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To Melt The Ice

von Milacchi
GeschichteRomance, Erotik / P18 / MaleSlash
Diluc Ragnvindr Kaeya Alberich
06.01.2021
14.04.2021
5
8.762
8
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06.01.2021 1.538
 
Die eisige Kälte war nicht das was den Reisenden am stärksten belastete. Schnee und Eis flogen mit hoher Geschwindigkeit in sein Gesicht und verwüsteten sein widerspenstiges, rotes Haar. Nase, Ohren und Finger konnte er schon eine Weile nicht mehr richtigen spüren. Wie viele Stunden wanderte der junge Abenteurer nun schon verloren in der Eislandschaft umher? Er konnte sich nicht daran erinnern. Das Zeitgefühl hatte ihn dank der langen, früh anfangenden Nächte schon längst im Stich gelassen.
Es war aussichtslos.

Diluc fing langsam an sein eigenes Ende zu akzeptieren. Sie hatten diesen Berg unterschätzt. Alle seine Kameraden sind nach einander Opfer dieser verfluchten Anhöhe geworden. Von Yetis und Eismagiern schwer verletzt, erfroren oder in eine der mysteriösen, alten Ruinenfallen getappt. Der Rothaarige fühlte sich einsam und verlassen. Er hatte sie alle eigenhändig begraben müssen, doch beim Letzten fiel es ihm am Schwersten. Diluc hatte es nicht geschafft Tränen für ihn zu vergießen, nicht wie er es bei den ersten Verlusten seines Kameraden getan hatte.

Nun war es inzwischen Nacht und der junge Mann kämpfte sich noch immer durch den fast kniehohen Schnee. Er war müde, hungrig und eisig kalt. Diluc musste sich zwingen seine Augen offen zu halten um nicht kurzer Hand einzuschlafen und zu erfrieren.
Der Mond stand in voller Blüte am schwarzblauen Himmel und sorgte dafür, dass der weiß glitzernde Schnee noch immer gut zu erkennen war. Es schien fast so als würde er im Dunkeln leuchten. Knistern und Rascheln war plötzlich aus geringer Ferne zu hören. Eines der Eismonster? Oder doch nur ein harmloser Eisfuchs? Der Rothaarige konnte zwar den Schnee erkennen, aber nicht was für eine Kreatur sich da im Schutze der Dunkelheit an ihn anpirschte. Diluc war extremst angespannt und versuchte seinen Gehörsinn zu schärfen. Wenn man sich nicht auf die Augen verlassen konnte, mussten die anderen Sinne helfen.

Der Abenteurer nahm eine Kampfhaltung ein. Zumindest wollte er diese einnehmen, doch da sprang der Hilichurl schon auf ihn los und brachte ihn vollkommen aus dem Gleichgewicht. Diluc konnte sein Schwert nicht einmal ziehen, da rutschte er, dank der dicken Eisschicht, welche unter dem lockeren Schnee verborgen lag, nach Hinten aus und stürzte die geneigte Bergwand hinunter. Damit wich er dem Ungeheuer knapp und ungeplant aus, landete jedoch in einen der eiskalten Flüsse, die sich durch Dragonspine zogen. Sie waren nur in leichter Bewegung und besaßen oft nur eine ganz zarte Schicht Eis. Doch der Fall von Diluc hatte genug Wucht und Geschwindigkeit gehabt, um diese direkt zu zerbrechen. Er ächzte als er endlich zum Stillstand kam. Jetzt war nass. Klitschnass.
Als wäre ihm zuvor nicht schon kalt gewesen. Jetzt konnte er diesen eisig stechenden Schmerz tatsächlich bis auf die Knochen spüren. Diluc stieg so schnell wie möglich aus dem Gewässer und aktivierte seine Pyro Kräfte. Mit letzter Energie versuchte er verzweifelt seine Kleidung zu trocknen. Allerdings vergeblich. Kaum hatte er etwas Hitze in seinen Händen gesammelt, reichte diese gerade mal zum Trocknen seiner schwarz-roten Handschuhe bevor sie wieder erlosch und der Reisende nun leider doch zusammenbrach und im Schnee ohnmächtig wurde.



Eine dunkle Silhouette wanderte langsam und gemächlich durch den Schnee. Ihr schien die Kälte des Berges nichts auszumachen, denn als eine leichte Brise um sie herumflog, zuckte diese nicht im Geringsten. Die dunkle Gestalt hob das Kinn und schaute zum Mond hinauf. Wie immer ließ sich sein Licht nicht von den paar düsteren Wolken am Nachthimmel schwächen. Er war wunderschön. Die Figur setzte ihren Spaziergang fort als sie plötzlich etwas Ungewöhnliches im Schnee bemerkte. Ein intensives Rot stach unter einer leichten Schicht Weiß hervor und brachte den Unbekannten dazu näher heranzutreten um sich dies genauer ansehen zu können. Er hoffte es handelte sich um Blut und dass sich einer der Hasen oder Füchse verletzt hatte. Wäre das der Fall wüsste er wenigstens woraus sein Abendmahl heute bestehen würde.

Mit jedem Schritt verflüchtigte sich jedoch jener Gedanke. Es war kein Blut was unter der flachen Schneeschicht bedeckt war, sondern feuerrotes, langes Haar. Der Fremde machte große Augen als er die weiße Schicht vorsichtig von der Gestalt entfernte. Es handelte sich um einen jungen… Mann? Er war sich nicht sicher. Die Person vor ihm wirkte im Schein des Mondes so zärtlich und unschuldig, dass es sich genauso gut auch um eine Frau hätte handeln können. Allerdings festigte die Kleidung der Person seine erste Vermutung. Kaeya ertappte sich selbst dabei wie er den zusammengebrochenen Reisenden anstarrte und musste sich innerlich ermahnen dies zu unterbrechen. Er fing an den Jungen abzutasten und musste erstaunt feststellen, dass dieser noch immer knapp am Leben war. Erstaunlich, wo doch seine Kleidung schon leicht angefroren und seine Lippen sich schon blau gefärbt hatten. Nase, Wangen und Ohren waren rot verfärbt und gaben der blassen Gestalt ein porzellanartiges Gesicht. Die Atmung des Abenteuers verlief flach und leise. Kaeya zögerte nicht lange und hob den Rothaarigen aus dem Schnee, sodass er ihn in die Ruine bringen konnte, in der er selbst schon sein Leben lang verweilte. Das große, schwere Schwert Dilucs ließ er dabei natürlich nicht zurück, sondern schnallte es auf seinen Rücken. Auf diese Weise musste er den Mann zwar wie eine Prinzessin in seinen Armen tragen, doch er war stark genug, als dass ihm das etwas ausmachte.

Der Geruch von alten Ruinen aus Stein und das Knistern von Feuerholz waren die Dinge, die Diluc als erstes wahrnahm während er langsam aus seiner Bewusstlosigkeit erwachte. Sein Kopf und seine Glieder schmerzten ihm noch vom Sturz des Berges in den Fluss weshalb er in den halbwachen Zustand beschloss, sich nicht direkt zu bewegen. Im Moment beschäftigte ihn sowie eine ganz andere, viel wichtigerer Frage. Wo war er? Der Rothaarige war sich sicher am Fluss das Bewusstsein verloren zu haben, sowie mit dem Gedanken des endgültigen Todes abgeschlossen zu haben. Doch nun war er an einem unbekannten Ort und noch immer am Leben. Den Geruch nach zu urteilen befand er sich in einer Höhle oder Ruine. Es roch trocken, vielleicht etwas staubig, wie man es aus alten Kellern kannte. Das Knistern des Holzes und die leichte Wärme vom Feuer konnte er angenehm wahrnehmen. Allerdings wusste er nicht wer oder was es gezündet haben könnte.



Vorsichtig öffnete Diluc seine Augen. Sie fühlten sich noch schwer an, gewöhnten sich aber ohne Probleme an das Licht im Raum. Er war nicht sehr hell. Das Feuer schien zu seiner Rechten zu sein. Es war die einzige Lichtquelle hier. Die Decke war recht hoch, sie war nicht komplett zu erkennen und schwindelte im Schatten.
Wie aus dem Nichts vernahm er leise Schritte zu seinen Füßen und richtete sich ruckartig auf um zu erkennen von wem oder was sie stammten. So gesehen eine unüberlegte Handlung, sollte es sich hierbei tatsächlich um einen Feind handeln. Mal ganz abgesehen davon, dass die abrupte Bewegung und Anspannung ein minimales Wimmern seinerseits auslösten.
"Solch ruckartige Bewegungen, rate ich zu unterlassen", vernahm er nun aus der Richtung, von welcher eben noch Schritte zu hören waren. Ein eisiges, blaues Auge schaute auf Diluc herab. Eine Männerstimme. "Du hast Prellungen, Schrammen und Kratzer am ganzen Körper. Außerdem dürftest du noch immer etwas unterkühlt sein", sprach der Unbekannte weiter. Sein Tonfall klang kühl und distanziert. Diese Stimme weckte Misstrauen im Reisenden.
"Woher weißt du--", Diluc unterbrach sich selbst. Wie zur Hölle konnte er das nicht bemerkt haben?! Er war nackt. Okay nicht ganz nackt. Seine Unterhose war das Einzige was seinen Körper kleidete. Das und die Decke, welche er auch nicht für wahrgenommen hatte. Sie war aus weißem Fell. Ob das das Fell eines Yetis war?
Dilucs Gesicht wurde gegen seinen Willen warm und färbte sich, wie er vermutete, rosa. Es war erniedrigend. Doch bevor er etwas Bissiges äußern konnte, trat die fremde Figur endlich ins Licht des Feuers. Groß und dunkel. Der Mann vor ihm war ganz in Schwarz gekleidet. Vom Umhang mit Pelzkragen bis zu Hosen und Stiefeln. Die Haare waren lang, leicht gewellt und bis auf zwei hellere Strähnen dunkelblau. Die Haut des Mannes war dunkler, als es in Mondstadt üblich der Fall war und sein rechtes Auge wurde von einer schwarzen Augenklappe verdeckt. Alles im Allen wirkte die Person vor ihm mehr als verdächtig.
"Wer bist du?", fragte Diluc mit scharfem Ton.
Der Fremde hob seine Arme und legte mit eleganter Bewegung seinen Pelzumhang ab. Nun konnte er erkennen, dass der Mann vor ihm wirklich gut gebaut war. Wirklich gut gebaut. Seine Schultern und das Kreuz waren breit und muskulös. Durch das enganliegende Shirt zeichneten sich leicht Brust-, Arm-, und Bauchmuskeln ab und betonten die im Vergleich dünne Taille. Nachdem er seinen Überwurf sorgfältig abgelegt hatte, hockte sich der Unbekannte vor Diluc hin.
"Kaeya," er schaute dem Rothaarigen nun direkt in die Augen. "Ich habe dich im Schnee gefunden. Ohnmächtig. So gut wie tot. Ich brachte dich her, entledigte dich der angefroren-nassen Kleider und sorgte dafür, dass dein Körper wieder wärmer wird." Kaeya streckte beim Reden seine Hand nach Diluc aus und nahm eine seiner Haarsträhnen zwischen seine Finger. Hätte er die Kraft gehabt sich richtig zu bewegen, hätte Diluc höchstwahrscheinlich die Hand weggeschlagen und wäre auf Abstand gegangen, aber in diesen Moment konnte er den mysteriösen Mann nur in sein eisblaues Auge und die ungewöhnliche, sternförmige Pupille sehen.
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