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Die Nächte des Lebens

Kurzbeschreibung
SammlungRomance, Schmerz/Trost / P16 / MaleSlash
Alexander "Alec" Lightwood Magnus Bane
01.01.2021
26.05.2021
31
24.105
13
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Dieses Kapitel
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18.02.2021 1.178
 
Diese Nacht hat sich Alec definitiv ganz anders vorgestellt. Aber auch sowas von anders.

Vollkommen erledigt von der letzten Patrouille, wo sie gerade mal wieder mit einem blauen Auge davon gekommen sind, weil Jace kopflos losstürmen musste, hat sich Alec ins Loft geschleppt. Das Loft, was in den letzten Wochen irgendwie sein Zuhause geworden ist und wo er viel lieber seine Zeit verbringt, all allein auf seinem Zimmer im Institut. Was an dem eigentlichen Bewohner des Apartments liegen könnte.
Doch der ist gerade nicht da und Alec fand nur einen kleinen Zettel neben der Schlüsselschale auf der Kommode, dass Magnus zu einem Notfall musste. Was im Falle der nicht Notwendigkeit einen saftigen Nachtzuschlag kostet, da kennt der Hexenmeister nichts.
Fakt ist aber, Magnus ist nicht da und so hat sich Alec eben allein die Badewanne voll laufen lassen und dieses wohlriechende Duschbad großzügig reingegossen, was Magnus selber herstellt und in das Alec sich auch literweise legen könnte. Einfach, weil es so nach Magnus riecht.
Mit einem zufriedenen Stöhnen hatte sich der junge Mann aus den dreckigen Sachen geschält, von denen manches auch nur noch für die Tonne war, und dann war er in das wunderbar warme Wasser getaucht und einfach den Moment genossen.

Der ist aber inzwischen verflogen.
Da er sich auch um das Waschen kümmern und nicht nur in der Wanne liegend Schwimmhäute wachsen lassen wollte, hatte er die Augen geöffnet, nach dem wunderbar weichen Badeschwamm getastet und etwas ziemlich haariges dabei erwischt.
Zu einer Salzsäule erstarrt sitzt nun der Shadowhunter in der Wanne und sieht dem vermeintlichen Schwamm zu, wie er alle acht Beine einmal durchreckt und erhobene Hauptes die Wand hochkrabbelt. Das Schwämme das normalerweise nicht tun, ist Alec auch klar und genauso klar ist auch, dass es eben kein Schwamm, sondern eine richtig fette Spinne ist. Die sich auf halber Strecke Richtung Badezimmerdecke dann doch lieber da gemütlich macht und sich keinen Millimeter mehr rührt. Genauso wenig wie Alec. Der sich gerade so traut, zu atmen.

Das Wasser wird kalt, das Waschen ist schon lange vergessen und dennoch liegen die blauen Augen des Shadowhunters ganz fest auf diesem schwarzen Wesen an der Wand. Was eingeschlafen sein muss, denn es rührt sich wirklich nicht.
Alec ist unentschlossen. Auf keinem Fall wird er die Spinne anfassen, allein bei dem Gedanken bekommt er schon eine Gänsehaut. Platt machen fällt auch aus, dazu müsste er sich nämlich wie in Punkt 1 überwinden und das kommt ganz sicher nicht vor. Einfach ignorieren geht auch nicht. Was, wenn er sich die Füße wäscht und plötzlich fällt ihn das Vieh an? Oder kommt gar mit ins Wasser, um sich auch die Füße waschen zu lassen? Also besser nicht aus den Augen lassen.
Das Wasser kühlt um noch ein paar Grad ab und wenn er nicht will, das Magnus bei seiner Rückkehr seinen Freund aus einem Eisblock kratzen will, dann sollte er langsam mal aus der Wanne raus. Aber die schwarze, äußert pelzige Spinne sitzt immer noch an der Wand.
Wenn sie sich aber in der letzten Stunde schon nicht gerührt hat, dann wird sie es doch jetzt auch nicht, richtig? Alec atmet tief ein und tief wieder auf, schließt die Augen und zählt langsam bis 10. Gut, vielleicht doch etwas schneller, aber immerhin die richtigen Zahlen in der richtigen Reihenfolge und dann reißt er die Augen wieder auf. Der Eindringling sitzt immer noch an Ort und Stelle. Nochmal tief durchatmen und dann, dann kratzt er all seinen Mut zusammen und rutscht gaaannzz langsam in der Wanne so zurecht, dass er sich daraus erheben kann, ohne sonderlich viel Bewegung zu brauchen und vor allem, ohne die Wand anfassen zu müssen. Die Spinne könnte das fühlen und sich auf ihn stürzen. Vorsichtig steigt Alec aus der Wanne, ohne das Tier auch nur für eine Sekunde aus den Augen zu lassen. Rückwärts, ohne Handtuch oder irgendwas, geht er zur Tür und atmet erst wieder als er durch diese durch ist und sie auch wieder in das Schloss schmeißen kann.

"Wow, an diesen Anblick kann ich mich echt gewöhnen," ertönt es plötzlich hinter dem Shadowhunter und mit einem mehr als unmännlichen Schrei dreht er sich um. "Ich korrigiere. Die Frontansicht ist auch nicht von schlechten Eltern."
"Magnus."
"Der einzig Wahre. Ein bisschen neugierig bin ich ja schon." Er kommt mit einem breiten Grinsen auf seinen Freund zu und schaut dabei ungeniert über all die Muskeln und Runen. "Erwartet mich das willkommen jetzt immer, wenn ich mitten in der Nacht nach Hause komme?"
"Unwahrscheinlich, weil ich nie wieder das Badezimmer betreten werde." Alec schüttelt sich bei dem Gedanken und lässt sich von Magnus einen Bademantel um die Schultern zaubern.
"Ähm, okay. Nein, nicht okay, ich komme gerade nicht mit. Was ist im Bad?" Große Augen schauen Alec entgegen und er bekommt es nicht über die Lippen. Mehr oder weniger hilflos wedelt er mit den Händen nur in die Richtung und verschwindet dann kommentarlos ins Schlafzimmer. Was Magnus dazu verleitet, einen Blick in das Badezimmer zu werfen.
Schnell ist das besagte Interieur abgescannt, und Magnus findet den Übeltäter. Mit einem Lachen, was er schnell erstickt um sich nicht zu verraten, hext er die Spinne in ein Einmachglas und geht mit ihr in der Hand ins Schlafzimmer.
"Du hast deinen neuen Freund allein gelassen, das macht man doch nicht." Alec wirft ihnen einem Blick zu, der nicht gerade von Verständnis zeugt und will schon Luft holen und fragen, was Magnus meint, als er den angeblichen Freund im Glas erkennt. Unbewusst weicht der junge Mann weiter zurück und stößt dabei an den Kleiderschrank an, den Magnus mal besorgt hatte, damit Alec auch ein paar seiner Klamotten in der Wohnung lagern kann.
"Ich denke nicht, das wir Freunde sind." Gepresst kommen die Worte über die Lippen.
"Kann ich nachvollziehen." Mit einem Schnipsen ist das Glas samt Spinne weg und Magnus kann sich das Grinsen nicht verkneifen. "Aber du hast nicht so laut geschrien und auch nichts kaputt gehauen. Ich bin stolz auf dich. Die Konfrontationstherapie scheint zu funktionieren."
"Nichts funktioniert hier. Ich werde die Nacht sicher nicht schlafen können, weil jeder Schatten auf einmal auf mich zu krabbelt. Ich hätte gleich ins Bett gehen sollen."
"Unsinn. Du wirst genauso gut schlafen wie ich, seitdem wir zusammen in einem Bett liegen. Und wenn du willst, können wir auch ein Licht anlassen, da können dir die bösen Schatten nichts tun."
"Ich bin doch kein kleines Kind mehr." Wie zum Trotz knippst Alec eines der Lichter auf den Nachtschränkchen aus und krabbelt unter die Decke. Mit einem mehr als breiten Grinsen entledigt sich Magnus mit einem Schnipsen seiner Klamotten und dem Makeup und legt sich dann auch mit in das große Bett. Kaum ist das Licht auf seiner Seite auch aus, schmiegt sich Alec schon an ihn ran und mit einem Lächeln wuschelt Magnus ihm durch die Haare.
"Das war trotzdem ganz schön mutig, Alexander." Was der Shadowhunter aber nicht mehr hört.
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