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Nothing in between

GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P18
Dabi / Touya Todoroki Keigo Takami / Hawks OC (Own Charakter) Tenko Shimura / Tomura Shigaraki
01.01.2021
24.01.2021
22
57.850
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13.01.2021 1.023
 
Die Tage nach dem Gespräch kamen mir vor, wie Jahre. Ich fühlte mich ungefähr in den Zustand zurück versetzt, wie vor der Einwilligung meinerseits in den Plan. Mein ganzer Tag bestand daraus an die Decke meines Zimmers zu schauen, manchmal aufs Klo zu gehen und jedes Geräusch, welches sich in einem 10 Meter Radius um mich herum ergab, zu erlauschen. Dabei raubte mir dieses Quietschende Sofa aus den Sieben Höllen wohl die meiste Zeit über den Verstand.

In der Schule hatte ich nie oft Zeit gehabt, mir solch eine Art von Auszeit zu nehmen. Irgendein Ärger stand immer vor der Tür und hielt uns alle auf Trab. Aber nun, da mir nicht wirklich eine andere Wahl blieb, da wäre ich doch lieber vollends beschäftigt gewesen. Denn irgendwie fehlte mir jegliche Eingebung, was nun zu tun war. Sollte ich einfach die Zeit totschlagen – irgendwie? Ab wann war es wohl angemessen, nachzufragen? War das überhaupt okay oder ein absolutes No Go? Ich seufzte tief in mein nicht bezogenes Kissen hinein.

So hockte ich da lange. Mit dem Kissen über mein Gesicht gepresst und einfach wartend – gleichzeitig doch irgendwie in meinen Gedanken versunken. Mein Zeitgefühl war noch immer getrübt, ich hatte kaum einen Schimmer, welchen Tag wir heute schrieben. Vom Datum sollte man mir gar nicht erst anfangen. Deshalb wusste ich auch nicht, was meine Klasse wohl heute erwartete. Ob die Schule seit der Mission mit der Shie Hassaikai anders war. Und ob meine Klasse den Verlust meiner Person überhaupt bemerkte. Manchmal wünschte ich mir, wenn ich schon nicht komplett da sein konnte, zumindest Mäuschen zu spielen. Damit sich mein Gewissen beruhigte. Damit ich wusste, all das hier – dieses Katz und Maus Spiel mit der Liga – wäre keine Zeitverschwendung vom Feinsten.

„Schätzchen, ich rede mit dir!“, wie mich mit einem Mal eine bekannte Stimme in einer unbekannten Tonlage aus den Gedanken zog, schreckte ich schnell in einen graden Sitz auf. Gleichzeitig warf ich das Kissen von mir und starrte geradewegs mit weit aufgerissenen Augen zu einem Shigaraki, der mit einem Telefon am linken Ohr im Rahmen meiner for stand.

„Eine Firma von einem gewissen Pro Helden Hawks möchte dich sprechen, Liebes“, am liebsten wollte ich laut lachend aufschreien, wie Tomura versuchte meinen liebenden Vater zu spielen. Das war echt der Gipfel der Ironie. Genau deshalb ließ ich ihn noch zehn Sekunden länger verzweifeln, bevor ich mich aus meinem Bett aufdrückte, und vor Shigaraki zum stehen kam – ihm endlich den Apparat des Teufels abnehmend.

„Hallo, Keiko Satō am Hörer, was kann ich für Sie tun?“, mit meiner angespannt zittrigen Stimme versuchte ich nicht allzu sehr nervös zu wirken. Zur Unterstützung dessen biss ich mir außerdem auf meine Zunge, um meine Zähne vom klappern abzuhalten. Die Agency rief an, das musste doch etwas bedeuten, oder? Es musste etwas heißen, ich hoffte es doch so sehr.

„Schönen guten Tag, Miss Satō! Sie waren eine der BewerberInnen von letzter Woche, liege ich da noch richtig?“, mir ging ein wenig das Herz auf, wie die Dame am anderen Ende des Hörer unbedingt sicher sein wollte, dass sie nicht die falsche Person am Telefon hatte. Deshalb konnte ich mir ein Grinsen nicht verkneifen und nickte, obwohl sie das gar nicht sehen konnte.

„Ja, das ist richtig“, stammelte ich leise zurück und umgriff das Handy noch fester, als eh schon. Shigaraki stand weiterhin im Rahmen meiner Tür und biss sich kontinuierlich die Unterlippe auf. Damit machte er mich mehr irre, als er wohl vermutete, doch ich versuchte meine ganze Konzentration auf das Gespräch am Telefon zu legen.

„Dann möchte ich Ihnen hiermit herzlich zu Ihrem neuen Job gratulieren! Natürlich nur, wenn Sie noch immer interessiert daran sind“, mir fiel ein großer Stein vom Herzen. Sofort wollte ich gerne wissen, was genau an meinem Verhalten zu diesem Wunder geführt hatte und für einen kurzen Moment hoffte ich, dass sie mir nicht im Namen ihres Bosses einen reinwürgen wollte. Wie die junge Frau jedoch erneut nach Luft schnappte, um mit dem Gespräch fortzufahren, wurde ich wieder hellhöriger.

„In dem Fall einer Zusage, würden wir morgen gerne einen Termin zur Vertragsunterzeichnung vorschlagen. Es wäre demnach möglich direkt zu beginnen“, während sich die Zeit zwischen dem Interview und dem Gespräch hier und jetzt angefühlt hatte, als würden Jahrzehnte vorbeiziehen, ging nun plötzlich alles ganz schnell. Vielleicht überrumpelte es mich sogar. Hauptsächlich jedoch war ich froh, dass ich mich jetzt nur noch vor Ort beweisen musste.

„J-ja! Ich bin interessiert und will den Job!“, es formte sich ein breites Grinsen auf meinen aufgebissenen Lippen, an welchen ich vor lauter Nervosität immer herumspielte. Jetzt aber vergaß ich jeden noch so kleinen Schmerz, der mir durch die Adern fuhr. Ein Drittel des Plans hatte sich so eben fast wie von selbst erledigt. Ich hatte das Gefühl einen Schritt näher an mein Leben getan zu haben … an Amajiki, an Katsuki und an Eri.

„Da wird sich Herr Takami sicherlich freuen! Ich trage den Termin für um 12 Uhr ein – melden Sie sich einfach an der Rezeption!“, ich nickte ab, stimmte ihr zu und sowohl die Frau, als auch ich verabschiedeten uns mit einem strahlenden Gesichtsausdruck voneinander. Ich drückte auf den roten Hörer und hielt das Smartphone mit dem Sprung im Display nah an meinen Oberkörper.

Für einen Augenblick musste es still sein, denn es wäre mir sonst nicht möglich gewesen, meine Gedanken zu ordnen. Dennoch bewegte ich mich stockend auf Shigaraki zu, hielt ihm das Telefon entgegen, welches er mir folglich sachte aus den zittrigen Fingern nahm. Noch lange hielt ich meinen Blick gesenkt, schaute jedoch nach und nach immer höher auf, bis Tomuras und meine Augen festen Kontakt miteinander schlossen.

„Ich hab‘ den Scheißjob“, murmelte ich ruhig, woraufhin Shigaraki selbst nur ein riesiges Lächeln in sein sonst so neutrales Gesicht pflanzte.

„Gib‘ dir Mühe, Keiko“, damit wandte er sich ab, steckte das Handy tief in die Bauchtasche seines Pullovers und ich konnte nur seine Schritte über den gewässerten Boden schleichen hören. Natürlich würde ich mir Mühe geben, Tenko. Hatte ich mir jemals anmerken lassen, nachlässiger zu sein?

Es war doch alles nur ein großes Spiel. Und es gewann der, der sich länger auf seinen beiden Beinen halten konnte.
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