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InkTober52 - Ein Meer aus Worten

von Eiche
Kurzbeschreibung
SammlungAllgemein / P16 / Gen
10.01.2021
22.03.2021
11
4.455
2
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24.01.2021 384
 
  Zerbrochen


Ein Mädchen steht vor mir, engelsgleich
Das Leuchten des Mondes ihr Gesicht erhellt
Ein Lächeln liegt auf ihren Lippen
Silbernes Haar ihr über die Schultern fällt

Ein kleines Mädchen, voll Freude und Glück
Die ganze Welt liegt ihr vor den Füßen
Sie ist gespannt, was sie alles erleben wird
Freut sich darauf ihre Zukunft zu begrüßen

Eine zarte Blume, die wachsen wird
Ihre Farben bringen Freude, ihr Duft bringt Leben
Sie nimmt anderen die Sorgen, gibt ihnen Hoffnung
Der ganzen Welt kann sie ihr Lächeln geben

Ich blicke sie an, das einzige Licht in dem Raum
Ich blicke sie an, voll Scham, voller Neid
Doch noch immer lächelt sie voller Liebe
In ihrer Welt gibt es kein Unglück, kein Leid

Doch um mich herum ist alles dunkel
Nur Schwere ist bei mir, ich ertrage es kaum
Ihr Lächeln macht alles ein wenig heller, ein wenig leichter
Scheint mir, als käme es aus einem vergangenen Traum

Ich sehe all die Freude, die sie in sich trägt
Und denke dann an mich, an die Schwärze in mir
Eine verwelkte Blume, die keine Kraft hat zum Blühen
Keine Farben, kein Duft, kein Mondlicht ist hier

Das Mädchen blickt mich an, mit silbernen Augen
Auch sie muss sehen, wie unglücklich ich bin
Doch sie kann mir nicht helfen, wir sind getrennt durch Glas
Sieht mich sehnsüchtig an, das kleine Kind

Das Mädchen, es scheint zu mir zu wollen
Dabei ist bei mir nur Schlechtes, kann sie die Tränen nicht sehen?
Sieht sie nicht, welche Dämonen mich umgeben?
Doch vielleicht können wir zusammen auf die helle Seite fliehen

Das Mädchen, auch in ihren Augen schimmern Tränen
Sie reicht mir ihre Hand, heraus aus dem Licht
Das ist meine Rettung, ich zerschlage das Glas
Doch mit all den Scherben auch das glückliche Mädchen zerbricht

Ich kann nicht zu ihr, das Mädchen ist für immer verloren
Ein glückliches Mädchen aus einer vergangenen Zeit
Sie wurde erwachsen, nichts anderes hatte sie sich gewünscht
Doch ihr zukünftiges Spiegelbild nun voller Verzweiflung schreit

Denn nun ist ihr schlussendlich klar, es gibt kein Zurück
Verschwunden ist im Zimmer das ganze Licht
Mit dem Ende der Kindheit hat sie alles verloren
So in der Dunkelheit das Spiegelbild nun wie der Spiegel, wie das Mädchen, wie ihr ganzes Leben in tausend Stücke zerbricht
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