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Dark Reign

von eiswolf23
GeschichteAbenteuer, Sci-Fi / P16 Slash
Finn Han Solo Jacen Solo Luke Skywalker Poe Dameron Rey
03.01.2021
20.01.2021
7
23.553
1
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7 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
13.01.2021 3.261
 
Pealleon




Exakt zum errechneten Zeitpunkt trafen sie die Ruukische Flotte genau an dem Zwischenpunkt zu der Grenze ihres zerbrochenen Imperiums, sie hatten den Hyperraum verlassen müssen um den Kurs für den letzten Sprung vorbei an den Drillingssonnen des Emjin-Sektors zu anzupassen und hatten wohl schon seit einigen Klicks mit Maschinellen Schwierigkeiten an Bord ihrer Schiffe zu kämpfen, das lassen sie zumindest aus den Berichten im Logbuch des Kapitäns heraus nachdem sie die Computer geknackt hatten. Oder zumindest das was von ihnen noch übrig geblieben war, das verseuchte Blut ihrer gefangenen Kameraden hatte wie erhofft die gesamte Bordelektronik infiziert und so den Hauptkreuzer und zwei seiner drei leichteren Begleitschiffe lahmgelegt. Als dann die Schimäre eintraf musste sie nur noch ihre vergifteten Beute das Genick brechen. Der Kapitän des Flaggschiffes, der Stolz von Lwheek hatte erkannt das sein Kreuzer nicht mehr zu retten war da dort die meisten ihrer Kameraden technisiert worden waren, und hatte angeordnet das Schiff aufzugeben. Die Mannschaft wurde auf die drei kleineren Schiffe verteilt von denen zwar nur noch eines voll kampffähig war, die anderen beiden hatten ebenfalls eine Handvoll der menschlichen Gefangenen als Nahrung für ihre Kriegsschiffe gebraucht und büßten so einen Großteil ihrer Wendigkeit und Schnelligkeit ein waren aber sonst noch gut zu handhaben. Sie sollten die Krieger und Techniker nach Hause bringen und den aufgegebenen Kreuzer mit Verstärkung wieder zurückholen zu einem späteren Zeitpunkt. Sie waren ja so gut wie Daheim, der nächste bewaffnete Außenposten war nur ein paar Lichtjahre von diesem Quadranten entfernt, wer der noch halbwegs bei Verstand war würde sich denn auch so weit hinaus in diesen wilden, von Krieg und Hungersnot geplagten Sektor wagen? Verzweifelte Männer die sonst nichts mehr zu verlieren haben, dachte Pealleon als er durch die großen, selbst nach den beachtlichen Proportionen der Ssi-ruuk respekteinflößenden Gänge des geenterten Kreuzers marschierte. Das rhythmische Trommeln der im Gleichschritt marschierenden Kampfstiefel seiner Sturmtruppler Eskorte hallte in den zerbeulten Wänden wieder.

Feigheit im Kampf konnte den Reptilien beileibe niemand vorwerfen, selbst mit nur noch einem kampffähigen Schiff und zwei weiteren die wie aufgeblähte Seekühe hinterher dümpelten, dachten sie nicht einmal daran vor einem Imperialen Kreuzer zu fliehen. So sehr ihr Ruf auch durch den Sieg der Rebellen gelitten hatte ihre Kriegstechnologie, allem voran die Schimäre war immer noch unübertroffen an Stärke und Standhaftigkeit. Ihre TIE´s machten ihre Jäger nieder und enterten die Schiffe. Ssi-ruuk Schiffe waren größtenteils automatisch und bedurften daher nur einer eher kleinen Besatzung, klar in der Unterzahl da sie ohnehin viele ihrer besten Krieger im Krieg gegen die Chiss verloren hatten, sahen sie sich bald einer fast genauso bitteren Niederlage unweit ihrer eigenen Haustür gegenüber. Doch noch weigerten sich einige stoische, trotzige Individuen ihren Sieg anzuerkennen, ganz so wie es Pealleons Crew seit Endor tat. Animalisches, wildes Gebrüll drang an sein Ohr. Dazwischen die gequälten Schreie und Rufe seiner Männer. Blasterschüsse durchzuckten die dampfende Luft des Korridors doch Pealleon wusste wie man mit derlei Ärgernissen umzugehen hatte “Schickt die Droiden vor.“ Eine Abteilung von KX-Sicherheitsdroiden stellte sich in die forderste Reihe und bildete mit ihren riesenhaften Titangehäusen einen Schildwall aus Stahl vor den Sturmtrupplern. Manche Arbeiten waren einfach zu gefährlich oder zu unbedeutend dass man für deren Ausführung das wertvolle Leben von Soldaten aufs Spiel setzte. Komfortabler war es da leblose Maschinen ins Kreuzfeuer zuschicken. Die über zwei Meter großen Droiden marschierten in sauberer Sichelformation die Gänge herunter in Richtung der unteren Docks. Unweit der Maschinenräume befanden sich nämlich die Gefangenenabteilungen, der Weg zu ihrer Technisierung sollte möglichst kurz und direkt sein falls es zu einem abrupten Verlust an Energie während eines Kampfes kommen sollte “AAARRGGHH!!“ Das Schuppenkleid der Bestie war blutrot wie der letzte Schweif einer untergehenden Sonne, seine gewaltigen Reißzähne weiß wie frischgefallener Schnee einzig befleckt von dem Blut der Männer die er bereits zerfetzt hatte.

Sein ganzer Körper war eine einzige Waffe, sein langer peitschenartiger Schwanz schnellte hin und her während er sich um die eigene Achse drehte und so verhinderte das seine Männer den Kreis um ihn herum schließen konnten. Sein gewaltiges Maul schnellte herum wie der Kopf einer Schlange, zerrte an allem Fleisch das er zu packen bekam und riss tiefe Lücken in ihre Formation. Die Rüstungen der Sturmtruppler waren die Nachfolgemodelle der Ausrüstung von Klontruppen welche wiederum an die Harnische der Mandalorianer erinnerte, von denen sie auch kopiert worden waren. Ganz zu Anfang des Imperiums war die Qualität der Ganzkörperrüstungen ebenso hoch und eindrucksvoll gewesen wie die ihrer Träger, aber als mit der Zeit immer mehr Kriegsfronten ausbrachen und eine endlose Spirale an Schlachten wie eine gewaltige Walze ihre Soldaten und ihr Kriegsgerät verschlang wurde alles zwangsrekrutiert und jeder freiwillige Wehrdienstleister eingezogen der zu finden war in der Hoffnung so der Galaxisweiten Lage wieder Herr werden zu können. Die Gelder für die Kampfmonturen der einfachen Fußtruppen flossen dann vor allem in den Bau von Planetenkillerwaffen. Zum Schluss war der Ruf der Sturmtruppler zurecht zerstört stark, diszipliniert und nahezu unbesiegbar zu sein. Und ihre Harnische wurden gepfuscht, die Legierungen und gegossenen Metalle mit minderwertigen Materialien verdünnt um sie schneller in möglichst großer Zahl produzieren zu können. Ein cleverer Trick der Firmen, je länger die Kämpfe tobten desto mehr Soldaten fielen, desto mehr wurden eingezogen, desto mehr wurde an Rüstungen gepfuscht, desto mehr Rüstungen gingen ausversehen von alleine kaputt und desto mehr wurden auch neue Lieferungen bestellt um den wachsenden Bedarf zu decken. Jetzt brachen die Panzer und Platten zwischen den mächtigen Kiefern des Ssi-ruuk wie die Schalen roher Eier. Sie waren kaum stabiler als Keramik. Blut quoll zwischen den Splittern heraus.

“Kapitän, Sir dieser Bereich hier unten ist noch nicht gesichert. Warten sie bis die Truppen den Korridor eingenommen haben.“ Wies ihn der Leutnant mahnend an. Paelleon beachtete ihn nicht weiter.

“Was liegt dahinter? Was versucht er zu beschützen?“ Fragte er und zeigte auf den wütenden Koloss zwischen ihnen im Verbindungstrakt. Er schwang ein mächtiges Beil in den zweizehigen Klauen.

“Die Unterkünfte für die Gefangenen. Für die Technisierung müssen sie lebendig sein.“ Sagte der Leutnant im verächtlichen Ton. Pealleon konnte ihn gut verstehen, diese Art von Technologie war auf jede erdenkliche Art einfach nur unnatürlich. Aber auch sehr gefragt in der Neuen Republik wie er sehr wohl wusste.

“Schicken sie die Männer zurück. KX-Abteilung vorrücken.“ Die Droiden schlossen zu ihm auf und deckten seine Flanken ab.

“Nehmt die Lebenswichtigen Organe ins Visier. Sein Panzergewand ist dünn aber stark. Zielt auf die Schwachstellen an Armbeugen, der Öffnung für den Schwanz und dem Hals.“ Befahl er.

“Ziel erfasst, Sir.“ Vermeldete K-7RT.

“Wartet auf meinen Befehl.“ Der Ssi-ruuk schien in seiner wilden Raserei gar nicht bemerkt zu haben dass der Angriff der Imperialen plötzlich inne hielt. Berauscht von dem Blutbad das er da soeben unter ihnen angerichtet hatte verstand er, in seinem kleinen Reptiliengehirn, erst gar nicht was auf einmal geschah. Er züngelte mit den Sinnesorganen die ihm wie Tentakel aus den Nüstern herauswuchsen und schien sie in seiner Flötensprache herauszufordern. Er drehte sich zu ihm um, er musste Pealleons eiskalten, starren Blick der sich in seinen Rücken bohrte gespürt haben und baute sich vor ihm auf. Der Raum von gut fünf Metern zwischen ihnen war angespannt so wie es die Luft vor einem Gefecht immer war. Pealleon studierte die Echse ganz genau, es war ein älteres und erfahreneres Exemplar das wusste er denn Pealleon hatte die Aufzeichnungen der Chiss über diese besiegte Art während seiner Zeit auf Csilla aufmerksam studiert. Der Krieger, der feinen Machart seines Kettenhemdes zufolge musste er einen höheren Rang innehalten, wusste das er verloren und fern der geweihten Erde seiner Heimat sterben würde, doch zuvor bekam er die letzte Gelegenheit seinen Ahnen Ehre im Kampf zu machen. Vielleicht bekam er jetzt sogar die Chance den Kopf hinter dieser geschickt gestellten Falle zu erwischen, kurz bevor sein Leben ein ehrenvolles Ende nahm. Jeder Muskel in seinem riesigen Körper spannte sich an, seine Klauen zuckten und trommelten leise auf dem Schaft seines Beils herum. Er machte sich zum Sprung auf Pealleon bereit um ihn mit seinem letzten Streich niederzustrecken “Alle warten auf mein Kommando. Keiner bewegt sich.“ Schärfe Pealleon seine Männer ein. Die grünen Jungen klammerten sich verängstigt an ihre Waffen. Wussten nicht was nun zu tun war. Dann stürzte der Ssi-ruuk los.

Es war eine Bewegung wie ein Blitz, er konnte ihm kaum in seinen flinken Bewegungen folgen. Pealleon war selbst in seiner strahelndsten Jugend niemals so schnell und flink gewesen wie dieses Reptil, aber seitjeher und noch immer waren sein Verstand und sein Augenlicht messerscharf gewesen “Feuer!“ Zerriss seine tiefe Stimme die angespannte, geladene Stille um sie herum nur eine Nanosekunde nachdem der Ssi-ruuk seinen Angriff auf ihn begonnen hatte. Ein menschliches Nervensystem konnte den Befehl von den Ohren ins Gehirn und dann weiter bis in die Fingerspitzen gar nicht so schnell verarbeiten und weiterleiten. Aber die Systeme der Droiden waren genau auf diese Art willenloser, augenblicklicher und exakter Ausführung von Anweisungen hin konstruiert worden. Die sechs Droiden schossen wie einer zusammen auf den Ssi-ruuk. Selbst sein gewaltiger Körper konnte die präzisen Treffer an einer ganzen Reihe seiner Schwach- und Druckpunkte nicht so einfach ohne weiteres wegstecken. Er machte noch einen großen Schritt auf ihn zu, stützte sich auf seine Axt ab und klappte dann mit blutenden Gelenken und Armbeugen vorn über zusammen. Er reckte widerständisch den Kopf und blickte ihn mit leuchtend gelben Augen an. Ein tiefes Knurren entstieg seinem grausigen Schlund “Gut gekämpft.“ Lobte er die Echse welche sich geweigert hatte zu kapitulieren und stattdessen lieber mit ihrem Schiff untergehen wollte. Pealleon wusste das auch sein Leben eines Tages genau dieses Ende nehmen würde, überlistet und besiegt von einem besseren, jüngeren und waghalsigeren Strategen, seine Mannschaft um ihn herum abgeschlachtet oder gefangen genommen. Die Schimäre aber würde er niemals aufgeben. Wofür denn auch? Was wartete nach der ehrenvollen Kapitulation schon noch groß auf ihn? Nein, wenn die Schimäre unterging und das war nur noch eine simple Frage der Zeit, würde ihr Kapitän mit ihr untergehen “Gebt ihm ein würde volles Ende.“ Befahl er dem Leutnant. Pealleon lief an dem besiegten Ssi-ruuk vorbei, hinter ihm schoss ihm einer der Sturmtruppler in den Kopf “Befreit die Gefangenen und seht nach wer für ein Verhör tauglich ist. Sucht auch nach jemandem der weiß wie man dieses Schiff hier steuert.“ Befahl Pealleon.

Die Größe des Sitzes des Kapitäns und die Steuerkonsolen seiner Lotsen waren genauso auf die Größe der Ssi-ruuk abgestimmt wie einfach alles andere an Bord auch. Ihre Bedienung bedurfte jahrelanger Übung und Training, und viele seiner neueinbezogenen Matrosen hatten noch mit der vergleichsweise simplen Imperialen Bordmechanik der Schimäre zu kämpfen. Der große Kreuzer war ohnehin nicht mehr zu retten aber die kleineren Begleitschiffe verfügten genauso über die wertvolle Technologie der berüchtigten Spiegelschilde. Die Chiss hatten diese Technologie respektvoll gelobt, was bedeutete dass ihr Ruf mehr als verdient war. Ein paar Codeknacker oder Schiffskarperer im Outer Rim wussten sicher wie man sie unbeschadet ausbaut um sie anschließend analysieren und kopieren zu können. Das Problem bestand nur darin das Pealleon wertvolle Offiziere von seinem Schiff abkommandieren musste um die erbeutete Flotte zum nächsten Hafen steuern zu können, in der Hoffnung das sie unterwegs keiner anderen Interessengruppe zufällig über den Weg liefen. Pealleon sah sich auf der Brücke um, die gefangenen Ssi-ruuk schwiegen und wurden an Bord der Schimäre bereits einer intensiven Befragung unterzogen um ihnen die Geheimnisse dieser wunderbaren Kriegsschiffe zu entlocken. Mit tiefen Schmerz sah er die Dateien des Logbuches durch, sein Verdacht hatte sich bestätigt Ludon und alle seine Männer waren zu Treibstoff für diese Schiffe verarbeitet worden. Ihre Seelen würden hier drinnen weiter leben “Kapitän, dieser Gefangene hier biete euch einen Handel an.“ Kam es unerwartet von Leutnant Regny welcher hinter sich, an schwerem Kettengeschirr und flankiert von Kampfdroiden einen braunhäutigen Ssi-ruuk mit sich führte. Sein Körper war übersät von Narben, nicht von der Schlacht, das sah Pealleon sofort. Meist waren es die verheilten Hiebe von Peitschen oder Brandeisen die seine Haut versengt hatten. Die typische Bestrafung von Sklaven die ihre Herren enttäuscht oder verärgert hatten in der ganzen Galaxis “Wie nennt er sich selbst?“ Wollte Pealleon erfahren.

“Man nennt mich Corhvi´inuru, Herr.“ Anteortete ihm der Ssi-ruuk überraschenderweise selbst auf Basic.

“Du kommst von Gorath nicht wahr?“ Vermutete Pealleon. Eine verlorene Karawane von Menschen war dort vor vielen Generationen bruchgelandet und hatten eine widerstrebendwachsende Kolonie gegründet die aber von den Ssi-ruuk unterdrückt, ausgebeutet und versklavt wurde. Daher konnten manche von ihnen tatsächlich Basic sprechen. Die Einwanderer hatten es von der Heimat mitgebracht.

“Nein, Ich wurde auf Lwheek geboren aber mein ehemaliger Herr hatte dort Besitztümer und einen Palast den er gerne besuchte, die anderen Sklaven brachten es mir bei.“ Sagte Corhvi´inuru im respektvollen Thron.

“Und was hast du mir für ein Angebot genau zu unterbreiten?“ Fragte Pealleon.

“Mein Herr, Lord Xanscharra war der Befehlshaber der Flotte gewesen die ihr soeben gekarpert habt. Ich kann euch helfen sie zu bedienen und von hier wegzubringen. Gebt mir meine Freiheit und die Möglichkeit einen Hafen weit weg von hier anzulaufen und die Flotte gehört euch.“ Bot er ihm mit gesenktem Kopf an.

“Wo habt ihr ihn gefunden?“ Wollte Pealleon erfahren.

“Bei den anderen Gefangenen, den P´weck und dem Vieh für die Technisierung, Sir.“ Sagte der Leutnant.

“Du bist doch einer von ihnen warum haben sie dich zu Treibstoff verarbeiten wollen? Nur weil du ein Bastard bist?“ Ssi-ruuk hatten ganz spezifische Farben die durch geplante Zucht unter den Individuen einer jeden Kaste mit den angeborenen Fähigkeiten dieser systematisch weitervererbt wurden. Nur Bastarde, Kinder von Mitgliedern zweier verschiedener Kasten, hatten so eine schlammbraune Hautfarbe wie Corvhi´inuru.

“Das alleine reicht oft schon, aber Ich habe die Hand gegen meinen Herren erhoben und zwei seiner Wächter getötet.“ Gestand Corh ohne den kleinsten Hauch von Stolz in seiner Stimme.

“Du hast zwei der großen Roten getötet?“ Hakte Pealleon mit gehobener Braue nach. Der Braune war zwar groß, sogar noch größer als die Sicherheitsdroiden aber die Leibwachen des Adels waren zumeist von Kindesbeinen an trainierte und erfahrene Kämpfer, selbst aus dem Hinterhalt heraus wäre es ihm nicht leichtgefallen gleich zwei davon zu überwältigen.

“Ich war immer gut im Kämpfen.“ Gab er ahnungslos zurück.

“Fühlst du dich noch in irgendeiner Weise deiner Heimat oder deinem Volk gegenüber verpflichtet?“ Fragte Pealleon.

“Das hab Ich nie.“ Gab er knurrend von sich.

“Irgendeinem Gott oder Haus? Einer Person oder einer Gruppe? Einem Eid gegenüber schuldig?“ Fragte Pealleon weiter.

“Jeder Gott, jede Person und jede Gruppe der Ich je begegnet bin hat mich mit Füßen getreten, wenn sie mich nicht zum Spaß von Bestien haben hetzten oder den Rücken blutig haben auspeitschen lassen.“ Gab Corhvi´inuru grimmig zurück.

“Dann nehmt ihm jetzt die Ketten ab.“ Befahl er abrupt.

“Aber Sir…?“ Begann der Leutnant.

“Sofort.“ Befahl Pealleon. Unsicher und sichtlich verwirrt starrte der Ssi-ruuk ihn an. Rieb sich die aufgeschürften Gelenke und trat unsicher von einem Bein auf das andere als Pealleon näher an ihn herantrat.

“Und wenn Ich dir noch mehr biete? Du sagst du kämpfst gerne? Du bist gut darin? Dann mache es zu deinem Handwerk, ich werde dein Förderer sein. Dieses Schiff kann gute Krieger wie du einer bist immer gebrauchen.“ Bot ihm Pealleon an. Misstrauisch sah Corvhi´inuru in den Gesichtern der Crew um, beschnupperte mit seinen Sinnesorganen die Luft um sie herum.

“Gegen wen kämpft ihr?“ Fragte Corvhi´inuru.

“Gegen einfach jeden.“ Sagte Pealleon wahrheitsgemäß.

“Dann bin Ich der eure.“ Sagte Corvhi´inuru und neigte respektvoll den gewaltigen Kopf vor ihm.

Mit dem Wissen und der Hilfe von Corvhi´inuru gelang es Pealleon und seinen Männern drei der leichteren Begleitschiffe wieder einigermaßen flott zu machen, nicht gut genug für eine Schlacht aber zumindest gut genug um damit sicher den nächsten Raumhafen zu erreichen. Pealleon vertraute darauf das es in diesen Sektoren weit und breit niemanden gab der sich stark genug fühlte um eine Flotte wie die ihre zu attackieren, oder das jemand erkannte der tatsächlich stark genug war das ihre eigene Stärke nur Trug und schöner Schein war “Was machen wir mit dem Flaggschiff, Sir.“ Wollte einer seiner Adjutanten erfahren, die Elektronik und die Maschinen des Schiffes waren so mit dem verpesteten Blut ihrer todkranken Kameraden verseucht das dass ganze Schiff selbst krank wurde. Es war dem sicheren Tode geweiht und konnte unmöglich mehr bedient werden, weder von ihnen noch von den Ssi-ruuk, Corvhi´inuru hatte es versucht und war gescheitert. Selbst die persönlichen Sicherheitscodes seines toten Meisters waren nunmehr nutzlos “Dieses Schiff taugt bestenfalls noch für Zielübungen.“ Hatte er abfällig gespottet und Pealleon beschloss den Rat seines neuesten Rekruten zu beherzigen.

“Dann werden wir sie auch genau dafür benutzen.“ Befahl er als die Flotte bereit und alle wieder von Bord und auf die neuen Schiffe verteilt waren.

“Alle Geschütze bereit, Turbolaser auf halbe Energie. Aber lasst die Rekruten die Befehle ausführen, sie sollen zeigen was sie bereits gelernt haben. Und misst dabei die Zeit.“ Befahl Pealleon als die Schimäre außer Reichweite des Explosionsradius gesteuert hatte. Sein Vater Prinus Pealleon hatte ihm als Junge erklärt das selbst das älteste und heruntergekommenste Schiff der Galaxis nicht mehr aufzuhalten war wenn es denn von einem guten Kapitän befehligt und von einer starken Mannschaft geführt wurde. Andersherum war selbst der modernste und kraftvollste Kreuzer völlig hilflos wenn es seiner Besatzung an Erfahrung, Zusammenhalt und dem klaren Befehl von oben her fehlte. Ein Sternenzerstörer war die größte Kriegsmaschine der Galaxis, aber sie funktionierte nur wenn alle Einheiten perfekt, fast schon synchron zusammenarbeiteten und seine Befehle genauestens ausführten “Verstanden Sir.“ Meinte Yranar und reichte ihm ein Datapad.

“Sind die genauen Ziele bereits an die Geschützmannschaften weitergegeben worden?“ Fragte Pealleon.

“Ja, Sir.“ Sagte Yranar.“        

Eine gute Zeit für eine volle Seite der gesamten Schiffsbatterie lag bei unter zweihundertvierzig Sekunden. Das ausmachen von wichtigen Zielpunkten an der Bewaffnung und Steuereinheit des feindlichen Schiffes mitbedacht. Auf seinen Befehl hin begannen die Geschütze der Schimäre damit den feindlichen Kreuzer mit Turbolasersalven zu überschütten und seine Decks in Fetzen zu reißen. Sie zerbombten seine Triebwerke, die Geschützplattformen auf dem Oberdeck und an den Seiten. Die Batterien an der Unterseite und die Brücke selbst. Bis der mächtige Kreuzer nur noch ein zerbombtes und verbranntes Trümmerfeld im dahintreibenden Vakuum des Alls war.

“Wie lange hat es bis zum ersten Beschuss gedauert?“ Fragte Pealleon als es getan war.

“Fast Achteinhalb Minuten, Sire.“ Sagte Leutnant Yranar.

“Das ist viel zu lange, ein Republikanischer Kreuzer hätte uns selbst mit Feuer in dieser Zeit bedeckt und fluguntauglich geschossen.“ Sagte er mehr zu sich selbst als zu Yranar.

“Es fehlt unseren Männern an praktischer Erfahrung. Man einem Rekruten die Kunst und die technischen Finessen des Kampfes lehren aber das Kriegshandwerk selbst verstehen wird er erst wenn er im Krieg war.“ Sagte Yranar.

“Ja Ich weiß, am schnellsten lernt man durch eine Feuertaufe.“ Tun zumindest die die es überleben, dachte er und sah sich die neuen Schiffe an die sich neben der Schimäre für den Sprung in den Hyperraum vorbereiteten.

“Es scheint Jahre vergangen zu sein seitdem wir von Anoth aus aufgebrochen sind.“ Meinte Pealleon nachdenklich.

“Das ist es Sir.“ Sagte Yranar.

“Die letzte große Konfrontation mit der Republik endete in einem großen Sieg für die Rebellen auf Jakku. Seitdem hat es kaum einer nochmal gewagt sie herauszufordern.“ Sagte Pealleon.

“Da wiegt man sich schnell in falscher Sicherheit. Es scheint, meiner Meinung nach Sir, das es höchst an der Zeit ist sie daran zu erinnern das das Imperium noch sehr lebendig ist und der Kampf auch.“ Sagte Yranar.

“Ja, das sehe Ich genauso Leutnant. Wir haben genug Zeit hier draußen in der Wildnis verbracht. Nun kehren wir zurück an die Front.“ Befahl Pealleon als die Flotte in den Hyperraum sprang.
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