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Die Nächte des Lebens

Kurzbeschreibung
SammlungRomance, Schmerz/Trost / P16 / MaleSlash
Alexander "Alec" Lightwood Magnus Bane
01.01.2021
26.05.2021
31
24.105
13
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Dieses Kapitel
4 Reviews
 
06.05.2021 962
 
Die Stimmung im Loft ist in dieser Nacht wieder mächtig geladen.

Sichtlich widerwillig liegt Alexander Lightwood auf der Wohnlandschaft, die sich der Hexenmeister der Wohnung genötigt sah, zu besorgen. Das fluchende „Ich habe es ja gesagt!“ von Magnus hängt noch nicht ganz verklungen in der Luft. Alecs linkes Bein liegt auf einem kleinen Berg an Kissen und sieht im Moment noch so aus, als wäre eine Blutkonserve direkt daneben explodiert. Von etwaigen Wunden ist nichts mehr zu sehen, nur das Blut klebt noch recht hartnäckig am Hosenbein und Haut, die nicht mehr durch die Hose geschützt ist.
Alec geht es soweit also wieder gut, ungeachtet, was nun genau vorgefallen ist, um ihn in diese Lage zu bringen. Und nach der ganzen Aufregung von Magnus und der wortreichen Ausmalung, was noch alles hätte passieren können und das er doch genau vor so einem Tag gewarnt hatte, wagt er es nicht, auch nur den kleinen Zeh auf den Boden zustellen und Magnus zu beruhigen. Auch ohne die Gabe der Aurasicht ist nämlich klar, dass der Hexenmeister keineswegs die Ruhe in Person ist!

Als der Anruf kam, dass es mal wieder einer dieser Missionen gab, die eben von Anfang an zum Scheitern verurteilt sind, weil die ach so schlauen Nephilim mit den Kopf durch die Wand mussten, war Magnus einfach nur besorgt. Es kam bisher ja nicht sonderlich häufig vor, dass keiner von dem Geschwisterteam ohne Blessuren wieder nach Hause gekommen ist und bei Alexanders unglaublich leichtsinnigen Drang, sich immer in den Vordergrund zu stellen und alle zu beschützen, traf es eben häufig den dunkelhaarigen Shadowhunter. So auch dieses Mal wieder und Magnus kann sich nun wirklich nicht vorstellen, dass ein Wolfsbiss auf der "unbedingt mal erleben-Liste" aller Jäger steht. Das es nicht ungefährlich und knapp war, braucht er ja gar nicht sagen. Wenn ihn doch nur das Gefühl wieder verlassen würde, immer wieder das gleiche zu sagen und es wieder niemanden interessiert und alles ignoriert wird.

Noch ein bisschen vor sich hin grummelnd wuselt Magnus durch das Loft und räumt ein wenig auf. Er würde es ja auf magische Weise tun, aber A mag das Alexander ja nicht so, wenn die ganze Zeit nur gezaubert wird und B muss sich auch Magnus dieses Mal eingestehen, dass seine Kraft bei weitem nicht mehr reicht, um alles so einfach wieder auf Vordermann zu bringen. Und gerade Letzteres nagt schon ein wenig am Ego.
"Es tut mir leid, okay?" Ergeben seufzt Alec auf und Magnus fixiert ihn sofort mit seinen funkelnden Augen. "Ich passe beim nächsten Mal besser auf und würde jetzt nur kurz unter die Dusche springen und mir was Frisches anziehen. Ich rieche immer noch nach nassen Hund."
"Dann würde ich mich einfach nicht mit einem anlegen", der Hexenmeister faucht es mehr, als das er es sagt und sofort senkt Alexander beschämt den Blick. "Du hast eine Menge Blut verloren und, ach verdammt noch mal, auch fast dein Leben. Du weißt ganz genau, ich heile dich gerne und habe dich auch gern bei mir. Aber wenn ihr so weitermacht, wird schon sehr bald der Tag kommen, wo auch ich nichts mehr retten kann. Und das macht mir eine heiden Angst." Magnus atmet einmal tief durch, er wollte sich ja eigentlich nicht so aufregen und doch haben ihn die Emotionen der letzten Minuten widerstandslos überrollt. Er setzt sich neben Alexander auf das große Sofa und streicht ihm eine Haarsträhne aus der Stirn. "Sorry, aber du bleibst noch etwas liegen. Dein Kreislauf hat für heute genug mitgemacht und nur weil die Blutersatzrune wirkt, heißt das noch lange nicht, dass du hier rumspringen kannst, als wäre nichts gewesen. Ich hole dir noch ein Glas Wasser, du ruhst dich nur aus." Magnus erhebt sich wieder und geht in die Küche, muss aber da auch nochmal kurz innehalten und durchatmen. Wenn es um Alexander geht, macht sich sein Verstand jedes Mal vom Acker und das Herz übernimmt. Das wird irgendwann mal übel enden. Magnus trinkt erstmal selbst ein Glas, er muss sich dringendst wieder beruhigen und nicht sein Herz sprechen lassen. Sonst kommt ihn noch was über die Lippen, was er kurz drauf schon wieder bereut. Wäre ja nicht das erste Mal.
"Ist alles okay?", kommt es leise von der Tür zum Wohnzimmer und ein wenig blass um die Nase klammert sich Alec an den Türrahmen. "Du bist nicht wiedergekommen." Die Blässe nimmt noch ein wenig zu und Alec rutscht am Türrahmen zu Boden. Magnus springt zwar sofort los, kann aber nicht verhindern, dass der Shadowhunter Bekanntschaft mit dem Boden macht.
"Was habe ich dir gesagt?" Die Worte schwanken zwischen Mitgefühl, Zorn und auch ein wenig Genugtuung. Denn genau das hat Magnus kommen sehen. Aber Alexander war mal wieder zu stur und musste ja unbedingt seinen Kreislauf völlig überfordern. Auch eine magische Heilung kann keine kompletten Wunder vollbringen. Schnaubend und doch besorgt, bugsiert Magnus seinen Freund wieder auf das Sofa und legt die Beine hoch. Das Blut muss wieder Richtung Kopf, sonst stabilisiert sich nie irgendwas. "Du sollst liegen bleiben, ich bringe dir alles. Du hättest dir im Fall alles mögliche tun können, als höre um Raziels Willen auch mal auf mich. Und ich sage dir es gern nochmal: keine Wanderungen durch die Gegend und schon gar nicht irgendwelche Missionen." Mit einem selbstzufriedenen Augenrollen macht sich der Hexenmeister dran und holt tatsächlich das versprochenen Glas Wasser. Und dieses Mal ohne irgendwelche Ausschweife in das eigene Wesen und zum schneller schlagenden Herzen, wer weiß sonst, was der Sturkopf auf dem Sofa noch so alles anstellt. Magnus wird sich das Rechthaben jetzt ganz sicher nicht nehmen lassen, und wenn er es Alexander noch eine Weile unter die Nase reiben kann.
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