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Rettet den Teufelstopf

von Bibi1098
GeschichteDrama, Freundschaft / P12 Slash
Joschka Leon Markus Raban Vanessa Willi
10.01.2021
17.01.2021
5
4.839
1
Alle Kapitel
11 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
13.01.2021 879
 
Hey,
hier ist das neue Kapitel.  Ich freue mich, dass die Geschichte euch so gut gefällt.  Danke für eure Reviews.
Viel Spaß beim Lesen  

LG Bibi

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„Kannst du, dass glauben? Zwei Kinder…“ fragte Marlon, während sie wieder auf ihre Maschinen stiegen. „Sie sind erwachsen. Und ich?“ Maxi schmunzelte. „Ich hab nicht mal eine feste Freundin und bin so viel unterwegs gewesen, dass ich nicht mal eine eigene Wohnung hab.“ „Was hast du unterwegs gemacht?“ fragte Marlon und schaltete das Licht an seinem Motorrad an. „Gearbeitet. Ich hab versucht herauszufinden, wer ich ohne euch bin, wer ich ohne die Kerle bin. Und naja, mein Vater will immer noch, dass ich irgendwann seine Bank leite.“ „Und wer bist du?“ Marlon sah ihn voller Erwartung an. „Ich bin einfach nur Maxi, aber das ist auch okay. Ich bin ein Anführer. Ein Mann mit Willensstärke und Mut.“ „Wie lange hat es gedauert, bis du das herausgefunden hast?“ Maxi lachte leise. „Bis Blossom mich vor drei Jahren verlassen hat.“ „Oh.“ Machte Marlon. „Was hast du getrieben? Wie lange bist du bei Horizon geblieben?“ Marlon schwieg kurz, zuckte dann mit den Schultern und meinte nur: „Wir sind vor zwei Jahren auseinander gegangen.“ „Hatte es was mit deinem Auge zu tun?“ „Diese…“ Marlon zeigte auf sein Auge „kleine Meinungsverschiedenheit mit Jaromir hatte vielleicht auch damit zu tun.“ Maxi sah Marlon anerkennend an. „Wenn die Meinungsverschiedenheit für die besser ausgegangen ist, wie für ihn.“ Marlon lachte. „Könnte man behaupten, ja. Komm, lass uns meinen Bruder suchen.“ „Wie zur Hölle willst du ihn finden? Willi sagte Großraum München?“ Maxi war erstaunt. „Es ist Dienstag. Dienstags ist er immer in der Blumenstraße. Da gibt es ein besonderes Angebot.“ Das Wort Angebot betonte Marlon auf eine Art, dass Maxi nicht definieren konnte, was genau dieses Angebot sein sollte.
Es war bereits Ein Uhr nachts als sie Leon fanden. Die Stadt war dunkel und, für manche vielleicht kaum zu glauben, München schlief. An wenigen Stellen leuchteten Straßenlaternen und das ein oder andere Fenster war noch erleuchtet. Die Stille war beinahe erdrückend und fast schon gespenstisch. Der Verkaufswagen von Leon stand mitten auf einem großen Parkplatz und war nur schwach beleuchtet. Ein oranger Schriftzug leuchtete auf ihm: Wilde Milch. Der Wagen strahlte eine Aura aus, die gefährlich wirkte, gefährlich und wild. Die beiden hielten kurz vor dem Wagen. Leon sah die beiden an, drehte sich um und stellte ihnen Gläser hin. „Wie komm‘ ich zu der Ehre?“ fragte er interessiert. „Wir müssen reden.“ antwortete Maxi. „Was ist das?“ fragte er. „Wilde Milch. Die macht munter. Ihr seht aus, als könntet ihr die brauchen.“ Leon grinste. Maxi nippte und verschluckte sich. Er hustete. „Sicher, dass das nur Milch ist?“ „Zumindest offiziell.“ Maxi sah ihn fragend an. „Wir wollen den Teufelstopf retten, Brüderchen. Bist du dabei?“ Marlon leerte das Glas in einem Zug und wischte sich anschließend den Mund ab. „Ich weiß nicht. Was ist mit den Jungs?“ „Raban und Joschka sind dabei, Markus ist unentschlossen, bei Vanessa waren wir noch nicht.“ Leon putzte ein Glas aus und sah sich nachdenklich um. Er seufzte. „Lohnt sich das denn?“ Die Brüder sahen sich an. „Was ist in deiner Welt lohnenswert?“ Leon schüttelte den Kopf und zuckte die Schultern. Die drei Männer schwiegen. Es war keine unangenehme Stille. Sie dachten nach. Ihr Gedanken kreisten um Leon frage, ob es lohnenswert war. Maxi wollte nicht die gleichen Argumente anbringen, wie bei Raban, Joschka und Markus. Raban hatte recht gehabt. Viel zu lange hatte er die Wahrheit vor sich hergeschoben. An ihrem geliebten Teufelstopf hingen auch negative Erinnerungen. Er dachte an seine verdrängte Liebe zu Vanessa und Nerv, sein kleiner Bruder, der nicht mehr mit ihm sprach. Auch Marlons Gedanken schweiften an die Erinnerungen, allerdings fing er nicht zu zweifeln an, wie Maxi es tat. Nein, er war sich bewusst, dass jede noch so kleine Erinnerung wertvoll war. Er musste unwillkürlich lachen, als er daran dachte, wie sie den dicken Michi und seine unbesiegbaren Sieger zu ihren Dienern gemacht hatten oder wie sie aus dem Teufelstopf ihr perfektes Stadion gemacht hatten, aber er dachte auch an jeden Streit, den er mit Leon gehabt hatte. Wie oft hatte der Jüngere ihn als die Pest in Person bezeichnet? Wie viele Tore hatte er dort verschossen? Für ihn es das, was sich lohnte. Auch Leon schweifte durch die Vergangenheit. Er dachte daran, wie Gonzo Gonzales ihm damals Vanessa genommen hatte, wie Fabi ihn herausgefordert hatte. Auf der anderen Seite hatten sie ihren Teufelstopf immer zurückgewonnen und Nerv hatte die Kerle damals wieder zurückgebracht. Er sah die Beiden anderen an. Neun Jahre nach ihrem letzten Abenteuer saßen sie hier zusammen, obwohl sie alle unterschiedliche Wege gegangen waren. Nachdem er sich von Vanessa getrennt hatte, kaufte er sich diesen Milchwagen und begann an der perfekten Rezeptur für seine einzigartige wilde Milch zu feilen. Sein Vater betrieb noch immer die kleine Eisdiele und half ihm dabei. Er hatte über ein Jahr gebraucht, bis er so zufrieden mit seiner Milch war, dass er sie verkaufen konnte. Es war so viel geschehen seit ihrem letzten Treffen und doch wollten sie nun alle zusammenkommen. „Was habt ihr vor?“ fragte er in die Stille hinein. „Das entscheiden wir am Samstagabend auf Camelot.“ Leon lächelte. „Ich werde da sein und dann retten wir unseren Teufelstopf.“
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