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Im Exil

GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
Harry Potter Severus Snape
02.01.2021
02.03.2021
18
81.944
92
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Dieses Kapitel
9 Reviews
 
23.02.2021 4.597
 
Wegen des fiesen Cliffs letztes Mal, bekommt ihr das nächste Kapitel einen Tag früher. Ich hoffe, es entschädigt euch :)
LG Luna
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Hermine saß mit Draco und Blaise in Arithmantik, als eine Drittklässlerin in den Raum stürmte und verzweifelt rief: „Schnell! Jemand muss kommen! Mr. Potter! Er stirbt!“
Hermine war bereits aufgesprungen und halb aus dem Raum, als Draco und Blaise eben erst realisierten, was das Mädchen gesagt hatte. Sie rannten in das gegenüberliegende Klassenzimmer, aus dem Tumult zu vernehmen war.
„Was ist passiert?“, hörte Hermine Draco das Mädchen fragen. Sie schluchzte: „Wir sollten Mr. Potter angreifen, damit wir sehen können, wie man sich verteidigt.“ Weiter kam sie nicht. Hermines Kehle verließ ein Knurren und sie stob in den Raum.
Die Schüler standen im Kreis, alle die Zauberstäbe in den Händen und blickten auf die in der Mitte liegende Gestalt. Harry lag zuckend auf dem Boden, seine Hände am Hals, als hätte er versucht, dort etwas zu fassen zu bekommen, er röchelte, seine Augen waren blutunterlaufen und in Hoffnungslosigkeit nach oben gerichtet, während McLaggen -Hermine fletschte die Zähne, als sie ihn erblickte - mitten im Raum stand und hilflos mit den Armen ruderte. Um diesen Versager würde sie sich später kümmern.

In Harrys Ohren rauschte es und er war sich nicht sicher, ob ihm sein Gehirn einen Streich spielte, als er jemanden: „Finite Incantatem!“ rufen hörte.
Dann spürte er weiche Hände auf seinen Wangen und eine bekannte, weibliche Stimme: „Harry! Atme!“ Atmen, ja, das wäre schön, aber… Ein heftiger Schlag auf seine Wange, ließ ihn hart die Luft einziehen und es war ein unglaubliches Gefühl. Er glaubte, auf seinen Lungenflügeln aus dem Klassenzimmer fliegen zu können, so leicht fühlte er sich plötzlich.
Er blinzelte und erkannte Hermines besorgtes Gesicht. „Harry?“, fragte sie mit sehr dünner Stimme und er nickte und wollte etwas sagen, aber nur ein Krächzen verließ seine Kehle. „Schhh.“, sagte sie. „Sag nichts. Das soll Madame Pomfrey sich ansehen.“ Sie sah auf und sagte: „Draco, Blaise, würdet ihr euch um Harry kümmern?“
Er spürte, wie Hände sich um seine Schultern legten und jemand ihm half, in eine sitzende Position zu kommen. Er schloss kurz die Augen, da ihm schwindelig war.
Dann hörte er Hermines Stimme: „McLaggen! Welcher Schnarchkackler hat dir eigentlich ins Hirn geschissen? Wie kann man auf so eine hirnrissige Idee kommen, eine Schar von Kindern gleichzeitig Flüche auf einen Lehrer abfeuern zu lassen?“ McLaggen war bleich geworden und wich vor Hermine zurück. „Ich…Meine Güte! Das ist Harry Potter! Ich dachte nicht, dass er sich so schlecht…“ Weiter kam er nicht, denn Hermines Faust traf ihn mitten auf die Nase, die ein unschönes Geräusch von sich gab.
„Autsch,“ sagte Draco und duckte sich etwas, da er sehr genau wusste, wie sich das anfühlte.

In diesem Moment kam Severus in das Klassenzimmer gerauscht und die Raumtemperatur sank umgehend um einige Grad. Nachdem er sich mit einem kurzen Blick versichert hatte, dass Harry nicht mehr in unmittelbarer Gefahr war, baute er sich vor McLaggen auf, völlig ignorierend, dass diesem das Blut in Strömen aus der Nase lief. „Mr. McLaggen.“
Harry, der das alles wie durch einen Schleier mitbekam, fühlte sich um Jahre zurück versetzt und er kannte diese Stimmung von Severus nur zu gut. „Begeben Sie sich umgehend ins Büro der Schulleiterin und danach schlage ich vor, Sie verlassen Hogwarts ein für alle mal. Ihr Vorgesetzter wird Kenntnis von diesem Vorfall erlangen und Sie tun gut daran, mir nie wieder über den Weg zu laufen.“
Dies trug er mit so einer unglaublichen Kälte in der Stimme vor, dass alle im Raum erstarrten. Dann zog er seinen Zauberstab und McLaggen zuckte zusammen, als fürchte er, verflucht zu werden. Aber nach einem Schlenker des Stabes flogen alle Zauberstäbe in eine Kiste, die auf einem der Tische stand.
Severus wandte sich den Schülern zu und fixierte auch diese: „Die Stäbe werden untersucht und wir werden denjenigen ausfindig machen, der einen Strangulier-Fluch gesprochen hat.“
Die Kinder schienen alle zu schrumpfen und McLaggen wagte es tatsächlich, zu sagen: „Ähm, Professor Snape, ich brauche meinen Zauberstab aber, um mich nachher im Ministerium auszuweisen.“
Severus fuhr herum und man hätte glauben können, er würde sich gleich auf den Aurorenanwärter stürzen und ihn mit seinen Zähnen zerfleischen. „Das ist wohl nicht mein Problem, oder?“
„Nein…“, piepste McLaggen und ging in einem großen Bogen um seinen ehemaligen Professor herum.
„Raus! Alle!“, donnerte Severus und als nur noch Hermine, Draco und Blaise mit Harry da waren, drehte sich Severus zu diesem und stellte sich vor die drei Männer, die sich inzwischen, mit Harry in ihrer Mitte, aufgerichtet hatten. Dieser hing mehr als er stand und war froh um den Halt, den die beiden Slytherins ihm gaben.
Severus begutachtete die dunkelrote Linie, die sich um Harrys Hals gebildet hatte und legte sanft seine Hand an Harrys Wange. Dann sagte er zu Blaise: „Ich übernehme hier, danke, Mr. Zabini.“
Dann drehte er sich zu Hermine. „Zwanzig Punkte für Gryffindor für die Rettung eines Lehrers aus Lebensgefahr.“ Am liebsten hätte er ihr nochmal zwanzig Punkte dafür gegeben, dass sie McLaggen die Nase gebrochen hatte, aber das wäre wohl ziemlich unprofessionell.
In einer anderen Situation hätte Hermine sich gefreut, aber im Moment zitterte sie am ganzen Leib und war kurz davor, einen hysterischen Anfall zu bekommen.
In Severus sah es ähnlich aus, aber er hatte in den vergangenen Jahrzehnten gelernt, seine Emotionen unter Kontrolle zu halten.
„Mr. Zabini,“ wies Severus Blaise an. „Begleiten Sie Miss Granger mit uns in den Krankenflügel. Ich denke, sie sollte einen Beruhigungstrank bekommen.“
Blaise trat neben Hermine und legte ihr die Hand um die Taille, unter dem strengen Blick von Draco, der weiterhin an Harrys anderer Seite war. Dann gingen sie in den Krankenflügel.
Harry war immer noch schwindelig. Er hatte das Gefühl, nicht genügend Luft in seine Lungen zu bekommen und seine Kehle schmerzte schrecklich. Dazu kam, dass er sich schämte, dass ein paar Drittklässler ihn von den Füßen geholt hatten und es ärgerte ihn unglaublich, dass er bereits an seinem ersten Tag im Krankenflügel landete. Aber viel Zeit, sich darüber zu ärgern, blieb ihm nicht, denn Madame Pomfrey verabreichte ihm offenbar, kaum dass er in einem der Betten lag, einen Trank, der ihn ausknockte.

„Miss Granger, ich bitte Sie!“, ermahnte die Krankenschwester Hermine. „Nehmen Sie diesen Trank und legen Sie sich hin! Mr. Potter geht es gut. Er wird vielleicht ein paar Tage Probleme beim Sprechen haben, aber es kann ihm nichts mehr geschehen.“
Hermine schluchzte haltlos und ihr ganzer Körper bebte, während sie sich an Draco krallte, der ihr immer wieder über den Rücken strich. Warum passierten Harry immer wieder solche Sachen? Wenn McLaggen ihr noch ein einziges Mal über den Weg laufen würde, könnte es passieren, dass sie ihn verfluchte. Wie knapp das gewesen war und sie hätte Harry verloren, wo sie ihn gerade erst wieder zurück bekommen hatte!
„Schatz, bitte,“ drang nun Dracos Stimme an ihr Ohr. „Nimm diesen Trank. Du bist völlig fertig.“
Er nahm Madame Pomfrey die Phiole aus der Hand und hielt sie Hermine vor das Gesicht. „Harry ist nicht geholfen, wenn du zusammen klappst und er schläft doch jetzt sowieso.“
Das sah Hermine, denn sie konnte ihren Blick nicht von ihm abwenden. Die dunkle Linie um seinen Hals brannte sich in ihre Augen und sie schluchzte.
„Hermine, bitte!“ Draco flehte nun beinahe und sie nickte schließlich matt und ließ zu, dass er die Phiole an ihre Lippen setzte und ihr den Inhalt einflößte. Glücklicherweise hielt er sie fest, denn sie sackte unmittelbar in sich zusammen und er bettete sie sanft auf das Bett.
Erschöpft ließ er sich auf den Stuhl daneben sinken und sah Blaise an, der immer noch am Ende des Bettes stand. „Alter, das hätte echt in die Hose gehen können,“ raunte dieser nun und Draco nickte.
„Man sollte meinen, dass Harry nun endlich gefahrlos leben kann, aber so lange solche Idioten wie McLaggen unterwegs sind, wird das wohl schwierig werden,“ seufzte Draco.

Severus kam in den Krankenflügel gerauscht. Er hatte zusammen mit McGonagall für Ordnung sorgen und einen vorläufigen Bericht an das Ministerium schicken müssen. Zu McLaggens eigenem Glück war dieser schon nicht mehr im Schulleiterbüro gewesen, als Severus erschienen war.
Nun sank er neben Harrys Bett auf einen Stuhl und griff nach dessen Hand. Er ließ den Sichtschutz zu schwingen und sprach einen Muffliato. Erst dann erlaubte er es sich, seinen Gefühlen freien Lauf zu lassen.
Es hatte ihn unglaublich viel Kraft gekostet, Harry nicht sofort in seine Arme zu ziehen, als er ihn zwischen Draco und Blaise gesehen hatte. Noch mehr Kraft hatte es ihn gekostet, McLaggen nicht auf der Stelle seinen Zauberstab an die Kehle zu halten und ihm einen sehr schmerzhaften Fluch entgegen zu schleudern.
Es hatte ihn mit Genugtuung erfüllt, dass Miss Granger offenbar ihrer Wut freien Lauf gelassen hatte und wenn es nach ihm ging, würde McLaggen für den Rest seines Lebens Gärten entgnomen.
Die Angst, Harry zu verlieren, überwältigte ihn und er fuhr sanft mit den Fingern über die dunkle Linie an dessen Hals. Er war sich bewusst, dass Harry diese Kinder mit einem einzigen Schlenker seines Stabes unschädlich hätte machen können, aber wer konnte ihm verdenken, dass er davon nicht Gebrauch gemacht hatte. Vermutlich hatte er nicht damit gerechnet, von einem derartigen Fluch getroffen zu werden und er fragte sich immer noch, wie das Ministerium ihnen einen Anwärter schicken konnte, der in so einer Situation nicht auf die Idee kam, einen Finite zu sprechen.
Severus hatte sich inzwischen zu Harry aufs Bett gesetzt und diesen in seine Arme gezogen, wo er ihn ganz fest hielt. Wie sollte er noch eine ruhige Minute haben, wenn es immer wieder Schwachköpfe gab, die glaubten, den Bezwinger Voldemorts herausfordern zu müssen? Als würde es nicht genügen, dass vermutlich auch noch etliche Sympathisanten der Todesser frei herum liefen.
Er spürte, dass er zitterte. Jetzt, da er zur Ruhe kam, kam auch bei ihm, wie zuvor bei Miss Granger, der Schock hervor. Er ließ seinen Kopf auf die Kissen sinken und schloss die Augen. Er war mit einem Mal unglaublich müde.

Beim Mittagessen, das Hermine, Draco, Harry und Severus nicht besuchten, stand McGonagall auf. Ihre Miene war stählern und die Schüler duckten sich unter ihrem Blick.
„Wie Sie vermutlich alle wissen, ist es zu einem Vorfall gekommen, in Folge dessen Mr. Potter verletzt wurde. Ich möchte klar stellen, dass ich es nicht dulden werde, wenn hier Wetten abgeschlossen werden, wer es schafft, den Bezwinger Voldemorts zu fällen. Seien Sie sich bewusst, dass es lediglich eines Winks seines Zauberstabs bedürfte und Mr. Potter würde alle hier in ihre Schranken weisen.
Nun ist es aber so, dass es nicht seinem Wesen entspricht, Schwächeren zu schaden. Dies ist der einzige Grund, warum nun er im Krankenflügel liegt und nicht einige von Ihnen.“
Die angesprochenen Drittklässler senkten den Blick.
„Wenn Sie wollen, dass Mr. Potter uns als Lehrkraft erhalten bleibt, dann behandeln Sie ihn mit dem nötigen Respekt und mit der Liebenswürdigkeit, die er auch Ihnen angedeihen lässt. Ansonsten kann ich es ihm nicht verdenken, wenn er sich nach einer anderen Tätigkeit umsieht.“
Sie wandte sich um und setzte sich.
Das Gemurmel blieb heute während der gesamten Mahlzeit sehr leise und McGonagall hoffte inständig, dass sie diese Kinder erreicht hatte.

Harry erwachte und stöhnte. Das heißt, er wollte Stöhnen, aber etwas, dass sich eher nach dem Schaben eines Stuhlbeins über den Boden anhörte, entfloh seiner Kehle. Er fasste sich an den Hals und versuchte, etwas zu sagen, aber außer, dass es sich anfühlte, als würde er Schmirgelpapier schlucken, änderte sich nichts.
Neben ihm rührte sich Severus, der offenbar hier eingeschlafen war. Das lenkte Harry ab, denn er sah die steile Falte über Severus‘ Augen, die selbst im Schlaf nicht gewichen war. Schließlich öffnete er die Augen und sah Harry an, bevor er sich plötzlich aufrichtete und Harry fragte: „Harry, geht es dir gut?“
Harry nickte und versuchte nochmals, etwas zu sagen, aber erneut war nur ein jämmerliches Krächzen zu hören. „Sch..“, sagte Severus und legte einen Finger auf Harrys Mund, gefolgt von seinen Lippen. Harry hätte gerne geseufzt, aber auch das gelang nicht.
Als Severus den Kuss gelöst hatte, sagte er: „Es wird noch ein paar Tage gehen, bis du wieder normal sprechen kannst. Je mehr du dich schonst, desto schneller geht es.“ „Tage?“, formte Harry mit den Lippen und sah Severus entsetzt an. Dieser schmunzelte etwas. „Ja, ich fürchte.“ Dann schloss er Harry in die Arme. „Bei Merlin, McLaggen kann froh sein, dass er noch alle Gliedmaße hat. Ich…Du…“
Ein Zittern ging durch Severus‘ Körper und Harry strich ihm beruhigend über den Rücken. Er konnte sich vorstellen, dass es für Severus nicht gerade einfach gewesen war, sich McLaggen gegenüber zu beherrschen. Ihm selbst wäre das vermutlich nicht gelungen, wäre er in einer entsprechenden Situation gewesen.
Severus schien sich wieder gefangen zu haben, denn er löste sich von Harry. „Ich hole Madame Pomfrey. Sie soll nochmal nachsehen, ob wirklich keine bleibenden Schäden entstanden sind und dann gehen wir in unserer Gemächer.“ Er stand auf und zog die Vorhänge zurück.
Harry war wie erstarrt. „Unsere Gemächer“ hatte Severus gesagt. Natürlich bewohnten sie die Räume zusammen, aber er hatte sich dennoch immer noch wie ein Gast gefühlt, der eigentlich in den Gryffindor-Turm gehörte. Sicher, er saß am Lehrertisch und war offiziell eine Art Referendar – etwas, was es bisher nicht hier in Hogwarts gegeben hatte - aber diese Worte aus Severus‘ Mund machten ihm erst klar, wie ernst es diesem war. Ein Lächeln stahl sich auf sein Gesicht und er sah ertappt auf, als Madame Pomfrey ihn ansprach: „Das scheinen ja schöne Gedanken zu sein, wenn Sie trotz dieser Situation zu so einem Lächeln in der Lage sind.“
Harry warf Severus, der hinter der Krankenschwester stand und ihn mit hochgezogener Augenbraue ansah, einen verschwörerischen Blick zu und dieser schmunzelte. Dann konzentrierte er sich aber auf die Worte von Madame Pomfrey. „So, lassen Sie mich mal sehen.“ Sie legte den Zauberstab an Harrys Kehlkopf, was bei jedem anderen eine bedrohliche Geste gewesen wäre, aber Harry vertraute dieser Frau blind. Sie murmelte etwas vor sich hin und nickte zufrieden. „Der Kehlkopf hat keine Verletzung davon getragen,“ sagte sie und Harry hörte Severus aufseufzen. „Aber Sie werden sicher bis Ende der Woche noch Probleme mit dem Sprechen haben. Sie sollten nicht versuchen, hier etwas zu erzwingen. Je mehr Sie sich schonen, desto schneller werden Sie wieder normal sprechen können.“ Harry blickte Severus an, dessen Gesichtsausdruck „Hab ich es dir nicht gesagt?“ ausdrückte.
Er nickte also ergeben. „Die Spur der Strangulation können wir leider nicht mit einem Zauber überdecken,“ sagte sie dann. „Da es sich um das Ergebnis eines Fluchs handelt, können Sie lediglich abwarten, bis dieser Bluterguss von allein zurück geht. Severus,“ wandte sie sich an den Älteren, „du kannst es natürlich mit Diptam behandeln, aber das ändert nichts an der Sichtbarkeit.“
Severus nickte und als er Harrys beunruhigten Blick sah, sagte er: „Komm, wir gehen jetzt erstmal runter und du kannst dich frisch machen.“  Erneut fing er Harrys Blick auf, der eine Kopfbewegung zu dem anderen Bett gemacht hatte und ihn jetzt fragend ansah. „Miss Granger geht es gut. Wenn du möchtest, schicke ich ihr eine Nachricht. Dann sollen Draco und sie vor dem Abendessen noch kurz vorbei kommen.“ Harry nickte zufrieden und bestätigend. Dann gingen sie zusammen in die Kerker.

Die wenigen Schüler, die ihnen auf ihrem Weg begegneten, wichen ihnen aus, aber Harry spürte ihre Blicke und fragte sich, ob sich das jemals ändern würde. Endlich in ihren Gemächern angekommen, ging Harry ins Badezimmer und hätte einen Entsetzensschrei von sich gegeben, wenn er gekonnt hätte. Um seinen Hals hatte sich eine dunkle, beinahe schwarze, Linie gebildet. Von weitem sah es aus, als würde er ein Halsband tragen. Er schlug wütend gegen das Waschbecken und gab dem Schrank darunter einen Tritt.
Severus trat hinter ihn und legte seine Hände auf Harrys Schultern. „Bitte, reg dich nicht auf, Harry. Wie du gehört hast, können wir leider keinen Verhüllungszauber sprechen, aber du kannst ja einen Schal tragen, wenn du willst.“ Der Blick, den Harry ihm zuwarf, erteilte dieser Idee offenbar eine Abfuhr. Er war schließlich nicht Gilderoy Lockhart!
Harry wandte sich wieder dem Spiegelbild zu. Er lehnte sich etwas vor und fuhr mit dem Finger vorsichtig an dem Mal entlang, das das unsichtbare Seil hinterlassen hatte. Er schluckte hart, was ihm Schmerzen bereitete. Dann wandte er sich ab, zog seine Kleider aus und trat unter die Dusche.
Severus ließ ihn gewähren und ging in die kleine Küche, um Tee zu machen.

Harry hatte sich lange und ausgiebig geduscht. Wut auf McLaggen, Scham, vor diesen Kindern zu Boden gegangen zu sein, Unsicherheit, ob es jemals anders werden würde und Angst, vor der Konsequenz, wenn dem nicht so wäre, wechselten sich ab.
Als er schließlich mit frischen Kleidern ins Wohnzimmer kam, saßen dort schon Hermine und Draco. Hermine sprang auf und warf sich Harry in die Arme. „Harry!“ Sie hielt ihn ganz fest und er erwiderte ihre Umarmung, denn er spürte, dass sie den Halt jetzt brauchte und dass nur er ihr diesen jetzt geben konnte. Er hätte ihr gerne beruhigende Worte ins Ohr geflüstert, aber er musste es bei sanftem Streicheln über ihren Rücken belassen. Schließlich löste er sich und sah ihr -wie er hoffte- aufmunternd in die Augen.
Sie setzten sich an den Tisch und Hermine sagte: „Professor Snape hat uns gesagt, dass du nicht sprechen kannst. Hast du Schmerzen?“ Er schüttelte den Kopf und sie schnaubte. „Warum frag ich eigentlich. Du würdest es sowieso nicht zugeben.“
Er machte ein empörtes Gesicht und Draco lachte.
„Weißt du, Harry. Es ist eigentlich egal, ob du sprechen kannst, oder nicht. Hermine kennt alle deine Antworten ja sowieso schon - egal, was du sagen würdest.“ Harry lachte stimmlos und gab Draco mit offenen Händen recht. Hermine verschränkte die Arme vor der Brust und schmollte.
„Gar nicht wahr,“ murmelte sie, obwohl man ihr anhörte, dass sie sich etwas ertappt fühlte. Draco lehnte sich zu ihr und gab ihr einen Kuss auf die Schläfe. „Ach komm! Du kennst Harry besser, als er sich selbst. Er kann sich seinen Text wirklich sparen.“
Jetzt zeigte Harry auf Hermine und zog fragend die Augenbrauen hoch. „Mir geht es gut, Harry. Ich war nur etwas…“ sie korrigierte sich, als sie nun Dracos Schnauben hörte, „…ok! Ich war ziemlich aufgewühlt! McLaggen ist einfach der unfähigste Molch, den ich je gesehen habe.“ „Molch?“, fragte Draco und musste sich ein Lachen unterdrücken. „Nein, viel zu nett!“, brummte Hermine.
„Nun ja,“ mischte sich Severus jetzt ein. „Man wird sehen, ob ihm seine guten Beziehungen jetzt immer noch helfen. Ich weiß wirklich nicht, was ihn geritten hat, Schüler Flüche auf einen Lehrer feuern zu lassen. Auch wenn uns berichtet worden ist, dass es natürlich nicht so geplant war. Aber man muss eine Klasse erst einmal kennen lernen, bevor man so etwas machen kann. Das ist doch absehbar, dass das außer Kontrolle gerät.“
Harry hatte sich ein Pergament geholt und darauf geschrieben. „Was ist mit den Schülern?“
Severus sagte: „Wir haben natürlich heraus gefunden, wer den Strangulier-Fluch gesprochen hat. Ein gewisser Jacob Young aus Ravenclaw. Sein Freund, Marc Fence, hat dann den Beinklammerfluch nachgelegt, der dich zu Fall gebracht hat. Wir überlegen uns noch, wie wir sie bestrafen sollen.“
Harry zeigte auf sich und Severus hob eine Augenbraue. „Du willst das übernehmen?“ Harry nickte.
Severus schien zu überlegen und sagte dann: „Aber das wird kein Nachsitzen nach dem Motto: Ist ja nicht so schlimm, schließlich habt ihr mich nur fast umgebracht und das haben schon so viele vor euch versucht, da kommt es nicht drauf an.“
Harry sah Severus empört an und verschränkte die Arme vor der Brust, während Hermine und Draco belustigt schnaubten. Severus schmunzelte, als er Harry schmollen sah und sagte dann: „Ich muss das mit Minerva besprechen, aber ich denke, dass sie dir zumindest einen Teil der Strafe zugestehen wird. Das macht allerdings erst Sinn, wenn du wieder sprechen kannst.“
Harry nickte zufrieden und Hermine erhob sich. „Sollen wir zum Abendessen gehen?“ Harry sah sie entsetzt an und fuhr sich an den Hals. Er sollte sich so in der Großen Halle zeigen? Aber natürlich war es egal, ob er heute zum Abendessen oder morgen zum Frühstück auftauchen würde. Erneut würden alle ihn anstarren. Er fuhr sich genervt durch die Haare und es war Draco, der ihm die Hand auf die Schulter legte und sagte: „Sieh es mal so: lieber wegen so einem Mal angestarrt werden, als wegen so einem.“ Er zog den Ärmel hoch und entblößte das zwar blasse, aber dennoch gut sichtbare dunkle Mal an seinem Unterarm.
Harry sah zu ihm auf und nickte. Er schämte sich plötzlich, dass er sich so anstellte, stand auf, straffte seine Schultern und gemeinsam gingen sie in die Große Halle.

Dort angekommen, ignorierte Harry so gut es ging die Blicke, die er auf sich spürte. Da er sich nicht unterhalten konnte, konzentrierte er sich auf sein Essen und lauschte den Gesprächen seiner Kollegen. Er blickte zum Ravenclaw-Tisch und versuchte, die Drittklässler ausfindig zu machen, aber es war schwierig. Schließlich fielen ihm aber zwei Jungen auf, die mit gesenktem Kopf am Tisch saßen und lustlos in ihrem Essen herum stocherten. Wenn er sprechen könnte, würde er das Gespräch mit den beiden suchen, aber das würde warten müssen.

Am Abend lag er, wie immer, eng an Severus gekuschelt in seinem Bett. Dieser spielte in Gedanken versunken mit Harrys Haaren und Harry hatte das Gefühl, dass ihn die Sache immer noch sehr belastete. Harry hob den Kopf und sah Severus auffordernd an.
Severus seufzte. „Ich hätte es nicht für möglich gehalten, dass ich selbst hier in Hogwarts, nach dem Untergang von Voldemort, noch um dein Leben bangen muss.“ Er zog Harry zu sich hinab und küsste ihn beinahe verzweifelt.
Als sie sich lösten, streichelte Harry sanft über Severus‘ Gesicht, um ihn zu beruhigen. Dann intensivierte er den Kuss, ließ seine Hand langsam in das Pyjama-Oberteil gleiten und streichelte die glatte Haut darunter. Langsam öffnete er die Knöpfe und folgte jedem frei gelegten Zentimeter mit seinen Lippen, bis Severus‘ Brust freigelegt war.
Harry setzte sich auf Severus‘ Mitte und sie spürten beide die Erregung des anderen, was sie aufkeuchen ließ. Harry beugte sich wieder hinab und küsste die gesamte Brust, verharrte an den Brustwarzen, um daran zu knabbern, was Severus ein wohliges Stöhnen entlockte. Mit seiner Hand fuhr er an der Seite hinab und ließ sie unter den Hosenbund gleiten, wo seiner Finger den heißen, harten Penis umfassten. Er freute sich, Severus damit  noch weitere wohlige Töne zu entlocken und begann, seine Hand langsam zu bewegen.
Gleichzeitig küsste, leckte und knabberte er sich weiter an Severus‘ Brust und Bauch hinab. Als er am Hosenbund angekommen war, zog er die Hose über Severus‘ Hintern und nun lag der pochende und zuckende Schwanz direkt vor ihm.
Er leckte sich noch einmal vorfreudig über die Lippen und Severus, der dies beobachtete, hielt die Luft an. „Harry, du musst das nicht…“ Weiter kam er nicht, denn Harry hatte seinen Kopf gesenkt und mit seinen Lippen die Eichel umschlossen.
Severus warf den Kopf in den Nacken und stöhnte genüsslich, was Harry ein Lächeln entlockte. Dann konzentrierte er sich wieder auf den, in seinen Augen, wunderschönen Penis in seiner Hand, den er nun nicht nur mit dieser bearbeitete, sondern auch mit seinen Lippen und seiner Zunge erkundete.
Er leckte, lutschte, saugte und konnte gar nicht genug von dem Duft und dem Geschmack seines Geliebten bekommen.
Severus‘ Körper war für ihn, auch wenn er 20 Jahre älter war als er, extrem anziehend. Seine Haut war weich und hell, er war wenig behaart und schlank, für Harry roch er verführerisch nach eine Mischung aus Kräutern und etwas Verbotenem und nun, da er endlich den Mut gefunden hatte, Severus oral zu befriedigen, wusste er, dass alles an diesem Mann ihn anmachte.
Er spürte, wie Severus seine Hände auf Harrys Kopf legte, wobei er mit sich zu ringen schien, ob er Harry aufhalten, oder ihm seinen Rhythmus aufdrängen wollte. Harry beschloss, das Tempo und die Intensität seiner Bemühungen zu erhöhen, was Severus einen heiseren Aufschrei entlockte. Kurz darauf hörte er: „Harry…ich…Achtung…!“ Aber Harry wollte alles von Severus schmecken und dachte nicht daran, den heißen Schaft nun aus seiner Mundhöhle zu entlassen. Er nahm ihn noch etwas tiefer in den Mund, machte Schluckbewegungen und hörte mit Wonne, wie Severus völlig die Kontrolle verlor, bis er schließlich spürte, wie die heiße Flüssigkeit seinen Gaumen traf und er sie ohne zu Zögern schluckte.
Severus sah ihn an und der Anblick seines jungen Liebhabers, der seinen erschlaffenden Penis eben aus seinem Mund gleiten ließ, war wohl das erotischste, das er ja gesehen hatte. Er ließ seinen Kopf zurück auf das Kissen sinken und versuchte, seinen losgerissenen Herzschlag zu beruhigen.
„Das…du…,“ stammelte er und gab auf. Harry robbte nach oben und küsste ihn innig. Dann löste er sich grinsend und kuschelte sich wieder in dessen Arme.
„Was ist mit dir?“, fragte Severus, aber Harry schüttelte den Kopf. Er war auf einmal sehr müde und mit einem zufriedenen, stummen Seufzen schloss er die Augen. Er hoffte sehr, dass er auch Severus von seinen negativen Gedanken hatte ablenken können.


Am nächsten Tag hatte er Unterricht als Schüler, was ihm entgegen kam. Es war zwar wirklich lästig, nicht sprechen zu können, aber er hatte sich bereits vorgenommen, diese Tatsache zu nutzen, um sich in ungesagten Zaubern zu verbessern. Bei Zaubern, die er öfter anwandte, war er darin schon ganz gut, aber gerade in Verwandlung hatte er nicht allzu viel Erfahrung darin gesammelt.
So verging dieser erste Schultag mit vielen missglückten und wenigen gelungenen Versuchen, aber er fühlte sich so wohl, wieder Teil der Schulgemeinschaft zu sein, dass er sich davon nicht entmutigen ließ.

Mehr Sorge machte ihm der folgende Tag. Er würde erneut auf Flora treffen, mit der er die Zweitklässler unterrichtete. Er hatte sich ihren Plan am gestrigen Abend angesehen, da er am Montag nicht mehr dazu gekommen war. Sie hatte eine gute Struktur und er erwartete in den paar Wochen nicht, dass es zu Problemen kommen würde, was den Stoff betraf.
Allerdings merkte er bald, dass sein Gefühl des ersten Tages, dass sie mit ihm flirtete, ihn nicht getäuscht hatte.
„Harry,“ sagte sie, als sie die Klasse noch vor den Schülern betrat. „Ich habe von McLaggens Unfähigkeit gehört. Ich hoffe, es geht dir gut.“ Sie trat nah an ihn heran. Zu nah, wie er fand und er wollte einen Schritt zurück treten, als er merkte, dass er bereits an ein Pult hinter sich stieß.
Sie streckte die Hand aus, als wolle sie die immer noch gut sichtbare Linie, die sich um seinen Hals zog, entlang fahren, aber bevor er in die Verlegenheit kam, ihre Hand grob festzuhalten, um sie daran zu hindern, strömten zu seiner Erleichterung die Kinder in die Klasse. Er machte ein paar Schritte zur Seite und Flora begann mit dem Unterricht, nicht ohne ihm ständig Blicke mit einem strahlenden Lächeln zuzuwerfen, das sie vermutlich für unwiderstehlich hielt. Harry sah zu, dass sich immer ein paar Pulte zwischen ihm und ihr befanden und so schaffte er es, diese Stunde unbeschadet zu überstehen.

Er atmete erleichtert auf, als sie endlich den Raum verließ. Heute würde er zwei neue Anwärter kennen lernen, denn gleich würde er das erste Mal die Viertklässler unterrichten und dann würde er wieder auf die Drittklässler treffen, die nun natürlich von jemand anderem unterrichtet werden würden.
Bevor er sich Gedanken über das Zusammentreffen mit den Drittklässlern nach diesem Vorfall machen konnte, stürmte ein großgewachsener junger Mann in den Raum, der Harry vage bekannt vorkam.

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Ok... das ist wohl schon wieder ein Cliff. Aber der ist nicht so fies, das haltet ihr aus ;)

LG Luna
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