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Hurrikan der Gefühle III

GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P18 / Het
Dr. Matteo Moreau Dr. Niklas Ahrend OC (Own Character)
02.01.2021
15.09.2021
71
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15.09.2021 2.631
 
Judith hatte sich sofort auf den Weg gemacht, nachdem ihre Schwester sie angerufen hatte. Judith durfte doch nicht ihren Neffen verpassen, schließlich war der lang genug weg gewesen. Sie wusste nicht, ob sie eine genauso gute Tante wie Tamara sein konnte, denn die machte ihren Job erstklassig und das vom ersten Tag an. Deshalb war Judith ein wenig aufgeregt, als sie nun vor dem Haus ankam. Tamara hatte ihr am Telefon nur kurz erzählt, dass John wohl ziemlich fremdelte und ihr gegenüber besonders reserviert war. Das tat Judith für ihre Schwester leid, doch Judith war sich sicher, dass sich Johns Verhalten bald ändern würde. Immerhin konnte er doch nur gute Erfahrungen mit Tamara sammeln.
Da Judith nicht genau wusste, ob John schlief, ging sie durch das Gartentürchen hinter das Haus und klopfte dort an die Tür vom Wintergarten an. Sam hatte sie derweilen schon mit freudigem Schwanzwedeln begrüßt und war ihr auf die kleine Treppe gefolgt.
„Schön, dass du kommen konntest“, begrüßte Tamara sie und die Schwester umarmten sich fest.
„Na klar. Ich habe zwar gestern gefühlt halb Erfurt in der Notaufnahme gehabt und bin hundemüde, aber ich kann mir meinen Neffen doch nicht entgehen lassen.“
„Deshalb wollte ich dich eigentlich auch gar nicht anrufen, aber … ich brauche dich.“
„Du kannst mich immer anrufen, Schwesterchen, das weißt du doch.“
„War das nicht zu egoistisch von mir?“, bemerkte Tamara selbstkritisch. „Du bist schwanger.“
„Mein Baby sitzt so fest in meinem Unterleib, da musst du dir keine Sorgen machen. Ich melde mich schon, wenn ich eine Pause brauche“, versprach Judith.
„Das will ich hoffen. Es reicht, dass du John in der Notaufnahme versorgen musstest, da will ich dich nicht einliefern müssen.“
„Das wird nicht passieren. Aber jetzt sag mal, wo ist der Kleine denn?“
„Er ist unter seinem Spielbogen eingeschlafen“, sagte Tamara und die beiden Frauen gingen ins Wohnzimmer.
Dort lag John auf einer flauschigen Decke unter besagtem Spielbogen und schlief vor sich hin. Sam bahnte sich seinen Weg an den Schwestern vorbei und legte sich neben das Baby.
„Das macht er schon die ganze Zeit“, seufzte Tamara sichtlich gerührt. „Er geht nur schnell im Garten sein Geschäft erledigen und ist sofort wieder bei John.“
„Sam kennt sich mit Kindern bestens aus. Vielleicht kann er John helfen, die Angst vor Frauen zu verlieren“, überlegte Judith.
„So was hat Matteo auch schon gesagt.“
„Wo ist mein Schwager eigentlich abgeblieben?“
„Im Babymarkt. Dabei könnten wir die alten Sachen von Oskar und Finn genauso gut nehmen. Nein, der Papa muss sich auslassen.“ Dabei lächelte sie leicht vor sich hin.
„Na ja, Niklas und ich wissen noch immer nicht, was aus Krümmel wird. Wir helfen euch natürlich gerne aus, weil unser ganzer Dachboden im Prinzip aus Kinderkleidung und Spielzeug besteht, aber es kann gut sein, dass wir die Sachen bald brauchen können.“
„Du hättest mal das Glitzern in seinen Augen sehen müssen“, fuhr Tamara fort. „Bei Matteo hat John auch nur leicht gequengelt und wollte ab und an mal von seinem Arm. Bei mir hat der Kleine regelrecht geschrien und geweint …“
„Du musst ihm ein wenig Zeit lassen, auch wenn es schwer fällt. Es liegt nicht an dir, dass er so reagiert.“
„Matteo meinte, dass er bei dir gestern ruhiger gewesen wäre. Deshalb habe ich dich angerufen, falls John wach wird und ich ihn gar nicht beruhigen kann.“
„Der Süße kämpft glaube ich nicht nur mit dir“, sagte Judith und kniete sich neben den Spielbogen. Sam hob kurz seinen Kopf, ganz so als wolle er John beschützen. Doch Sam kannte Judith jahrelang und so legte er sich schnell wieder hin. Lächelnd streichelte Judith den Vierbeiner und begutachtete das schlafende Kind. Sie konnte sich an Babys nicht sattsehen und John war ein besonders niedliches Exemplar.
„Wie meinst du das?“, hakte Tamara nach.
„Ich bin keine Kinderpsychologin, aber was meinst du, wie sich der kleine Kerl fühlen muss? Er spürt doch bestimmt, dass etwas bei ihm nicht richtig läuft. Er hat sicher das Bedürfnis, sich zu drehen oder zu setzen, kann das aber nicht. Und ich wäre auch nicht gerade nett zu anderen, wenn ich Schmerzen hätte.“
„Oh ja, da wirst du richtig zickig“, pflichtete Tamara ihr bei.
„Genau deshalb könnte John starke Abneigung auch einfach mit seinem Unwohlsein zusammenhängen. Außerdem muss er sich wieder an die Umgebung gewöhnen. Ich bin mir sicher, dass er Gerüche oder ähnliches wiedererkennen wird, doch das braucht ein bisschen Zeit.“
„Ich weiß“, seufzte Tamara. „Am liebsten würde ich ihn nur knuddeln und küssen, aber ich warte, bis er mir das Zeichen dafür gibt. Hinterher wird alles nur noch schlimmer, wenn ich ihn zu früh damit bedränge.“
„Es fällt dir sehr schwer, richtig?“, vermutete Judith, die ihre Schwester sehr gut kannte.
„Hm …“, gab Tamara zu und sah nicht gerade glücklich aus.
„Ach, Schwesterchen, komm mal her.“
Judith stand aus ihrer Hocke auf und nahm Tamara ein weiteres Mal fest in den Arm. Judith würde ebenfalls traurig werden, wenn sie nicht mehr Finns Füße kitzeln dürfte oder Oskars Küsse nicht mehr bekam. Distanz zum Kind, was man liebte, war wohl eines der schwierigsten Herausforderungen für eine Mutter. Tamaras Situation durfte man dabei nicht außer Acht lassen. Für sie könnte es psychische Folgen haben, doch Judith glaubte fest daran, dass ihre Schwester mental gestärkt war, um dagegen anzugehen. Sie erkannte schließlich selbst, dass sie John einfach Zeit geben musste und zeigte ihre Traurigkeit im Gegensatz zu früher, wo sie alles mit Heiterkeit überspielt hatte.
„Ich verstehe einfach nicht, wie man einem Baby – hey!“, unterbrach Tamara ihren Satz und drückte Judith von sich weg. „Das da hat getreten!“
„Das da ist dein zukünftiges Patenkind und scheinbar will es auch seinen Senf dazugeben“, erwiderte Judith, überrascht vom ersten Tritt ihres Babys.
„Wenn es nach seiner Tante kommt, ganz bestimmt“, sagte Tamara lächelnd und Judith war froh, den Moment mit ihrer Schwester teilen zu können.
„Du legst aber früh los“, meinte Judith mehr zu ihrem Bauch als zu Tamara und legte ihre Hand auf die kleine Kugel.
„Vielleicht kriegst du noch eine kleine Tänzerin oder einen Tänzer“, überlegte Tamara.
„Bloß nicht. Dann muss ich Krümmel hinterher auch auf eine Akademie lassen. Nein, Krümmel bleibt ganz lange bei seiner Mama.“
„Früher hätte ich dich für verrückt erklärt, aber dein gluckenhaftes Verhalten hat auf mich abgefärbt. Ich könnte die ganze Zeit neben John sitzen und ihn pausenlos beobachten. Meinst du, ich muss ihn früh mit seiner ersten Freundin teilen?“
„Leider ja. Wenn aus dem süßen Fratz ein genauso hübscher Junge wird, rennen dir die Mädels die Bude ein“, sagte Judith.
„Mist. Soll ich mir jetzt wünschen, dass er hässlich wird?“
Die Schwestern grinsten sich an, bevor sie leise anfingen zu lachen. Schließlich wollten sie John nicht aufwecken.
„Der kleine Mann erfüllt meinen Traum von einer Familie“, sagte Tamara, nachdem sie wieder einigermaßen Luft geholt hatte.
„Ich gönne es dir von Herzen.“
„Ich hoffe, dass meine Therapie den Traum nicht abermals zerstört …“, gab Tamara zu bedenken.
„Dass Frau Wagner ihn dennoch hiergelassen hat, ist ein gutes Zeichen. Oder hast du ihr noch gar nichts davon erzählt?“
„Doch, sie weiß Bescheid. Sie wird sicher auch nicht das Problem werden, aber ich könnte mir vorstellen, dass ein Richter die Situation anders bewertet.“
„Ihr wollt John also immer noch adoptieren?“
„Ja, klar. Er ist unser Sohn und das wird er immer bleiben. Wir möchten gerne nicht nur seine Pflegeeltern sein, sondern ihn ganz in unserer Familie haben. Mit der Adoption haben wir viel mehr Rechte. Allerdings muss seine leibliche Mutter dafür das Sorgerecht dauerhaft abgeben. Es reicht nicht, wenn es ihr durch das Jugendamt entzogen wird …“
„Ganz ehrlich? Sie interessiert sich null für John“, sagte Judith ernst. „Sie hat ihn weder in seiner Entwicklung gefördert noch ist sie ihrer Aufsichtspflicht nachgekommen. Abgesehen davon hat sie ihn wissentlich vor dem JTK ausgesetzt. Warum sollte diese Person das Sorgerecht behalten wollen? Sie wird sich nie um John kümmern wollen.“
„Und wenn doch? Vielleicht nicht jetzt, sondern in ein paar Jahren?“
„Dann habt ihr John längst adoptiert. Das kann man nicht so einfach anfechten. Sie muss die Entscheidung jetzt treffen und ich glaube, da sieht es sehr gut für euch aus.“
„Sollte John mich irgendwann mal nach seiner Mutter fragen, würde ich ihm erlauben, sie zu treffen“, sagte Tamara. „Ich kann mir zwar vorstellen, dass er schwer enttäuscht wäre, aber ich würde es ihm nicht verbieten.“
„Das ist auch richtig. Aber ich weiß gar nicht, ob er das später mal will.“
„Warum?“
„Weil du seine Mutter sein wirst, Tamara. Ihr werdet eine starke Bindung zueinander haben, da bin ich mir sicher. Es wird sich herausstellen, ob er seine leibliche Mutter dann jemals kennenlernen möchte. Du wirst auf jeden Fall seine einzig wahre Mama sein und er wird dich sehr lieben.“
„Vielleicht sollten wir aufhören über so viel Liebe zu reden“, meinte Tamara und schniefte verstohlen.
„Du weinst?“
„Nö. Mir ist nur was ins Auge geflogen.“
„John macht dich wirklich sehr sentimental. Wie oft hast du mir gegenüber deshalb die Augen verdreht?“
„Ich habe das nie böse gemeint“, stellte Tamara klar.
„Das weiß ich doch. Ich freue mich nur so für dich, dass du die Chance hast, all das zu erleben, was ich jeden Tag für meine Kinder fühle.“
„Und du kannst dich als Patentante behaupten.“
„Aber du machst Emilia zur zweiten Patin, ja?“, bat Judith.
„Das habe ich ihr versprochen. Ihr beiden werdet das schon gut machen.“
„John kann sich gar keine besseren Paten wünschen“, sagte Judith.
„Und keine bessere Mutter“, kam es da aus dem Flur und Matteo betrat einen Moment später das Wohnzimmer, bepackt mit allerhand Tüten.
„Wohin sollen wir bitte damit?“, wollte Tamara wissen.
„Das ist nur das Nötigste. Frag doch mal Ahrend junior, die weiß, was ein Baby alles braucht.“
„Vielen Dank für Ihre Einschätzung, Herr Kollege“, grinste Judith und wurde von Matteo umarmt.
„Wenn du schon so viel gekauft hast, kann ich doch gar nicht mehr stöbern gehen“, meinte Tamara.
„Klar kannst du das. Ich habe mich zurückgehalten.“
„Und trotzdem so viele Tüten?“
„Er ist unser einziger Sohn. Den können wir beschenken, so viel wir wollen“, verteidigte Matteo seinen Einkauf.
„Er soll kein verwöhntes Einzelkind werden.“
„Liebling, das wird er auch nicht. Außerdem habe ich einiges an Kleidung gekauft, weil es im Angebot war. Weißt du, wie schnell die Kleinen wachsen?“
„Ich hoffe, er bleibt für immer so süß und winzig“, seufzte Tamara und bekam von ihrem Mann einen Kuss.
„Genießt ihr zwei jetzt mal euer Familienglück“, schlug Judith vor. „Ich schmeiße mich zuhause mal wieder ins Bett.“
Sie wusste gar nicht, ob Matte und Tamara das mitbekommen hatten. Sie beschäftigten sich bereits damit, die Tüten auszuräumen und schauten immer mal wieder herüber zu ihrem John. Judith atmete tief durch, um nicht in Tränen auszubrechen. Es war ein so schöner Anblick und dennoch stahl sie sich leise aus dem Haus, um der Familie Zeit zum gegenseitigen Kennenlernen geben zu können.

„Wollen wir nicht noch eine Runde spielen?“, schlug Laura vor.
„Es ist schon ziemlich spät geworden“, bemerkte Klara mit einem Blick auf die Uhr. „Ich schreibe morgen Mathe und davon hängt meine Versetzung ab.“
„Du hast doch die beste Nachhilfelehrerin“, meinte Justus. „Direkt auf dem Zimmer und immer verfügbar. Ihr hängt doch sowieso ständig aufeinander.“
„Ja, und wo wir gerade dabei sind …“, fing Emilia an, brach dann aber schüchtern ab.
Sie saßen jetzt schon ungefähr zwei Stunden mit ihrer Clique zusammen, doch keine von beiden hatte sich getraut, ihre Beziehung bekannt zu geben. Entweder war es nicht der richtige Moment im Gespräch oder einer aus dem Freundeskreis witzelte darüber, dass Emilia und Klara jede Minute miteinander verbrachten. Das schien nicht nur Emilia zu verunsichern. Klara, die sonst recht taff auftrat, wusste ebenfalls nicht, wie sie auf ihre Beziehung zu sprechen kommen sollte.
„Was? Wollt ihr uns etwa sagen, dass ihr euch gestritten habt und du auf mein Zimmer möchtest?“, grinste Titus, woraufhin Laura ihm einen genervten Blick zuwarf.
„Ich dachte, du kannst einfach nur Emilias Kumpel sein“, sagte sie dazu.
„Ich werde nie aufgeben, das wisst ihr doch“, meinte Titus.
„Damit gehst du uns ganz schön auf den Keks, besonders Emilia“, erwiderte Laura.
„Außerdem hat es keinen Sinn“, fasste Emilia sich nun doch ein Herz. „Ich bin vergeben.“
„Was?! Wieso wissen wir davon denn nichts?“, fragte Laura empört.
„Justus und du habt auch schon seit zwei Monaten was miteinander und ihr habt es uns heute erst gesagt“, mischte Klara sich ein, woraufhin Laura leicht errötete.
„Das ist ja auch etwas anderes. Es geht um unsere Freundschaft“, sagte Justus für seine Freundin.
„Wir wollten es euch auch erst sagen, wenn es fest ist“, pflichtete Laura ihrem Freund bei.
„Ich wollte auch damit warten“, sagte Emilia nun.
„Ob Klara damit leben kann?“, fragte Titus.
„Kann sie sehr gut“, meinte Klara, nahm kurzerhand Emilia in den Arm und küsste sie auf die Wange.
„Also? Wer ist es?“, wollte Justus wissen.
Manchmal fragte Emilia sich, warum sie ausgerechnet mit den drei Menschen befreundet war. Sie checkten überhaupt gar nichts. Allerdings ließ Lauras Blick erahnen, dass es in ihrem Kopf ratterte.
„Sie ist es“, sagte Emilia fest entschlossen.
„Emilia und ich sind ein Paar. Wir lieben uns“, unterstützte Klara sie.
Schweigen brach über den Raum herein. Titus starrte Emilia fassungslos an, Justus und Laura tuschelten untereinander, unverständlich für Emilia oder Klara. Schließlich stand Titus ruckartig auf, ohne überhaupt etwas zu der Neuigkeit gesagt zu haben und stürmte nahezu aus dem Zimmer. In dem Moment war Emilia sich nicht mehr sicher, ob es eine gute Idee gewesen war, ihre Clique einzuweihen. Sie hätte doch ahnen können, dass Titus so reagierte. Ob er seinem Zimmergenossen gleich von ihrer homosexuellen Beziehung erzählen würde? Oder ging er gleich auf den Flur und erzählte es jedem, der ihm über den Weg lief? Unerwiderte Liebe war ein starkes Motiv, um sich rächen zu wollen, zumindest wurde das in Filmen manchmal so dargestellt.
„Wir haben schon geahnt, dass ihr mehr als nur Freude seid“, sagte Justus da zu Emilias Erleichterung.
„Echt?“, fragte Klara.
„Na, ihr seid ständig zusammen und habt zuletzt auch die Wochenenden miteinander verbracht. Ich habe vor ein paar Tagen zu Justus gesagt, dass ihr ein schönes Paar wärt“, meinte Laura lächelnd.
„Ihr habt also kein Problem damit?“, vergewisserte Emilia sich.
„Quatsch. Irgendwie ist es ganz cool. Mal was anderes“, sagte Justus.
„Titus kriegt sich sicher auch wieder ein“, vermutete Laura. „Er muss erstmal verkraften, dass er all seine feuchten Träume mit dir begraben kann.“
„Hör auf!“ Emilia schüttelte sich.
„Es muss schon hart sein, zu wissen, dass er meine Süße nie bekommen wird“, sagte Klara, woraufhin Emilia etwas errötete. Klara hatte nun schon zum zweiten Mal gesagt, dass sie sie liebte.
„Irgendwann wird er darüber hinwegkommen“, war sich Justus sicher.
„Er muss, wenn er weiter mit uns befreundet sein will“, pflichtete ihm Laura bei.
„Sein Verhalten wird nie etwas daran ändern, dass ich auf Frauen stehe“, fasste Emilia sich ein Herz. „Und erst recht nicht daran, dass ich Klara liebe.“
Endlich hatte sie es ausgesprochen, hatte ja auch lang genug gedauert. Sie lehnte sich zufrieden in Klaras Arm und war froh, zu ihrer Beziehung gestanden zu haben. Würde Titus sie verraten, wäre er nie ihr Freund gewesen. Was dann passieren könnte, wollte Emilia sich jetzt nicht vorstellen. Sie hoffte darauf, dass er sich beruhigen würde.
„Dann lassen wir euch zwei Verliebten mal alleine“, schlug Justus vor.
„Lernt aber schön und vergeudet die Zeit nicht“, grinste Laura und verließ mit ihrem Freund das Zimmer.
„Du liebst mich also, ja?“, fragte Klara Emilia nun.
„Ja. Es tut mir so leid, dass ich es nicht eher gesagt habe, aber -“ Klara unterbrach ihren Satz, indem sie Emilia küsste.
„Ich wollte dich nur ein bisschen foppen“, grinste Klara.
„Normalerweise erkenne ich Sarkasmus“, erwiderte Emilia und musste lachen.
„Tja, bei mir setzen eben alle Dinge bei dir aus. Das ist bei Verliebten so.“
„Und ich bin verdammt froh, dass wir zusammen verliebt sein können“, sagte Emilia glücklich.
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