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Don't forget to breathe.

GeschichteSchmerz/Trost, Liebesgeschichte / P16 / Mix
Harry Styles Liam Payne Louis Tomlinson Niall Horan OC (Own Character) Zayn Malik
07.01.2021
30.05.2021
18
22.791
4
Alle Kapitel
31 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
14.01.2021 1.146
 
Dieses Mal ist der Song im Kapitel selbst ;3
Love y'all <3
______________

Kapitel 3

Primrose' PoV:
Hätte man sie gefragt, hätte sie durchaus elaborieren können, dass sie absolut nichts von Flaschendrehen hielt und auch ganz sicher keine Fragen beantworten wollte, aber offensichtlich hatte man das ja nicht getan, sondern sich direkt auf die Suche nach einer Flasche gemacht. Hatte sie nicht noch vor knapp zwei Stunden klargemacht, dass sie absolut nichts mit den Fünfen zu tun haben wollte? Das schien jetzt allerdings keinen mehr zu interessieren.
Seufzend setzte sie sich im Schneidersitz vor den Sessel und lehnte sich mit verschränkten Armen dagegen, während der Kleine mit einer Glasflasche zurückgerannt kam. Wo auch immer er den Inhalt hingekippt hatte, jedenfalls gab es jetzt kein Zurück mehr. Von irgendwoher stieß wieder der Lockenkopf dazu und setzte sich gegenüber von ihr auf den Boden, während auch die anderen wieder Platz nahmen. "Wer fängt an?", fragte Niall sofort nach, während sich Liam bereits die Flasche gegriffen hatte. Deren Übermotivation wollte sie mal haben…
Nach den ersten drei Fragen - die von Liam an den Kleinen, vom Kleinen an Fake-Blondie und vom Fake-Blondie an den Lockenkopf gingen - musste sie wenigstens positiv anmerken, dass sie tatsächlich nur Fragen stellten, um sich Prim ein wenig vorzustellen, da sie diese Dinge selber alle wahrscheinlich schon wussten. Auch wenn sie zuhören musste, um nicht allzu unhöflich zu erscheinen, war sie mit den Gedanken schon wieder woanders, als sie ein raues Lachen zurück in die Realität holte und ihr Augenmerk darauf lenkte, dass die Flasche vor ihr angehalten hatte. Als sie auch das Lachen dem Lockenkopf - der sich als irgendwas-Styles herausgestellt hatte - zuordnen konnte, seufzte sie, zuckte aber nur mit den Schultern. Um eine Frage würde sie wohl kaum herumkommen.
"Also warum bist du überhaupt hier, wenn du mit uns nichts zu tun haben willst?", fragte er dann auch schon und an den Reaktionen der anderen Vier war gut zu erkennen, dass diese Info wohl nicht nur ihn interessierte. Auch Niall hatte es vorher schon fragen wollen, doch da war sie einer Antwort geschickt ausgewichen. Konnte das vielleicht sogar der Grund sein, warum er unbedingt hatte Flaschendrehen spielen wollen? Wenn ja, war er vielleicht gewiefter als sie vermutet hatte.
"Probier es doch mit der Wahrheit, Prim.", klang da auch schon die belustigte Stimme des Fake-Blondie an ihr Ohr, woraufhin sie ihm einen Todesblick der Extraklasse zuwarf und sich dann wieder an alle wandte.
"Naja, ich hatte nicht wirklich eine Wahl. Mein Vater hätte mir sonst kein Training mehr finanziert, also soll das hier ein Beweis für ihn sein, dass ich weitermache.", lautete schließlich ihre wage Antwort. "Welches Training? Und warum weitermachen?", meinte der Kleine verwirrt, doch sie lehnte sich lediglich vor und drehte die Flasche. Eine Frage pro Person, so waren eben die Regeln - die sie ab jetzt hochpreisen würde. Die Flasche hielt direkt wieder vor dem Lockenkopf an und Prim konnte ein kleines Grinsen nicht unterdrücken. Wenn er sie unbedingt ausquetschen wollte, würde sie dasselbe tun. Außerdem war ihr ziemlich egal, was die von ihr hielten, warum also nicht doch unhöflich herüber kommen und die Tour über ihre Ruhe haben.
"Bist du wirklich so arrogant oder gehört das zum Image?", spöttelte sie also nur und lehnte sich zurück.
"Wie bitte?!", kam der perplexe Ausruf zurück, während sie Niall neben sich lachen hören konnte und auch Liam ein wenig grinsen musste. "Ich wollte nur fragen.", erklärte sie dann, lächelte unschuldig und zuckte mit den Schultern, bevor sie aufstand. "Viel Spaß noch beim Spielen.", ergänzte Prim und schlenderte dann (oKaY gUt sie stöckelte, die hohen Schuhe waren halt eine blöde Wahl gewesen!) zu ihrer Tasche und ließ sich auf ihren Sitz fallen, wo sie ihre Kopfhörer in die Ohren hing. Ihre Mum wäre stolz auf sie gewesen. Haltung der Distanz, ein guter Abgang, Abschottung vom Geschehen.
Mum…
Ja, die hatte es geliebt, sich mysteriös zu halten, während Primrose das lediglich als Schutzmechanismus übernommen hatte. So oder so, es war eben ganz nützlich. Nachdenklich wanderten ihre Finger über das dunkelbeige, ledrige Polster des Sitzes, während die Melodie in ihrem Kopf zu spielen begann.

No heroes, villains, one to blame
While wilted roses fill the stage
And the thrill, the thrill is gone
Our debut was a masterpiece
But in the end for you and me
Oh, the show, it can't go on


Sie kannte das Lied, natürlich tat sie das.
Es spielte in Dauerschleife seit knapp zwei Jahren. Ihre Mum hatte es gehasst und Primrose daher auch, doch sobald sie gegangen war, hatte es an Bedeutung gewonnen und war das einzige, was sie immer wieder hörte. Ihr Therapeut hatte gemeint, dass es destruktiv für ihre Traumabewältigung sei, doch was hatte der schon für eine Ahnung? Er hatte schließlich nie eines gehabt. Und mit diesem Lied konnte sie atmen, wenn es schwerer wurde.

We used to have it all, but now's our curtain call
So hold for the applause
And wave out to the crowd, and take our final bow
It's our time to go, but at least we stole the show


Prim vermisste ihre Mum. Tat sie dauernd. Früher war es zwar auch so gewesen, wenn sie im Internat lebte, doch dort hatte sie Freunde gehabt, Leute, die sie unterstützten und jede ihrer Emotionen genauso empfanden. Aber sie alle waren einer nach dem anderen gegangen und am Ende gab es nur noch ihre Mutter. Doch Bethany hatte alles dafür gegeben, dass Prim es weiterhin schaffen konnte, auch wenn sie dadurch vielleicht strenger gewesen war, aber das war nötig, wenn man es wohin schaffen wollte.
Und das hatte sie.
Früher.
Träge flossen diese Gedanken durch ihren Geist, während das Lied in die Wiederholung ging und sie abwesend den Blick aus dem Fenster gerichtet hatte, das am anderen Ende des Ganges lag. Unter ihnen lag weithin nichts, außer in der Sonne schimmerndes, blaues Wasser. Sie erinnerte sich wage daran, früher Höhenangst gehabt zu haben und das sogar für eine lange Zeit. Bis ihr Dad sie irgendwann an Weihnachten mit in den Urlaub in die Berge genommen hatte. Schon nach kurzem war sie beinahe berauscht gewesen vom Adrenalin, dass durch ihren Körper strömte, etwas, das sie sonst nur von Aufführungen kannte. Sie hatte sich immer nahe an den Rand gestellt und sich wie am Gipfel der Welt gefühlt. Ein paar Tage später hatte sie ihrer Mum davon erzählt und diese hatte ihr einen weiteren Urlaub mit ihrem Dad verboten, damit sie sich ganz auf ihre Ausbildung konzentrieren konnte. Primrose hatte es verstanden und hingenommen, wie immer.
Und so zog das Lied sie immer weiter in Erinnerungen zurück, bis sich unbemerkt ihre Lider schlossen und die Blonde in einen leichten Schlaf sank.


~ Stole the Show (Kygo & Parson James)
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