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Auf einmal stehst du vor mir...

von - Minka -
GeschichteAllgemein / P18
Makoto Kino / Sailor Jupiter Nephite
08.01.2021
26.01.2021
6
7.788
2
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16.01.2021 1.798
 
Wir schlenderten Hand in Hand durch unsere Nachbarstraßen, hin zu dem kleinen Imbiss den wir suchten. Es war schon dämmrig und die Neonbeleuchtung strahlte uns entgegen. Eine kleine Schlange hat sich vor dem Straßenverkauf gebildet: „Er scheint noch sehr beliebt zu sein“ seufzte ich Mako zu und zog sie an mich ran als wir uns ans Ende der Schlange gesellten.
Ich schlang meine Arme um Sie und atmete tief den Duft ihrer Haare ein, Sie hatte sie mir zuliebe offen gelassen. Sie erinnerte mich so noch mehr an die Makoto Kino von Früher, die ich damals schon lieben gelernt hatte. Denn bevor das Schicksal uns auseinanderriss, hatte Sie Ihre Haare fast immer offen, nur zum Training band Sie damals Ihre Mähne  zu einem seitlichen Zopf zusammen. „Aber solange ich die Wartezeit mit so einer schönen Frau verbringen kann ist es mir egal wie lange es noch dauert bis ich was zu essen bekomme!“, flüsterte ich ihr ins Ohr. Sie schmunzelte: „Weißt du noch wie uns unsere Eltern immer gschimpft hatten, wenn sie uns mit dem Fast Food von hier erwischten. So als würden Burger und Pommes uns verderben… Hihi…" „Ja das stimmt, erzieherisch waren sie eindeutig auf einer Wellenlänge“, antwortete ich ihr. Meine Eltern, Sie waren immer gutherzig und stets bemüht das etwas aus uns wird, werde ich Sie je wiedersehen? „Ich vermisse Sie…“, seufzte sie und sprach mir damit direkt aus dem Herz. Schnell drehte sie sich um und sah mich mit großen Augen an „Weißt du wo sie sind.? Ihr seid doch miteinander fortgegangen?“ Es tat so weh die Hoffnung für einen kurzen Moment in ihren Augen Flackern zu sehen, nur um ihr diese gleich darauf wieder rauben zu müssen: „Nein, es tut mir leid…“ ich machte eine kurze Pause, versuchte die richtigen Worte zu finden „… Der Tag an dem das Dark Kingdom mich rekrutierte, war der letzte Tag, an dem ich meine Eltern sah.“ Ich wusste noch nicht einmal, ob sie noch am Leben waren, oder ob Sie der Bösen Macht erlegen sind. Um meine aufkommenden Tränen wegzublinzeln sah ich in dem Himmel hinauf. Doch sie wusste genau was los ist, nahm mein Gesicht behutsam in Ihre Hände und zog mich zu ihr runter. Küsste mich sanft auf den Mund während sich eine einzelne Träne den Weg über mein Gesicht bahnte und flüsterte mir zu: „Du musst nicht mehr allein nach ihnen suchem, ab jetzt bin ich immer für dich da und falls Sie noch am Leben sind, werden wir Sie finden, egal wo sie sind, das verspreche ich dir. Denn ich Liebe dich!" Ich drückte Sie fest an mich, war überwältigt von ihren Worten, brachte nur ein kurzes, aber ehrliches: „ Ich Liebe dich auch!“, als Antwort heraus.


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Wir beschlossen mit unserem Essen in der Hand Richtung Juban Park zu schlendern um dort den Abend zu zweit ausklingen zu lassen. Zu meiner Freude mussten wir direkt durch eine kleine, aber volle Einkaufstraße wo abends immer viel los war. Neph blieb mit einem lauten Seufzer vor der Straße stehen, seine Augen suchten schon nach einem Ausweg, doch ich schmiegte mich seitlich an Ihn ran und sah ihn mit großen Augen an: „Lass uns doch ganz gemütlich durch schlendern und ein bisschen schauen, ich verspreche dir, ich werde auch nicht zum hysterischen Shoppaholic“ „Ok, aber nur weil du es bist, und wir bleiben nicht bei jeden Stand extra stehen!“ Da das sowieso nicht mein Plan war, willigte ich ein, ich liebte es einfach nur durch die vollen Straßen durchzugehen und die verschiedenen Gerüche der Gewürze und der angebotenen Currys einzuatmen, die Leute waren ausgelassen und fröhlich, hier und dort wurde auch ein Gläschen Wein eingeschenkt, Straßenmusiker trugen auch noch zusätzlich zur guten Stimmung bei. Zu meiner Verwunderung war es Neph der kurz bevor die Straße zu Ende war bei einem Stand stehen blieb. Dieser bot Schmuck in den verschiedensten Arten an. Was Ihm dort wohl ins Auge gestochen ist? Er griff zielsicher nach einem goldenen Haarreifen, der auf den Tischen aufgebahrt lag und fuhr die kleinen Blüten und Blätter welche Ihn zierten behutsam nach. Auf der Tafel des Standes stand in japanischen Schriftzeichen - Echter Antik Schmuck - ja klar, wer es glaubt. Doch mein Freund schaute mich nur mit einem unwiderstehlichen Lächeln an und sagte: „Warte kurz hier, ich komme gleich wieder!" und ging mit dem Mann hinein in den Laden. Als er zurückkam hielt er seine Ausbeute in der linken Hand und stopfte gerade mit der anderen seine Geldbörse wieder in seine Gesäßtasche. Zielsicher ging er auf mich zu: „Gefällt er dir?“ „Ja er ist wunderschön, aber war der nicht viel zu teuer? Die anderen Schmucksachen, die hier ausgezeichnet sind, sind es auf jeden Fall?!“ „Keine Angst Mako, er ist echt, der Haarreifen ist in Wirklichkeit noch viel mehr Wert als ich bezahlt habe, glaub mir." grinste er mir entgegen. Er drehte den Haarreifen etwas und zeigte auf eine kleine Schriftzeichen die mir bekannt vorkamen ich aber nicht entziffern konnte, einzig das für den Jupiter stand, stach mir ins Auge. Verwundert strich ich bedächtig darüber und die Buchstaben leuchteten kurz auf. Schnell zog ich meine Hand zurück und schaute Neph erschrocken an. Das entlockte ihm aber nur ein kleines Schmunzeln als wüsste er genau was gerade passiert ist. Er zupfte kurz ein wenig an meinen Haaren rum und schob mir danach den Haarreifen auf den Kopf, sodass meine Stirnfransen und ein paar Strähnchen noch nach Vorne fielen und der Rest nach hinten geschoben wurde. Danach drehte er mich ein wenig, das ich mich in einem der Schaufenster hinter den Ständen spiegeln konnte. Er hatte einen Volltreffer gelandet, der Haarreifen passte mir wie angegossen und eine angenehme Wärme durchströmte mich. Für einen kurzen Moment leuchteten auch meine Ohringe auf, das Rosa war dem gleichen Glodton wie das des Haarreifen gewichen. „Woher?“, fragte ich ihn ungläubig als er sich von hinten an mich anschmiegte, mein Spiegelbild erinnerte mich an etwas aber ich konnte es nicht zuordnen, war es eine Erinnerung aus der Vergangenheit? „Du hast im Silver Millenium auch so einen gehabt, den hast du immer zu besonderen Anlässen getragen. Genau so wie deine Mutter hier auf der Erde, immer wenn unsere Eltern auf einen Ball eingeladen waren, trug Sie so einen Haarreifen und goldene Ohringe. Das Verlieh ihr immer etwas Majestätisches. Du siehst ihr wirklich sehr ähnlich Mako. Sie wäre stolz auf dich und auf das was du schon alles geschafft hast.“ Für diese lieben Worte bekam er von mir einen kleinen Kuss auf die Wange wofür ich mich auf die Zehenspitzen stellen musste und zog ihn danach aus der überfüllten Straße raus, Richtung Juban Park.


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Ich breitete meine Sweatjacke auf dem kleinen Hügel im Park aus, den wir uns als Sitzgelegenheit auserkoren haben. Wir saßen mir dem Rücken zum Tokio Tower um einen besseren Blick auf die Sterne und den Mond zu erhaschen. Die Nacht war wolkenlos und für einen Abend im Mai schon recht warm. Mich wunderte es immer wie schön man die Sterne in Tokio, trotz der tausend künstlichen Lichter am Boden, bewundern konnte. Es war wahrscheinlich so wie in den alten Sagen, einfach ein Ort voller Magie. „Seit wann kannst du dich wieder erinnern?“, fragte Sie mich den Blick starr nach oben gerichtet, so als hätte Sie Angst, mir bei meiner Antwort ins Gesicht blicken zu müssen. Ich seufzte, jetzt war es also so weit, bis jetzt haben wir es erfolgreich verdrängt darüber zu sprechen. „Seit zwei Wochen…“, ich machte eine kurze Pause, sah zu ihr rüber doch ihr Blick richtete sich noch nach den Sternen. „Nach dem Tod durch das Dark Kingdom sind wir in Elysium aufgewacht, von dort aus konnten wir zumindest einen Blick auf euch werfen, auch wenn es uns immer das Herz zerriss, wenn wir zusehen mussten in welche Gefahren ihr euch begeben habt. Wir glauben das durch den Sieg über Galaxia, eine solche Energiewelle über der Erde ausgelöst wurde, dass Diese uns ohne Erinnerung wieder erwachen hat lassen. Bis vor kurzem wohnten wir vier zusammen in einer WG in Fukuoka nahe der Partymeile. Wir alle sind davon ausgegangen das wir normale Jungs im letzten Jahr an der Uni sind, hatten eine Erinnerung an Familien, mit denen wir nicht weit von dort aufgewachsen sind. Feierten bei allen Partys lauthals mit, hatten die Bude auch noch oft mit Mädchen voll, die bei uns ein und aus gingen, denn das Lernen war im letzten Jahr schon fast zu Nebensache geworden, hatten wir doch schon alle eine Festanstellung in unseren Bereichen ergattert, auf die wir uns freuen konnten. Vor zwei Wochen muss etwas passiert sein, ein Hilfeschrei unserer Planeten oder der Erde, wir wissen es noch nicht. Wir saßen in unserer WG zusammen, planten den Abend, ich stand gerade auf und wollte um die zweite Runde Bier gehen als ich von einer Energiewelle erfasst wurde und vor Schmerzen zu Boden ging. Es prasselten tausend Erinnerungen auf mich ein. Die guten sowie auch die schlechten. Als ich mich versuchte aufzurichten, sah ich das es den anderen Drei gleich ging wie mir. Nach ein paar Minuten war alles vorbei. Danach planten wir die Rückkehr nach Tokio, wollten uns für unsere Familien Geschichten ausdenken, warum wir hierherziehen. Doch als wir uns bei Ihnen meldeten, kannten Sie uns nicht mehr. Es war wie eine Blase, die für uns erschaffen worden ist bis uns jemand zurückholen wollte. Selbst unsere Unikollegen, mit denen wir am Vortag gefeiert haben, konnten sich nicht mehr an uns erinnern. Als ich in Tokio anrief, erfuhr ich das die alte Wohnung noch auf den Namen meiner Eltern lief und auch mein Konto noch intakt war. Bei den anderen schaut es ähnlich aus.“ Sie sah mich nachdenklich an, als versuchte Sie die Geschichte zu sortieren, einen klaren Gedanken zu fassen: „Wann war das genau? An welchen Tag habt ihr eure Erinnerung wiederbekommen?“ „Ist das denn so wichtig?“, sie nickte, „Es war am Freitagabend vor zwei Wochen, zwischen halb 8 und 9, wir können es nicht mehr genau sagen“ Sie schlug die Hand vor den Mund „Oh, mein Gott ...Bunny...“ , „Was ist los? Was ist mit Sailormoon? Sag es mir bitte Makoto?!“ Sie atmete tief ein, sah wieder starr zu den Sternen rauf und begann zu erzählen: „An diesem Abend hat Bunny ihre Beziehung mit Mamoru beendet…“ Ich fuhr mir mit der Hand übers Gesicht, das kann doch wohl nicht war sein, ein lautes „Scheiße!“ entwich mir bevor sie weitererzählen konnte: „Seiya kam vor kurzen wieder zurück, er konnte nicht mehr ohne Bunny und so wie es aussieht, sie auch nicht mehr ohne ihn. In dem Moment als sie Mamoru die Wahrheit gestand löste sich ihr Silberkristall auf und ihre Brosche verwandelte sich wieder in Ihre einfachste Form zurück. Es war als wäre das Verschwinden des Silberkristalls der endgültige Beweis, das es die uns vorherbestimmte Zukunft nicht mehr geben wird.“
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