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Wir sind Sieger - Die Geschichte von Ennea Keene

GeschichteRomance, Schmerz/Trost / P12 / Gen
Haymitch Abernathy Katniss Everdeen OC (Own Character) Peeta Mellark
10.01.2021
24.02.2021
7
33.551
1
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Dieses Kapitel
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10.01.2021 5.517
 
Hallo :)

Schön das ihr euch zu meiner FF verirrt habt. Ich bin durch "Das Lied von Vogel und Schlage" wieder im Panem Fieber und schnell entstand diese Geschichte in meinem Kopf.
Alle Charaktere gehören selbstverständlich Suzanne Collins, bis auf Ennea, die gehört nur mir.
Sämtliche Rechtschreib- und Grammatikfehler könnt ihr behalten :D
Ich weiß nicht wie oft ich was hochladen kann, denn die Kapitel sind schon sehr lang. Mal schauen.
Viel Spaß beim Lesen.

Liebe Grüße
Eure Herrin vom See



Kapitel 1




Ich bin müde, auch wenn unsere Fahrt nicht all zu lange war. Von Distrikt 5 ins Kapitol zu kommen dauert gerade einmal 5 Stunden. Doch meine beiden neuen Tribute haben mich gelöchert mit Fragen, vor allem der Junge. Es ist anstrengend die Fragen zu beantworten, wo ich doch eigentlich viel lieber in meinem Haus wäre und an die Decke starren würde. Nein, eigentlich würde ich lieber irgendwo wohnen wo das Kapitol keine Rolle spielen würde. Aber den Gedanken kann ich vergessen. Ich lebe in Panem und bin dem Kapitol verpflichtet, gezwungenerweise.

Die beiden haben sich scheinbar Chancen ausgerechnet. Es ist besser sie denken sie haben eine Chance, als dass sie jetzt schon verzweifeln und sich noch vor der Arena umbringen wollen. Solche Tribute habe ich fast jedes Jahr. Aber damit stehe ich nicht alleine da, auch die anderen Mentoren müssen mit deprimierten und niedergeschlagenen Tributen kämpfen. Bis auf die Karrieros, deren Tribute wollen unbedingt kämpfen.

Und weil ich die ganze Zeit Fragen beantworten musste, bin ich jetzt müde. Trotzdem muss ich bei der Feierlichkeit der Mentoren teilnehmen. Direkt am ersten Abend unseres Ankommens findet dieses seit Jahren statt. Unsere Tribute sind in der Regel noch beim Verschönern und lernen ihre Stylisten kennen. Ich betrete den großen runden Raum und stelle fest dass ich eine der Ersten bin. Kurz schaue ich mich um und sehe dann Finnick alleine am Buffet stehen. Ich gehe auf ihn zu. Er lächelt mich an als er mich sieht.

,,Na, auch wieder da?“, fragt er und reicht mir ein Glas Sekt.

,,Na klar“, antworte ich und nehme einen großen Schluck, ,,ich wäre nirgendwo lieber als hier.“

Er muss kurz auflachen und sieht mich dann wieder ernst an. Er beugt sich etwas vor und flüstert dann.

,,Hast du die Ernte in 12 gesehen?“

,,Nein, meine beiden haben mich während der Zugfahrt nicht in Ruhe gelassen. Ich hatte den Fernseher gar nicht an“, antworte ich, ,,wieso? Was ist passiert? War Haymitch mal nüchtern?“

,,Ha ha“, kommt es von ihm mit einem leichten Grinsen, ,,sie hatten eine Freiwillige.“

,,Was?“, kommt es von mir unbeabsichtigt zu laut, ,,wie das? Das gab es in 12 noch nie, oder?“

,,So weit ich weiß nicht, nein“, antwortet er, ,,es wurde ein Name vor gelesen und ein kleines Mädchen trat vor, ihre erste Ernte, mit ziemlicher Sicherheit. Da find plötzlich jemand bei den älteren an zu schreien und hat sich freiwillig gemeldet für die Kleine.“

,,Lass mich raten, dass kann nur eine Verwandte gewesen sein, ihre Schwester?“

,,Jap“, antwortet er und nimmt einen großen Schluck aus seinem Glas, ,,die Kleine wurde schreiend von jemandem weggetragen. So viel Action gab es dort schon lange nicht mehr.“

,,Dann bin ich mal gespannt was Haymitch gleich sagt.“

Und wie aufs Stichwort geht die Tür wieder auf und Haymitch kommt herein. Nicht nur Finnick und ich sehen ihn an. Auch die anderen bereits erschienenen Mentoren starren ihn an. Wie alle es von ihm gewohnt waren, beachtet er keinen und geht direkt auf die Theke zu und bestellt sich irgendwas. Keiner der Mentoren geht aber auf ihn zu. Wenn es geht, hält man doch eher Abstand zum steht´s besoffenen Haymitch Abernathy. Er bekommt sein Getränk und kommt auf uns zu.

,,Finnick, Ennea, auch wieder hier?“, fragt er und Finnick und ich müssen grinsen.

,,Bei euch war es ja dieses Jahr echt spannend“, fängt Finnick direkt an.

,,Ach“, kommt es von ihm und er nimmt einen großen Schluck aus seinem Glas, ,,so spannend war es nun auch nicht. Außerdem spinnt die Kleine, hat mir fast ein Messer in die Hand gejagt.“

,,Wieso dass denn?“, frage ich lachend, ,, was hast du gemacht?“

,,Ich? Wieso ich denn?“

,,Ich bitte dich.“

Ich bekomme keine richtige Antwort, denn die letzten Mentoren sind wohl eingetroffen. Wir werden zumindest an den runden Tisch gebeten. Der oberste Spielmacher Seneca Crane bittet zu Tisch und wir setzen uns alle. Aus jedem Distrikt ist ein Mentor da, alles Sieger aus den letzten Spielen. Neben Seneca Crane sitzen noch zwei weitere wichtige Spielmacher am Tisch. Friedenswächter stehen an den Türen. Als hätten die Spielmacher Angst vor uns. Sollten sie auch lieber, dies dachte ich schon beim ersten Mal als ich hier war. Sie sitzen mit 12 Mördern an einem Tisch.

Aber keiner von uns wäre so dumm sie anzugreifen.

,,Schön das ihr alle erschienen seit“, begrüßt Seneca Crane uns.

,,Als hätten wir eine Wahl“, murmelt Haymitch in sein Glas.

,,Wir haben alle die Ernten gesehen und ich bin mir sicher das wir auch dieses Jahr besonders spannende Spiele vor uns haben“, er hebt sein Glas, ,,viel Glück euch und jetzt erst mal guten Appetit.“

Es wird wieder groß aufgetischt, so wie man es immer aus dem Kapitol kennt. Einige der Mentoren schlagen sich die Bäuche voll. Aber ich lasse es lieber gemächlich angehen. Ansonsten habe ich morgen nur Bauchschmerzen.

,,Trink nicht zu viel“, ermahne ich Haymitch. Überrascht sieht er mich an und beugt sich zu mir.

,,Musst du heute Abend nicht weg?“, fragt er und ich schüttel den Kopf, ,,na dann … lass ich es doch etwas langsamer angehen.“

Er muss leicht grinsen und das bringt auch mich zum grinsen. Finnick hat natürlich wieder alles gehört.

,,Du glückliche“, murmelt er.

,,Hast du noch eine Kundin heute Abend?“, frage ich leise.

,,Nenn sie nicht so“, faucht er fast, ,,aber ja.“

,,Wie soll ich sie denn sonst nennen?“

,,Keine Ahnung. Aber es klingt als wenn ich es freiwillig machen würde.“

Haymitch schiebt ihm ohne Kommentar sein Glas zu, wahrscheinlich Wiskey. Finnick seufzt, schüttet das Glas aber in eins runter. Finnick ist als eine Art Playboy in ganz Panem bekannt. Was aber kaum einer weiß ist das er es nicht freiwillig macht. Die Frauen die er besucht, die buchen ihn quasi. Er wird verkauft und zwar von keinem geringeren als unserem geschätzten Präsidenten selber. Finnick ist dies zuwider, aber er hat keine Wahl. Viele von uns Siegern müssen Dinge für das Kapitol tun, die sie gar nicht wollen. Wenn der Präsident etwas an einem Sieger gut findet, was er für seine Zwecke gebrauchen kann, dann muss sich der Sieger fügen. Finnick zum Beispiel sieht unheimlich gut aus, er ist sehr gut gebaut und er ist charmant. Schon früh wurde er verkauft. Wenn er diese Leistungen verweigern würde, wäre sein Familie tot. Seine Eltern, sein Bruder und auch seine Freunde, darunter Annie, aber das ist eine andere Geschichte.

Die Leute in ganz Panem sehen in uns freie Menschen, die besondere Privilegien besitzen und viel Geld haben. Das stimmt zwar auch, aber wir sind bestimmt nicht frei. Im Grunde sind wir gefangener als alle anderen.

Man kann diese und andere Dienste natürlich auch verweigern. Aber für alle die dies in Betracht ziehen, ist gerade Haymitch ein abschreckendes Beispiel. Haymitch gewann vor 24 Jahren die 50. Hungerspiele. Nach seiner Tour des Siegers kam er zurück nach Disktrikt 12 und seine gesamte Familie war tot, genauso seine Freundin. Haymitch hat das Kapitol verärgert, in dem er das Kraftfeld, welches die Arena umgibt, dafür nutzte um zu gewinnen. Er hat das Kapitol quasi verspottet und sowas sieht Snow nun mal nicht gerne. Deswegen hat er sich dem Alkohol zugewandt.  

Dies tun viele von uns. Ich will mich da nicht rausnehmen, auch ich trinke eigentlich zu viel.

Aber der Alkohol ist nicht mein größtes Problem, manchmal hilft er nämlich tatsächlich.

Ich habe nämlich dasselbe Problem wie Finnick.

Auch ich muss mich verkaufen, sonst töten sie meine große Schwester.



Es ist schon etwas spät als ich den Fahrstuhl betrete und auf die Nummer 12 drücke. Die Wachen auf der Ebene 12 kennen mich bereits und wissen dass sie mich durchlassen können. Sie stehen dort, damit keiner der Tribute auf die Idee kommt seine Konkurrenz schon vor der Arena umzubringen. Es gab mal vor etwa 20 Jahren einen Vorfall, bei dem ein Karrieretribut einen anderen vorher im Schlaf abstechen wollte. Er schaffte es zum Glück nicht und seitdem gibt es die Wachen auf jeder Ebene.

Ich betrete vorsichtig das „Wohnzimmer“, es ist keiner da. Ich bin nicht gerade scharf drauf dass die Tribute mich sehen. Ich nehme mir ein Glas aus der Bar und schütte mir etwas Durchsichtiges ein. Ich genehmige mir einen großen Schluck und seufze.

,,Drink nicht so viel“, kommt es von der Tür und ich sehe mich überrascht um. Haymitch steht dort, mit den Händen in den Hosentaschen und grinst mich schief an. Jetzt muss ich auch grinsen. Ich stelle das Glas auf den Tisch und gehe auf ihn zu.

,,Ich hasse das Essen, auch wenn es eigentlich nur ein Essen ist.“

Ich schlinge meine Arme um seinen Hals und gebe ihm einen langen und leidenschaftlichen Kuss. Er erwidert den Kuss sofort und legt seine Hände an meine Hüfte. Ich beende den Kuss irgendwann und sehe ihn an. Es ist eigentlich verrückt dass wir das jedes Jahr machen. Aber es gehört schon zu den Spielen dazu, dass wir uns regelmäßig treffen, wenn es mein Terminplan zu lässt. Aber darüber will ich jetzt nicht nachdenken. Bei Haymitch brauch ich nie nachdenken und das ist auch gut so. Er nimmt meine Hand und zusammen verschwinden wir in seinem Schlafzimmer.



Die Tage ziehen sich. Haymitch und ich verbringen ein paar Abende zusammen. Kaum einer weiß von unseren Treffen. Effie weiß Bescheid und ich weiß dass sie es nicht gut finden. Zum einen weil sie die Verbindungen unter den Distrikten nicht gut findet. Zum anderen weil wir nicht zusammen sind, sondern einfach nur unseren Spaß haben. Finnick weiß auch Bescheid, genauso wie ein paar andere Mentoren, oder sie ahnen es. Aber sonst weiß es keiner im Kapitol und das ist auch gut so. Nicht auszudenken wenn es Snow erfahren würde. Dann wäre meine Schwester erst recht tot.



Die Spiele beginnen. Während mein männlicher Tribut direkt am ersten Tag beim Füllhorn stirbt, schaffen es mein weiblicher Tribut, ihr Name ist Finch und Haymitchs Tribute immer weiter. Katniss hat Biss und sie ist erfinderisch. Haymitch versucht sogar ihr zu helfen und organisiert ihr sogar Geschenke von Sponsoren. Im Gegensatz zu meinem Tribut, interessieren sich die Leute für Katniss. Sie hat etwas an sich das die Leute fasziniert. Und dann verbündet sie sich mit der Kleinen Rue aus Distrikt 11. Die Kleine ist unheimlich schlau, aber sie hat dennoch keine Chance. 12-jährige haben noch nie gewonnen und sie kamen auch nie sonderlich weit.



Ich sitze in dem riesigen Raum mit dem großen Bildschirm. Die Mentoren sitzen auf einer Art Tribüne und sehen von dort aus unseren Tributen zu. Unter uns sitzen normale Zuschauer, aber oft auch reiche Sponsoren. Die meisten Mentoren sind unten und versuchen Werbung für ihre Tribute zu machen. Ich sitze oben. Finch ist zu uninteressant für die Kapitolbewohner. Sie ist kaum zu sehen und hat bis jetzt keinen einzigen getötet. Finch stiehlt eher und versucht sich zu verstecken. Sie ist unheimlich klug, ich räume ihr tatsächlich Chancen ein. Aber sie wird am Ende nicht drum herum kommen, jemanden zu töten. Haymitch sitzt zur Abwechslung neben mir. Die letzten Jahre war er kaum hier und sah sich die Spiele auf dem großen Bildschirm an. Die letzten Jahre hatten seine Tribute aber auch kaum eine Chance und starben meist schon am ersten Tag.

Wir sehen gerade wie Katniss panisch zurück zu Rue rennt, die sie ruft. Rue hängt in einem Netz von einem Baum. Katniss kann sie zwar darunter holen und ich fühle schon Erleichterung. Doch dann wird Rue plötzlich von einem Speer durchbohrt. Der Junge aus Distrikt 1 steht zwischen den Bäumen. Er hat den Speer geworfen. Aus reinem Instinkt schießt Katniss einen Pfeil auf ihn und tötet ihn somit. Rue fällt zu Boden und Katniss hält sie fest. Sie bleibt bei ihr und singt ihr sogar vor. Ich muss aufpassen dass ich nicht anfange zu weinen. Wir sehen wie Katniss Blumen pflückt und sie um Rue verteilt. Rue sieht so klein und so engelsgleich aus mit den schönen Blumen um sie herum. Katniss steht auf und sieht direkt in die Kamera. Dann hebt sie in dem bestimmten Zeichen ihres Distrikts ihre Hand, um Rue die letzte Ehre zu erweisen und Lebewohl zu sagen. Dann geht sie.

In dem riesigen Raum ist es sonst sehr laut. Doch nun ist es mucksmäuschen still.

Die Kapitolmitglieder werden diese Szene einfach nur unglaublich rührselig finden. Doch wir Mentoren wissen was diese Szene wirklich bewirken wird. Auch wenn es von Katniss nicht beabsichtigt war, Rues Tod wird unvergesslich sein und es ist eine Art Rebellion. Und Rebellion sehen die Spielmacher und vor allem Snow nicht gerne. Katniss hat gerade ihr eigenes Todesurteil unterschieben.

,,Du musst ihr helfen“, sage ich sofort zu Haymitch. Verblüfft sieht er mich an.

,,Und wie soll ich das machen?“, fragt er, ,,du hast das doch auch gerade gesehen. Wie soll ich die Spielmacher denn davon überzeugen sie nicht umzubringen?“

,,Keine Ahnung“, antworte ich hektisch, ,,aber du musst was machen, sofort. Sonst ist sie heute noch tot. Haymitch, sie hat eine echte Chance dort wieder lebend rauszukommen.“

,,Ich weiß … ich weiß …“, nachdenklich sieht er zum Bildschirm. Nervös sehe ich zwischen ihm und dem Bildschirm hin und her. Er dauert etwas. Doch dann steht er auf und geht.



Haymitch taucht den gesamten Tag nicht mehr auf. Ich mache mir schon Sorgen dass seine Bemühungen nicht geklappt haben und er sich in der Wohnung besäuft. Ich warte quasi darauf dass irgendwas kommt, was Katniss umbringen soll. Doch es kommt nichts und am Abend passiert das Unmögliche. Claudius Templesmith, der Moderator der Hungerspiele, verkündet dass es zwei Sieger geben darf, vorausgesetzt, sie stammen aus demselben Distrikt. Diese Änderung ist für alle völlig überwältigend. Dies bedeutet dass sowohl Katniss als auch Peeta lebend aus der Arena kommen könnten. Für Finch ist diese Info uninteressant, ihr Mittribut ist schließlich bereits tot. Ich weiß das dies Haymitch Verdienst ist und verschwinde schnell.

Es ist schon spät, aber Haymitch sitzt zusammen mit Effie vorm Fernseher.

,,Das warst du, oder?“, frage ich sofort ohne Effie zu beachten.

,,Wahrscheinlich. Crane wollte es sich überlegen“, antwortete Haymitch nüchtern, während wir Katniss dabei zusehen wie sie durch den Wald rennt und Peeta sucht. Ich setze mich wie selbstverständlich zu ihnen. Effie sieht mich böse an, dass weiß ich genau. Doch wir ignorieren uns einfach.

Eine ganze Weile lang sitzen wir vor dem Fernseher, doch es passiert nichts Besonderes mehr. Haymitch seufzt irgendwann und stellt sein Glas auf den Tisch.

,,Sie wird ihn heute nicht mehr finden“, meint er, ,,er hält sich gut versteckt“, dann sieht er mich an, ,,kommst du mit?“

Ich nicke und wir stehen auf.

,,Ist das euer ernst?“, fragt Effie aufgebracht mit schriller Stimme. Ich verdrehe die Augen, was sie nicht sieht.

,,Ja“, antwortet Haymitch einfach und ich folge ihm aus dem Raum. Wir schlafen tatsächlich nicht miteinander an dem Abend, wir reden. Und zwar über die Spiele. Haymitch erzählt mir was er zu Seneca Crane sagte und wie er die Situation einschätzt. So konnten wir noch nie darüber reden. Ziemlich sachlich wie ich finde. Wir wissen beide dass wir nicht alle drei rausbekommen können. Entweder Finch oder Peeta und Katniss. Oder und das ist für uns eigentlich keine Option, keinen der drei.



Am nächten Morgen sehen wir auf dem großen Bildschirm wie Katniss Peeta findet. Doch er ist schwer verletzt und sie schleppt ihn in eine Höhle. Sofort geht Haymitch los und kann ihnen ein Geschenk schicken. Ich muss zugeben, dass ich sogar etwas stolz auf Haymitch bin. Er musste sich nie groß um Sponsoren kümmern, da seine Tribute meist ja schnell tot waren. Doch er hat das Talent dazu. Er kann wirklich charmant sein, wenn er nüchtern ist. Und das kommt gerade bei den reichen Kapitolbewohnerinnen an.

Gegen Nachmittag sitzt er wieder neben mir.

,,Kommst du heute Abend wieder zu mir?“, fragt er leise. Ich muss seufzen.

,,Ich kann nicht“, antworte ich und sehe ihn erst gar nicht an.

,,Oh … okay“, er weiß Bescheid. Ich habe heute Abend einen Kunden. Eine Weile lang sagt keiner von uns etwas und wir beobachten nur die Szenen aus der Arena. Irgendwann schaue ich auf die Uhr und muss wieder seufzen. Ich muss mich noch etwas fertig machen und muss deswegen los.

,,Ich muss los“, flüstere ich zu Haymitch und will auf stehen. Er hält mich am Arm fest und ich setze mich wieder.

,,Wenn du danach vorbei kommen möchtest, kannst du das gerne tun“, flüstert er extrem leise, ,,wenn es dir danach schlecht geht und du reden möchtest oder auch nicht reden möchtest. Du kannst jederzeit vorbei kommen.“

Dann lässt er meinen Arm los und ich sehe ihn etwas verblüfft an.

,,Danke“, sage ich. Mehr bringe ich nicht heraus und gehe stattdessen einfach. Das hat er noch nie angeboten. Kann es sein dass er doch noch anfängt sich um seine Mitmenschen zu sorgen? Ich weiß natürlich, dass es ihm nicht egal ist was mit mir gemacht wird. Aber sich um mich quasi zu kümmern ist neu. Scheinbar haben Katniss und Peeta neue Hoffnung in ihm geweckt, wenn auch nur ein wenig. Mal sehen, wie lange dies anhält.



Ich habe das Gefühl mein ganzer Körper schmerzt. Wahrscheinlich ist dies auch tatsächlich so. Was genau alles passiert ist, dass weiß ich nicht mehr. Zeitweise war es so als wenn ich gar nicht anwesend wäre und das hat ihn noch wütender gemacht.

Ich schaffe es irgendwie aus dem Taxi und durch die Eingangstür. Die Friedenswächter sehen mich etwas mitleidig an, helfen mir aber nicht. Ich muss wirklich erbärmlich aussehen. Im Aufzug angekommen rutsche ich auf den kalten Boden und vergrabe mein Gesicht in meinen Händen. Ich spüre das Blut an meiner Schläfe und an meiner Wange, aber ich schaffe es nicht es irgendwie abzuwischen. Viel zu schnell geht die Fahrstuhltür wieder auf und vor mir sehe ich zwei Friedenswächter und die leuchtende 12 hinter ihnen. Wieso habe ich die 12 gewählt, wieso nicht die 5. Ich will doch nur in mein Bett. Vielleicht weil Haymitch zu mir sagte ich solle vorbei kommen wenn es mir schlecht geht? Und mir geht es definitiv schlecht.

Ich kann nicht aufstehen und bleibe einfach sitzen. Die Friedenswächter sehen sich verwirrt an. Der eine kommt zu mir und geht vor mir in die Knie.

,,Geht es ihnen gut, Miss Keene. Können Sie mich hören?“

Ich nicke und lege dann meinen Kopf nach hinten an die kalte Fahrstuhlwand. Der Friedenswächter vor mir macht irgendein Zeichen und sein Kollege verschwindet. Sie wollen mich scheinbar nicht anfassen, warum auch immer. Ich weiß auch nicht ob ich das gewollt hätte. Mein Kopf fühlt sich voll und gleichzeitig leer an. Ich weiß nicht was ich möchte. Bis er plötzlich vor mir steht. Der Friedenswächter hat Haymitch geholt. Er kniet sich besorgt vor mir hin und fasst mein Gesicht an.

,,Ennea?“, fragt er sanft, ,,kannst du mich hören?“

Ich nicke. Er trägt noch normale Kleidung, war also noch nicht im Bett. Ich weiß auch gar nicht wie spät es überhaupt ist. Haymitch nimmt meinen Arm, legt ihn um seine Schulter und legt den anderen Arm um meine Hüfte. Er zieht mich vorsichtig hoch und trägt, schiebt und zieht mich aus dem Fahrstuhl. Er bringt mich irgendwie ins „Wohnzimmer“ und setzt mich auf die Couch. Ich schließe die Augen und lasse meinen Kopf nach hinten gleiten. Nur nebenbei höre ich wie Haymitch irgendjemanden Anweisungen erteilt, vermutlich einem der Avoxe. Ich komme erst wieder ins hier und jetzt als Haymitch mir mit einem nassen Tuch die Schläfe abtupft.

,,Tschuldige“, kommt es von ihm, ,,aber das Blut muss weg.“

Er reicht mir ein Glas Wasser und ich trinke es voll aus. Ich rieche keinen Alkohol bei ihm, was schon sehr seltsam ist.

,,Du musst nicht drüber reden“, meint er gleich und ich seufze, ,,aber du kannst und du kannst auch gerne hier bleiben wenn du willst.“

,,Danke“, flüstere ich brüchig. Er wischt das Blut von meiner Wange und klebt mir ein großes Pflaster auf die Schläfe.

,,Du solltest das nachsehen lassen“, meint er.

,,Nein, dass geht schon“, entgegne ich und sehe ihn direkt an, ,,es war furchtbar.“

,,Scheinbar“, mehr sagt er nicht. Er fordert mich nicht auf oder fragt mich nochmal. Er schüttet mir Wasser nach und auch er nimmt ein Glas. Es dauert eine Weile und dann fange ich doch an.

,,Sowas hatte ich noch nie“, beginne ich flüsternd, ,,und das bestätigt mir noch mal wie krank die Bewohner hier sind. Das sie gar nicht richtig begreifen was dort in der Arena abgeht, was das für uns bedeutet“, ich starre in mein Glas, ,,er hat … wir haben uns die Spiele zusammen angesehen … aber nicht diese Spiele, sondern meine Spiele.“

,,Was?“, fragt Haymitch ehrlich schockiert, ,,wieso dass denn?“

,,Er meinte es erregt ihn wenn er sieht wie ich jemanden töte“, antworte ich völlig emotionslos, ,,ich dachte nicht dass es noch schlimmer geht als das was wir in der Arena tun mussten. Aber ich habe mich getäuscht“, ich merke das Haymitch neben mir bebt, aber ich sehe ihn nach wie vor nicht an, ,,ich war … so schockiert … ich konnte nicht … ich konnte mich eine Zeitlang nicht bewege. Es war wie in meinen Albträumen. Ich habe jeden Tod noch einmal gesehen … es war wie ein Horrorfilm, der nicht enden wollte. Ich … konnte mich nicht bewegen. Das hat ihn verärgert. Deswegen hat er ein paar Mal zugeschlagen. Ich weiß es nicht mehr genau, ich weiß auch nicht wann der ein Messer rausgeholt hat. Ich hab nur das Blut gespürt irgendwann. Und als er fertig war hat er ein Taxi gerufen. Ich weiß nicht mehr wie ich mich angezogen habe oder wie ich zurück gekommen bin“, ich stocke kurz und sehe Haymitch jetzt doch an, ,,es tut mir leid. Ich wollte dich wirklich nicht stören.“

,,Was?“, fragt er überrascht und sieht mich auch an, ,,nein, nein. Ich habe doch gesagt dass du vorbei kommen sollst. Das war schon ernst gemeint. Ich bin nur fassungslos, dass er dich ernsthaft geschlagen hat.“

,,Das war eigentlich nicht das schlimmste“, flüstere ich und stelle mein Glas auf den Tisch.

,,Ich weiß“, entgegnet er und zieht mich leicht an sich. Er legt seine Arme um mich und ich habe meinen Kopf auf seiner Brust. Es fühlt sich gut an und ich bin doch froh nicht alleine in meinem Bett zu sein. Langsam schlafe ich ein.

Als ich wieder aufwache liege ich neben Haymitch in seinem Bett. Meine Hand ruht auf seiner Brust und seine Arme liegen um mich und halten mich fest. Er ist wach und sieht mich an.

,,Morgen“, murmel ich.

,,Morgen, wie hast du geschlafen?“

,,Eigentlich ganz gut. Ich habe gar nicht geträumt, dass ist zur Abwechslung mal ziemlich angenehm“, antworte ich und kuschel mich wieder an ihn, ,,hast du mich hier her getragen oder hab ich auch verdrängt hier her gelaufen zu sein?“

,,Nein“, antwortet er lachend, ,,ich habe dich getragen. War nicht ganz so leicht. Ich habe kaum noch Kraft in den Armen.“

Ich unterdrücke ein Lachen und er streicht mir eine Strähne aus dem Haar.

,,Darf ich dich was fragen?“

,,Natürlich.“

,,Ich habe mich das schon öfter gefragt und ich wollte dich das auch schon öfter fragen und ich weiß auch nicht so recht wieso ich dich das jetzt frage“, beginnt er, ,,aber … wieso triffst du dich noch zusätzlich mit mir?“

,,Was meinst du?“, frage ich ernsthaft verwirrt, ,,das verstehe ich nicht.“

,,Na du musst dich doch schon mit diesen Männer treffen“, antwortet er und fühlt sich dabei etwas unwohl, ,,aber trotzdem kommen wir beide seit Jahren immer wieder zusammen und haben Sex und das versteh ich nicht so ganz.“

Ich löse mich von ihm und setze mich auf.

,,Versteh dass nicht falsch …“, beginnt er schnell, doch ich unterbreche ihn.

,,Nein, ich weiß wie du das meinst“, sage ich leicht lächelnd, um dann schnell wieder ernst zu werden, ,,Ich hätte auch nicht gedacht, dass ich noch Lust auf Sex habe, obwohl ich mich mit all diesen Männern treffen muss“, ich seufze wieder und ziehe die Decke um mich, als wenn sie mich irgendwie beschützen könnte, ,,aber … es ist etwas völlig anders. Bei diesen Männern habe ich keine Wahl, ich muss das machen was sie wollen und wann sie es wollen, beziehungsweise wann und was Snow will. Aber das mit uns, dass habe ICH unter Kontrolle. Ich bestimme was ich möchte. Ich kann Nein sagen, wenn ich etwas nicht möchte und du würdest darauf hören. Das ist … beruhigend. Das hilft mir irgendwie … genau kann ich es nicht beschreiben.“

,,Ich weiß aber was du meinst“, sagt er sofort und setzt sich auch auf, ,,mir tut das mit uns auch gut, auch wenn ich das nie gesagt habe. Ich bin froh dass wir uns treffen, auch wenn ich immer noch nicht verstehe warum du dich mit mir triffst.“

Ich muss lachen und auch er muss grinsen.

,,Das meine ich ernst. Du könntest jeden haben.“

,,Unterschätze dich mal nicht“, sage ich und gebe ihm einen kleinen Kuss auf die Lippen, ,,außerdem waren wir völlig betrunken als es das erste Mal passiert ist.“

,,Das stimmt natürlich“, lacht er.



Haymitch und ich gehen zusammen zum großen Bildschirm. Er erzählt mir was ich am Abend verpasst habe. Die Spielmacher hatten verkündet, dass am Füllhorn Rucksäcke für die restlichen Tribute bereitgestellt wurden, die das enthalten, was diese am meisten benötigen. Eine gute Gelegenheit um weitere Tribute loszuwerden. Peeta hätte nicht gewollt dass Katniss dorthin geht, deswegen hat Haymitch ihr einen Schlafsirup geschickt und nun ist Katniss auf dem Weg zum Füllhorn. Von Finch keinerlei Spur. Kaum haben wir uns gesetzt geht es auch schon los. Wir sehen wie Finch sich schnell den ersten Rucksack schnappt. Sie hatte sich im Füllhorn versteckt und ihre Chance genutzt. Nach kurzer Zeit versucht auch Katniss ihr Glück. Doch sie wird fast von Clove getötet. Und nun kommt es zu einer Seltenheit. Tresh aus Distrikt 11 taucht auf und tötet Clove. Er lässt Katniss laufen. Man sieht dass er etwas zu ihr sagt und sie verschwindet daraufhin. Das war ein Geschenk. Katniss hat sich um Rue gekümmert und Tresh hat ihr dadurch gedankt. Das war ihr Glück. Ein weiteres Zeichen für das Kapitol dass wir aus den Distrikten noch Anstand besitzen und keine tötenden Wilden sind. Auch Tresh hat echte Chancen zu gewinnen, denke ich mir. Doch nur ein paar Stunden später wird Tresh von Cato getötet. Nun ist auch Distrikt 11 raus. Bleiben nur noch 4 übrig. Distrikt 2, Distrikt 5 und Distrikt 12, was schon eine kleine Sensation ist.

Mehr passiert an dem Tag nicht. Erst am nächten Morgen sehen wir wie Katniss und Peeta ihre Höhle verlassen. Beiden geht es sichtlich besser. Doch sie brauchen etwas zu Essen und gehen daher in den Wald. Ich sitze wie immer neben Haymitch. Wir sind die einzigen die noch zusammen sitzen. Brustus, der Mentor aus Distrik 2 sitzt an der anderen Seite der Tribüne, weit abseits von uns.

Wir sehen wie Katniss und Peeta sich aufteilen, damit sie alleine jagen kann offenbar. Es wird schon etwas langweilig und ich fange an etwas wegzunicken. Doch dann ertönt die Kanone und sofort sind alle, und auch ich, wieder hell wach. Einer der Tribute ist tot. Aber wer? Katniss rennt sofort los und scheint nach Peeta zu rufen. Ist er es wirklich? Hat Cato ihn erwischt? Ich mache mir auch Sorgen um Finch, aber mehr um Peeta, da er im Moment noch ein leichtes Ziel abgibt. Doch dann sehen wir wie Katniss Peeta erreicht und ihm offenbar giftige Beeren aus der Hand schlägt. Peeta ist nicht tot. Und ich weiß sofort dass es Cato bestimmt auch nicht sein wird. Was nur eins bedeuten kann.

Katniss und Peeta laufen ein paar Meter und dann sehen wir den toten Tribut. Ich vergrabe mein Gesicht in den Händen. Finch liegt auf dem Boden, in ihren Händen hält sie noch einige der Beeren. Peeta scheint furchtbar schockiert zu sein.

,,Sie hat die Beeren gegessen die Peeta gesammelt hat“, sagt Haymitch leise, ,,es war ein Versehen.“

,,Nein“, wiederspreche ich ihm und schaue wieder auf die Leinwand, ich versuche meine Tränen zurück zu halten, ,,sie war zu schlau dafür. Das hat sie mit Absicht gemacht.“

,,Wie meinst du das?“

,,Sie hat Selbstmord begangen“, antworte ich, ,,sie wusste dass sie nun kämpfen muss und dass sie vielleicht jemanden töten muss. Das kann sie nicht und so ist sie schmerzfrei gestorben, anstatt sich von Cato mit einem Schwert zu durchbohren. Sie wusste das die Beeren giftig waren, sie war zu schlau dafür.“

Haymitch schweigt und wir sehen wie das Hovercraft Finch aus der Arena bringt. Ich mochte sie, gerade weil sie keinen getötet hatte. Sie ist soweit gekommen, weil sie klug war, nicht weil sie brutal war. Mir wird von der Seite ein Zeichen gegeben. Ich muss zum Interview und etwas über Finch sagen und über ihren Tod. Ich hasse das, aber ich muss mich zusammen reißen.



Es sind nur noch drei Tribute übrig. Doch erst am nächsten Tag kommt es zum entscheidenden Kampf. Und wieder einmal lassen sich die Spielmachen nicht lumpen. Denn Katniss und Peeta müssen nicht nur gegen Cato kämpfen, sondern auch noch gegen Mutationen, die aussehen wie Wölfe und doch Ähnlichkeiten mit den bereits toten Tributen aufweisen. Die drei fliehen auf das Füllhorn, doch Cato fällt vom Füllhorn und wir von den Mutationen zerfleischt.

Ich sitze, obwohl es eigentlich unüblich ist weil meine Tribute tot sind, neben Haymitch und sehe wie er immer angespannter wird. Als die Kanone Catos Tod verkündet ist es mucksmäuschen still im gesamten Raum. Katniss und Peeta haben gewonnen. Doch dann kommt eine Durchsage dass die ursprünglichen Regeln wieder hergestellt wurden und es nur einen Sieger geben kann. Ich höre wie unten viele Zuschauer schockiert sind und auch laut werden. Sie wollen ihr liebgewonnenen Liebespaar gemeinsam als Sieger sehen. Haymitch ist wütend und steht auf.

,,Wie stellen die sich dass denn jetzt vor?“, fragte Haymitch laut, ,,dass einer sich opfert, oder was?“

Haymitch kann nicht mehr auf den Bildschirm sehen und starrt demonstrativ an die Wand und überlegt wahrscheinlich ob er abhauen kann. Distrikt 12 hat so oder so gewonnen, aber darum geht es gar nicht.

,,Haymitch“, sage ich sanft, doch er hört nicht. Er sollte aber, denn Katniss zieht ein paar Beeren aus ihrer Tasche. Ich stehe auf, denn ich weiß genau was sie vor hat.

,,Haymitch“, sage ich noch einmal bestimmender, ,,Haymitch, sieh dir das an.“

Nun dreht er sich doch um und stellt sich neben mich.

,,Das ist nicht ihr ernst“, sagt er entsetzt. Katniss gibt Peeta ein paar der Beeren ab und sagt etwas zu ihm. Er nickt ernst und die beiden führen ihre Hände mit den Beeren an den Mund. Ich kralle mich vor lauter Aufregung an Haymitch Arm. Kann das wirklich passieren? Keinen Sieger? Können die Spielmachen dies zulassen?

Nein, das können sie offenbar nicht. Denn kurz bevor die beiden die Beeren tatsächlich schlucken, ertönt eine Stimme.

,,STOPP“, es ist nach wie vor mucksmäuschen still im gesamten Raum, ,,meine Damen und Herren. Stolz verkünden wir die Sieger der 74. Hungerspiele. Aus Distrikt 12. Katniss Everdeen und Peeta Mellark.“

Damit sind die 74. Hungerspiele vorbei. Es ist aus und zum ersten Mal in der Geschichte gibt es zwei Sieger. Und das ist letztendlich nicht gut. Trotzdem liegen Haymitch und ich uns erst Mal in den Armen.

,,Du musst auf die beiden aufpassen“, flüstere ich ihm zu.

,,Das wird nicht gut für uns sein“, flüstert er zurück, ,,für keinen von uns.“

,,Ich weiß.“



Danach sehe ich Haymitch gar nicht mehr, jedenfalls nicht so dass wir uns unterhalten können. Katniss und Peeta werden interviewt und geehrt von Präsident Snow persönlich. Es ist trotzallem eine angespannte Stimmung.

Am Abend unserer Abreise treffe ich mich mit Finnick. Wir sitzen in einer ruhigen Ecke und unterhalten uns leise. Ab und zu sehe ich giftige Blicke von ein paar Kapitolfrauen. Mein Ruf hier ist viel viel schlechter als der von Finnick, obwohl wir ja genau dasselbe machen. Aber während ich quasi als Prostituierte abgestempelt werde, was ich im Grunde genommen ja auch bin, gilt Finnick als Playboy. Er wird dennoch bewundert. Ich ignoriere die Frauen.

,,Was meinst du was jetzt passiert?“, fragt er.

,,Die beiden müssen jetzt für immer zusammen bleiben, ob sie wollen oder nicht?“

,,Glaubst du die Geschichte?“, fragte Finnick.

,,Wer weiß“, antwortete ich, obwohl ich es natürlich genau wusste, ,,vielleicht ist es echter als wir alle wissen oder sie selber auch.“

,,Snow findet das gar nicht gut. Sie haben die Regeln gebrochen und damit das Kapitol lächerlich gemacht. Vielleicht nicht hier im Kapitol selber. Aber in den Distrikten, das Kapitol sieht verwundet aus.“

,,Da stimme ich dir voll zu“, sage ich, ,,jetzt ist nur die Frage was die Distrikte draus machen.“

,,Und was wir draus machen“, meint er ernst, ,,wir sind das Aushängeschild der Distrikte.“

,,Haymitch hat recht“, flüstere ich extrem leise, ,,das wird nicht gut für uns sein, für keinen von uns.“



Und er sollte tatsächlich Recht behalten.
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