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Das Gestehen von Gefühlen

KurzgeschichteRomance, Familie / P12 / Mix
Effie Trinket Haymitch Abernathy Katniss Everdeen Peeta Mellark
04.01.2021
14.04.2021
5
5.546
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08.04.2021 1.031
 
Die Verkündung

„Wir konnten beide unsere große Liebe beschützen. Effie, du darfst Haymitch nicht gehen lassen. Die Zeit des Versteckens ist vorbei.“
Die ehemalige Betreuerin wusste nicht was sie auf Peetas Worte erwidern sollte. Vielleicht hat er recht und sie sollte nicht die kaltherzige Person in Haymitchs Nähe spielen.
,,Peeta, seit wann bist du so? So weise und klug?“ Ein Lächeln schlich sich auf Effies Lippen und auch Peeta lächelte. „Ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass Katniss mich verändert hat. Die Spiele sowieso. Du sollst glücklich sein, Effie. Du hast es verdient.“ Es hätte nicht viel gefehlt und sie hätte angefangen zu weinen. Peeta bemerkte die Tränen in ihren Augen und wechselte rasch das Thema. „Aber etwas anderes: was hältst du davon dich mit Haymitch auszusprechen? Katniss kennt bestimmt einen schönen Ort im Wald, wo ihr ein Picknick machen und reden könntet.“ Die Vorstellung von einem romantischen Date schlich sich in Effies Gedanken, doch sie verdrängte diese schnell. Haymitch würde nie auf ein Date mit ihr gehen. „Es klingt nach einer zauberhaften Idee, Peeta.“

Katniss liebte das Jagen, es entspannte sie. Vielleicht war diese Entspannung der Grund warum sie an Haymitchs Tür klopfte. „Mach auf. Ich weiß, dass du da bist. Wir wollten alle die Ankündigung von Paylor zusammen sehen.” Die wichtige Ankündigung von Paylor. Lange hatte Katniss sie verdrängt, sich mit dem Besuch von Effie abgelenkt und doch musste sie immer wieder daran denken. Es sollte um die Hunger- bzw. eher Rachespiele für die alle Tribute abstimmen sollten. Das war lange her, doch nun war es zu Protesten in den Distrikten gekommen. Einmal, wenigstens ein einziges Mal sollten die Kapitoler ihre Spiele selber erleben. So lautete zumindest die Forderung. Ob und wie sie dann gestaltet werden würden, das würden die Bewohner Panems am Abend erfahren. Katniss hatte ein schlechtes Gefühl bei der Sache.
,,Verdammt, die ist heute?” Haymitch sah nicht gut aus. Seine Haare waren zerzaust und fast erinnerte nichts mehr an die Mühen, die er sich mit seinem Outfit für das Essen - für Effie - gegeben hatte. Wenn sie es nicht besser gewusst hätte, dann wäre Katniss die Vermutung gekommen, dass er geweint hatte. ,,Haymitch, das wird schon wieder.“, setzte sie an, doch verstummte schnell. Was sollte sie sagen? Dass Effie ihre neu gewonnene Kälte bald wieder ablegen würde, weil nun keine Gefahr mehr vom Kapitol ausging?
„Ich habe sie verloren.“ Instinktiv zog Katniss sich einen Stuhl heran. Er hatte ihr Angebot zu reden abgelehnt, doch jetzt wollte er reden. Oder doch nicht?
„Sei ehrlich. Wir wollen dir, euch, helfen und das geht nur, wenn wir alles wissen.“, setzte sie mit ihrer gefühlvollsten Stimme nach. Haymitch schüttelte den Kopf. „Süße, ich schütte doch nicht mein Herz vor dir aus. Wer hätte Peeta vergrault? Ich oder du? Hör auf mir etwas von Liebe zu erzählen, das ist nur etwas für euch. Wahrscheinlich bin ich zu lange alleine und jetzt da ich euch habe, fühle ich mich einsam und verknalle mich in die erstbeste Frau. Ist das Liebe? Nein.“
Katniss versuchte nicht mit den Zähnen zu knirschen. Ärger stieg in ihr hoch. Wie konnte er es wagen sie mit Peeta zu verkuppeln, den Liebesboten damit zu spielen und dann die Bedeutung von wahrer Liebe herunterzuspielen? Noch dazu seine Gefühle für Effie zu verstecken? Sie versuchte sich wieder innerlich zu beruhigen. Sehr wahrscheinlich sogar ist Haymitch einfach nur traurig und versucht das zu überspielen, dachte sie sich. Peeta würde das schon hinkriegen und sie würde eine gute Hilfe sein. Die zwei hatten es schließlich auch geschafft sie mit Peeta zu verkuppeln, warum sollte es andersrum nicht funktionieren?
„Es war das Band der Liebe, geflochten in der Feuerprobe der Spiele, das unser größter Preis war“ - Peetas Worte von der Siegertour in Distrikt 11 kamen ihr wieder in den Sinn. „Komm. Es wird Zeit für die Ankündigung.“

Peeta hatte den Tisch liebevoll gedeckt. Vor jedem stand eine Tasse mit Tee und eine kleine Schale mit Keksen, die allesamt in herrlichen bunten Farben verziert und mit Mustern übersehen waren. Effie hatte bestimmt minutenlang darüber geredet wie schön die Kekse aussahen. Dieser kleine Monolog war ihre Ablenkung von Haymitchs Ankunft gewesen. Sie hatte sich fest vorgenommen so zu tun als wäre nichts, doch es gelang ihr nicht. Sein Blick erinnerte sie stets daran, dass sie viel zu aufgekratzt war und pausenlos redete. Panik kroch in ihr hoch und sie wusste nicht warum.
Die allzu vertraute Melodie des Fernsehers lenkte sie von den Gedanken ab.
„Liebes Volk von Panem, heute habe ich die Ehre einen ganz besonderen Gast im Studio zu haben: Präsidentin Paylor!“ Caesar Flickermans Interviewführung war so großartig wie immer. Geschickt lenkte er Paylor durch das Interview, erkundigte sich nach den Aufbauarbeiten und doch entspannte sich keiner der vier im Wohnzimmer. Caesars Anwesenheit konnte nur eines bedeuten: Hungerspiele. Scham war das einzige, das Effie fühlte und Entsetzen, als die Pläne für die 76. Hungerspiele erläutert wurden. Nach der Erklärung blieben alle wie erstarrt sitzen, nur Peeta griff nach der Fernbedienung und schaltete den Fernseher aus. Effie stieß einen Laut aus, der an ein Schluchzen erinnerte, vermischt mit einem Schrei. Keiner der drei wusste was er ihr sagen sollte. Als Tribute für die Distrikte sollten je eine Frau und ein Mann gestellt werden. Alle, die bei den Hungerspielen für diesen Distrikt gearbeitet hatten, ausgenommen von Mentoren und Avoxen, sollten ein Los bekommen und könnten so als Tribute ausgewählt werden. Vorbereitungsteams, Eskorten, Friedenswächter - sie alle konnten ausgelost werden. Schlimmer hatte es nur das Kapitol getroffen. Jeder Bewohner sollte ein Los bekommen. Jeder, der bei den Hungerspielen mitgewirkt hatte als Sponsor oder Spielemacher beispielsweise bekam je nach Schwere mehrere Lose. Hier sollten 24 Tribute gestellt werden.
,,Die Chance gezogen zu werden ist nicht hoch, Effie.”, sagte Peeta nach einigen Minuten des Schweigens.
Sie wusste, dass er es nur gut meinte, doch sie wollte seine Worte nicht hören. Das Blut rauschte in ihren Ohren. Ein möglicher Tribut. Sie. Viele, die sie kennt. Die doppelte Anzahl. Ihr Los in der Trommel.


***
Hi, tut mir leid für den Monat des Wartens. Ich hoffe, dass ich diesmal es schneller mit dem Schreiben schaffe. Nehmt euch doch gerne Kekse und verfasst ein Review?^^ Wie findet ihr die Wendung der Ereignisse?
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