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Freundschaft plus

von CJCATS
GeschichteAllgemein / P18 / Gen
03.01.2021
31.01.2021
12
18.366
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03.01.2021 1.966
 
Es war nach 21.00 Uhr als Ina in der Sieben saß. Sie war etwas nervös. Ihr Date sollte bereits vor einer Dreiviertelstunde da sein, aber bisher war von ihrer online Bekanntschaft nichts zu sehen.
Bereits zwei Nachrichten hatte sie gesendet, jedoch bekam sie keine Reaktion.
Nach zwei Gläsern Wein wurde es ihr zu bunt. Sie zahlte und wollte sich gerade auf den Heimweg machen als die Tür aufging.
Chiara stand vor ihr und beinahe wäre sie in sie reingerannt.
„Na wo willst du denn so schnell hin?“
„Oh tut mir leid! Das war keine Absicht.“
Chiara betrachtet Ina von Kopf bis Fuß. Sie sah wahnsinnig gut aus. Zu gut für einen entspannten Abend in der Sieben dachte sie sich.
„Hast du etwa ein Date?“ fragte Chiara schmunzelnd.
„Eigentlich, ja. Aber sie hat mich wohl versetzt. C’est la vie.“ Antwortete sie mit einem Schulterzucken.
Chiara konnte nicht verstehen das jemand eine Frau wie Ina versetzt. Obwohl ihre Trennung bereits mehr als 2 Jahre her ist und die beiden mittlerweile Freunde geworden sind, fand sie Ina immer noch unglaublich attraktiv.
Es dauerte sehr lange bis Chiara nach ihrer Trennung halbwegs über Ina Hinweg war.
Erst vor nicht allzu langer Zeit war sie bereit sich auf jemanden neues einzulassen. Wenn auch nur körperlich. Aber sie und Aylin, eine Physiotherapeutin die ersatzweise im Zentrum arbeitete waren wohl nicht für mehr bestimmt. Zumindest nicht wenn es nach Chiara geht. Sie beendete das ganze, nachdem sie bemerkt hatte das Aylin doch auf mehr gehofft hatte. Chiara wollte sie nicht unnötig verletzten.
„Ich geh dann mal. Dann heißt es wohl ein entspannter Abend vor dem Fernseher.“ Lächelnd drehte sich Ina Richtung Tür. Doch in dem Moment als sie nach der Türklinke griff hielt sie Chiara auf.
„Hey, wenn du magst können wir beide auch was trinken? Also ich hatte einen echt anstrengend Tag und es wäre schön ihn im netter Gesellschaft ausklingen zu lassen.“
Ina überlegte. Ja die beiden waren Freunde. Trotzdem, war es ein komischer Gedanke für Ina alleine mit ihrer ex “abzuhängen“. Aber nachdem Chiara ihr ein charmantes Lächeln zu warf, legte sie ihre Bedenken beiseite und entschied zu bleiben. Die beiden setzten sich an den Tisch an dem Ina bis vor wenigen Minuten noch alleine saß und bestellten sich jeweils einen Rotwein.
„Also dann erzähl mal. Wie ist die Frau die du eigentlich treffen wolltest?“
Chiara fixierte Ina mit einem neugierigen Blick.
„Wenn ich das wüsste. Wir haben uns auf einer Dating Seite kennengelernt. Ein paar mal geschrieben und eigentlich… naja… uns heute treffen.“
Überraschung war auf Chiara’s Gesicht zu lesen.
„Du bist auf einer Onlinedating Seite angemeldet?“
„Ja. Aber nur weil Lucie mich überredet hat. Sie meinte ich müsse mal wieder raus und neue Leute treffen. Seit ich mich von dir getre….“
Ihre Worte stockte plötzlich. Sie sah Chiara mit großen Augen an. Die wiederum drehte sich etwas weg. Offensichtlich war es ihr genauso unangenehm wie für Ina.
„Sorry ich meine… seit gut zwei Jahren habe ich mich so auf den Imbiss und das ganze drum herum konzentriert, da kam der Rest irgendwie zu kurz.“
Chiara nickte. Sie wusste genau was Ina meinte. Ihr ging es nicht anders. Sie selbst hatte sich nach der Trennung nur auf den beruflichen Erfolg konzentriert. Nachdem die Speere de Kaders aufgehoben wurde und sie das Paarlauf Debakel beendete, konnte sie erfolgreich bei der Deutschen Meisterschaft teilnehmen und diese auch für sich gewinnen. Allerdings merkte sie schnell das dieser Erfolg sich nur halb so schön anfühlte, wenn sie niemanden hatte mit dem sie ihn teilen konnte.
„Ja, ich versteh das Ina. Aber eine Dating Seite? Ich mag etwas befangen sein wenn es um dich geht, aber ich bin immer davon ausgegangen das dir die Frauen die Bude einrennen“
Die Ernsthaftigkeit die Chiara in ihrem Gesicht trug ließ Ina laut auflachen.
„Meinst du das tatsächlich? Das ist Blödsinn, Chiara.“
„Also ich verstehe das nicht. Du bist  schlau, schön, lustig, hast eine warme und liebevolle Ausstrahlung, die längsten Beine der Welt und bist obendrein noch eine Wahnsinns Köchin. Plus die Qualitäten die man dir auf den ersten Blick nicht ansieht.“ Unbewusst schlich sich ein verlegenes Lächeln auf Chiaras Gesicht.
Ina musste grinsen. Sie war überrascht das ausgerechnet Chiara sie mit Komplimenten überhäufte. Es fühlte sich gut an diese Dinge von ihr zu hören.
„Danke, Chiara. Leider sieht das nicht jede so wie du. Wie ist es eigentlich bei dir? Ich meine hast du jemanden in deinem Leben?“
Chiara war die Frage unangenehm. An Angeboten mangelte es ihr nie. Ina müsste es eigentlich wissen wir schwer es für sie war sich anderen gegenüber zu öffnen.
„Da war jemand, ja. Sie und ich sollten einfach nicht sein. Wir hatten eine gute Zeit. Aber ich wollte sie nicht verletzten. Und aus eigener Erfahrung weißt du ja wie gut ich das kann.“
Die Worte klangen bitter. Ina schmerzte es das Chiara so über sich selbst dachte. Und am schlimmsten war das ihr eine kleine Stimme in ihrem Kopf zuflüsterte das sie nicht ganz unschuldig daran war.
„Hey, sag sowas nicht.“
Ina legte ihre Hand auf Chiara’s Arm.
„Du bist super. Und wenn es dich etwas beruhigt, ich weiß mittlerweile das ich durchaus nicht ganz unschuldig an all dem war was zwischen uns passiert ist. Bitte hör auf zu glauben das es nur deine Schuld war.“
Chiara konnte einen kurzen Moment Ina nicht in die Augen sehen. Sie wollte so schnell es geht das Thema wechseln.
„Ist schon gut. Was hältst du davon wenn wir noch was zu trinken bestellen? Hast du Lust auf eine runde Tequila? Ich bezahle!“
Ina hatte keine Chance zu verneinen den Chiara war schon dabei ihre Bestellung aufzugeben.
Fünf Minuten später standen vier Tequila vor den beiden. Mit verzerrten Gesichtern tranken sie alle aus
Kurz darauf standen vier weiter auf ihrem Tisch. Ina war bereits ziemlich angetrunken. Immerhin war sie Chiara zwei Weingläser voraus. Aber sie ließ sich von Chiaras guter Tequila-Laune mitziehen. Die Stimmung wurde immer ausgelassener. Die beiden genossen ihre gemeinsame Zeit Sichtlich und unüberhörbar für den Rest der Gäste in der Sieben.
Immer wieder erwischte Ina sich selbst wie sie Chiara unbewusst berührte. Ständig musste sie sich bremsen, was mit steigendem Alkoholpegel immer schwieriger wurde. Als sie dann bemerkte das ihre Hand auf Chiaras Oberschenkel war und gefährlich nach oben wanderte, musste sie die Reißleine ziehen. Sie sprang auf, was Chiara etwas verunsicherte.
„Entschuldige… ich muss nur kurz auf Toilette.“
Chiara blieb zurück.  Auch sie spürte dem Abend hinweg das wohl auch nach Jahren, diese außergewöhnliche Anziehung die Ina und sie immer aufeinander hatten, nicht ganz verschwunden war. Auch sie suchte unbewusst den körperlichen Kontakt zu Ina. Sie konnte fühlen wie Inas warme Hand auf ihrem Oberschenkel nach oben wanderte. Wenn es nach ihr ging, hätte die Hand ruhig noch etwas weiter wandern können.  
„Okay, vielleicht reicht das mit dem Tequila für heute.“ sagte sie leise zu sich selbst. Als Ina nach 10 Minuten immer noch nicht wieder da war, beschloss sie nach ihr zu sehen.
Langsam öffnete sie die Tür. Ina stand vor einem der Waschbecken . Ihre Stirn gegen den kalten Spiegel gepresst. Zuerst schien sie Chiara nicht zu bemerken, aber als sie es tat drehte sie sich sofort um. Immer noch gegen das Waschbecken gelehnt. Sie hielt sich mit beiden Händen daran fest.
„Ist alles okay?“
Ina nickte ohne den Augenkontakt mit ihr zu unterbrechen.
Chiara trat naher an Ina ran. Sie wusste nicht was es war, aber irgendetwas beschäftigte Ina und Chiara wollte wissen was es war.
„Komm schon. Du kannst mir sagen was los ist“
Chiara stand vor ihr. Näher als sie eigentlich wollte.
„Ist dir schlecht?“ Chiara lächelte.
Stumm schüttelte Ina den Kopf. Sie fühlte Chiaras Körperwärme. Konnte den Tequila riechen, gemischt mit Chiaras Duft.
Inas Pupillen weiteten sich, was Chiara kannte und wusste was es zu bedeuten hatte. Keinen Wimpernschlag war sie mehr von Ina entfernt.
Der Tequila vernebelte alles um sie herum. Instinktiv fokussierte sie Inas Lippen.
Die krallte sich geradezu am Waschbecken fest. Beinahe in Zeitlupe näherte sie sich. Danach ging alles wie von selbst. Beide verloren die Kontrolle. Der Kuss war gierig und verlangend. Inas Hände die gerade noch das Waschbecken umfassten, waren damit beschäftigt nach Chiaras Gesäß zu greifen und sie heftig an sich zu drücken. Chiara stöhnte auf. Was Ina nur noch fester zupacken ließ.
Plötzlich hörten sie beide ein lautes Lachen. Erschrocken sprangen beide von einander ab. Ina erkannte die Stimmen sofort. Es waren Lucie und Kim die sich lachend den weg Richtung Toilette bahnten.
Erschrocken wie Teenager die beim knutschen erwischt wurden, flüchteten sich sie beiden in eine Toilettenkabine, gerade noch bevor Kim oder Lucie sie sehen konnten. Während sich die beiden draußen angeregt unterhielten, standen sich Ina und Chiara wieder gezwungenermaßen ganz nah gegenüber. Chiara lehnte sich lächelnd zu Ina rüber. Sie musste sich zusammenreißen um nicht gleich laut loszulachen. Ina bemerkte das und legte ihre Hand auf Chiaras Mund. Sie wurde still, jedoch hatte es auch noch einen weiteren Effekt auf Chiara. Sie zog Ina fest an sich. Wie auf Befehl ließ Ina ihre Hand über Chiaras Körper gleiten während die andere ihr immer noch den Mund zuhielt.
Vernunft und mögliche Zweifel vom Tequila und Wein betäubt, konnte Ina nicht anders als Chiara hart gegen die gegenüberliegende Wand der Toilette zu pressen während sie ihre Hand zwischen ihre Beine schob. Chiara ließ sie erwartungsvoll gewähren und signalisierte das sie mehr will in dem sie ihr Becken gegen Inas Hand drückte. Die verstand die Geste. Die Hand suchte ihren Weg in Chiaras Hose um direkt in sie einzudringen. Chiara machte einen tiefen langsamen Atemzug und nicht laut zu werden. Ina fühlte wie sehr Chiara sie wollte. Und während sich Kim und Lucie frisch machten und über die aktuelle Kollektion des Prunkwerks sprachen, kam Chiara ihrem Höhepunkt gefährlich nähe.
Glücklicherweise verließen die beiden die Toilettenräume so das Chiara sich nicht zu sehr zurück nehmen musste als sie kam.
Langsam trat Ina zurück und beide starrten einander schwer atmend an.
Keiner wusste was sie sagen sollten. Ein schüchternes grinsen machte sich auf beiden Gesichtern breit.
Nach einigen Minuten ergriff Ina zuerst das Wort.
„Das war…“
„So heiß!“ beendete Chiara den Satz.
„Ich wollte unverhofft sagen, aber ja es war sehr heiß.“
Und wieder waren beide für einige Minuten stumm.
„Vielleicht sollte ich Hände waschen.“
Ina schlängelte sich an Chiara vorbei nachdem sie sicher war das niemand anders in der Toilette war. Während sie sich die Hände wusch kam Chiara auch raus. Sie zupfte ihr Outfit zurecht das nach ihrer spontanen Nummer etwas verzogen war und die zwei planten das zuerst Chiara nach oben geht, die Rechnung bezahlt und nach sieht ob Kim, Lucie oder sonst einer der üblichen verdächtigen da sind. Als dies nicht der Fall war zahlte Chiara, sendete eine Nachricht an Ina das die Luft rein ist und das sie um die Ecke auf sie wartet.
Minuten später trafen sie sich draußen. Sie gingen einige Schritte in erdrückender Stille als Chiara sprach
„Ina? Willst du…willst du vielleicht noch mit zu mir?“
Wunderschöne Bernsteinfarbene Augen  durchdrangen Ina. Sie machte den Alkohol dafür verantwortlich aber sie wollte nicht das diese Nacht schon endet.
„Was hältst du davon wenn wir zu mir gehen? Wie du weißt, wohn ich mittlerweile alleine. Also müssen wir uns keine Gedanken machen das irgendjemand was mitbekommt oder doofe fragen stellt.“
Chiara nickte enthusiastisch.
Bei Ina angekommen ging es auch wieder direkt zur Sache. Diesmal ohne sich im geringsten verbal zurückhalten zu müssen genossen die beiden Stunden voller Leidenschaft bevor sie erschöpft aber zufrieden einschliefen. Bevor Chiara ihre Augen schloss sah sie nochmal zu Ina rüber. Der Alkohol war mittlerweile kaum noch zu spüren und sie machte sich Gedanken. Würde es bei diesem einem “Ausrutscher“ bleiben, oder war da doch nach all den Jahren immer noch mehr...
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