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Ein magischer Moment

GeschichteDrama, Romance / P12 / Het
Jim Beckett Kate Beckett Martha Rodgers Richard Castle
10.01.2021
28.01.2021
7
15.752
10
Alle Kapitel
57 Reviews
Dieses Kapitel
9 Reviews
 
 
10.01.2021 2.895
 
Ich schmeiße ein herzliches Moin in die Runde. Ja, es gibt mich noch – und heute sogar mit einer neuen Geschichte.

Das letzte Jahr war in so ziemlich jeder Hinsicht nicht leicht für mich. Und auch dieses Jahr wird einiges für mich bereithalten, was nicht einfach ist. Aber zumindest habe ich meine Lust am Schreiben wiedergefunden – und auch die Zeit dazu.

Und so lade ich euch ein, mich bei dieser Geschichte zu begleiten. Es ist meine 53. Castle Geschichte und weil ich lange überhaupt kein Gefühl mehr für das Schreiben hatte, ist sie für mich quasi so etwas wie ein Neuanfang. Und das auch in vielerlei Hinsicht.

Wie immer habe ich versucht, zwischen  den ernsten auch amüsante Dialoge einzubringen. Nun, momentan fällt mir das „lustig sein“ noch schwer, von daher bitte ich um Entschuldigung sollte es mir nicht ganz gelungen sein

Nun aber genug der langen Vorrede – gepostet wird ALLE DREI TAGE und ihr solltet den Storykopf lesen. Wie üblich stehen dort alle relevanten Dinge drin!

Nun aber VIEL SPAß!

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Autor: The white Countess
Rating/Pairing: ab 12 Jahren / Kate & Rick
Kategorie: Romanze, Drama
Inhalt: Rick „verläuft“ sich im Krankenhaus und landet  im Zimmer einer Patientin, die er nicht kennt. Dennoch fühlt er sich auf besondere Weise zu ihr hingezogen.  
In eigener Sache: Ich widme diese Fanfiction meiner Mum – du fehlst mir
Anmerkung 1: Hat mit der Serienhandlung nichts  zu tun, ist aber auch nicht AU. Der Schuss auf Kate hat hier auch stattgefunden. Alexis existiert nicht
Anmerkung 2: Kursiv geschriebenes sind Gedanken / Erinnerungen
Kapitel:  7   Seiten: 17 (Arial 10, schmaler Rand) – Veröffentlichung:  10.01. – 28.01.2021
Disclaimer: Wie üblich gehört mir außer der Idee zur Story nichts.  Alle Castle Charaktere sind Eigentum von ABC Studios. Diese Fanfic wurde lediglich zum Spaß geschrieben und nicht um damit Geld zu verdienen. Jegliche Ähnlichkeit zu Lebenden und Toten Personen ist zufällig und nicht beabsichtigt. Alle weiteren Charaktere sind Eigentum des Autors.

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Rick zog im Gehen seine Jacke über, während er völlig in Gedanken den Flur entlangging. Er hatte Mike, einen guten Freund, besucht, der im Krankenhaus lag. Ein komplizierter Beinbruch, nachdem er über ein Spielzeug seiner zweijährigen Tochter gestolpert war. Zum Glück hatte die Kleine davon nichts mitbekommen, das wäre sonst sicherlich ein riesiger Schreck für sie gewesen.
Der Schriftsteller beneidete seinen Freund. Er hatte eine großartige Frau und Jody war ein wirklich süßes Mädchen. Rick seufzte und stieg in den Fahrstuhl. Eine Familie. Das hat er sich auch immer gewünscht, nur bisher nicht die passende Frau gefunden. Wobei das nicht ganz stimmte. Da gab es schon eine ... oder hätte es geben können. Nun ja, das war eine andere Geschichte. Eine ohne Happy End.

Der Fahrstuhl hielt. Rick stieg automatisch mit zwei anderen aus und ging nach links, Richtung Ausgang. Dachte er jedenfalls. Nach ein paar Metern fiel ihm auf, dass er auf der falschen Etage ausgestiegen war.
„Herdentrieb“, murmelte Rick, drehte sich um und ging wieder zurück. Dabei wäre er fast mit einer Schwester zusammengestoßen, die gerade aus einem der Zimmer kam.
„Ups, Entschuldigung“, meinte sie.
„Nichts passiert“, lächelte Rick und sah ihr nach wie sie davoneilte. Gut schaute sie aus. Vielleicht sollte er … nein, sagte er sich selbst. Das hier war nun wirklich kein Ort, um die Schwester anzuflirten. Abgesehen davon meinte er einen Ehering gesehen zu haben. Typisch. Seufzend wollte er seinen Weg fortsetzen, als sein Blick in das Zimmer fiel, dessen Tür die Schwester vergessen hatte zu schließen. Viel erkennen konnte Rick nicht, aber dort lag eine Frau. Sie war an diversen Schläuchen angeschlossen, einschließlich eines Beatmungsschlauchs. Und sie trug einen Verband um den Kopf. Er war offenbar auf der Intensivstation gelandet.
„Sobald Sie einen Kittel übergezogen haben, können Sie ruhig reingehen. Die Schläuche sehen schlimmer aus, als sie sind“, meinte die Schwester, die gerade zurückgekommen war, zu Rick, der ihr etwas unschlüssig vorkam.
Dieser wiederum interessierte sich brennend dafür, weswegen die Patientin hier lag, würde er aber danach fragen, wäre der Schwester klargeworden, dass er ein Fremder war und hätte ihn sicherlich fortgeschickt. Abgesehen davon sollte er den Irrtum von sich aus aufklären und freiwillig gehen, aber irgendwas sagte ihm, dass er bleiben musste.
Also folgte er der Schwester, die ihm zeigte, wo die Kittel waren und ihm half einen überzuziehen. Anschließend gingen beide in das Zimmer. Nun sah Rick die Patientin zum ersten Mal richtig, wobei man auch aus der Nähe, durch den Verband und die Schläuche, nicht wirklich viel von ihrem Gesicht erkennen konnte. Sie schien allerdings sehr hübsch zu sein. Sein Herz fing an zu rasen, es kribbelte im Magen.
Na großartig, soweit war es mit ihm schon gekommen. Er musste es echt nötig haben, wenn er selbst vor einer ganz offensichtlich bewusstlosen Frau nicht halte machte.
Du solltest dich schämen, Rick Castle! Aber so was von!
Rick öffnete den Mund, um den Irrtum endlich aufzuklären und sich mit irgendeiner Notlüge, von wegen im Zimmer geirrt, gekonnt aus der Situation zu retten … doch er schwieg. Er hatte keine Ahnung, wer diese Frau war, verspürte aber den Wunsch bei ihr zu sein.
Was war nur los mit ihm? Dieses 'sofort magisch voneinander angezogen sein' war für ihn immer Humbug gewesen. Doch jetzt fühlte er genau das ... es war echt verrückt.  Und völlig unlogisch dazu.
„Ich wechsele Ihre Infusion, Mrs. Beckett“, erklärte die Schwester und Rick schaute sie verwundert an. Die Frau im Bett machte nicht den Eindruck davon etwas mitzubekommen. Sie war doch bewusstlos.
„Es ist wichtig, dass man mit in Koma liegende Patienten spricht“, klärte die Schwester ihn auf, denn sie hatte seinen Blick bemerkt. „Niemand weiß genau, was sie wirklich mitbekommen und durch das Sprechen verhindern wir, dass sie sich erschrecken, wenn wir sie berühren.“
Koma. Auch das noch „Ergibt Sinn.“
„Kennen Sie Mrs. Beckett schon lange?“, erkundigte sich die Schwester, während sie gekonnt die Infusion wechselte.
Rick schüttelte den Kopf. „Nein, das kann man wirklich nicht behaupten.“
„Aber dennoch besuchen Sie sie. Das finde ich sehr nett. Und es ist wichtig, dass die Koma Patienten nicht allein sind.“
„Bekommt sie denn keinen Besuch?“
„Oh doch. Ihr Vater und ihre Kollegen. Die kommen täglich. Aber sie arbeiten alle, daher können sie immer nur am Nachmittag oder am Abend. Vormittags sind wir der einzige Kontakt, den Mrs. Beckett hat. Außer am Wochenende, da verbringt ihr Vater viel Zeit hier.“
„Verstehe.“ Rick schaute wieder zu der Patientin. Mrs. Beckett. Ob sie verheiratet war? Scheinbar nicht, denn einen Ehemann als Besucher hatte die Schwester nicht erwähnt.
Eine andere Schwester schaute zur Tür rein. „Marion, könntest du mir mal eben bei dem Patienten nebenan helfen?“
„Klar, ich komme.“ Sie wandte sich an Rick. „Setzen Sie sich doch. Draußen auf dem Gang steht ein Tisch mit Kaffee. Bedienen Sie sich ruhig.“
„Danke, im Moment nicht.“ Rick setzte sich auf den Stuhl, der links neben dem Bett stand, während Marion schnell hinauseilte. Der Schriftsteller seufzte. Was tat er nur hier? Sein Blick fiel auf die Patientenakte, die die Schwester vergessen hatte. Sie lag etwas unter dem Kissen, damit sie nicht runterfallen konnte. Rick schaute sich kurz um, beugte sich vor und griff danach. Er hatte das Glück, querlesen zu können. So fand er einige die für ihn interessanten Informationen in kurzer Zeit. Als er hörte, dass jemand kam, steckte er die Akte wieder zurück.
„Was man nicht im Kopf hat“, lachte Schwester Marion, während sie das Zimmer betrat und die Akte holte. Sie warf einen kurzen Blick auf die Geräte, war offenbar zufrieden, nickte Rick kurz zu und ging wieder.

Rick hatte unbewusst die Luft angehalten, aus Sorge, die Schwester würde merken, dass die Akte anders lag. Nun atmete er aus. „Gutgegangen“, murmelte er und wandte sich nun an die junge Frau, die vor ihm lag. „Kate heißt du also. Das ist ein schöner Name. Und er weckt Erinnerungen. Traurige, aber damit möchte ich dich gar nicht behelligen“, begann er. „Ich bin Rick. Du brauchst keine Angst vor mir zu haben, ich möchte einfach nur bei dir sein. Frag mich bitte nicht warum.“ Aufmerksam betrachtete er sie, doch nichts passierte. Nun, es wäre wohl auch ziemlich vermessen zu glauben, dass er nur auftauchen müsste und schon würde Kate Beckett aus dem Koma erwachen, in dem sie seit zwei Wochen lag. Es war eine Schussverletzung im Brustbereich, das hatte er der Akte entnehmen können. Und dass sie zehn Jahre jünger als er war. Nun gut, das war interessant, aber zweitrangig. Kate war Polizistin. Also war sie vermutlich im Dienst verletzt worden.
„Ich hoffe, du wachst bald auf, Kate. Dann würde ich dich bitten, mit mir auszugehen.“ Rick lachte leicht. „Na ja, zuerst einmal würde ich mich dir ganz formell vorstellen. Hoffentlich jagst du mich dann nicht fort, weil du mich für so eine Art Stalker hältst. Das bin ich mitnichten. Ich weiß doch selbst nicht, was ich hier eigentlich mache.“
„Sie sprechen mit meiner Tochter“, kam die trockene Antwort von der Tür her. Rick sprang erschrocken auf.
„Tut mir leid, Sir. Ich …“
„Wer sind Sie?“, wollte Jim wissen, der lediglich den letzten Satz von Rick gehört hatte.
„Rick Castle.“
Der Name kam ihm bekannt vor. „Woher kennen Sie meine Tochter?“
Rick schluckte. Er hätte gerne mehr Zeit mit Kate verbracht, aber nun würde wohl gleich der Rausschmiss folgen.
„Ich kenne Kate gar nicht“, gestand er.
Jim zog eine Augenbraue hoch. „Was tun Sie dann hier?“
Rick beschloss ehrlich zu sein und so erzählte er dem älteren Mann, wie er in diesem Zimmer gelandet war. „Ich wollte niemanden schaden“, endete er. „Wenn Sie möchten, werde ich sofort gehen.“
Jim hatte ihn die ganze Zeit beobachtet, während er erzählte und irgendwann war ihm eingefallen, woher er ihn kannte. Die Zeitungen waren oft voll von Artikeln über Richard Castle, einige waren wenig schmeichelhaft. Da war von wilden Partys und einem Dasein als Playboy die Rede. Seit einiger Zeit allerdings, so ging es Jim durch den Kopf, war es in der Hinsicht ziemlich still im Blätterwald. Er hatte offenbar einen Weg gefunden, die Presse aus diesem Teil seines Lebens auszuschließen. Wie auch immer ihm das gelungen war. Aber als Schriftsteller sollte sein Gehirn ja eigentlich ein Quell an Ideen und Geschichten sein. Apropos Geschichte … die er ihm über seine Anwesenheit hier erzählte hatte, klang eher einem Kitschroman entnommen als nach der Wahrheit … und genau deswegen glaubte ihm Jim. So seltsam sich das auch anhörte. Und weil Kate ein großer Fan von Rick Castle war, vielmehr von seinen Romanen. Außerdem gab es da die kleine Stimme, irgendwo tief in ihm drin, die Jim sagte, dieser Mann war genau das, was Kate jetzt brauchte. Dem <warum> würde er später auf den Grund gehen.
„Möchten Sie denn gehen?“, wollte er wissen.
„Nein. Ich würde gerne hierbleiben“, kam die prompte Antwort. „Aber erklären kann ich es Ihnen nicht.“ Rick schaute zu Kate und sein Blick wurde weich, ohne dass er es bemerkte. Jim hingegen fiel es auf und unweigerlich fragte er sich, ob die beiden sich vielleicht doch kannten und der Schriftsteller ihn anlog. Doch bis auf diesen Blick sprach nichts dafür.
„Das müssen Sie auch nicht. Ich habe auch keine Erklärung dafür, dass ich das Gefühl habe, Sie könnten meiner Tochter helfen aus dem Koma zu erwachen.“
Rick drehte sich ruckartig zu ihm um. „Ich? Aber …“
Jim hob die Hände. „Ich sagte ja, ich habe dafür keine Erklärung. Vielleicht sollten wir es einfach so hinnehmen.“ Er strich Kate über die Haare. „Sie ist ein großer Fan Ihrer Romane, Mister Castle, und immer ganz hibbelig, wenn ein neuer erscheint. Dann würde Kate am liebsten gar nicht arbeiten gehen, sondern sich mit dem Roman zurückziehen und erst wieder auftauchen, wenn sie ihn durchgelesen hat. Und darauf können Sie sich etwas einbilden, denn der Job ist ihr Leben.“ Leider
„Oh.“ Rick schluckte. Eingebildet hatte er sich tatsächlich immer, dass seine Romane die Leute in ihren Bann ziehen würden, aber das lag eher an seinem übergroßen Ego als an fundierten Wissen. Das es zumindest eine Person gab, bei der es zutraf, machte ihn irgendwie demütig. Ein Gefühl, dass er so nicht unbedingt kannte. „Was ist passiert, Sir? Ich gestehe, dass ich in die Patientenakte geschaut habe, als die Schwester kurz rausgegangen war.“
„Dann wissen Sie ja, dass es eine Schussverletzung ist.“
Rick nickte. „Mehr aber auch nicht. Es würde mich ehrlich interessieren, wie es dazu gekommen ist. Ich nehme an, Kate … ähm, also Ihre Tochter … war im Dienst? Ich habe gelesen, dass sie Polizistin ist.“ Rick hatte plötzlich das Gefühl kein Recht zu haben, ihren Vornamen zu benutzen.
„Sagen Sie ruhig Kate. Klingt sonderbar, wenn sie Ihre Tochter sagen“, meinte Jim. „Das sagen hier nur die Schwestern und Ärzte.“
„In Ordnung. Danke Sir.“
„Und hören Sie mit diesem Sir auf. Da fühle ich mich wie mein eigener Großvater. Ich bin Jim.“  Zudem habe ich das Gefühl, wir könnten uns zukünftig öfter hier treffen
„Und ich Rick … wie Sie ja wissen.“
Jim nickte und schwieg. Rick begann gerade zu glauben, der ältere Mann hätte gekonnt von seiner Frage abgelenkt, als er zu sprechen begann. „Kate ist Detective beim NYPD, war aber nicht im Dienst, sondern auf der Beerdigung ihres Captains. Es wurde aus dem Hinterhalt auf sie geschossen.“
„Aber warum? Im Dienst hätte ich es verstanden, ihr Job ist gefährlich. Aber bei einer Beerdigung? Das macht mich fassungslos.“ Rick schüttelte wie zur Bestätigung den Kopf.
„Ich möchte, zumindest im Moment, nicht weiter darüber sprechen, Rick. Es ist sehr persönlich. Für Kate und auch für mich. Ich hoffe, Sie verstehen das.“
„Natürlich. Und wenn wir ehrlich sind, geht es mich auch überhaupt nichts an. Mich hat ja nur der Zufall in dieses Zimmer geführt.“
Ob es wirklich nur ein Zufall war, vermochte Jim nicht zu sagen. Er war eigentlich nicht der Typ, der an Schicksal glaubte, anderseits passierte nie etwas ohne Grund. „Werden Sie Kate helfen, Rick?“
„Ich weiß zwar nicht, wie ausgerechnet ICH dazu beitragen soll, dass Kate aus dem Koma erwacht, werde aber so oft ich kann hier sein. Wenn es wirklich das ist, was Sie möchten, Jim.“  Und warum auch immer ICH das tun möchte
„Ja, das ist es. Wenn Sie vormittags Zeit hätten, wäre ich Ihnen wirklich dankbar. Ich habe die ersten Tage die meisten Gerichtstermine … ich bin Anwalt … verschieben können, aber nun geht das nicht mehr. Und auch Kates Kollegen, die gleichzeitig ihre engsten Freunde sind, haben vormittags kaum die Möglichkeit, herzukommen. Das ich heute früher gekommen bin, liegt daran, dass ich später noch einen Termin habe, den ich einfach nicht verschieben konnte.“
Rick nickte und ging in Gedanken die Termine für die nächste Zeit durch. Nichts, was nicht zu verschieben wäre. „Das wird kein Problem sein. Eine Frage hätte ich aber noch, Jim.“
„Sicher. Welche?“
„Woher hat Kate eine Platzwunde am Kopf?“ Das es eine war, hatte er auch der Krankenakte entnommen, was auch den Kopfverband erklärte.
Jim seufzte. „Kate ist, als sie nach dem Schuss zu Boden ging, mit dem Kopf auf einen Stein gefallen.“
Hätte ich auch selbst draufkommen können „Liegt sie deswegen im Koma?“
„Das wissen die Ärzte nicht, sie vermuten aber nein.“
„Vermuten? Was könnte denn sonst der Grund sein?“
„Es kam während der Operation zu einem Herzstillstand und anschließend ist Kate nicht aus der Narkose aufgewacht. Das könnte also auch eine Ursache sein.“
Das alles hatte Rick der Krankenakte nicht so schnell entnehmen können, weswegen er jetzt schon ziemlich geschockt war. Herzstillstand. Kate war quasi tot gewesen. Dieser Gedanke tat weh.
„Verstehe.“ Er räusperte sich. „Und ihre Chance aufzuwachen? Wie hoch ist die?“
„Auch da können … oder wollen … sich die Ärzte nicht festlegen“, erklärte Jim. „Der Sturz verursachte eine mittelschwere Gehirnerschütterung, die aber keine Erklärung für das Koma ist.“
„Bleibt also der Herzstillstand.“ Da das mitten bei der Operation passierte, sollte man annehmen, dass es zumindest zu keinem langen Sauerstoffmangel gekommen war. Aber warum war Kate dann immer noch bewusstlos? Und sollte sie wieder aufwachen … wären bleibende Schäden möglich?
„Oder eine Mischung aus beidem.“
Rick war nun wirklich kein Pessimist, aber das alles stimmte ihn nicht gerade zuversichtlich. Und das Kate bereits seit zwei Wochen im Koma lag und es scheinbar nicht die kleinste Verbesserung gab, das hätte Jim sonst sicher erwähnt, festigte dieses ungute Gefühl nur. Und da sollte ausgerechnet er der rettende Engel sein?
„Und Sie meinen wirklich, ich könnte ihr helfen?“ Rick hielt es schier für unmöglich.
„Ja.“
Ein kleines Wort in dem soviel Hoffnung lag und die konnte er weder ignorieren noch zerstören.
„Ich werde morgen Vormittag wiederkommen, Jim. Aber erwarten Sie bitte keine Wunder von mir.“
„Das werde ich nicht, Rick. Keine Sorge. Ich weiß genau, wie unwahrscheinlich es ist, aber ist es nicht wenigstens ein Versuch wert?“
Rick schaute zu Kate und da war wieder dieses besondere Gefühl, die Magie. „Ja, das ist es auf jeden Fall.“ Wie ferngelenkt, strich er ihr über den Arm. „Wir sehen uns morgen, Kate. Ich freue mich schon.“
Rick verabschiedete sich von Jim, dann machte er sich auf den Heimweg.

Er musste sich sehr konzentrieren, um nicht einen Unfall zu bauen, konnte aber nicht verhindern, dass seine Gedanken ständig um Kate kreisten … und die Frage, warum es ausgerechnet ihn in ihr Zimmer verschlagen hatte. Okay, Kate war Fan seiner Bücher, aber das konnte kaum die Antwort sein. Oder doch?


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Und schon wäre Kapitel 1 vorbei. Wie üblich an dieser Stelle hoffe ich, eure Neugierde geweckt zu haben. Kapitel 2 folgt dann in drei Tagen.
Habt noch einen schönen Sonntag
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