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Jonas & Sarah

GeschichteLiebesgeschichte / P12 / Gen
09.01.2021
23.02.2021
5
5.842
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23.02.2021 1.450
 
Mittlerweile hatte ich auch den allerletzten Rest meines vorzüglich schmeckenden Essens verdrückt und den letzten Schluck meines ersten Bieres genossen. In diesen Momenten wusste ich, das das Leben auch schöne Seiten hatte. Genau diese suchte und fand ich immer wieder, wenn ich Freitag für Freitag an meinem Lieblingsplatz hier bei meinem besten Freund saß. "Na, noch ein Bierchen, Jonas?" Karl war ein vorzüglicher Gastgeber und das bestätigte sich hier wieder einmal: "Na, klar, immer doch gerne! Kennst mich doch.und noch etwas, sag deiner Frau mal einen lieben Gruss von mir und sage Ihr bitte, das das Essen wieder einmal richtig toll war!""Ja, danke Dir, werde ich Ihr ausrichten. Sie hat im Moment sehr viel Stress in der Küche. Nachher werde ich ihr das gern ausrichten." Karl freute sich über mein tolles Urteil zum Essen seiner Frau und räumte den leeren Teller von meinem Tisch.

Steffi und Sarah hingegen waren immer noch beim Verspeisen Ihres Abendessens und genossen dieses sichtlich. Sarah's Gedanken waren in der Zeit aber woanders: Wie kann ich Jonas fragen? Kann ich mich einfach zu Ihm setzen? Was würde er davon halten? Hoffentlich ist er nicht wieder so unmöglich, wie heute Mittag, als er uns vom Bahnhof abgeholt hat. Steffi bemerkte die geistige Abwesenheit Ihrer Tochter: "Sarah, du bist im Moment wieder ganz woanders, oder Ober was grübelst du jetzt schon wieder nach sich Mama, nichts weiter, ich freue mich nur, das das alles hier so schön ist. Vom Zimmer angefangen bis hier Abends zu dem feinen Essen. Und dann bin ich noch mit Dir hier - was besseres kann mir gar nicht passieren. "Dann legte Sarah kurz mal Ihr Besteck beiseite: "Und du willst wirklich nicht erfahren, was hinter Jonas wirklich für ein Typ steckt? "Steffi schaute Ihre Tochter fragend an: "Nee, Du, eigentlich nicht so sehr. Das er uns heute Mittag so behandelt hat, das hat mir schon gereicht. Und Du weißt ja, wie ich solche Typen hasse. Siehste an Papa, den hatte ich damals auch rausgeschmissen aus meiner Wohnung, weil es mir zuviel wurde!" "Ach Mama, da ist nun auch schon mittlerweile 5 Jahre her und du kannst das nicht auf alle Männer, die du seither kennengelernt hast, beziehen. Jeder Mensch ist verschieden, vom geistigen, aber auch vom seelischen Blickpunkt aus. "Steffi nickte: "Ja, ich verstehe dich schon, Kleines, aber trotzdem: Mann bleibt Mann! Und darauf trinke ich jetzt mal nen Schluck."Sarah lachte lauthals auf und stieß mit Ihrer Mutter an. So kannte sie Ihre Mama, meistens direkt auf den Punkt kommend, auch wenn sie manchmal Männer mit Ihrem speziellen Charme verjagte. Sarah liebte Ihre Mama sehr, fand es jedoch schade, dass sie Ihren Papa, der nun auch schon wieder eine andere
Familie hatte, nicht so oft mehr sah. Mittlerweile waren die beiden mit dem Essen fertig und auch die Getränke waren geleert. "So, Sarah, es ist mittlerweile schon spät geworden. Ich werde jetzt schon mal ins Zimmer gehen und noch etwas Fernsehen, kommst du mit? "Sarah überlegte kurz: "Mir gefällt es sehr hier unten und würde gern noch etwas bleiben, wenn es möglich wäre. "Steffi hatte natürlich Verständnis dafür: "Na, ok, gehe aber nicht zu spät schlafen und denke dran, das du deine Medizin noch nehmen musst, bevor du schlafen gehst, ja? "Sarah lächelte sie an: "Ja, klar, Mama, so, wie jeden Abend. Du weißt doch, das ich daran denke. Meistens zumindest. Ich komme nochmal kurz bei dir rein, bevor ich zu mir gehe." Dann umarmten sich die beiden und Steffi ging, mit einem Gruß zu Karl, in Ihr Zimmer in die Pension. Karl bemerkte dies natürlich und ging zu Sarah: "Na und sie? Gefällt es Ihnen hier so gut, das sie noch etwas bleiben möchten, was? "Sarah grinste Ihn nur an: "Ja, Karl, es ist so richtig gemütlich hier. Könnte ich noch ein Wasser bekommen, bitte?"" Aber klar doch, junge Dame, sehr gern." Und so schnell, wie Karl nun mal ist, hatte sie Ihr Glas Mineralwasser in der Hand. 'So, und nun schau ich mal, ob ich etwas mehr aus Jonas herausbekomme' dachte Sarah, nahm Ihr Mineralwasser und lief, etwas zögernd auf Jonas zu.

Ich hatte inzwischen auch schon fast mein zweites Glas Bier geleert und war gerade am Lesen der neuesten Zeitungen, als ich bemerkte, wie jemand an meinem Tisch stand. Ich schaute etwas über den Zeitungsrand und sah eine junge Dame vor mir stehen. " Ja bitte? "Sarah sah mich etwas nervös an: "Ja..ahhh...ich bin Sarah und...wollte fragen, ob ich mich etwas...zu ihnen setzen könnte. Meine Mutter ist schon ins Zimmer gegangen und da dachte ich mir..,""Ja? Was dachten Sie? ""Nun ich wolle sie einfach fragen ob sie nicht ein wenig Gesellschaft gebrauchen könnten. Ich meine sie sitzen allein und ich da drüben auch...“. Ich war erstaunt über soviel Wagnis der jungen Dame, schließlich kannte sie mich doch nicht. Mal überlegen. Ich war eben ein bisschen fies und lies Sarah noch ein wenig stehen. ".. Naja, kommen sie schon, setzen sie sich nur hin, ich hoffe, sie werden mir schon nichts tun, oder? "Sarah war erleichtert über die Reaktion und setzte sich auf die gegenüberliegende Seite des Tisches, während ich die letzten Zeilen aus der Zeitung zu Ende las "Und, wie ist Ihr Zimmer so? "fragte ich sie, obwohl ich mich weiterhin hinter der Zeitung versteckte. „Ach das ist ganz schön und wissen sie was? Wenn ich aus dem Fenster schaue, kann ich fast jede Welle des Meeres erkennen und dann träume ich immer vor mich hin. Ich liebe das Meer.“  "Mhh..ist schon toll das Meer..." Zwischendurch nahm ich wieder mal einen Schluck von meinem Bier, aber ohne das ich nur einmal hinter meiner Zeitung hervorkam. "Sagen sie mal, Jonas, unterhalten sie sich immer mit Leuten während sie lesen? Ich finde es ziemlich unhöflich, schließlich möchte man ja seinem gegenüber auch mal in die Augen blicken können während der Unterhaltung..." "Ich habe blau-graue Augen und mein Gesichtsausdruck während der Unterhaltung ist auch nicht gerade so der Beste."´Irgendwie konnte ich es nicht lassen. „ Na.." meinte Sarah. "Na, dann kann ich ja wieder gehen, oder?“  Diesmal nahm ich die Zeitung weg: "Mhhh.. wenn sie möchten? Ansonsten bleiben sie doch ganz einfach ein wenig länger, aber ich sage Ihnen: Ein Gespräch mit mir heute Abend wird nicht so toll werden, wie sie sich das denken. Kommen sie doch morgen mal zu mir in mein kleines Fischerhäuschen, wo sie heute schon mal einen Blick hinein riskiert haben. Ich glaube, soviel wie sie da schon über mich erfahren haben, das dürfte fürs Erste reichen... " Sarah ärgerte sich ein wenig über ein weniger erbauliches Gespräch, dabei hatte sie sich doch soviel Mühe gegeben, erst einmal einen Einstieg zu finden. Gleichzeitig war sie aber auch froh über das Angebot, was ich Ihr machte. "Na, dann werde ich mich dann auch mal auf mein Zimmer verziehen und danke für die Einladung für morgen. Ich komme bestimmt." Somit trank Sarah ihr Mineralwasser aus und verabschiedet sich bei mir und bei Karl. Dieser schaute Ihr ganz verwundert nach und wünschte eine gute Nacht. Ich verkrümelte mich wieder hinter meiner Zeitung, ohne das ich mitbekam, dass sich Sarah nochmals zu mir umdrehte. Karl kam ganz hektisch zu mir: "Sag mal Jonas, spinnt du? Wieso lässt du dich auf das Gespräch nicht ein? Da kommt mal so eine nette und hübsche junge Frau zu Dir und du hast nichts Besseres zu tun als Zeitung zu lesen? ""Karl, du kennst mich mittlerweile sehr gut und du weißt, das ich immer noch ein paar Schwierigkeiten habe mit dem weiblichen Geschlecht." Karl grinste nur vor sich hin und meinte dann: "Na ja, Jonas, das kommt schon noch alles, glaub mir..." Danach verlief der Abend noch sehr feuchtfröhlich, Karls Frau brachte uns kurz nach Mitternacht noch ein paar frische Krabben und so puhlten wir sie noch und tranken dabei einen Korn nach dem anderen, bis der nächste Tag anbrach...

Sarah hingegen beschäftigte noch ein paar Stunden später die erste, zwar kleine aber dennoch für sie ganz aufregende Unterhaltung und freute sich schon auf den neuen Tag. So nahm sie, wie sie ihrer Mutter versprochen hatte, Ihre Tabletten und ging dann mit einem letzten Blick aus dem Fenster, ins Bett. So schlief sie ruhig und zufrieden ein und träumte vom rauschenden Meer und einem Seemann, der ihr in einer heldenhaften Aktion das Leben rettete....
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