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Eddy Spensers Erlebnis-Schatzkiste

von - Leela -
Kurzbeschreibung
SammlungAbenteuer, Freundschaft / P12 / Gen
Eddie Jake Tracy
05.01.2021
27.06.2022
78
128.089
2
Alle Kapitel
16 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
08.10.2021 1.782
 
Anm. d. Aut.: Dieses Kapitel wurde für die »Wochen-Challenge« von Sira-la geschrieben. Die Vorgaben sind zur Vermeidung von Spoilern am Ende des Kapitels.
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Es gibt Dinge, für die hat man sofort eine Erklärung, und für manche Dinge braucht es etwas Zeit. Und manche Dinge sind so offensichtlich, daß man sie, aus welchen Gründen auch immer, nicht sofort sieht. Eddy und Jake sind hier einer Sache auf der Spur, und mal sehen, ob sie das Rätsel lösen können, in Eddys neuem Kapitel.

Willkommen im Ghostkommando

Daß es einmal zu sonderbaren Effekten führen würde, wenn Jake schwerhörig reagiert, war so nicht zu erwarten gewesen.
      Tracys neue Erfindung summte im Hintergrund, als ich sagte: „Lasagne?“ Gemeint war ein Vorschlag für das heutige Mittagessen.
      Jake verstand kein Wort.
      Und so wiederholte ich lauter: „Lasagne?“
      „Was?“ brüllte er und das Surren der Maschine hinweg.
      „Lasagne!“ Es war mein letzter Versuch.
      Jakes Blick ging an mir vorbei in Richtung zu etwas hinter mir. Ich drehte mich um. Dort saß ein sehr bekannter orange-schwarz-gestreifter Kater und legte die Ohren an. Er hatte wohl genauso wenig mit seiner Präsenz hier gerechnet, wie Jake oder ich. Tracy kicherte.
      Die Verwirrung war perfekt – auf beiden Seiten! Was war passiert? Ich hatte Lasagne erwähnt, und schon stand Garfield hinter mir? Ich hätte nicht mal etwas gesagt, wenn er nicht selbst so orientierungslos gewesen wäre. Ich weiß, daß Garfield für Lasagne alles tun würde! Aber das gesträubte Fell, die aufgerissenen Augen und die angelegten Ohren waren Indiz dafür, daß der Kater selbst keine Ahnung hatte, was mit ihm geschehen war.
      Mir fiel dabei Zinos Lieblingssatz ein, und so konnte ich nicht anders als zu rufen: „To the rescue!“ Gemeint hatte ich eigentlich nur damit, daß ich dem armen verwirrten Kater zur Rettung eilen würde.
      „Was?“ brüllte Jake über den Lärm der Maschine hinweg. Es ging schon wieder los!
      „To the rescue!“ wiederholte ich. An Jakes Lippen konnte ich ein „Ich verstehe kein Wort!“ ablesen, und so brüllte ich es zum dritten Mal. Dieses Mal riß Jake die Augen so weit auf, daß ich dachte, sie kullern ihm raus.
      Ich drehte mich um, und erschrak selber fast zu Tode, als ich Zino dort hinter mir stehen sah. Der Gayaner sah mich völlig verwirrt an. Auch von seinen Lippen mußte ich ablesen. Wahrscheinlich war es ein „Was ist denn hier los?“ Tracy kicherte.
      Ich zeigte mit einem eindeutigen Wink zur Küche »Krisensitzung« an. Jake und Zino folgten mir in den Raum, in dem man sich endlich ungestört unterhalten konnte.

Während ich eine Lasagne für Garfield machte, versuchten wir zu rekonstruieren, was passiert war. Zino wollte wissen, was los war. Das genau war aber die Frage, die Jake und ich ihm nicht beantworten konnten, noch nicht zumindest.
      Was also war passiert? Ich hatte markante Sätze gesagt, drei Mal hintereinander, und jedes Mal hatte derjenige, der diesen Satz liebte, völlig verwirrt hinter mir gestanden. Es klang so absurd, daß wir einhellig beschlossen, das auszuprobieren. Diesmal aber mit Sinn und Verstand. … Ich gebe zu, daß der Terminus in dem Zusammenhang etwas seltsam erscheint. Gemeint ist einfach, daß wir dieses Mal gezielt überlegten, wen wir versuchen wollten, auf diese Weise herzuholen, anstatt alles dem Zufall zu überlassen.
      Zino fragte, welchen Satz unser Freund John Benton von U.N.I.T. wohl am meisten mochte. Hm. Wenn wir das gewußt hätten. Er wäre auch mein Favorit gewesen, oder Futura, oder Jessica.
      Jake überlegte schon, was für ein Satz einen Militärsoldaten wohl begeistern mochte. Wie er auf „Ja, Sir!“ kam, weiß ich nicht. Aber wir wollten es ausprobieren.
      Erst einmal machte ich Garfield mit der Lasagne glücklich. Der Kater war zufrieden wie nie und rollte sich anschließend auf unserem Sofa zum schlafen ein. Ich probierte unterdessen Jakes Satzvorschlag aus, wobei ich mir etwas seltsam vorkam.
      Nun, was soll ich sagen? Einen Corporal von U.N.I.T. hatte ich tatsächlich hinter mir stehen, allerdings nicht unseren Freund Sergeant Benton. Und daß der gleich doppelt verwirrt war, weil der uns noch nicht einmal kannte, konnte man sich denken! Vor allem aber, wir wußten nicht, wie wir ihn wieder loswurden. Tracy kicherte im Hintergrund.

Ich fasse die nächsten Ereignisse einmal kurz zusammen. Die Küche war der Standort für unsere Mißerfolge geworden. Ich hatte es mit „Feuer frei!“ probiert. Der Brigadier kannte uns wenigstens, war aber ebenso verwirrt wie alle anderen, sich plötzlich bei uns im Ghostkommando wiederzufinden. Und er weigerte sich beharrlich zu glauben, daß er in New York gelandet war. Seit er die Ghost-O-Matic in der Küche gesehen hatte, war er überzeugt davon, von Aliens entführt worden zu sein.
      Der Satz „Ich gehe da jetzt raus und mache sie mit einer Granate platt!“ kam von mir. Ich erinnerte mich noch gut an eine prekäre Situation, in der John diesen Satz so voller Inbrunst gebracht hatte, daß das einfach sein Lieblingssatz sein mußte. Hinter mir tauchte ein dunkelhäutiger Soldat namens Will Simpson auf. Das war überraschend. Naja. Zumindest kannte er Sergeant Benton und war selber mit ihm befreundet. Das war ja schon mal was.
      Unser nächster Versuch war „Wie wäre es mit Frühstück?“ Ich war mir sicher, das mußte es sein! Ich hatte einige Situationen miterlebt, wo es John nach Essen verlangte. Hinter mir stand ein verwirrter Hobbit, der sich als Merry vorstellte. Und bei dem Satz „Endlich Dienstschluß!“ durften wir eine verwirrte Claire Ferguson aus dem U.N.I.T.-Büro bei uns begrüßen. Das waren also unsere Mißerfolge, die wir alle in der Küche zwischenlagerten. Zino hatte freundlicherweise das Catering übernommen.
      Ich war ratlos. Ich hatte keine Idee mehr, was Johns Lieblingssatz sein mochte.
      Jake schlug eine Pause vor. Das war mir sehr recht. Wir wußten immer noch nicht, was diese merkwürdige Dynamik auslöste.
      Ich sah kurz nach Garfield, der friedlich und zufrieden schlief und sang Yellow Submarine vor mich hin, um mich zu beschäftigen. Damit ging ich Jake zwar auf die Nerven, aber ich mußte mich erden, bevor wir einen neuen Versuch starteten, um zu überlegen, welcher Satz wohl John zu uns bringen würde. Als ich die Titelzeile zum dritten Mal wiederholte, rannte ich fast in John hinein, der völlig konfus hinter mir stand. Wir mußten uns beide von dem Schock erholen. Das war also sein Lieblingssatz!
      Tracy kicherte.

Ich schickte John zu seiner Truppe in die Küche. Das würde die Verwirrung noch größer machen, aber das ließ sich nicht vermeiden. Zino konnte ja alles erklären.
      Ich beratschlagte in der Zwischenzeit mit Jake. Irgend etwas ging in diesem Haus nicht mit rechten Dingen zu!
      Man kommt ja manchmal auf die einfachsten Dinge nicht. Und als ich dann auch noch verzweifelt hervorstieß „Oh dear, oh dear, oh dear!“ stand plötzlich die zweite Inkarnation des Doktors hinter mir.
      Tracy kicherte nicht, sondern schloß den Timelord freudig in die Arme, der gerade mal dazu gekommen war, sich zu orientieren. Nach der Wiedersehensfreude ließ sich der hochinteressierte Doktor von dem aufgeregten Gorilla die Maschine zeigen, die er gerade erfunden hatte – und der wir in dem ganzen Trubel gar keine Aufmerksamkeit beigemessen hatten. So erfuhren wir, daß es sich um ein ausgeklügeltes Transportsystem handelte, das auf akustische Signale reagierte, und bei der dritten Wiederholung des Lieblingssatzes einer Person eben diese zum Kommandogeber transportierte. Kein Wunder, daß der Gorilla aus dem kichern gar nicht mehr heraus gekommen war. Seine Erfindung funktionierte!

Wir kümmerten uns nun um die U.N.I.T.-Belegschaft. Der Brigadier glaubte noch immer dran, daß die ganzen Leute in unserer Küche von Aliens entführt worden waren. Erfahrungswerte waren das, behauptete er. Merry war zum Ehrensoldaten erklärt worden, und Claire hatte für alle Kekse gebacken, was Zino ein wenig beim Catering entlastete.
      Wir gesellten uns an die Seite von John, der das ganze Spektakel von etwas abseits beobachtete. Er war noch immer verwirrt und wollte wissen, was los war. Als wir zu erklären begannen, spitzte auch Zino die Ohren, was bei dem Gayaner wortwörtlich zu verstehen war.
      John und Zino konnten wir es erklären! Der Brigadier glaubte uns kein Wort, und der Rest blieb so verwirrt wie zuvor. Man merkt eben lange Freundschaftsbande.
      Wir sponserten dem U.N.I.T.-Team ein Taxi nach Hause. Daß sie Merry gleich mit einsackten, dafür konnten wir nichts. John und Zino gesellten sich mit Jake und mir zurück ins Büro, wo die beiden den Doktor begrüßen konnten. Jetzt hatten wir endlich das Team zusammen, das wir von Anfang an hatten haben wollen. Naja, für das nächste Mal weiß ich Johns Lieblingssatz.
      Wir verbrachten einen interessanten Abend, an dem uns Tracy erzählte, wie er auf die Idee zu der Erfindung gekommen war. Nachdem er eben diese abgestellt hatte, konnte man sich auch direkt wieder im Büro unterhalten. Das war gut, denn ich mag mir nicht ausmalen, wo es noch hingeführt hätte, wenn wir jeden Satz hätten drei Mal wiederholen müssen…
      Am späten Abend verabschiedeten wir uns voneinander, und John und Zino machten sich auf den Heimweg. Jake und ich atmeten tief durch. Das war ein aufregender Tag gewesen. Einerseits lustig, aber auch anspruchsvoll. Es war eben doch von Vorteil, wenn man vorher wußte, was so eine neue Erfindung von unsrem Gorilla tat! Wobei ich schon stolz darauf war, daß wir es auch ohne ihn herausgefunden hatten. Wir hatten ja nur den Zusammenhang nicht sofort verstanden.
      Wofür die Erfindung genau gut sein sollte, war mir noch nicht ganz klar. Wir hatten so viele Wege, wie wir uns mit unseren Freunden treffen konnten, dazu brauchten wir diese Spielerei nicht. Aber lustig war es irgendwie schon gewesen. Vielleicht war die Maschine auch nur zu diesem Zweck entstanden, wer weiß?
      Eines sollte ich aber zum Schluß wohl noch erwähnen: Seit diesem Vorfall haben wir einen orange-schwarz-gestreiften Kater im Ghostkommando…


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Die Vorgabe für Kalenderwoche 40/2021 war:
      Wenn du dreimal direkt hintereinander den Lieblingssatz einer Person sagst, erscheint diese hinter dir – und ist total verwirrt.
      (Diese Fähigkeit hat entweder nur euer Prota oder jede Person des Universums.)
      (lose inspiriert von einem YouTube-Video)

Anm. d. Aut.:
      CrossOver mit Garfield, Back to Gaya, Doctor Who & U.N.I.T. und Herr der Ringe
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