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Zweimal Blond, bitte!

GeschichteHumor, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
Deidara Itachi Uchiha Naruto Uzumaki Sasuke Uchiha
03.01.2021
06.02.2021
24
54.925
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03.01.2021 1.464
 
Stumm erhob sich Sasuke und ging mitsamt seinem Mantel und der Tasche aus dem gläsernen Raum heraus in den Flur. Drinnen hörte man noch dumpf die Stimme des ihm fremden Professors und wie sich der nächste dazu bewegte den Raum zu verlassen.

Zielsicher ging er den langen Flur entlang an einigen Glaskästen vorbei, in denen er schon viele Pärchen, aber auch noch einige Wartende sah. Er bog um die Ecke und sah am Ende des Flures den Raum, welcher ihm genannt worden war.

Eine große ‚7‘ prangte in weißer Schrift auf der Glastür und es brannte Licht.

Nach wenigen großen Schritten erreichte er die Tür und nahm noch einmal tief Luft, ehe er sich dazu entschied sie zu öffnen.

Der Raum war sehr übersichtlich. In der Mitte stand ein stabil aussehender Holztisch, welcher mit Stühlen umsäumt war. Am hinteren Ende des Raumes stand eine graue Dreiercouch und ein kleiner Tisch.

Auf der Gegenüberliegenden Wand befand sich eine Leinwand und er entdeckte auch gleich den dazugehörenden Beamer.

Die Fensterfront zeigte geradewegs auf den Campus. Von hier aus hatte man einen guten Überblick.


Am Tisch saß ein blonder Junge, der die Füße auf den Tisch gelegt hatte und den Laptop auf seinem Schoss platzierte. Sein Outfit strahlte nur so von Farben und Chaos. Die Haare standen wild zu allen Seiten ab und die Augen waren konzentriert auf den Bildschirm gerichtet.

Erst nach wenigen Momenten blickte er nach oben, direkt in die Augen des Schwarzhaarigen.


Blau.“, dachte er sich „So verdammt blau.“


„Oh, hey! Du musst Sasuke Uchiha sein!“, begrüßte ihn sein Gegenüber und stand von seinem Stuhl auf. Mit ausgestreckter Hand ging er auf ihn zu und grinste ihn dabei fröhlich an.

Sasuke nahm die Hand entgegen und begrüßte ihn ebenfalls: „Ja, dann bist du Naruto Uzumaki.“

Nachdem sich ihre Hände wieder gelöst hatten trat der Uchiha in den Raum und schloss die Tür hinter sich. Das man dadurch reinschauen konnte, genauso wie durch die ganze Wand störte ihn. Er war lieber für sich und unbeobachtet.

„Also, Sasuke. Ich hoffe wir werden gut zusammen auskommen.“, sprach der blonde Chaot und nahm sich ein Glas und eine Flasche Cola, die auf dem Tisch bereitstanden.

„Auch?“, fragte er ihn und stellte ungefragt ein Glas vor seine Nase, welches er sofort befüllte.

Stumm nahm er sein Glas und nippte daran. Er würde es noch ein wenig stehen lassen, denn ihm war eindeutig zu viel Kohlensäure darin.

„Magst du mir zeigen, was du für Ideen hast?“, fragte Naruto, während er es sich wieder auf seinem Stuhl bequem machte und die Füße wieder auf den Tisch legte.

Seufzend zog Sasuke seinen Laptop aus der Tasche und ging nach vorne, um ihn an den Beamer zu schließen. Man konnte es sehen, wie man wollte aber vorbereitet war er allemal.

Er schaltete das Licht aus und begann mit seiner Diashow.

„Unser ursprüngliches Thema war ‚Campus-Look‘. Ich wollte nicht zu weit in die Vergangenheit gehen und so etwas wie eine Uniform designen, aber es sollte trotzdem uniformell aussehen und gut mit anderen Teilen kombinierbar sein. Wir haben auch den Tipp bekommen, uns in die Wintermonate zu denken, also sind die Teile auch für kaltes Wetter geeignet.“

Wie gebannt schaute Naruto auf die Leinwand und sog die Bilder förmlich ein. Der Zeichenstil von Sasuke gefiel ihm sehr und er wünschte sich wieder einmal, dass er auch so gut zeichnen könnte. Er war schließlich nicht ohne einen Grund in eine unkreative Studienrichtung gegangen.

Zum ersten Mal sah er aber auch seinen Partner genauer an. Sein Outfit bestand aus einem eng anliegenden Rollkragenpullover und einer genauso engen Jeans in schwarz. Seine dunklen Haare bildeten einen unübersehbaren Kontrast zu seiner blassen Haut und seine ebenholzfarbenen Augen funkelten in Anbetracht der künstlich herbeigeführten Dunkelheit.

Die Zeichnungen von Sasuke zeigten überwiegend graue und schwarze Outfits, die mal körperbetont, mal weit geschnitten waren. Alles in allem konnte man sagen, sie waren schlichtweg…


„Langweilig.“


„Wie bitte?“, fragte der Präsentierende verdutzt und schaute in Narutos Augen. Dieser lehnte sich zurück und schaute ihm geradewegs zurück in seine dunklen Iriden. „Ich sagte langweilig.“

„Ich kann mich nicht daran erinnern, dich nach deiner Meinung gefragt zu haben.“, zischte er unzufrieden, während sie sich unentwegt anstarrten.

Narutos Augen funkelten schelmisch und er grinste über das ganze Gesicht.

„Es mag sein, dass du deine Designs feierst, aber sie sind nichtssagend.“, begann der Blonde und fing an mit einem Stift, welcher auf dem Tisch lag, rumzuspielen.

„Ich habe mir genauestens unsere Zielgruppe angeschaut. Ich war stundenlang auf dem Campus, auf den verschiedensten Partys und habe mir Fachzeitschriften in den Kopf gehämmert. Ich studiere nicht Marketing, weil ich nichts zu tun habe. Ich kenne mich aus, und deswegen sage ich dir, dass deine Kleidung keinen Anklang finden wird.“

Überrascht und verdutzt weiteten sich Sasukes Augen und er öffnete seinen Mund, aber kein Wort wollte seine Zunge verlassen. Dieser Junge, den er erst ein paar wenige Minuten kannte, hatte ihn in kürzester Zeit sprachlos gemacht. Das kam bis jetzt noch nie vor, wie er sich eingestehen musste.

Das kann ja noch interessant werden.“, dachte er sich im Stillen.

Naruto räusperte sich und setzte sich auf: „Darf ich vielleicht sagen, wie wir deine Kollektion gestalten könnten?“

„Wir?“, entfuhr es dem verdutzten jungen Mann.

„Ja, wir. Schließlich sind wir ja jetzt ein Team. Und ohne mich wüsstest du gar nicht, in welche Richtung du dich bewegen solltest, oder?“, fragte er ihn herausfordernd und legte ein schiefes Grinsen auf seine Lippen.

Wieder wusste er nicht, was er sagen sollte. Dabei war er doch sonst immer schlagfertig und durch Nichts aus der Ruhe zu bringen. Nicht einmal sein Professor konnte es, und dass obwohl er schon mehrere Male seine Studenten allein durch seine bloße Direktheit zum Weinen gebracht hatte.

Aber dieser Junge tat so, als hätte er nie etwas anderes gemacht.

Stumm setzte der Schwarzhaarige sich mit seinem Laptop hin und wartete auf eine Aktion seines Partners. Wenn er schon so große Reden schwang, konnte er ja mal zeigen, was er drauf hat.

„In den letzten Wochen habe ich gesehen, dass trotz des Wetters wieder mehr Farbe getragen wird. Aber nicht irgendwelche Farben, nein. Ich rede von Neonfarben! Warum probierst du nicht mal so etwas in die Richtung aus? Die Schnitte deiner Klamotten stimmen in etwa mit dem überein, was ich draußen hab rumlaufen sehen. Das kann so bleiben.“, ratterte Naruto runter und durchflog währenddessen mehrere lose rumliegende Blätter.

„… Farbe?“, brachte der Angesprochene mühevoll heraus. Bis jetzt hatte ihn noch niemand gesagt, er solle Farbe benutzen. Er hatte ja nicht einmal gehört, dass jemandem seine Designs nicht gefallen. Das hier war für ihn schlichtweg Neuland.

Warum sollte er sich auch etwas von jemandem sagen lassen? Er war hier der Designer, und nur weil ein Marketing-Student neben ihm sitzt, heißt das nicht, dass er jetzt sputen würde wie sonst wer.

Er schnaubte abfällig und schüttelte den Kopf. „Farbe., schwirrte in seinem Kopf umher wie ein Flugbanner.

„Ja, Farbe. Sie dich doch mal um. Es ist gerade Pause, also kannst du ja mal einen Blick nach draußen riskieren, oder?“, stichelte der Chaot und zeigte zur Fensterfront.

Unbeeindruckt erhob sich der Modedesign-Student von seinem Stuhl und schaute aus dem Fenster auf die Menschen. Tatsächlich konnte man von hier oben immer wieder knallbunte Kleidung aufblitzen sehen.

„Und? Habe ich Recht?“, grinste der Uzumaki vor sich hin und lugte zu Sasuke herüber. Er war zwar bi, aber er musste gestehen, dass seine Haltung und seine Statur an sich sehr attraktiv wirkten. So etwas konnte man ja auch als Frauenmagnet ruhig mal zugeben.

„Und einen Knackarsch hat er... Der Frauenwelt bleibt da echt was verwehrt.“, dachte er sich, während er den Blick über die Rückseite seines Partners schweifen ließ.

Ohne Naruto noch eines Blickes zu würdigen, drehte er sich um und verstaute seine Sachen in seiner Tasche, nur um diese dann um seine Schulter zu hängen und in Richtung Tür zu verschwinden.

„H-Hey! Warte doch mal!“, rief Naruto überrascht und wollte schon hinterherspringen, doch Sasuke blieb stehen.

„Was ist?“, fragte er ihn mit einem eiskalten Blick und drohendem Unterton. Doch davon schien sich der Blonde Junge nicht beeindrucken zu lassen.

„Du kannst doch nicht einfach abhauen. Wir haben ja noch nicht einmal angefangen.“, antwortete er verzweifelt und deutete mit ausgebreiteten Händen auf seine Unterlagen.

„Lass mich in Ruhe nachdenken. Nachdem du mal eben meine Kollektion zerstört hast, brauche ich ein wenig Zeit für mich.“, grummelte er und verschwand, ohne auf eine Antwort zu warten aus der Tür in den Flur.

Seufzend ließ sich Naruto wieder in seinen Stuhl fallen und schüttelte den Kopf. So eine arrogante Person hatte er noch nie in seinem Leben getroffen. Wie kann man nur so von sich selbst überzeugt sein?

Seine Augen lagen immer noch auf der Tür, als er erneut den Kopf schüttelte und seine Sachen zusammensuchte.


„Diva.“
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