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Nothing in between

GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P18 / Gen
Dabi Keigo Takami / Hawks OC (Own Charakter) Tenko Shimura / Tomura Shigaraki
01.01.2021
03.03.2021
48
134.494
10
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Dieses Kapitel
1 Review
 
23.02.2021 450
 
Angelehnt an meinen Schreibtisch stand ich dort und tastete über den unversehrten Umschlag hinweg. Das dunkle Papier war etwas rau und je öfter ich ihn anhob, desto mehr redete ich mir ein, dass da gar nichts drin gewesen war. Zu guter letzt konnte mir das jedoch auch gleich sein – mein einziger Job, der jetzt noch bestand, war darauf aufzupassen, dass Keigo seine Arbeit ordentlich machte und ich die Informationen heil bei Tomura abliefern könnte.

Nun ja, eigentlich sollte das ja nicht einmal mehr meine Aufgabe sein. Es lauste mich noch immer, dass Shigaraki mich einfach weiterhin in seinen Fängen behielt. Ich musste darauf vertrauen, dass Tenko das Missverständnis auflösen würde und mich so zurück in mein Leben brachte, dass es auch jedem Bimbo schlussendlich klar war, dass ich mich nicht freiwillig entschieden hatte mitzugehen. Gleichzeitig konnte man sich damit sicherlich denken, wie bescheuert ich das fand und wie sehr es mir gegen den Strich ging, dass Tenko für mich bürgen musste.

Meine Gedanken wanderten. Je länger ich den Plan verfolgt hatte, desto mehr stürzte ich mich in die unendlichen Tiefen an Gefühlen und Manipulation derer, um mein Ziel zu erreichen. Dass ich jedoch nie darüber nachgedacht hatte, ob Shigaraki mich jemals lebendig gehen lassen würde, dafür biss ich mir jetzt bereits in den Arsch. Vielleicht sollte ich die Zeit jetzt nutzen, um mir ein Hintertürchen aufzuhalten. Jeder, der schon einmal einen guten Krimi, Thriller oder sonst ein Buch mit Anspruch gelesen hat, dem war genau bewusst, ohne eine alternative Route ging es mit großer Wahrscheinlichkeit nach hinten los.

Angespannt knabberte ich an meinen Fingernägeln herum. Der eigentliche Plan war zwar durchgestanden, aber Stress war ich dennoch ausgesetzt. Ob sich das jemals ändern würde, auch wenn ich irgendwann wieder so etwas, wie ein Leben auf die Beine gestellt bekommen würde, da war ich mir nicht sicher. Vermutlich würde mich die Paranoia nur noch mehr übermannen, als sie es bereits tat.

Wie ich die erste Nagelhaut um meinen Daumen viel zu doll eingerissen hatte und sich der erste Tropfen Blut ansammelte, wachte ich auf. Köpfchen wurde gebraucht und auch diese Herausforderung nahm ich an. Wir waren alle aus dem gleichen Holz geschnitzt und die einen stellten sich besser an, als die anderen. Und wenn ich mich mit Tenko messen wollte, war es wichtig eine andere Ebene mit ihm zu erreichen. Eine Ebene, auf welcher ich besser spielen konnte.

Den Umschlag geschnappt, schob ich die Lasche wieder ordentlich in die dazu passende Öffnung und machte mich aus meinem Büro auf, um Shigaraki seine kostbaren Informationen zu reichen. Damit er irgendwann seinen Gottkomplex überwinden könnte. Vielleicht. Wohlmöglich nicht. Ich tat nur das, was von mir verlangt wurde. Wenn auch auf ganz andere Weisen.
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