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"Das zweite Ich"

von SaFe
GeschichteHorror / P18 / Gen
10.01.2021
10.01.2021
5
4.972
1
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5 Reviews
Dieses Kapitel
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10.01.2021 986
 
Eine Idee und geschrieben von Savonarola
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2018 York New

Es war Donnerstag gegen 5 Uhr und die Straßen waren wegen des Feierabendverkehrs verstopft. Die Sonne leuchtete hell am Himmel, doch erste Wolken kündigten für die folgende Nacht Regen an.

Die Untergrund - Bahnen rollten auf Schienen dahin, sie hielten an Bahnhöfen und ließen Kunden rein – oder aussteigen. In einem der Wagons saß eine junge Frau von achtundzwanzig Jahren.

Sie hieß Chloe Martens und arbeitete als Sekretärin in einer Anwaltskanzlei. Jetzt war sie auf den Weg nach Downtown, wo sie eine kleine Wohnung im dreißigsten Stock hatte. Das Hochhaus selbst wurde hauptsächlich von Neueinsteigern und alleinstehende Menschen bewohnt.

Sie trug ihr typisches Kostüm für die Arbeit.
Einen grauen Bleistiftrock und dazu eine weiße Bluse unter einem grauen Sakko. Zu ihrem Entsetzen waren diese Sachen blutverschmiert und sie konnte sich nicht erklären, warum und wann das passiert war. War das ihr Blut oder gehörte es jemand anderem? Soweit sie es beurteilen konnte, war sie nicht verletzt, aber woher kam dann das Blut an ihren Händen?


Mit ihr im Abteil waren noch fünf andere Menschen. Bis jetzt nahm sie keiner wahr. Sie sah auf ihrem Oberschenkel etwas weißes, war das etwa Sperma?

Sie berührte es vorsichtig und war sich dann sicher, dass das welches war. Woher kam es? Chloe hatte seit fünf Jahren keinen Sex mehr gehabt. Seit ihr damaliger Freund sie verlassen hatte.

Ihr gegenüber saß ein junger Mann. Er starrte sie an.
Sie fuhren durch einen dunkeln Tunnel, am Ende wieder ans Tageslicht. Das würde noch eine Weile so gehen.

Am anderen Teil des Wagons belästigten drei junge Männer eine junge Frau. Sie begrabschten sie und machten Vulgäre Ausdrucke. Chloe hasste solche Typen bis aufs Mark.

Nun sah sie, dass einige ihre Fingernägel abgebrochen waren und unter einigen hatte sich Dreck angesammelt. Wie war das geschehen? Sie wusste es nicht. Die letzten Stunden waren wie weggewischt, als wäre sie gerade aufgewacht.

Ihre Handtasche lag zu ihren Füßen und sie holte ein paar Taschentücher heraus. Damit wischte sie das Sperma und das Blut so gut wie möglich ab. Als sie die dreckigen Tücher zurück in ihre Handtasche steckte, erfassten ihre Hände einen seltsamen Gegenstand.

Sie holte ihn heraus und riss die Augen auf. Irgendwie war sie in Besitz eines großen Schlachtermesser gekommen. Aber wie? Eilig, damit keiner etwas sah, steckte sie es zurück und sah beklommen aus dem Fenster.

Schon seit längerer Zeit litt sie unter Schlafmangel. Ihr Hausarzt schrieb ihr ein Mittel dafür auf und eine Weile lang nahm sie es auch. Er riet ihr sie solle mehr Sport treiben. Bei einer vierzig Stunden Woche blieb für Sport nicht viel Zeit.

Manchmal wirkte alles wie eine Kopie. Das Problem beim Schlafmangel war, dass alles so weit weg und sie die Umgebung nicht erfassen konnte.

Wieder lief der Zug in einen Bahnhof ein und Chloe stellte fest, dass sie ihr Ziel erreicht hatte. Sie stand leicht zitternd auf und wankte zu den Türen. Wieso war sie so komisch auf den Beinen? Sie hatte das Gefühl einen Marathon gelaufen zu haben.

Der Zug hielt und sie stieg aus. Chloe ging die Treppe hoch und suchte die nächste Bahnhoftoilette auf. Dort ließ sie Wasser in ein Waschbecken einlaufen, sie wusch sich gründlich die Hände.

Danach ging sie die letzten Stufen nach oben und stand wieder in der Sonne. Sie sah die Menschen, die an ihr vorbei gingen. Einige strömten nach oben, andere suchten sich in der Menge ein Taxi.

Chloe dagegen ging die letzten drei Blocks zu ihrer Wohnung zu Fuß. Sie wurde von vielen Menschen gar nicht beachtet und die anderen, hauptsächlich Männer, starrten auf ihre gute Figur und ihre langen Beine.

Das Blut sah anscheinend niemand. „Seltsam“ dachte sie. Wahrscheinlich könnte sie mit einem blutigen Beil durch die Stadt laufen und niemand würde sie beachten.

Endlich hatte sie ihr Hochhaus erreicht und Alfred, der Portier öffnete ihr die Tür. „Guten Abend, Miss Martens. Ich hoffe Sie hatten einen erfolgreichen Tag bei der Arbeit.“ begrüßte er sie.

Sie nickte nur. Er hatte seinen Blick auf ihre Brüste gerichtet. Plötzlich kam in ihr ein Impuls auf, ihm mit dem Messer den Sack abzuschneiden. Sie war schockiert über sich selbst. Woher kam dieser Gedanke nur? Sie schüttelte den Kopf über sich selbst und betrat den Fahrstuhl und drückte den Kopf für ihre Etage. Langsam fuhr Chloe nach oben in den dreißigsten Stock. Dort angekommen verließ sie den Fahrstuhl und schloss ihre Wohnung auf.

Diese war gemütlich eingerichtet und hatte drei Räume, die sie für sich allein hatte.
Da war ihr Schlafzimmer mit einem großen Bett und viele pinke Stoffkissen und ihrem großen Kleiderschrank. Das Bad lang genau gegenüber und schließlich ihr Wohnzimmer, dass mit der Küche einen großen Raum bildete.

Das Beste an ihrer Küche war, der große Arbeitstresen und der große Kühlschrank.
Sie gönnte sich eine lange heiße Dusche und trocknete sich mit einem Handtuch ab.

Der Spiegel über dem Waschbecken war beschlagen und so wischte sie ihn mit einem zweiten Handtuch ab. Sie schrak zurück, denn sie glaubte ein anderes Gesicht dort zu erkennen. Sofort schalte sie sich einen Narren, das war albern. Vorsichtig schaute sie noch einmal in den Spiegel und tatsächlich schien dort ein anderes Gesicht zu sein.

Es zwinkerte ihr zu und grinste schief. Chloe hätte am liebsten geschrien, doch blieb ihr die Luft weg. Wer war das? Auf jeden Fall nicht sie, soviel stand fest.

Erneut sah sie in den Spiegel. Alles war normal. Über sich selbst lachend, schüttelte sie den Kopf. Chloe föhnte sich die langen blonden Haare und wickelte ein Handtuch um ihren Körper.

Sie ging ins Schlafzimmer und zog sich ihr Nachtkleid an. Chloe beschloss noch ein bisschen wach zu bleiben und sich einen Film anzugucken. Sie suchte sich „How to be“ Single aus und schob ihn in den DVD – Player.

Während das Gerät den Film hochlud, öffente Chloe sich eine Flasche Rotwein. Sie drückte auf Play und der Film fing an.
 
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