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Das Gestehen von Gefühlen

KurzgeschichteRomance, Familie / P12
Effie Trinket Haymitch Abernathy Katniss Everdeen Peeta Mellark
04.01.2021
13.01.2021
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13.01.2021 829
 
Verwirrung

Haymitch war enttäuscht. Enttäuscht und verwirrt. Der Kuss war echt gewesen, mit all seinen Gefühlen. Er hatte diese in Effies Augen gesehen. Es war ein liebevoller Blick gewesen, der von dem Schmerz des Abschiedes und der Sorge um Katniss und ihn überschattet gewesen war, aber nicht verdeckt wurde. Nein, er konnte sich nicht so sehr täuschen. Seine Menschenkenntnis hatte ihm geholfen im Kapitol jedes Jahr den Wahnsinn der Hungerspiele zu überstehen und deren Zuschauer, die Bewohner des Kapitols, einzuschätzen, da konnte er bei Effie Trinket nicht versagen. Doch warum sollte sie lügen? Der Kuss hatte ihr mindestens so viel bedeutet wie ihm, da war Haymitch sich sicher. Ihre Worte waren schmerzhaft gewesen und passten nicht zu ihr und ihrem Verhalten. Weder zu der Effie als Betreuerin, noch zu der Effie aus Distrikt 13.
,,Was meint ihr?“, fragte er in Richtung Gänse, während er gedankenverloren das Futter verteilte. Die Gänse flatterten aufgeregt um ihn herum, aber eher weniger um etwas Mitzuteilen. Frustriert runzelte Haymitch die Stirn. Jetzt sprach er schon mit seinen Gänsen über Effie!
,,Haymitch.“ Völlig unbemerkt hatte Katniss sich in seinen Garten geschlichen. Erschrocken, schließlich hatte er nicht mit der Braunhaarigen gerechnet, schwang er den Eimer in seiner Hand drohend, ließ ihn aber wieder auf den Boden knallen. ,,Katniss.“, seufzte er und wandte sich wieder seinen Gänsen in dem Wissen zu, dass er die Siegerin der 74. Hungerspiele nicht so schnell loswerden würde. Dabei wollte er doch alleine sein und über Effies Worte und ihre möglichen Beweggründe für diese nachdenken.
,,Wollen wir nicht reingehen?“, fragte Katniss, obwohl es eher eine Aufforderung war. Augenverdrehend ergab sich Haymitch. Ein Gespräch mit Katniss Everdeen über Effie Trinket und seine Gefühle zu ihr, nein, darauf hatte er jetzt wirklich keine Lust. Auf dem Weg zum Haus blieb er stehen.
,,Katniss, wir zwei müssen nicht reden. Ich wollte mich mit Effie unterhalten, aber das hat nicht wirklich funktioniert.“
,,Ach ja?“, sagte Katniss herausfordernd, ,,Du hast sie geärgert, mit der Manierensache aufgezogen und wahrscheinlich in Verlegenheit gebracht. Noch dazu vor uns.“ Haymitch sah sie für einen Moment verwirrt an und zuckte dann mit den Schultern. ,,Ja und? Sie kennt mich doch nicht anders.“
Der Spotttölpel stöhnte. ,,Du weißt echt nicht wie man mit Effie reden muss, oder?“ Jetzt war es am ehemaligen Mentor die Augen zu verdrehen. ,,Das sagt die Richtige! Wie oft hat Effie sich über dich beschwert? Dich getadelt? Ohne uns wärst du doch nie mit Peeta zusammen. Hättest ihn mit der Schreckschraubenart vertrieben, zusammen mit den Sponsoren. Also rege dich ab und erzähle mir nicht, wie ich mit wem zu reden habe. Ist mir eh zu anstrengend, die feine Miss Trinket.“
,,Haymitch!“, kam es empört von Katniss, doch dieser beachtete sie nicht mehr und lief zu seinem Haus zurück. Mit säuerlicher Miene folgte Katniss seinem Beispiel und holte sich leise ihre Pfeile und den Bogen aus dem Haus. Beim Jagen konnte sie einen klaren Kopf bekommen, außerdem wäre sie dann aus dem Haus, damit Peeta sich ungestört mit Effie unterhalten konnte. Nach dem Verschwinden von Haymitch und Effie hatte Peeta seine Freundin in die Küche gezogen und ihr leise von seinem ausgeheckten Plan erzählt: Effie und Haymitch endlich zusammenbringen. Denn dass die zwei Gefühle füreinander hegten, das konnte sogar Katniss sehen. Sie hatte mit Plutarch Heavensbee über Effies Rettung gesprochen nach der Rebellion, welcher Andeutungen gemacht hatte, dass Haymitch Effies Befreiung und Kompromiss freie Aufnahme in Distrikt 13, Straffreiheit inklusive, genau so sehr am Herzen gelegen hatte, wie Katniss die der Tribute, wessen Befreiung eine ihrer Bedingungen der Spotttölpel zu sein gewesen war.
Kurz musste sie schmunzeln. Eine fast schon unvorstellbare Vorstellung, dass Haymitch Abernathy, Sieger der 50. Hungerspiele, Plutarch Heavensbee während seiner Ausnüchterung um die Befreiung jener Frau angefleht hatte, die er Jahre zuvor als nervtötend empfunden hatte. Innerlich machte sich Katniss eine Notiz, dass sie Plutarch unbedingt schreiben und nach jedem Detail fragen musste. Würde bestimmt eine gute Geschichte auf einer Hochzeit abgeben, auch wenn Peeta sie dann erzählen müsste. Er war einfach wortgewandter, weswegen er auch das Gespräch mit Effie, das gute Worte benötigte, freiwillig übernommen hatte.


***
Wie schön, dass du dich hierher verirrt und auch bis zu dieser Stelle gelesen hast! Herzlich Willkommen zum zweiten Kapitel meiner ersten THG-Fanfiktion. Wie du sicherlich schon bemerkt hast, orientiere ich mich den Momenten der beiden eher an den Filmen und der dort drinnen enthaltenen Kussszene. Der Grund ist ganz einfach: Im Buch gab erstens keine Kussszene und zweitens wird die Entwicklung der beiden zueinander, insbesondere die von Effie, im Film besser dargestellt, finde ich.
Das war es erstmal von meiner Seite, ich versuche erstmal ungefähr jede Woche ein Kapitel mit mehr als 500 Wörtern hochzuladen (mal sehen, ob es klappt^^), und würde mich sehr freuen, wenn dir diese FanFiktion gefällt, vielleicht einen Weg in die Favoritenliste mit Alert findet und ich eventuell ab und zu ein kleines Review erhalten würde (okay, es dürfte auch gerne öfter und länger sein ; ) ).
Bis (hoffentlich) bald, bleibt gesund und glücklich!

Autorin Thunderclaw
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