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Anziehungskraft

von teddyber
GeschichteFantasy / P12 / Het
Bloom Trix Valtor Winx Club
05.01.2021
28.02.2021
14
21.535
8
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Dieses Kapitel
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23.02.2021 1.074
 
„Du musst näher kommen.“, sagte er mit zusammen gepressten Zähnen. Ohne groß darüber nachzudenken, rutschte Bloom nun direkt neben ihn. Er verkleinerte die Kuppel und dort, wo Bloom gerade noch gesessen war, wühlte der Hagel den Staub auf dem Berg auf. Sie starrte auf die Stelle, als erneut Blitze über den Berg zogen und an verschiedenen Stellen einschlugen. Hauptsächlich aber in ihrer Nähe. Die beiden waren immerhin der höchste Punkt.

„Wie lange dauert das noch bis wir wieder weg sind?“, fragte Bloom vorsichtig.

„Keine Ahnung. Als wir das erste Mal irgendwo waren, waren wir acht Stunden weg.“ Das Wort ‚irgendwo‘ betonte er extra. Seit fast fünf Stunden saßen sie nun auf diesem Berg und seit fast fünf Stunden hielt Valtor sich und Bloom warm. Und seit mindestens einer halben Stunde hielt er den Regen von ihnen fern. Irgendwie hatten sie ein schlechtes Gewissen, weil sie nicht helfen konnte. Es hätte ja schon geholfen, wenn sie sich selbst beschützt hätte. Verlegen hierüber biss sie sich auf die Unterlippe und beobachtete den Magier. Dieser schaute stechend in den Himmel und jedes Mal wenn ein neuer Blitz bei ihnen einschlug zuckte er leicht zusammen. Doch Bloom glaubte nicht, dass er erschrak, nein. Er war erschöpft. Das Unwetter tobte um sie herum und zeigte kein Erbarmen. Bloom überkam ein erneuter Schub von Gänsehaut. Sie fing an zu zittern. Ihr war kalt. Schnell umschlang sie ihren Körper, um die Wärme zu halten. Doch der Wind war so stark. Das entging dem Magier natürlich nicht. Er wurde wütend. Wütend darüber, dass seine Kräfte schwanden. Er war nicht gänzlich erschöpft, aber spürte, wie die Magie immer mehr an seinen Kräften knabberte. Er schloss die Augen und kurz war Bloom wieder warm, was jedoch schnell wieder verschwand. Sie sagte jedoch nichts und schaute ihn einfach im Sitzen zusammengekauert an. Erneut wagte er einen Versuch und Wärme umschlang die Fee. Es hielt auch länger. Bloom war überrascht, dass er es erneut geschafft hatte. Im Minutentakt preschten Blitze neben oder über ihnen ein und der Hagelsturm ließ einfach nicht nach. Bloom schaute ihn noch überraschter an, als er plötzlich leicht anfing zu zittern. Er versuchte es so gut wie möglich unter seinem langen Mantel zu verstecken, doch sie sah es. Sein Körper spannte sich immer wieder an. Der Wind war verflucht kalt. Ein neues noch lauteres Donnern lenkte ihre Aufmerksamkeit auf sich. Es war so ohrenbetäubend laut, dass sie mit ihren Händen ihre Ohren zu hielt. Das Gewitter musste jetzt direkt über ihnen sein, denn das Donnern war noch nicht verklungen, da schlugen erneut Blitze ein. Es waren so viele an allen Punkten des Berges, dass Bloom sie nicht alle zählen konnte. Sie erschrak, als ihre linke Seite vom Hagel erfasst wurde.

„Du musst noch näher kommen.“, sagte er. Seine Stimme war leise und bedächtig. Bloom schaute in seine Augen, welche nicht mehr so eisblau waren. Sie wurden etwas gräulich. Sein Blick war auch nicht mehr so scharf wie sonst, sondern eher weich. Erschöpft. Bloom rutschte noch näher. Sie saß jetzt direkt neben ihm. Sie fühlte sich so klein. Auch die Stelle an der sie eben noch saß war nun nass und vom Hagel aufgewirbelt. Sie hoffte so sehr, dass sie endlich wieder weg kamen, doch es passierte einfach nichts. Das Unwetter musste jetzt schon mindestens eine Stunde über ihnen toben. Bloom hatte das Gefühl, dass es auch nicht weiterzog, sondern einfach über diesem Berg blieb. Sie hatte ihre Beine etwas ausgestreckt, jedoch nicht komplett. Doch das war dennoch ein Fehler. Ein Blitz schlug direkt neben ihren Füßen ein. Sie konnte die Hitze hiervon spüren. Sie erschrak so fürchterlich, dass sie ihre Beine anzog und ihren Arm um seinen Arm schlang. Panisch schaute sie auf die etwas verkokelte Stelle. Ein Wunder, dass sie vor Schreck nicht auf seinen Schoß gesprungen war. Auch Valtors Herz setzte einmal kurz aus, weil er durch sie ebenfalls leicht zusammenzuckte. Bloom bemerkte, dass der Schwarzmagier nicht mehr zitterte. Sie schaute ihn kurz an, drehte ihren Kopf dann etwas. Ihr war es unangenehm ihm so nah zu sein, doch er wärmte sie. Scheinbar ging ihre Wärme durch Körperkontakt auf ihn zurück. Also verblieb sie so und hielt seinen Unterarm einfach fest. Selbst als Valtor seinen Arm hob um den Schutzzauber zu erneuern, ließ sie ihn nicht los. Es störte ihn zwar nicht, aber auch er war irritiert. Doch er sagte nichts, immerhin war sowohl ihm als auch ihr warm. Als er seine Arme wieder fallen ließ, wurde der Ärmel etwas hochgezogen und Bloom spürte, wie kalt seine Hand dennoch war.

„Deine Hände.“, sagte Bloom leise. Valtor schaute auf seine Hände, dann auf die Fee und wieder zurück zu seinen Eisklumpen. Hände waren die ersten Körperteile, die Kälte abbekamen. Außerdem musste er immer wieder seinen Zauber erneuert und sich konzentrieren, weshalb er sie nicht wärmen konnte. Vorsichtig und zögernd fuhr sie zu seiner rechten Hand und umschlang diese mit ihren Kleinen. Ein kurzer Schauer überfiel ihren Rücken. Sie waren wirklich verdammt kalt. Aus Reflex wollte er sie wegziehen, doch die Fee hielt sie eisern fest. Als nun endlich die Wärme ihrer Hände die Kälte seiner überwunden hatte, entspannte sich seine. Es tat ihm gut. Bloom spürte, wie sich sein ganzer Körper etwas entspannte und reichte ihm ihre Hand. Sie wollte seine andere Hand ebenfalls etwas wärmen. Zögernd reichte er sie. Bloom schloss kurz ihre Augen, als die Kälte sie berührte. Nun hatte sie beide Hände von ihm umschlungen. In den ersten Minuten wurden zwar auch ihre Hände kalt, doch mit der Zeit waren sie wieder angenehm warm. Obwohl seine Hände nun wieder aufgewärmt waren, hielten sie sich beide fest.


Die Zeit verging, das Unwetter tobte. Beide waren müde. Es mussten jetzt schon einige Stunden vergangen sein. Die Fee der Drachenflamme blickte auf, auch Valtor spürte es. Sie kamen wieder zurück. Schwärze umfing sie. Sie ließen jetzt ihre Hände los. Als die Dunkelheit wieder weg war, konnte Bloom ihre Augen nicht öffnen. Es war so hell und verdammt kalt. Sie fiel auf etwas Weiches, aber sehr Kaltes. Schnell stand sie auf. Langsam gewöhnten sich ihre Augen an die Helligkeit. Ihr Atem, welchen sie vorsichtig ausatmete, könnte man als kleine Nebelwolke erkennen. Sie schlang ihre Arme um sich und drehte sich jetzt. Ihre Umgebung war komplett weiß. Nein, nicht nur das. Sie war komplett aus Eis und Schnee. Verdammt. Wo war sie denn jetzt?

„Bloom?“, fragte eine bekannte Stimme. Irritiert schaute sich Bloom um. Fassungslos schaute sie Brandon in die Augen.
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