Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Eddy Spensers Erlebnis-Schatzkiste

von - Leela -
Kurzbeschreibung
SammlungAbenteuer, Freundschaft / P12 / Gen
Eddie Jake Tracy
05.01.2021
01.07.2022
79
129.384
2
Alle Kapitel
16 Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
06.05.2022 2.089
 
Anm. d. Aut.: Dieses Kapitel wurde für die »Wochen-Challenge« von Sira-la geschrieben. Die Vorgaben sind zur Vermeidung von Spoilern am Ende des Kapitels.
__________________________________________________________________________________________




Manchmal braucht Eddy, um ein Abenteuer zu beginnen, nicht einmal von Zuhause wegzugehen. Was er vor einiger Zeit erlebt hat, das erzählt er euch hier, in seinem neuen Kapitel.

Energy in motion

Hinter dem Haus lag ein Haufen Gerümpel. Irgendwelche Dinge, von denen Tracy der Meinung war, es könnte sein, daß er sie irgendwann noch mal für seine Basteleien gebrauchen konnte. Ob das jemals so kommen würde, stand in den Sternen. Aber wir konnten nichts dagegen tun; wer legte sich schon freiwillig mit einem Gorilla an?
      Ich hatte es auch aufgegeben, mir anzusehen, was alles dabei war. Alte Fahrradschläuche, Metallteile, Holzbretter, Lattenroste, Gummimatten… Ich wußte nicht, was Tracy sich davon versprach, das Zeug aufzuheben. Ich wußte nur, daß ich das Zeug nicht anrühren würde.
      Diese Regel bekam eine kleine Ausnahme, als ich an einem Tag an dem Schrotthaufen - anders kann ich es nicht nennen - vorbeikam, und etwas leuchten sah. Das machte mich dann doch neugierig.
      Als ich näher hinsah, bemerkte ich eine goldene, strahlende Kugel. Das wunderte mich, paßte sie doch so gar nicht in das Szenario. Ich zog sie zwischen den alten Holzkisten und Autoreifen heraus und betrachtete sie. Ich hatte so etwas schon mal gesehen, aber ich wußte nicht mehr wo.
      Ich nahm die Kugel mit rein und zeigte sie erst einmal Jake. Er war genauso ratlos wie ich. Hatte Tracy sie für irgend etwas deponiert? Den Zorn des Gorillas wollte ich mir nicht zuziehen! Aber wissen, was es mit der Kugel auf sich hatte, wollte ich auch.
      Ich beschloß, mutig zu sein und nachzufragen. Ich konnte sie ja wieder zurücklegen, wenn Tracy sie für etwas bestimmtes vorgesehen hatte.

Tracy bestätigte mir, daß er den Ball auch noch nie gesehen hatte. Von ihm kam er nicht. Das beruhigte mich. So mußte ich nicht befürchten, mich dafür rechtfertigen zu müssen, daß ich mich an seinen Sachen zu vergreifen.
      Natürlich hatte Tracy sofort Interesse an der Kugel. Immerhin glühte sie von außen heraus, und das wollte er untersuchen. Ich überlegte immer noch, wo ich eine solche Kugel schon mal gesehen hatte.
      Seit meinem Fund hielt geschäftiges Treiben in unserem Büro Einzug. Woanders konnte Tracy nicht arbeiten, da in seiner Werkstatt ein anderes Experiment aufgebaut hatte.
      Tracy hatte eine riesige Versuchsreihe aufgebaut. Mittendrin spannte er den Ball ein, um ihn einigen Tests zu unterziehen. Was wir sehr schnell herausgefunden hatten war, daß es sich um eine unerschöpfliche Energiequelle zu handeln schien. In die Richtung forschte Tracy weiter.
      Wo aber wurden solche Energiequellen verwendet? Während Tracy das Objekt selber euphorisch untersuchte, wollte ich lieber wissen, wo es herkam. Wir hatten auch keine Erklärung, wie es in unseren Garten hatte kommen können.
      Ich bildete mir inzwischen ein, daß es mir so bekannt vorkam, weil es einer kleinen Sonne ähnelte. Das machte zwar nicht richtig Sinn, aber ich kam einfach nicht darauf, wo ich es schon einmal gesehen haben könnte.
      Tracy schloß gerade testweise seinen Bananometer an, und seine Augen weiteten sich beeindruckt. Es funktionierte wirklich! Mit der Energie würden wir das ganze Haus versorgen können! Ab da wurde der Gorilla ganz aufgeregt. Es mußte ein Energiezentrum gebaut werden, von wo aus die Energie durch das ganze Haus geleitet werden konnte.
      Es war wirklich erstaunlich, was alles in diesem kleinen Energieball steckte! Konnte so etwas in unserer Welt überhaupt existieren?
      Jake und ich philosophierten noch darüber. Jake fragte sich, ob das ein natürliches Vorkommen war. Es wirkte so. Aber hatte man je von so etwas gehört? Vielleicht war es auch konstruiert worden. Konnte es vielleicht ein Material sein, das man aufladen konnte? Ich wußte es nicht. Ich war kein Experte.
      Tracy arbeitete emsig an einer Glasvorrichtung, welche die Energiekugel schützen und über welche die Energie kanalisiert werden sollte. Dafür ließ er sogar das Mittagessen ausfallen.
      Jake und ich diskutierten inzwischen über den Nutzen. Man stelle sich vor, unbegrenzte Energie für das ganze Haus, unabhängig von allen Versorgern! Was wir für Geld sparen konnten! Der Fund war ein Glücksfall gewesen! Es war kein Wunder, daß Tracy so aus dem Häuschen war.
      Am Nachmittag war er so weit, daß er die Energiekugel installieren konnte. Er hatte eine kleine Plattform in den Glaskasten eingebaut, auf der die Energiekugel freischwebend platziert werden sollte. Diese war an mehreren Seiten etwas nach oben geneigt, so daß die Energie optimal kanalisiert wurde. Als ich nun beobachtete, wie Tracy vorsichtig die Kugel auf der Plattform ausrichtete, hatte ich noch mehr das Gefühl, das Objekt von irgendwo her zu kennen.
      das Bild der Kugel, die über der Energieplattform schwebte, wirkte eine Weile in meinem Geist nach. Hatte man viel Phantasie, konnte man sich eine Blüte mit der Energiekugel im Zentrum vorstellen. … Genau das war das Bild, das ich kannte! Und zwar…
      Wo hatte ich es schon einmal gesehen? Ich versuchte, das Bild festzuhalten. Ich war so weit gekommen, es mußte mir doch gelingen, die restliche Erinnerung zu fassen zu bekommen! War es mal auf einem Festival gewesen? Es war nicht in der Stadt gewesen! Es war viel Natur darum herum gewesen. Und der Turm und die Blüte ein Stück entfernt. Als ich in Gaya gewesen bin, und Zino mir den Dalamiten gezeigt hatte!
      Siedendheiße Energie strömte gerade auch ohne externe Quelle durch meinen Körper. Tracy schloß gerade den Glasbehälter. Und ich erinnerte mich wieder! Das hier war der Dalamit! Und Gaya brauchte ihn! Das ganze Land war von der Energiequelle abhängig!
      Ich reagierte vollautomatisiert. Noch bevor Tracy die Energiestation einschalten konnte, wedelte ich aufgeregt mit den Armen und schrie „Stop!“ Meine etwas panische Reaktion fruchtete glücklicherweise. Sowohl Tracy, als auch Jake sahen mich erschrocken an. Mit einem leichten Keuchen erzählte ich den beiden nun von meiner Erkenntnis. Wir konnten die Kugel nicht behalten! Wir mußten sie nach Gaya zurückbringen!

Tracy war, wie man sich denken kann, sehr traurig darum, daß er die Energiequelle wieder abgeben mußte. Aber er sah auch ein, daß wir sie nach Gaya zurückbringen mußten, weil das Land davon abhängig war.
      Wir packten also den Dalamiten ein und sprangen in unser Ghostbuggy. Ausnahmsweise war es einmal kein Ghostbusting-Einsatz, und als GB erfuhr, worum es ging, zögerte er keine Sekunde, sondern startete gleich durch.
      Kaum in der Luft, leitete Tracy den Dimensionssprung ein, Ziel: Gaya. Als wir ankamen, tobte der Sturm. Wir steuerten direkt in ein riesiges Unwetter. Die Auswirkungen der fehlenden Energiequelle nahmen bereits bedrohliche Ausmaße an.
      Wir konnten fast nichts erkennen in den Unwetterwolken, dem peitschenden Regen und dem Gewitter. Und wir mußten vorsichtig sein, daß uns das Wetter nicht in die Knie zwang. Tracy hatte Mühe, GB unter Kontrolle zu halten, und die Gefahr, daß seine Flügel diesen Flug nicht durchhielten, war groß. Doch wir hatten keine andere Wahl, wir mußten den Dalamiten zu seiner Station bringen, sonst würde das Unwetter nie aufhören, und Gaya wäre verloren.
      Wir sahen uns verzweifelt um. In den Wetterverhältnissen konnten wir die Station nicht einmal sehen. Tracy flog nach Gefühl, und versuchte dabei vor allem auch auf GBs Sicherheit zu achten. Das war eine nicht einfache Gratwanderung.
      Jake entdeckte schließlich die Blüte, auf welcher der Dalamit für gewöhnlich ruhte. Ich hätte sie fast übersehen. Ich hatte das Bild vor Augen, wie sie aussah, wenn der Dalamit über ihr schwebte. Jetzt aber hingen die Blätter schwach herunter. Gut, daß Jake so einen guten Blick dafür gehabt hatte.
      Es war gar nicht so einfach, an die Blüte heranzukommen. Der tobende Sturm ließ uns immer wieder abdriften. Tracy steuerte verbissen dagegen. Jake hielt den Dalamiten. Wir mußten ihn paßgenau aufsetzen, und der erste Versuch mußte sitzen! Ich spürte mein Herz in der Brust hämmern. Es gab nur zwei Möglichkeiten, wie dieser Tag enden konnte: Mit dem größtmöglichen Erfolg oder der größtmöglichen Katastrophe.
      Jake wußte genau, was gerade von ihm abhing. Ich merkte ihm an, wie nervös er war. Er wagte lieber zu wenig als zu viel. Tracy versuchte, uns in eine gute Ausgangsposition zu bringen. Er flog noch eine Schleife und versuchte, GB über der Blüte zu halten. Er setzte drei Mal an. GBs Flügel zitterten im Wind, und ich hatte schon die Befürchtung, daß wir abstürzen würden.
      Jake richtete sich gut aus, und Tracy gelang es, das Ghostbuggy noch etwas tiefer sinken zu lassen. Als er sich sicher genug wähnte, setzte Jake den Dalamiten auf die Kontaktfläche auf. Nun konnten wir uns förmlich vom Ort des Geschehens wegtreiben lassen.
      Ein Stück vom Turm entfernt brachte Tracy GB sofort zu Boden. Von dort aus konnten wir beobachten, wie die Blüten mit Energie geflutet wurden, und sich die Energie über das ganze Land ausbreitete. Es war beeindruckend zu beobachten, wie das Licht die Dunkelheit vertrieb, und Ruhe einkehrte.
      Wir alle atmeten einmal tief durch, bevor wir aussteigen und uns umsahen. Tracy machte einen schnellen Check bei GBs Flügeln, stellte aber glücklicherweise fest, daß nichts gebrochen oder anderweitig beschädigt war, so daß GB die Flügel einziehen und ausruhen konnte.
      Als das Wetter nun aufklarte, trauten sich auch die Gayaner wieder hervor, die sich in den Häusern verschanzt hatten. Wir sahen Zino und Boo, und liefen auf unsere Freunde zu. Die Erleichterung war spürbar.
      Jetzt wurden erst einmal Informationen ausgetauscht. Wir erzählten wie wir den Dalamiten gefunden hatten, und die Gayaner berichteten, was sich bei ihnen zugetragen hatte. Boo berichtete von einer großen Gestalt in einem Flammengewand, die den Dalamiten gestohlen hatte. Sie konnte fliegen und hatte roboterartige Züge.
      Wir hätten es uns fast denken können. Prime Evil! Als ich den Namen erwähnte, schlug sich Zino vor die Stirn. Er hatte die ganze Zeit überlegt, woher ihm die Gestalt bekannt vorkam, war aber nicht darauf gekommen.
      Was wir dadurch nicht klären konnten war, wie der Dalamit zu uns in den Garten gekommen war. Es konnte nur so sein, daß Prime Evil ihn unterwegs verloren hatte. Letzten Endes war es aber auch egal. Die Hauptsache war, daß Gaya gerettet worden war.
      Der Erfolg wurde auch umgehend gefeiert, mit einem großen Fest, das auf dem Dalamitenplatz inszeniert wurde, und wir wurden vom Bürgermeister mit Medaillen geehrt. Darauf waren wir natürlich besonders stolz. Auch GB bekam eine Medaille, verdient für die Mühe und Qual, die gerade er durchzustehen gehabt hatte.
      So endete unser Abenteuer mit einem wundervollen Tag in Gaya. Wie heißt es so schön: Ende gut, alles gut.

Nachtrag: Einige Zeit später fanden wir durch einen Zufall heraus, was tatsächlich passiert war.
      Wir lagen damit richtig, daß Prime Evil den Dalamiten entwendet hatte, um Gaya ins Unglück zu stürzen. Aber er hatte ihn nicht verloren. Es war Scared Stiff gewesen, der einmal mehr mit den Entscheidungen seines Bosses nicht einverstanden war – und in einem Anflug heldenhaften Mutes hatte er den Dalamiten genommen und auf unserem Grundstück deponiert in der Hoffnung, daß wir ihn finden und Maßnahmen ergreifen konnten. Zu mehr hatte er sich nicht getraut. Aber das hatte schließlich zum Erfolg geführt.
      Eigentlich hatte also gerade er eine gayanische Medaille verdient. Aber es durfte niemand erfahren, was er getan hatte. Auch wir waren nur dahinter gekommen, weil wir über das Skelevision eine Frequenz erwischt hatten, die uns eine Szene aus der Vergangenheit gezeigt hatte, die in Hauntquarters stattgefunden hatte. Die Szene, in der Prime Evil noch seinen Erfolg feierte, und in der Scared Stiff den Dalamiten heimlich an sich nahm. Wir wußten, er würde Ärger bekommen, wenn herauskam, daß er gegen den Plan seines Meisters gearbeitet hatte. Und so bewahrten auch wir Stillschweigen. Wahrscheinlich war es für den Robotergeist Lohn genug, daß seine Hilfe funktioniert hatte…


__________________________________________________________________________________________

Kalenderwoche 18 war:
      Dein Charakter findet einen Gegenstand, der ihm seltsam bekannt vorkommt. Dieser Gegenstand soll aus einem anderen Fandom als dem stammen, in dem ihr schreibt, bzw. aus einem Fandom stammen, falls ihr eine FA schreibt. Euer Charakter muss nun dafür sorgen, dass der Gegenstand wieder da landet, wo er hingehört.
      Back to Gaya-CrossOver
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast