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Die Nächte des Lebens

Kurzbeschreibung
SammlungRomance, Schmerz/Trost / P16 / MaleSlash
Alexander "Alec" Lightwood Magnus Bane
01.01.2021
26.05.2021
31
24.105
13
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24.03.2021 947
 
Diese Nacht fordert einige Opfer. Und eines der Größten muss in diesem Moment Alec erbringen.

Mit verbundenen Augen wird der Shadowhunter durch die Gassen geführt, weg von den großen Lichter der Hauptstadt Frankreichs und hinein in die dunklen Geheimnisse. Das ihm dabei auch die Hände gefesselt wurden, macht es nicht einfacher und er ist sich auch ziemlich sicher, dass sie ihm auch die Beine zusammengezurrt hätten, wäre die nicht so faul, ihn zu tragen. Und die Hoffnung, dass Magnus nicht weit von ihm das gleiche Schicksal teilt, ist nur ein kleiner Funke.

Sie waren zusammen unterwegs, wollten die Stadt auch abseits der hell erleuchteten Straßen und Plätze kennenlernen. Magnus schwärmte dabei von diesem einen Ort, wo die Laternen nur so schwach leuchteten, dass man die Glühwürmchen auf der Haut spüren konnte, wenn man einen Moment innehielt. Und weil die Augen des Hexenmeisters bei der Erinnerung so strahlten, wollte Alec diesen Ort auch unbedingt kennenlernen.
Magnus führte sie dahin und da waren tatsächlich die kleinen Insekten in großen Massen, dass man keine Laterne oder Taschenlampe brauchte, um etwas zu sehen.
Blöd nur, dass es offenbar ein Elbenplatz war und das die ein Problem damit hatte, wenn sich Fremde dahin verirrten und dann auch noch küssten.
Zumindest glaubte Alec das in dem Wortgefecht verstanden zu haben, bevor man ihm ziemlich rüde auf dem Boden festpinnte und Magnus´ Fluchen ihnen nicht so wirklich aus der Sache raushalf. Und das die Magie, mit der sich Magnus befreien wollte, verpufft ist, als wäre sie nur ein leichter Wind, war auch nicht sehr beruhigend. In den letzten Momenten, wo sie sich noch sahen, wirkte Magnus von der nicht vorhandenen Wirkung seiner Magie überrascht und entsetzt gleichermaßen, was Alec in eine gewisse Unruhe schleuderte. Dann waren die Hände gefesselt, das Sprechen auf magische Weise verhindert und die Augen verbunden.

"Hab Vertrauen, junger Jäger", eine Stimme sehr nach an Alecs rechtem Ohr lässt ihn zusammenzucken. Nichts, absolut nichts hat ihm verraten, dass sich jemand nähert. Und wenn er nur noch zwei Sinne nutzen kann, sollten die doch schärfer auf Abweichungen reagieren, richtig? "Es liegt nicht in unserer Absicht, euch etwas zu tun. Wir würden nur gern unsere Heimat geheim halten, auch wenn ihr den Lieblingsort unseres Herrschers schon gefunden habt. Er würde gern erfahren, wie das möglich war, immerhin schützt starke Magie dieses Reich."  Alec öffnet den Mund, will was erwidern, aber er bekommt nach wie vor keinen Ton über die Lippen. "Verzeiht, ich vergaß. Sprecht ruhig, eure Stimme soll wieder euch gehören." Ein seltsames Pulver wird ihm ins Gesicht gepustet und eher ungeplant muss Alec Luft schnappen und atmet es ein. Einen kurzen Augenblick und ein Husten, und er kann wieder seine Stimme nutzen.
"Wie soll ich vertrauen, wenn ich niemanden sehe und nicht weiß, was mit uns passiert?" Ja, so leicht lässt sich Alec Lightwood sicher nicht einschüchtern.
"Weil ihr im Moment einfach keine andere Wahl habt, Schattenjäger.", ertönt eine völlig andere Stimme an seiner linken Seite und lässt ihn wieder zusammenzucken. Das sie dem glatten Gegenteil zur ersten Stimme entspricht, bekommt Alec nur am Rande mit. "Wir könnten euch auch zur Seine führen und in den dunklen Wassern ertränken für die Dreistigkeit, ohne Einladung in unser Reich vorgedrungen zu sein."
"Lifian, nicht." Wieder der erste Elb. "Der Wunsch unseres Königs ist klar, wir bringen die Besucher zu ihm und nicht zu den Meerwesen. Daran werden wir uns halten."
"Dann wird unser Reich nach dem Eindringen der Jäger genauso fallen, wie es schon andere vor uns traf. Wir sollten ihnen nicht trauen und schon gar nicht noch mehr aus unserem Reich zeigen."
"Nein", Alec lässt sich von seinem Gefühl leiten, was sagen zu müssen. "Wir sind einfach nur Touristen und in keiner offiziellen Funktion hier. Mein Freund wollte mir nur einen schönen Ort abseits der Lichter zeigen. Mehr nicht. Wir vergessen die Sache einfach und machen uns auf den Weg nach Hause."
"Diese Option steht nicht zur Debatte, Jäger." Lifian zischt ihn wütend an und vor Schreck stolpert Alec über eine Unebenheit im Boden. Er fängt sich wieder, mit Hilfe eines Arms an seiner rechten Seite, und so steht er Sekunden später wieder sicher auf beiden Beinen.
"Ihr müsst ihm verzeihen", wieder der Elb, der bisher freundlich zu ihm war. "Lifian hat sich unserem König vor einer Weile angeschlossen, nachdem er in seiner Heimat  angegriffen wurde. Er macht die Jäger dafür verantwortlich, auch wenn es keinerlei Beweise gibt, dass eure Gemeinschaft für den Angriff verantwortlich gemacht werden konnte und kann. Ihm fällt das mit dem Vertrauen schwer. Aber wenn ihr tatsächlich nur hier seid um die Stadt kennenzulernen, habt ihr nichts zu befürchten."
"Die Sache mit dem Vertrauen ist aber aus meiner Position raus gerade nicht so einfach.", brummt Alec und wird wieder nach vorn geschoben.

Ohne weitere Zwischenfälle laufen sie durch die Gassen und Alec spürt, wie sich der Boden unter seinen Füßen verändert. Das grobe Kopfsteinpflaster weicht einem Untergrund, der weich und eben ist. Und dem Geruch nach, der jetzt in seine Nase steigt, haben sie die Stadt hinter sich gelassen und sind nun im Wald. Oder einen großen Park, dass lässt sich ohne Sicht echt schwer einschätzen. Aber es kann ja auch sein, dass sie ein Elbenportal durchquert haben und nun wirklich in einem Wald sind. Bei den Schattenwesen weiß man nie! Bevor Alec sich aber darüber weiter Gedanken machen kann, wird er zum Stillstand gebracht und der Stoff vor seinen Augen verschwindet.

Das Vertrauen war es definitiv wert! So einen Anblick hat man nicht aller Tage...
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