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Eddy Spensers Erlebnis-Schatzkiste

von - Leela -
Kurzbeschreibung
SammlungAbenteuer, Freundschaft / P12 / Gen
Eddie Jake Tracy
05.01.2021
24.11.2022
100
157.611
2
Alle Kapitel
16 Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
26.08.2022 994
 
Anm. d. Aut.: Dieses Kapitel wurde für die »Wochen-Challenge« von Sira-la geschrieben. Die Vorgaben sind zur Vermeidung von Spoilern am Ende des Kapitels.
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Eddy läßt sich kein X für ein U vormachen. Zumindest in bestimmten Situationen nicht. In welcher Situation sich kürzlich die Frage stellte, berichtet er uns hier, in seinem neuen Kapitel.

Vorsicht ist Ghostbusters Großmutter

Es gibt Situationen, die sind so peinlich, daß sie schon tragisch sind. Solche unangenehmen Situationen treten meistens in Zusammenhang mit Leuten auf, die man kennt, mag und schätzt. Aber erst einmal muß ich euch meinen Weg dahin erzählen.
      Also. Jake, Tracy und ich waren auf dem Jahrmarkt unterwegs. so weit so gut. Bei dem fliegenden Hammer streikte ich! Da konnten Jake und Tracy alleine reingehen! Erwartungsgemäß gab es wieder große Diskussion, weil Jake mich als Spielverderber abstempelte, das war mir aber egal. Alles hat seine Grenzen, und hier war eine für mich erreicht. Daraufhin wurde mir angedroht, daß Jake und Tracy dann eben zwei Runden reingehen würden – ich würde dann schon sehen, was ich davon habe. Bitte schön! Wenn die beiden glaubten, ich könnte mich in der Zwischenzeit nicht beschäftigen, hatten sie sich geirrt. Und je nachdem, was es sein würde, würden die beiden dann im Anschluß warten müssen.
      Während die beiden also ihre Hammerrunden drehten, sah ich mich auf dem Platz um. Und dabei fand ich den kleinen Wagen der Wahrsagerin, wo man sich die Zukunft vorhersagen lassen konnte. Das erschien mir vergleichsweise harmlos. Und so nutzte ich die Zeit, um mir die Karten legen zu lassen.
      Ein bißchen unheimlich war die Atmosphäre schon. Die Frau mit den langen schwarzen Haaren konnte einen mit einem Blick durchbohren. Während sie sich die Karten ansah, fragte sie mich, ob ich einen gefährlichen Beruf hätte. Das konnte ich nur bestätigen! Sie nickte und sagte, daß mir mein Beruf bald schon zum Verhängnis werden würde, wenn ich nicht aufpaßte. Sie konnte nicht genau sehen was, aber in den Karten wäre ein Schatten. Sie zeigte auf die Karte mit dem schwarzen Dämon, und ich hatte sofort Prime Evil vor Augen. Ihr Hinweis war, daß ich mich vor dem Schatten in Acht nehmen sollte, wenn ich nicht meinem Untergang entgegen gehen wollte.
      Als Jake und Tracy aus dem Hammer kamen, war ich fix und fertig! Ich quittierte sofort meinen Dienst und erklärte den beiden, daß sie die nächsten Ghostbusting-Aufträge ohne mich ausführen müßten.
      Jake zeigte mir den Vogel, und Tracy erkundigte sich besorgt, was denn passiert sei. Ich erzählte also ausführlich, was die Wahrsagerin mir geweissagt hatte. Ich konnte nicht anders, als Jake abschließend vorzuklatschen, ob er mich loswerden wollte, wenn er einfach so über den Hinweis meines baldigen Ablebens hinwegsah.
      Der Heimweg erfolgte in nachdenklicher Stimmung. Wir waren alle nicht glücklich mit der Situation. Aber mir war es lieber so, als wenn ich von meinem nahenden Untergang nichts gewußt hätte, und gar nicht mehr hätte handeln können.

Ich streikte also, und Jake und Tracy wußten nicht, was sie tun sollten. Was hätten sie auch dagegen setzen sollen? Hätten sie mich wissentlich in den Tod schicken sollen?
      Tracy schlug schließlich vor, sich noch einmal fachkundigen Rat zu holen. Wir hatten ja jemanden an der Hand. Und so saßen wir wenig später in GB und waren auf dem Weg zu Madame Why. Ich fragte mich, was sie sich davon versprachen. Was sollte sie mir denn anderes erzählen?
      Madame freute sich sichtlich, uns wiederzusehen, wurde aber aufmerksam, als sie die ernsten Mienen sah, und erkundigte sich nach unseren Sorgen. Und so setzten wir uns im Wohnwagen zusammen und gaben einen kurzen Bericht über das, was vorgefallen war.
      Und dann brach der Sturm los! So hatte ich Madame noch nie erlebt! Daß ich überhaupt so etwas sinnloses getan hatte, wie, zu einer Jahrmarktswahrsagerin zu gehen, und wie naiv ich wäre, und daß sie mir eine solche Blödheit nicht zugetraut hätte… Selbst Tracy und Jake waren sprachlos über die klare Ansage.
      Ich hakte noch einmal nach: Die Vorhersage war also nicht richtig! Natürlich wäre die Vorhersage richtig, klatschte Madame mir zu unserer Überraschung vor. Ab da war ich richtig verwirrt! Wenn die Voraussage stimmte, wieso war es dann dumm, zu einer solchen Wahrsagerin zu gehen?
      Madame erklärte es uns. Was hatte ich für Auskünfte bekommen? Eigentlich hatte sie nur gesagt, daß mein Beruf gefährlich war, und ich aufpassen mußte, damit mir nichts passierte. Das war ja aber nichts neues. Daß ich einen gefährlichen Job hatte, hatte ich ihr ja selber erzählt. Und sie wußte, wie sie nachfragen mußte, um mit nichtssagenden Aussagen Vorhersagen zu erstellen, die sich paßgenau anhörten.
      Ich kam mir latent dämlich vor. Und Tracy und Jake beteuerten natürlich sofort, daß sie sich das schon gedacht hatten, und es mir nur noch mal durch einen Fachmann bestätigen lassen wollten. Ich hätte die beiden hauen können! Die waren genau so unsicher gewesen wie ich, sonst wären wir gar nicht losgefahren!
      Ich konnte nicht anders, als mir von ihr noch einmal bestätigen zu lassen, daß also keine große Katastrophe bei unseren nächsten Aufträgen passieren würde. Sie konsultierte ihre Glaskugel, und ihre Aussage war, daß, wenn ich mich vernünftig und verantwortungsbewußt verhielt, alles seinen gewohnten Gang wie immer gehen würde. Es kam nichts auf uns zu, was mich schon per Definition aus dem Leben hauen würde.
      Eigentlich hatte sie mir genau dasselbe gesagt wie die Jahrmarktswahrsagerin. Und ich hatte den Eindruck, daß das Gespräch komplett unnütz gewesen war. Viel Aufregung um nichts, sozusagen.
      Jake und Tracy jedenfalls waren zufrieden. Und ich muß gestehen, das wiederum amüsiert mich. Denn den Aufwand, den hatten sie ja trotzdem gehabt…


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Die Vorgabe für Kalenderwoche 34/2022 war:
      Dein Charakter besucht einen Jahrmarkt und läßt sich die Karten legen.
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