Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

[♫] Eddy Spensers Erlebnis-Schatzkiste

von - Leela -
Kurzbeschreibung
SammlungAbenteuer, Freundschaft / P12 / Gen
Eddie Jake Tracy
05.01.2021
24.11.2022
100
157.661
2
Alle Kapitel
16 Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
14.08.2022 1.006
 
Anm. d. Aut.: Dieses Kapitel wurde für die »Wochen-Challenge« von Sira-la geschrieben. Die Vorgaben sind zur Vermeidung von Spoilern am Ende des Kapitels.
__________________________________________________________________________________________




Eddy erlebt viele Abenteuer im Job, aber auch im Alltag passieren ihm immer wieder erstaunliche Dinge, don denen es sich seiner Meinung nach zu berichten lohnt. Eine solche Begebenheit möchte er uns heute erzählen, in seinem neuen Kapitel. Viel Spaß dabei!

Vom Regen in die Traufe

Eigentlich paßt der Titel überhaupt nicht zur Geschichte. Sinnbildlich ist es aber genau das, was mir passiert ist.
       Es war einer dieser heißen Sommer, die einen fix und fertig machten. Ich hatte eigentlich nicht vor, das kühle Ghostkommando zu verlassen. Also den Teil des Hauses, der noch kühl war. Der Keller. Aber das machte ja nichts. Skelevision und ich hatten uns dort einquartiert, in dem Raum mit dem alten ausrangierten Sofa. So weit war auch alles gut.
       Und dann machte ich einen Fehler. Ich mußte ein paar Bücher zur Bücherei zurückbringen. Das ging leider nur zur besten Tageszeit, und da Jake und Tracy mit GB unterwegs waren, beschloß ich, das Stück zu gehen. Normalerweise war das kein Problem. Heute wurde es zur Tortur. Die Hitze hatte ich deutlich unterschätzt!
       Den Hinweg hatte ich mehr schlecht als recht hinter mich gebracht, alles erledigt, was ich erledigen mußte, und eine Weile den Aufenthalt in der Bücherei genutzt, um mich auf den Rückweg vorzubereiten. Ich glaube nicht, daß es viel gebracht hat. Denn auf dem Rückweg war ich noch fix und fertiger als auf dem Hinweg.
       Irgendwo auf der Mitte der Strecke konnte ich nicht mehr. Die Sonne brannte auf die Straße, und ich hatte das Gefühl, ich hätte in meinem Schweiß nach Hause schwimmen können.
       An einer Wand zwischen zwei Läden machte ich Pause. Dort, wo dieses riesige Werbeplakat für Marimba Tours, einem recht neuen Reiseunternehmen, war, konnte ich mich einen Moment anlehnen, auch wenn das Bild mit dem in der Sonne brutzelnden Sandstrand genauso erschreckend war wie die Hitze hier in der Stadt.
       Ich wollte mir nur einen Augenblick gönnen, bis ich den Rest vom Heimweg hinter mich brachte, um mich endlich wieder in den angenehmen Keller zurückziehen zu können. Doch kaum lehnte ich mich mit dem Rücken gegen die Wand, fiel ich auch schon rückwärts, und landete auf dem Badehandtuch, welches werbemäßig perfekt auf dem Plakat plaziert war.
       Hätte es nicht ein Werbeplakat für Winterurlaub sein können? Es war immer noch brüllend heiß. Viel besser als vorher war es also nicht, da halfen auch die Bikini-Girls und die Cocktails nichts. Zumindest aber mußte ich mich für eine Weile nicht mehr bewegen. Das war der Vorteil.
       Ich organisierte mir einen Platz unter einem Sonnenschirm, damit ich keinen Hitzschlag bekam. Das war besser, wenngleich ich mir noch immer den Winterurlaub gewünscht hätte. Trotzdem war der Moment hier nicht soo schlecht. Immerhin gab es die Strandbar, wo man sich mit Cocktails und Eis versorgen konnte. Dort bekam man sogar Sonnencreme, um einen Sonnenbrand zu vermeiden, und ich organisierte mir eine coole Sonnenbrille. So ausgestattet und in dem Bewußtsein, eine Weile rein gar nichts tun zu müssen, machte ich es mir auf meinem Strandlaken bequem. So ließ es sich bei sanftem Meeresrauschen und leiser hawaiianischer Musik gut aushalten. Hier konnte ich bis zum Abend bleiben, bis es abgekühlter war und der Nachhauseweg angenehmer wurde.
       So war jedenfalls mein Plan. Als es soweit war, war guter Rat aber teuer: Wie sollte ich aus dieser Welt in meine eigene zurück kommen? Darüber hatte ich bis dahin noch gar nicht nachgedacht, was vielleicht der Affenwärme geschuldet war.
       Ich sah mich also in der Gegend um. Vielleicht konnte ich konkreter herausfinden, wo ich war, und wie ich von dort zurück in die Stadt kam. Da es sich um eine Plakatwelt handelte, wurde es aber nicht so ganz einfach. Der Ort hatte nicht einmal einen Namen, er war einfach nur da! Öffentliche Verkehrsmittel gab es nicht, die in meine Heimat zurück führten.
       So lief ich also etwas ziellos und verzweifelt am Strand entlang, und von dort zur anderen Seite, wo es ein großes Haotel gab. Dort sah es eigentlich ganz nett aus. Die große Hotelanlage versprach jeden Komfort, den man sich nur vorstellen konnte. Konnte ich hier vielleicht bleiben, wenn ich schon nicht zurück nach Hause kam? Aber was hatte das für einen Sinn?
       Ich blieb auf dem Parkplatz bei einer großen Werbetafel für Ghostbusterservices stehen und dachte nach. Und da half mir der Zufall, wenn schon mein Gehirn so weggeschmolzen war, daß ich nicht von alleine darauf kam. Ratlos ließ ich mich gegen die Werbetafel sinken – und fand mich plötzlich auf der anderen Seite wieder, auf den Straßen meiner Stadt! Ich hatte es geschafft! Das Ghostkommando war sogar gar nicht so weit entfernt. Nunja, ich war in der Urlaubswelt ja auch ein Stück gelaufen, und es war nicht umsonst eine Werbung für Ghostbuster-Services gewesen.
       So schön es am Strand auch gewesen war, ich war trotzdem froh, wieder zurück zu sein. Inzwischen war es auch weit angenehmer und erträglicher draußen.
       Gut gelaunt ging ich nach Hause zurück, um es mir wieder mit Skeli im Keller gemütlich zu machen. Vielleicht konnte ich irgendwann ja mal ausprobieren, ob ich nochmal an den Strand gelangen konnte, jetzt, wo ich wußte, wie das ging…


__________________________________________________________________________________________

Die Vorgabe für Kalenderwoche 32/2022 von Cassandra Black war:
       Euer Charakter ist draußen unterwegs und lehnt sich zum Ausruhen an eine Wand, an welcher sich ein riesiges Werbeplaket befindet. Dies wäre kein Problem, wenn nicht ausgerechnet dieses Plakat in die Welt auf dem Plakat führen würde.
       Wo landet euer Charakter? Was erlebt er dort? Und viel wichtiger: Wie kommt er wieder zurück in seine Welt?
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast