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Olli & Paul – Then. Now! Forever?

GeschichteDrama / P12 / MaleSlash
Oliver Sabel
06.01.2021
17.01.2021
2
1.971
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Dieses Kapitel
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06.01.2021 1.021
 
Oliver Sabel und Paul Verhoven lagen schwer atmend nebeneinander in Ollis Wohnung auf dem Bett. Sie hatten sich geliebt und genossen noch die Ausläufe der Wallungen, die sie mitgerissen hatten.  Für ein paar Minuten schwiegen beide, bevor sich Paul auf die Seite lehnte und Olli ansah.
„Danke, dass ich bei dir wohnen kann!“, bedankte sich Paul zum gefühlt tausendsten Mal.
Er hatte es auf Schloss Königsbrunn nicht mehr ausgehalten. Seitdem herausgekommen war, dass sein älterer Bruder Alexander adoptiert war, wovon sein Vater Robert Verhoven gar nichts wusste, hatte es nur noch Streit und böse Worte gegeben. Und dass Robert jeglichen Versuch seiner Kinder, unabhängig von ihm Fuß zu fassen, torpedierte, hatte sie Sache auch nicht besser gemacht. Also hatte Paul entschieden, dass er nicht länger bei seiner Familie, oder was davon noch übrig war, leben wollte. Er war sich nicht sicher gewesen, ob er Olli fragen sollte, ob er bei ihm wohnen könnte, immerhin hatte Olli ein Baby und die beiden waren erst ganz kurz zusammen. Aber Olli hatte ganz genau gemerkt, dass Paul etwas belastete und so hatte er ihn sanft dazu aufgefordert, mit ihm zu reden, und so hatte Paul angefangen, sich alles von der Brust geredet, und am Ende einfach gefragt, ob er bei Olli unterkommen konnte. Der hatte nicht lange nachdenken müssen; immerhin hatte es mit Paul zum ersten Mal seit langer Zeit jemand geschafft, sich in seinem Herz einzunisten.
„Das ist doch selbstverständlich, Paul!“, meinte Olli und fuhr Paul mit den Fingerspitzen über die nackten Schultern.
Paul schloss die Augen und genoss das Kribbeln auf seiner Haut.
„Wenn du nicht damit aufhörst, weiß ich nicht, was ich tue!“, drohte Paul und lachte Olli an.
„Ist das eine Drohung oder ein Versprechen?“, feixte Olli.
Doch ehe er sich versah hatte Paul seine Brustwarze gepackt und zugedrückt.
„Au. Na warte, du!“
Die beiden tollten noch ein wenig herum, bevor Olli schließlich auf Paul zu liegen kam und ihn ansah.
„Ich finde es schön, dass du hier bist!“, hauchte er.
Paul gab Olli dafür einen Kuss.
„Lass uns rausgehen, ein bisschen spazieren oder so…“, meinte Paul.
Olli war skeptisch.
„Ich dachte, da Ella heute bei Anka ist, verbringen wir die Zeit mit…naja, du weißt schon…“
„So sehr ich den Sex mit dir liebe, Olli, manchmal muss das Raubtier auch gefüttert werden.“
Olli seufzte.
„Na gut, dann gehen wir.“
Paul gab Olli noch einen Kuss, bevor er sich aus dem Bett schwang.
„Ich spring schnell unter die Dusche…“
An der Tür blieb er stehen und sah über die Schulter.
„…oder willst du mitkommen?“
Olli lachte.
„Ich komme nach.“
Damit war Paul verschwunden und Olli war alleine. Glücklich ließ er sich in die Kissen sinken und starrte an die Decke. Er hatte nicht gedacht, dass er sich noch einmal verlieben könnte. Viel zu oft hatte er Pech in der Liebe gehabt. Da waren unter anderem Tom, die gescheiterte Ehe mit Christian damals, seine unglückliche, weil unerwiderte Liebe zu seinem damals besten Freund Sascha, und dann war da auch noch Jo Helmke gewesen. Viel zu oft hatte er gekämpft um sein Glück und es immer wieder verloren. Also hatte er der Liebe irgendwann abgeschworen. Klar, Spaß hatte er genug gehabt, sein Beruf als Model hatte ihm viele Türen und Hosen geöffnet. Doch mit Paul war es anders. Mit Paul konnte er sich wieder etwas Festes vorstellen. Freilich war Paul erheblich jünger als er, aber was machte das schon?

Paul ließ das Wasser auf sich herabprasseln.
„Do you ever feel like a plastic bag…“, sang er leise vor sich hin, als die Glastür hinter ihm aufging und er spürte, wie jemand zu ihm in die Dusche stieg.
„Ich hoffe inständig dass du es bist, Olli, und kein Killer. Auf Psycho stehe ich nicht so.“
In dem Moment schlang Olli von hinten seine Arme um Paul.
„Spinner“, gluckste Olli und nibbelte an Pauls Nacken.

Nach einer überlangen Dusche gingen die beiden händchenhaltend durch die Düsseldorf. Zunächst war alles so unbeschwert wie bisher, aber Paul merkte schnell, dass Olli immer ruhiger und in sich gekehrter wurde. Gleichzeitig sah Olli sich immer wieder nervös um.
„Ist alles okay?“, wollte Paul schließlich wissen.
„Ja klar, was soll schon sein?“
Olli probierte ein Grinsen.
„Olli, wenn du eines nicht kannst, dann ist es lügen.“
„Quatsch, das ist keine Lüge. Ich bin es nur nicht mehr gewohnt, alleine unterwegs zu sein. Also mit jemandem…du weißt schon!“
„Du…erzählst sehr wenig von deiner Vergangenheit…“
„Da gibt es auch nicht viel zu erzählen.“, winkte Olli ab.
„Ich war zwei Mal verheiratet, hatte mehrere Beziehungen und habe irgendwann gemerkt, dass ich mich aufreibe umsonst…bist du in mein Leben getänzelt gekommen bist.“, schob Olli nach.
„Ich habe eine Halbschwester, Bella, und hatte mal eine Bar, die ich verkauft habe, damit ich mich auf meine Modelkarriere und auf meine Familie konzentrieren kann.“
„Okay, okay, ich gebe auf.“, meinte Paul und sah Olli an.
„Hey, hast du Lust was trinken zu gehen?“, wollte Paul wissen.
Nun verfinsterte sich Ollis Miene wieder.
„Hier?“, meinte Olli skeptisch.
„Ja, hier um die Ecke ist eine echt angesagte Bar.“
„Nee, du, lass mal…mir ist gerade nicht so nach vollen Bars.“
„Ach komm schon, es ist auch…“
„Ich will jetzt nicht, Paul. Akzeptier das bitte.“
Paul sah Olli erschrocken an.
„Was ist denn auf einmal los?“, wollte Paul wissen.
Olli wusste nicht, was er sagen sollte.
„Nichts…sorry, mir ist gerade eingefallen, dass ich noch was erledigen muss…Wir sehen uns dann zu Hause, okay?“
Olli gab Paul einen Kuss auf den Mund, und, bevor dieser etwas sagen konnte, ging schnellen Schrittes davon. Paul sah Olli sprachlos hinterher. Was war das da gerade bitte. Paul kramte in der Tasche nach seinem Handy. Als er es gefunden hatte, wählte er eine Nummer und wartete darauf, dass die Verbindung zu Stande kam.
„Livia? Ich brauch jemanden zum Reden. Hast du Lust auf einen Drink? Ach komm schon, der alte Lahnstein kann doch einmal warten. Bitteeee!...Du bist ein Schatz. Ich bin in der Stadt, hier um die Ecke ist eine Bar, die ziemlich angesagt sein soll, such einfach nach der Adresse. Die Bar heißt No Limits.“
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