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Die Nächte des Lebens

Kurzbeschreibung
SammlungRomance, Schmerz/Trost / P16 / MaleSlash
Alexander "Alec" Lightwood Magnus Bane
01.01.2021
26.05.2021
31
24.105
13
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19.05.2021 942
 
In dieser Nacht hin der Segen im Hause Lightwood-Bane mächtig schief und so war es ungewöhnlich Still in der Wohnung.

Max und Rafael liegen in ihren Betten und haben nicht mitbekommen, warum ihr Vater Alec sein Bettzeug kommentarlos genommen und nun auf dem großen Sofa schlafen wird.
Aber Dad Magnus hat es genau mitbekommen und findet es einfach nur kindisch, wie sein Mann gerade zickt. Und nachdem er das auch gesagt hat, hat Alec ihm nicht mal mehr eines Blickes gewürdigt. Dabei hatte er doch schon Abstriche gemacht...

"Also gut, dann eine etwas kleinere Torte, doch das Motte und die Verkleidungen bleiben. Und ich sage dem Unterhaltungskünstler ab. Ich kann mir aber beim besten Willen nicht vorstellen, wie das alles zu viel sein soll. Es ist ein Geburtstag, geht es da nicht drum, eben mal Dinge zu machen, die man sonst nicht macht? Und was ist bitte an einer Hüpfburg so verwerflich? Wenn wir die Zwei auch mit in der Mundiewelt aufwachsen lassen wollen, dann müssen wir sie auch ein bisschen was der Mundies erleben lassen. Und dazu gehört nun mal eine Hüpfburg."
"Na klar, jetzt kommst du damit", wütend, aber dennoch leise, damit er die Jungs nicht unbeabsichtigt weckt, läuft Alec zwischen Sofa und Balkonfenster hin und her. "Die ganze Zeit sage ich, dass die Kinder auch was Normales erleben sollen und nun drehst du mir daraus meinen eigenen Strick. Es ist nur der absolut wundervollen Selbstbeherrschung von Max zu verdanken, dass uns nicht mindestens einmal die Woche der Schulleiter hysterisch anruft und fragt, warum unser Kleinster Hörner hat. Ich sehe schon die Schlagzeilen vor mir, weil du ihm andauernd die Erinnerung nehmen musst, damit Max nicht von der Schule fliegt. Und Rafael spielt 90 Prozent des Tages mit seinen Dolchen, nachdem Jace ihm unbedingt zeigen musste, wie man sie am Besten wirft. Beim letzten Mal nachschauen hatten sich Seraphklingen nicht mit Luftballons und so vertragen, also ist die Hüpfburg eine fürchterliche Idee. Können wir den Geburtstag nicht einfach in kleiner Runde feiern und fertig?"
"Können wir nicht", jetzt ist es an Magnus, wieder etwas aufzubrausen. "Wir können mit Rafael riesig feiern, mit all seinen Freunden und Verwandten und Max soll dann hinten anstehen mit 10 Kerzen auf der Torte und einem Geschenk in der Hand? Oh nein, wir hatten uns drauf geeinigt, das beide Jungs gleichbehandelt werden. Also wird Max die Superheldenfeier bekommen, die er sich wünscht."
"Das, was du planst, ist aber keine Feier mehr, sondern schon ein Volksfest. Max wird 10, da muss man es nun wirklich nicht übertreiben."
"Ist er jetzt weniger wert, weil er noch so viel mehr Geburtstage feiern wird als Rafael?"
"Das habe ich nicht gemeint und auch überhaupt nicht gesagt."
"Was hast du dann gemeint? Ich habe doch schon gesagt, dass ich mich etwas zurücknehmen werde und das ein oder andere um plane, aber ich werde sicher nicht dafür sorgen, dass die Blaubeere sich weniger geliebt fühlt, weil nur ein Kuchen auf dem Tisch steht und mehr nicht." Wütend verschränkt Magnus die Arme vor der Brust und funkelt Alec leicht feindselig an. "Er hat genauso ein tolles Fest verdient, wie sein Bruder es zum Geburtstag hatte. Weil er unser Sohn ist. Und nichts anderes. Wenn wir jetzt anfangen Unterschiede auf Grund ihrer Herkunft oder Hautfarbe zu machen, dann werde ich mir das nie verzeihen."
"Das habe ich doch auch überhaupt nicht verlangt, verdammt noch mal!" Alec fährt sich durch die Haare und er kann einen genervtes Stöhnen nur schwer unterdrücken. "Ich will natürlich den Geburtstag mit ihm feiern und ihm zeigen, dass er was Besonderes ist. Aber ich finde es nun mal übertrieben, was du alles planst und machen willst. Auch wenn es nur eine wenig Magie bedeutet. Er wird 10. Wenn du jetzt schon so ein Spektakel auffährst, wie willst du ihm dann im nächsten Jahr zeigen, dass sein Geburtstag was Besonderes ist? Das wird ein Teufelskreis, aus dem du dann mit 15 nicht wieder rauskommst, weil es immer Lauter und Bunter sein muss. Das kann nicht gut gehen, wenn du es jetzt schon übertreibst."
"Ich übertreibe also??"
"Ja, tust du. Halb so viel ist immer noch zu viel. Keine Hüpfburg und ganz sicher kein magischer Clown." Alec atmet tief durch und marschiert dann in die Küche. Das Magnus es aber auch immer so kompliziert machen muss.
"Oh, ich werde dir zeigen, dass Halb so viel total langweilig ist. Aber bitte, dann zeigen wir unserem Jüngsten eben, dass du ihn nicht so lieb hast wie seinen Bruder." Trotzig schleudert Magnus die Worte in Richtung Küche und verzieht sich dann ins Schlafzimmer. Die nephilim´sche Sturheit ist aber auch zum Haare raufen...


So sitzt Magnus allein im Schlafzimmer, an Schlaf ist nicht mal ansatzweise zu denken und ganz still macht er sich Gedanken zu dem Gehörten und Gesagten. Was ist falsch dran, dem Jungen die Feier zu geben, die er sich wünscht? Geht es da nicht bei Geburtstagen drum? Eben mal Sachen zu machen, die es sonst nicht gibt?

Und im Wohnzimmer liegt Alec wach, nicht fähig, nach den Vorwürfen auch nur ein Auge zu zu machen. Er liebt Max genauso sehr, wie er Rafael liebt. Denn sie sind seine Kinder und er will doch nur, dass Magnus es nicht übertreibt und eine totale Reizüberflutung für den bald Zehnjährigen auf die Beine stellt. Das ist doch auch Liebe. Wie kann Magnus da nur was anderes sagen?

Und so brütet jeder Ehemann für sich und die Stille ist im Loft fast schon gruselig...
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