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Eddy Spensers Erlebnis-Schatzkiste

von - Leela -
Kurzbeschreibung
SammlungAbenteuer, Freundschaft / P12 / Gen
Eddie Jake Tracy
05.01.2021
24.11.2022
100
157.611
2
Alle Kapitel
16 Reviews
Dieses Kapitel
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07.08.2022 1.138
 
Anm. d. Aut.: Dieses Kapitel wurde für die »Wochen-Challenge« von Sira-la geschrieben. Die Vorgaben sind zur Vermeidung von Spoilern am Ende des Kapitels.
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Manche Erlebnisse, die Eddy über den Weg laufen, bedürfen tatsächlich einer Handvoll Zufall. Oder man mag es Schicksal nennen. So wie in der Geschichte, die er uns heute zu erzählen hat. Lest selbst und bildet euch euer eigenes Urteil.

Der Zusammenhang

Es gibt Situationen, die lösen ein seltsames Gefühl aus. Eine solche Situation ist, wenn man nach dem Ghostbusting-Einsatz in einem Bistro einkehrt, dort zur Toilette geht, und bei seinen Geschäften seine eigene Telefonnummer an die Kabinenwand gekritzelt findet. So passierte es mir vor kurzem. Und das ließ mich nachdenklich zurück.
      Wir waren schon mal hin und wieder in dem Bistro gewesen. Aber ich schwöre, daß ich nie meine Telefonnummer an die Wand geschrieben habe. Und Tracy und Jake ganz sicher auch nicht. Oder…? Welche andere sinnvolle Erklärung würde es dafür geben?
      Ich beschloß auf Konfrontation zu gehen und die Reaktionen meiner Freunde zu beobachten, wenn ich ihnen davon erzählte. Daran konnte ich vielleicht schon etwas ablesen, ob sich der Gedanke lohnte, die beiden in die engere Auswahl zu ziehen.
      Ich setzte mich also zurück auf meinen Platz und berichtete den beiden von meinem Fund. Ich kenne Jake und Tracy gut. Die Überraschung war nicht gespielt. Tracy war auch sofort in Alarmbereitschaft. Wir mußten herausfinden, wie die Nummer dort hingekommen war.
      Zuerst einmal zeigte ich den beiden den Eintrag. Er stand gut sichtbar zwischen einer Snoopy-Zeichnung und einem Liebesschwur, in dem Gott sei Dank nicht mein Name vorkam. Es stand auch nichts weiter dabei. Nur die Nummer.
      Als Jake mit speziellem Unterton meinte, daß die Nummer ja »wie von Geisterhand« da hingeschrieben war, konnte ich nur die Augen verdrehen. Als wenn sein Gehirn nicht in der Lage war, andere Gedankengänge zu verarbeiten. Glaubte er etwa, Prime Evil hatte die Nummer da hingeschrieben? Dem hatte ich meine Nummer ganz sicher nicht gegeben!
      Tracy war da schon konstruktiver. Er schaute sich die anderen Einträge an, versuchte etwas über einen Schriftabgleich herauszufinden, allerdings ohne Erfolg. Anschließend scannte er den Raum mit einem Blick nach Kameras. Aber so etwas gab es hier nicht. Ich muß gestehen, das hätte mich auch sehr befremdet. Allerdings konnten wir so natürlich nicht auf die leichte Art herausfinden, wo der Eintrag herkam.
      Wir kamen überein, daß es keinen Sinn hatte, das Personal zu befragen. Das war ebenso erfolgversprechend wie die fehlende Kamera. Aber es ließ mir keine Ruhe.
      Jake und ich philosophierten vor der Kabine darüber, was wir jetzt noch für Möglichkeiten hatten, während Tracy den Eintrag fotografierte und anschließend mit Geisterentfernerspray von der Wand entfernte.
      Plötzlich hatte Jake eine Idee, und die fand ich gut. Wir gingen einmal alle Kabinen durch um nachzusehen, ob es noch mehr Telefonnummern gab.
      Tatsächlich fanden wir noch drei, und nach Tracys Handschriftenabgleich handelte es sich um den gleichen Schreiber. Das konnte uns der Lösung ein Stück voranbringen.
      Tracy machte von den drei Nummern ebenfalls Fotos. Mit dem Material verließen wir das Büro und machten uns auf den Heimweg.

Zuhause saßen wir über den drei Nummern und überlegten. Wenn wir herausfanden, wer sich hinter den drei Nummern verbarg, dann konnten wir vielleicht ermitteln, welcher Zusammenhang zwischen den Personen bestand, und darüber fanden wir vielleicht heraus, wer hinter den Kritzeleien steckte. Aber wie sollten wir so ein Telefonat führen, ohne daß sich der Mensch am anderen Ende gleich auf den Schlips getreten fühlte? Mir wäre so ein Anruf jedenfalls genauso komisch vorgekommen wie die Telefonnummern an den Kabinenwänden.
      Ich mußte mir also einen Text überlegen, mit dem ich die Leute, die ich anrufen mußte, nicht gleich abschreckte.
      Da meine Ideen dazu nicht besser wurden, beschloß ich, einfach irgendwie anzufangen. Ich rief also die erste Nummer an und erklärte den Sachverhalt, daß ich meine Telefonnummer an der Toilettenwand im Bistro gefunden hatte, daß mir die anderen Nummern aufgefallen waren, und ich versuchte herauszufinden, was dahinter steckte, und ich fragte, ob mein Gesprächspartner sich das eventuell erklären könnte.
      Ich traf drei mal auf die gleiche Verwirrung, die ich empfunden hatte. Und so verabredeten wir uns gleich für den Abend zu einem Treffen in dem Bistro.

Tracy begleitete mich und hatte seine Dokumentationen dabei. Neben mir fanden sich noch ein Bäcker, ein Fluglotse und ein Arbeitsloser ein. Alles wirkte also sehr zusammenhanglos.
      Zusammen checkten wir noch einmal die Kabinen, und Tracy bot sich an, auch die anderen Nummern zu entfernen, was dankbar angenommen wurde.
      Danach saßen wir bei Milchshakes zusammen und überlegten. Amüsiert war keiner von uns. Aber wie sollten wir herausfinden, was hinter den Kritzeleien steckte? Wir alle kannten uns nicht, es gab keinen sichtbaren Zusammenhang, auch konnten wir keine gemeinsamen Bekannten ausloten. Und der Sinn der Aktion erschloß sich uns auch nicht.
      Unser Fluglotse kam auf die Idee, alle Telefonnummern noch einmal genauer zu betrachten. Immerhin, das war eine Idee. Tracy schrieb sie alle sauber von den Fotos untereinander. Sie hatten alle die gleiche Länge. Plötzlich fiel uns etwas auf.
      Unser Arbeitsloser kam darauf, als wir die Fotos noch einmal durch gingen, und wir feststellten, daß die Nummern recht sauber in Zweierblöcken geschrieben waren. Er entdeckte zuerst einen Zweierblock, der in allen vier Rufnummern vorkam. Dann entdeckten wir den zweiten, und schließlich noch einen dritten.
      Der Bäcker nahm einen Stift und begann alle Zweierblöcke einzukreisen, die in allen von unseren Telefonnummern enthalten waren. Übrig blieb in allen Nummern ein Zweierblock, der überall anders war, und richtig aneinander gereiht eine neue Telefonnummer ergeben mochte.
      Wir tauschten überraschte Blicke. Sollte das ganze hier etwa tatsächlich System haben, und wir alle waren nur durch Zufall da reingerutscht? Oder war das alles ein riesengroßer Zufall?
      Tracy zückte sein Telefon und begann die Nummer zu wählen. Wir alle hielten den Atem an. Würde sich jemand melden? Vielleicht ein fünftes Opfer, das nun gar nicht mehr wußte, was es davon halten sollte? Oder war die Nummer vielleicht gar nicht vergeben? Tracy schaltete auf laut, so daß wir alle mithören konnten. Das Freizeichen war zu hören. Und dann ging jemand an das Telefon.
      „Es wird aber auch Zeit, daß du dich meldest, Loui! Hast du die Ware an dem ausgemachten Ort deponiert? Wir müssen sie so bald wie möglich über die Grenze schaffen, bevor uns die Cops noch auf unseren Coup kommen!“


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Die Vorgabe für Kalenderwoche 31/2022 von mir war:
      An der Wand einer Toilettenzelle entdeckst du deine eigene Telefonnummer gekritzelt…
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