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Die Nächte des Lebens

Kurzbeschreibung
SammlungRomance, Schmerz/Trost / P16 / MaleSlash
Alexander "Alec" Lightwood Magnus Bane
01.01.2021
26.05.2021
31
24.105
13
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02.04.2021 602
 
Wie ein endloses Echo hallen in dieser Nacht die Worte in seinem Kopf wieder.
Warum hast du es nicht verhindert?

Wenn Magnus das nur wüsste.
Dann würde er nicht hier, im Loft zurück in New York City sitzen, sich einem Drink nach dem Nächsten genehmigen und auf die Wirkung des Alkohols hoffen. Denn je mehr Alkohol er im Blut hat, desto eher kann er vergessen und vielleicht in dieser Nacht sogar etwas Schlaf finden.
Bisher bringt es ihn in dieser Richtung aber nicht weiter, der nebeliger Schleier in seinem Kopf bleibt aus und er kann nicht mal eine Antwort auf die Frage finden.
Dafür verfolgt ihn der brechende Blick seines Alexanders zu jeder Tages- und Nachtzeit, egal, ob Magnus wach ist, oder sich mit Hilfe von Tinkturen und Pülverchen in den Schlaf zu mischen. Da es nichts brachte, ging er zum Tröster schlechthin über, aber auch das funktioniert in der Realität nicht so wie erhofft. Nämlich ... gar nicht.
"Ich weiß es nicht!" Gedanklich hängt er in der Endlosschleife, erlebt den Augenblich von Alexanders Tod immer und immer wieder und Magnus kann einfach nichts dagegen tun. Er wird die Bilder aus seiner Erinnerung nicht los und sieht seinen Mann zum gefühlt tausenden Mal sterben.
Mit einer neu aufflammenden Wut wirft er das Glas in seiner Hand an die nächste Wand und sieht zu, wie es in tausend Scherben zerbricht. Wie vor Tagen schon sein Herz. Und statt sich besser zu fühlen, facht es seine Wut, seinen Ärger und seinen Zorn nur weiter an und alles, was er nur ansatzweise in die Finger bekommt, schließt ebenfalls Bekanntschaft mit der Wand.

Nach einem Augenblick, der an sich nicht lange andauert und doch die Ewigkeit ist, bricht Magnus an Ort und Stelle in die Knie und bettet sein tränennasses Gesicht in den Händen, die vor Sekunden noch in einem dunklen Rot der Wut glühten und nun durch die Verzweiflung und das Gefühl der Unfähigkeit keinen Funken Magie mehr halten können. "Ich weiß es doch auch nicht, Alec." Jetzt fließen die Tränen nur so in Strömen und endlich, endlich kann sich Magnus einfach fallen lassen. "Es tut mir so unsagbar leid, Alec. Ich hätte schneller reagieren, hätte den Angriff ahnen müssen. Für diese Nachlässigkeit hätte ich bezahlen sollen, nicht du. Warum nur muss mein Mann immer der Held sein, wo doch ich versagt habe? Mich hätte es treffen sollen, ich habe ja schließlich nicht dafür gesorgt, dass der Dämon in Rauch aufgeht. Ich dachte, es würde reichen und er würde nie mehr aufstehen. Aber ich lag so daneben und es wäre nur gerecht gewesen, wenn ich den Preis für meine Fehleinschätzung bezahlt hätte. Aber du musstest ja dazwischen gehen und mich vor den Tod bewahren, nur um selbst den größten aller Preise zu bezahlen. Ich ... Alec, ich vermiss dich so sehr und wirklich, gäbe es einen Weg, dass zu ändern, ich würde ihn gehen. Ich würde mein Leben geben, so wie es gedacht war, nur damit du lebst und sehen kannst, wie deine Familie weiter wächst und du einen Neffen bekommst. Ich würde alles geben, damit du das Leben wieder hast, was du führen solltest. Ein Leben ohne mich, der nur Ärger und Kummer in deine Familie gebracht hat. Da ich den Angriff schon nicht verhindert habe, hätte ich sterben sollen, nicht du." Magnus rollt sich auf dem Teppich zu einer Kugel zusammen, zaubert sich mit fast schon letzter Kraft eines der löchrigen T-Shirts in die Arme, die Alec immer trug, auch wenn Magnus sie liebend gern verbrannt hätte, und heult sich nicht zum ersten Mal in den Schlaf...
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