Meine Familie würde mich in allem unterstützen und bedrängte mich praktisch, die Schwierigkeiten ihnen zu überlassen, um sich statt meiner damit herumzuschlagen. Ich wusste, dass sie dies aus Zuneigung zu mir taten, aber es beraubte mich auch meiner Aufgaben, und damit der glückseligen Ablenkung. Wenn ich zu viel Zeit für mich selbst hatte, geriet ich ins Grübeln und mein Gedankenkarussell erschuf nur noch mehr Elend.
Ein Klopfen erklang an der Tür, und ich war schon dabei, die Tür aufzureißen. So eifrig, dass ich mich über mich selbst ärgerte. „Der Schaden ist so, wie wir vermutet haben" Azriel war zurückgekehrt.

Er warf mir einen erschöpften Blick zu, als er meinen geraden Rücken und die in tödlicher Ruhe an meinen Seiten erstarten Hände bemerkte. Seine Haut war schmutzig von der Reise und auch mit etwas getrocknetem Blut bedeckt. Seine Baumwolltunika unter dem illyirianischen Leder war mit ominösen Flecken verunreinigt. Die letzte Woche in den Wäldern zu verbringen, war nicht einfach gewesen.

„An Schießübungen mangelt es den Truppen von Hybern nicht", zuckte Azriels Kiefer und verkrampfte sich dabei. Seine Schatten tanzten unregelmäßig.

Meine Irritation wandelte sich schnell in Wut. Ich beugte mich vor und schüttelte den Kopf. „Wir werden keine Kapitulation aushandeln. Ich will sie alle tot sehen."

„Wir werden sie bekommen. Es wird kein Entkommen geben", versprach Azriel. „Der Sommerhof hat Lastkähne, die als Hindernisse wirken ... und den Zugang zum Ufer versperren. Zumindest hätten sie rechtzeitig gewarnt werden sollen. Ich weiß nicht, wie Hybern an ihnen vorbeigekommen ist."  

„Man kann einen Kahn versenken, auch wenn es schwer ist", ich hob eine Augenbraue.

„Sie schwammen noch immer. Verlassen, aber da", antwortete Azriel schnell, da er wusste, dass ich das Offensichtliche fragen würde. Ich schoss ihm einen verwirrten Blick zu.

„Zuerst dachte ich, sie seien vernebelt, aber da war nichts. Es ist fast so, als ob die Soldaten an Deck verschwunden wären."
 
„Such weiter nach einer Antwort. Wenn Hybern Menschen einfach verschwinden lassen kann, brauchen wir viel mehr als Training und geflügelte Truppen.

„Und mehr als ein paar verschnupfte High Lords."  

Ich warf Azriel einen schiefen Blick zu. Er lächelte scheu und senkte den Kopf. „Möchtest du etwas über das Mädchen wissen?", fragte er und starrte auf seine Stiefel.

Das ließ mich erstarren. Ich hatte mich wieder zum Fenster umdrehen wollen, um diesen Bericht zu hören, aber jetzt würde Azriel meine gesamte Reaktion sehen. Ich hielt meine Gesichtszüge unter Kontrolle und gab mein Bestes, um unnahbar zu erscheinen, aber bei Azriel wusste ich nie, ob das genügte. Ich bedeutete ihm fortzufahren und er setzte sich auf eine Couch am Feuer.

„Sie bleibt auf dem Anwesen des Frühlingshofes. Wenn sie geht, hat sie zwei Wachen dabei. Sie gehen immer nur bis in die nächste Stadt und kehren innerhalb einer Stunde zurück. Sie sind nie später als bis zum Nachmittagstee weg. Der Versuch sich ihr zu nähern, ohne entdeckt zu werden, ist eine Herausforderung, da es sich ja nun mal um den Frühlingshof handelt.“ Azriels Schatten waren dem Licht des Tages nicht gewachsen, da die Schatten nur selten den ruhigen Frühlingshof zierten. „Ich kann nichts von ihr spüren, wenn sie geht."

„Was folgerst du daraus?“ Ich hielt den Atem an.

„Ich denke sie bringen ihr Kontrolle bei, aber darüberhinaus bin ich nicht sicher. Sie wirkt unverändert.“

„In Ordnung, das reicht für den Moment. Halte die Überwachung bis auf Weiteres aufrecht."

Obwohl ich wusste, dass dies übergriffig war, brauchte ich das für mein Seelenheil. Jede Nacht wachte ich mit Schrecken und Schweißausbrüchen auf, und wenn es sich nicht um meine eigenen Alpträume handelte, dann waren es ihre, die sich in meinen Kopf drängten. Es waren immer die gleichen alten Ängste, die in anderen Formen Gestalt annahmen. Amarantha, die sie erwürgte. Der Attor, der ihr die Augen auskratzte. Zusehen zu müssen, wie unschuldige Menschen abgeschlachtet wurden. Wie sie selbst unschuldige Menschen abschlachtete.

Es waren erfundene Alpträume, die sich weigerten, sie in Ruhe zu lassen. Das Band, das wir teilten, verband mich mit ihr und ich weigerte mich, dies zu bereuen, aber es weckte auch neue Ängste in mir. Selbst tagsüber war mein Verstand nicht der meine. Völlig willkürlich kamen mir Gedanken in den Sinn, die mich ablenkten. Inzwischen konnte ich sie leicht identifizieren, aber ich wagte nicht, in ihren Geist einzudringen, um weiter zu forschen.
Azriel wartete immer noch an der Tür und sah mich mit fragendem Blick an.

„Gibt es noch etwas?“

„Wen soll ich weiter überwachen?"

Ich brauchte einen Moment um mich wieder auf unser Gespräch zu besinnen
„Sowohl Hybern als auch Feyre."

Was das betraf hatte ich mich nie vor Azriel gerechtfertigt. Oder Cassian.
Die einzige Person, die meine Gründe kannte, war Mor, der ich mein Herz ausgeschüttet hatte, nachdem ich nach Amaranthas Tod den Wind geteilt hatte um nach Hause zu kommen. Ich hatte es ihnen sagen wollen und nicht geahnt, dass es sich so lange hinziehen würde. Zuerst wollte ich mich einfach nur vergewissern, dass sie in Sicherheit war. Am Frühlingshof. Ich wußte, das war ein bisschen viel verlangt, aber ich musste wissen, dass sie nach all dem Tod und Elend, das wir Unter Dem Berg erlebt hatten, wieder zurück ins Leben finden würde. Das hatte ich mir zumindest eingeredet.

Azriels erster Bericht hatte ein verstörend perfektes Bild gezeichnet. Es ging ihr mehr als gut.
Sie blühte auf. Sie verbrachte die Vormittage mit Reiten und Jagen in den Wäldern und die Nachmittage damit, mit ihrem Geliebten im Gras zu liegen. Das Leben ging für sie weiter. Tamlin hatte eines nachts sogar eine große Feier ihr zu Ehren ausgerichtet, deren Höhepunkt darin bestand, dass er auf die Knie gegangen war um ihr einen Heiratsantrag zu machen. Azriel hatte dies in allen Einzelheiten beschrieben. Tamlin hatte allen Gästen die entzückende Geschichte erzählt, wie er sie gefunden hatte und wie sie uns alle vor Amaranthas Herrschaft gerettet hatte. Natürlich hatte er dabei die Details seiner eigenen Unfähigkeit ausgelassen und wie er unzählige Male zugesehen hatte wie sie, genau wie der Rest seines Hofstaates, verprügelt wurde. Doch das hatte ich schließlich auch getan.
Anschließend hatte Tamlin allerdings ebensoviel Zeit darauf verwendet, den Anwesenden zu versichern, wie eine Heirat mit Feyre ihm ermöglichen würde, den Frühlingshof wiederaufzubauen. Zumindest hatte ich noch soviel Ehrgefühl, nicht zu versuchen, die öffentliche Meinung über mich zu beschönigen.
In einer Tunika aus leuchtendem Grün und Gold hatte er auf einem mit Teppichen ausgelegten Rasen gekniet. Vor einem Springbrunnen, in dessen Becken Blumen und Lichterketten schwammen. Ich wollte bei diesem Detail am liebsten brechen. Aus seiner Tasche hatte er einen goldenen Ring hervorgeholt, in dem ein großer Smaragd eingefasst war. An beiden Seiten waren kleine blaue Diamanten in Form einer Blume angeordnet. Sie hatte ein Schluchzen unterdrückt und war selbst auf die Knie gefallen, um den Ring entgegenzunehmen und ihm einen Kuss auf die Lippen zu drücken. Azriel erzählte, dass kein einziges Mitglied des Hofes nicht geweint habe, wobei sein eigenes Gesicht absurderweise ruhig und unbewegt blieb.

Danach war ich die ganze Nacht über Velaris geflogen und hatte versucht, ihren Frieden zu akzeptieren. Und für eine kurze Zeit hatte ich das auch.

Die Bitterkeit war noch immer da, aber wenn ich darüber nachdachte, wusste ich, dass, wenn ich selbst nicht glücklich sein konnte, ich hoffte, dass wenigstens sie es war.
Obwohl ein sehr realer und schmerzender Teil von mir sich dieses Leben mit ihr wünschte, wusste ich, dass ich die Realität akzeptieren und mein Bestes versuchen würde, um mich für sie zu freuen.
So war das Leben für meinen Hof weitergegangen. Azriel hatte nicht den Auftrag, sie auszuspionieren, und mein Hof kam langsam wieder zusammen. Ich erkannte, dass ich unsere Abende am Esstisch schmerzlich vermisst hatte.
Das Geplänkel und die Geschichten aus ihrer Zeit, als ich fort war, waren mein Glück.
Dann kamen die Alpträume. Nur waren diese Alpträume nicht meine. Ich war ein Zuschauer in ihnen, erlebte sie, ohne wirklich eine Entscheidung treffen zu können. Ich sah zu, spielte aber keine Rolle, sondern fühlte nur mit.
In den frühen Morgenstunden überkam mich plötzlich das Gefühl, zu versinken. Meine Haut war mit dickem Schlamm bedeckt und ich befand mich in einer Grube aus Schlamm, der nach Fäulnis und Abwasser roch. Ich griff nach einem aus dem Schlamm ragenden Knochen, aber je mehr ich versuchte ihn zu greifen, desto mehr wurden meine Füße unter Wasser gedrückt. In der Ferne konnte ich ein Rumpeln nahen hören, das immer lauter wurde. Mit jedem Griff dachte ich, meine Beine würden zerquetscht werden. Während meine Hände den Schlamm abtasteten und versuchten, irgendetwas zu finden, das wirklich Halt bot, steigerte sich das Rumpeln zu einem Crescendo, das mir in den Ohren klingelte. Als ich mich umdrehte, sah ich den Middengard-Wyrm, der mit gefletschten Zähnen den Abgrund hinunter auf mich zustürzte. In diesem Moment wachte ich schweißgebadet auf.
Ich stürzte aus dem Bett, erbrach mich auf den Boden und hielt kniend inne. Der Middengard-Wyrm war furchterregend gewesen, doch nachdem ich ihn zu viele Fae hatte fressen sehen, hatte ich mich leider an diese besondere Art von Schrecken gewöhnt. Dabei hatte ich in all den fünfzig Jahren, die ich in Amaranthas Schlafgemach gefangen war, nie einen Alptraum vom Middengard-Wyrm gehabt. Nein. Keinen, indem ich gefressen werden sollte. Meine Ängste galten Cassian, dem Amarantha einmal in einem Alptraum die Flügel abgerissen und ihn in der Grube mit dem Wyrm zum Sterben zurückgelassen hatte. Oder um Mor, die zur nächtlichen Unterhaltung innerhalb allerlei grausamer Szenarien wurde, die Amarantha entwarf. Azriel, der wieder in einen Käfig gesperrt wurde.
Ich wusste die Antwort erst in der nächsten Nacht, als ich beobachtet hatte, wie Amarantha Tamlin den Kopf umdrehte, bis die Knochen herausstanden und sie ihn dreist auf die Armlehne ihres Thronsessels legte. Das waren nicht meine Alpträume! Von mir aus hätte man Tamlins Kopf in eine Wintersonnenwend-Dekoration verwandeln können.
Aber es wäre ihr nicht egal. Damit war endlich geklärt, warum ich jedes Mal hilflos war. Ich konnte meinen Körper nicht kontrollieren, weil er nicht mir gehörte, sondern ihr.
Von diesem Tag an verbrachte Azriel alle zwei Wochen einen oder zwei Tage damit, den Frühlingshof zu beschatten, um mir zu berichten, was er sah. Ich wusste nicht, was sich in ihrem Leben so verändert hatte, dass die Alpträume begannen.
Irgendetwas hatte ihr Leben durcheinandergebracht, und ich wollte unbedingt wissen, was. Aber Azriels Berichte waren spärlich gewesen. Da sie unter ständiger Bewachung stand, war ich ratlos.
Um es zu rechtfertigen, hatte ich ihm erzählt, dass ich glaubte, Feyre würde eine Schlüsselrolle im kommenden Krieg spielen.
Das war die halbe Wahrheit. Die andere Hälfte war, dass Feyre meine Seelengefährtin war. Auch wenn Tamlin sie heiraten würde. Auch wenn ich nie gut genug sein würde, um diese Art von Glück zu verdienen, würde ich ihres mit meinem ganzen Wesen beschützen.
Angesichts des kommenden Krieges wusste ich, dass dies zu einem Vollzeit-Job werden konnte.
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