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Sklavin  ?

von MrsLivi
GeschichteAllgemein / P12
Ben Beckman der Rote Shanks OC (Own Character)
02.01.2021
18.01.2021
9
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13.01.2021 1.191
 
„Keine vernichtenden Blicke zum Käpt’n, Dynaria.“, meinte der Arzt nur und griff bestimmt nach einem Arm der jungen Frau. Das diese ihn wegziehen wollte war ihm klar, doch dazu ließ es der Mediziner nicht kommen - mal ganz davon abgesehen, dass sie noch viel zu schwach war. „Er hat getan, was er für richtig hielt und dank Ben und seinem Einsatz seid ihr noch hier.“ Während der Arzt seine beiden jungen Patientinnen untersuchte, die Verbände wechselte, Bewegungen kontrollierte und auch ein paar kleine Dehnübungen mit ihnen machte, erzählte er ihnen ausführlich von dem Angriff der Sklavenjäger auf die Red Force, der Rettung aller Gefangenen und auch der schweren Entscheidung, einige zu erlösen, da es für sie keine Rettung mehr gab. Auch berichtete er davon, wie sich die anderen Frauen über sie geäußert hatten und was sie gefordert hatte. Lysa war sichtlich geschockt darüber wohingegen Dynaria eher gefasst wirkte. Aber der Doc war sich sicher, dass das nur eine Fassade war. Tief in ihrem Inneren, so vermutete er, herrschten andere Gefühle als die, die sie den Männern gegenüber bisher gezeigt hatte. Immerhin war der Umgang mit ihrer jüngeren Freundin gänzlich anders, voller Wärme und Zuneigung.
„Und warum sind wir nicht auf dem Schiff von Vize-Admiral Garp gelandet? Immerhin hättet ihr dann Ruhe gehabt. Was kümmert es euch, was aus uns wird?“, grollte Dynaria düster. Der Arzt sah von den Krankenakten auf und blickte sie direkt an. „Das musst du Ben fragen. Er hat darauf bestanden, dass wir euch für tot erklären, damit ihr in Ruhe gesund werden könnt.“, antwortete er und stellte fest, dass keine der Beiden mit einer solchen Antwort gerechnet hatte. „Versucht noch ein wenig zu schlafen und ruht euch aus. Ich bringe euch etwas zu Essen und zu Trinken. Solltet ihr etwas haben wollen, womit ihr euch die Zeit vertreiben könnt, wir haben auch irgendwo Stifte und Papier.“ Damit wandte sich der Doc zum Gehen, doch in der Tür hielt er noch einmal inne. „Oder aber ihr unterhaltet euch mit den Jungs, die auf euch aufpassen - eure Entscheidung.“
Tatsächlich kam der Arzt kurz darauf wieder und brachte seinen beiden Patientinnen ein paar belegte Brote, etwas Obst und Gemüse und je eine große Flasche Wasser. Unterstützt wurde der dabei von Lou, der allein mit seiner Körpergröße - und zwar in jede Dimension - dafür sorgte, dass in den Augen der jüngeren die blanke Panik aufkam. Doch noch bevor sie etwas sagen oder tun konnte, war der Arzt wieder verschwunden. Er hatte nur etwas gegrummelt von wegen er müsse mit dem Käpt’n reden und dem Vize eine Standpauke halten und hatte die zwei mit dem großen rundlichen Piraten allein gelassen. Dieser hatte jedoch bemerkt, dass er keine besonders positiven Gefühle bei den Mädchen weckte, weshalb er den größtmöglichen Abstand zwischen sich und die Krankenbetten brachte. „Schön zu sehen, dass ihr zwei wach seid.“, begann er wirkte dabei leicht schüchtern. „Ich bin Lou, einer der Offiziere von Shanks und der Chef in der Küche. Da ihr nun wach seid, wollte ich euch fragen, was ihr gerne esst und trinkt und was ihr überhaupt nicht mögt. Gibt es irgendetwas, das ihr nicht vertragt oder nicht essen solltet, weil ihr vielleicht allergisch reagiert?“ Bei diesen Worten hatte er einen kleinen Notizblock und einen Stift aus seiner Umhangtasche gekramt und blickte die beiden abwartend an. Doch als keine der beiden sprach ließ er den Block ein wenig geknickt sinken. „Ich mache euch Angst, das tut mir Leid.“, erklärte er und wand sich zum Gehen. „Ähm … Lou … warte.“, hörte der die dünne ängstliche Stimme von Lysa. „Nicht, lass das!“, zischte ihre Freundin, doch reagierte die Jüngere darauf nicht. Lou hatte seinen Blick auf die beiden Frauen gerichtet und wartete ab. „Ähm … also … ich …“, begann das junge Mädchen stotternd. „Ich meine … also ich wollte fragen … kannst du …“ Tränen hatten sich in ihren Augen gebildet, doch die Worte, die Frage, die sie dem Piraten stellen wollte kam einfach nicht über ihre Lippen. Dynaria wäre am liebsten zu ihr gelaufen, doch hatte sie Mühe überhaupt aufrecht zu sitzen und selbst dabei brauchte sie die Hilfe der Rücken- und Seitenlehnen, da sie sonst umfallen würde. Der Smutje dagegen kam langsam und mit einem sanften, freundlichen Lächeln auf das Krankenbett von Lysa zu. An dessen Fußende blieb er stehen. „Was möchtest du wissen, Kleines?“ fragte er mit ruhiger Stimme. Scharf zog das Mädchen Luft ein und versuchte zurück zu weichen, nur war das nicht wirklich machbar. Sie brauchte einige Augenblicke, bevor sie neuen Mut fasste und schließlich fragte, mit was für Zutaten er kochte. Fragend neigte Lou seinen Kopf, doch dann dachte er an die Zustände auf dem Schiff zurück. Schlagartig wurde ihm bewusst, dass das ekelhafte Fleisch, welches er dort gesehen hatte, nicht von Tieren stammte. Aus weit aufgerissenen Augen blickte er zwischen den Frauen hin und her. „Sagt mir nicht, ihr musstet …“ „Doch, wir mussten das Fleisch essen.“, bestätigte Lysa die unausgesprochene, grausame Wahrheit mit belegter Stimme. Als Pirat hatte der große rundliche Mann schon viel Grausamkeiten und Abartigkeiten gesehen, aber das stellte alles in den Schatten. „Darf ich näher kommen?“, wollte er von dem jungen Mädchen wissen, welches nur leicht nickte. Lou blieb direkt neben ihr stehen, musterte sie genau, bevor er einfach erklärte: „Der Doc wird mich dafür wahrscheinlich lynchen, Ben wird mich köpfen und Shanks wird mich einem Seekönig zum Fraß vorwerfen, aber ich zeig dir jetzt einfach die Küche und unseren Lagerraum.“ Mit diesen Worten zog er einfach einige der Kabel ab, stoppte die Infusionen und legte die Beutel auf die Beine der Patientin bevor er sie in ihre Decke einwickelte und behutsam auf seine starken Arme hob. „Mach dir keine Sorgen Dynaria, ich bin so schnell es geht mit Lysa zurück. Ich trau mich nur nicht, dich auch mit zu nehmen. Du hast ein paar Knochenbrüche, die unser Arzt mit Platten und Schrauben fixiert hat, weshalb du dich so wenig wie möglich bewegen sollst.“ Mit einem entschuldigenden Blick huschte der Offizier mit dem jungen und durchaus verängstigtem Mädchen auf dem Arm durch die Red Force zu seinem kleinen Reich: der Kombüse. Dort angekommen zeigte er ihr alles, was sie sehen wollte und versuchte ihr so, ein wenig die Angst zu nehmen. „Das war nur ein Schnelldurchgang.“, zwinkerte er, während er zurück zum Krankenzimmer hetzte, „Beim nächsten Mal nehmen wir uns mehr Zeit und da ist dann auch Dynaria dabei.“ Mit einigen schnellen Handgriffen, die ziemlich unbeholfen waren, hatte er die Instrumente wieder angeschlossen und versucht, den Eindruck zu erwecken, als wäre nichts passiert. Erst nachdem Lysa berichtet hatte, was sie alles gesehen und erfahren hatte, waren die beiden Frauen bereit, dem Koch seine ursprünglichen Fragen zu beantworten. Wobei - Lysa war dazu bereit. Dynaria war nach wie vor skeptisch und schwieg die meiste Zeit mit einem finsteren Blick. Nach allem, was diese beiden jungen Frauen durchmachen mussten, nahm ihr das Lou aber nicht übel. Er war sich sicher, dass beide erkennen würden, dass sie hier in Sicherheit waren. Mit einem freundlichen Lächeln verabschiedete sich der Pirat und ließ die beiden Frauen allein. Dynaria schimpfte, weil Lysa so vertrauensselig war, doch kümmerte das die Jüngere nicht. Und nur kurze Zeit später waren beide eingeschlafen.
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