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Zwischen den Welten

von 080692
Kurzbeschreibung
GeschichteRomance, Erotik / P18 / Gen
Hijiri Shikaido Noyn Claude OC (Own Character)
31.12.2020
11.08.2022
10
15.022
2
Alle Kapitel
11 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
02.01.2021 1.578
 
Kiyoshis Perspektive:

Der Unterricht zog sich unerträglich in die Länge und mir fiel es schwer mich zu konzentrieren. Es war total öde und während ich mich bei meinem Klassenlehrer wenigstens bemühte aufzupassen, war dies bei den anderen Lehrern überhaupt nicht der Fall. Als endlich die Pause kam, war ich erleichtert. Ein paar Klassenkameraden kamen zu mir und wollten mich in Gespräche verwickeln. Ich unterdrückte ein genervtes Stöhnen. Für mich waren die anderen Schüler Kinder. Ich war in meiner Welt deutlich älter als sie. Ich hatte andere Interessen, andere Ziele. Und sie wirkten auf mich so unreif. Wie sollte ich mit ihnen eine vernünftige Unterhaltung führen? Schon in meiner eigentlichen Zeit als Teenager hatte ich das Gefühl, die meisten Gleichaltrigen wären zu unreif und kindisch und nun hatte sich die Situation nur noch verschlimmert.

„Was sind denn deine Hobbys, Kiyoshi? Also… außer Geschichte.“, fragte mich Naoko, ein schwarzhaariges Mädchen mit dem ich bisher noch nicht geredet hatte. „Also wenn es um Fernsehprogramme geht… ich schaue am liebsten Dokumentationen, Quizsendungen und zum Teil Animes. Bei vielen Animes bevorzuge ich aber die Mangas. Ansonsten lese ich gerne wissenschaftliche Fachbücher und Fantasyromane.“, antwortete ich gelangweilt. Dass ich den Manga von Jeanne, die Kamikazediebin am liebsten mochte, konnte ich ja nicht sagen. Den gab es in dieser Welt leider nicht. „Oh, ich mag auch Fantasybücher und Mangas. Magst du Harry Potter?“, fragte Naoko sofort.

„Ich finde die Bände eins bis vier gut. Das Ende von Band fünf gefällt mir nicht und die letzten Bücher ebenfalls nicht. Ich finde, dass viele grundlegend wichtige Themen aus den Büchern ein wenig zu oberflächlich dargestellt werden. Für mich ist die Geschichte zu sehr auf moralischen Standpunkten von gut und böse aufgebaut. Es ist halt aus meiner Sicht deutlich verbesserungswürdig. Ich schätze aber den betriebenen Aufwand von J.K. Rowling zum Weltenbau ihrer Zauberergemeinschaft.“ Perplexe Blicke lagen auf mir und ich spürte förmlich, dass sie keine Ahnung hatten, was ich meinte.

Ich seufzte. „Die moralische Haltung der Menschen ist zu einfach dargestellt. Die Todesser sind von Grund auf böse und so weiter. Bei Dumbledore werden ja noch ein paar Fehler aufgezeigt, aber er wird trotzdem sehr idealisiert und als Guter dargestellt. Ich finde das ein wenig heuchlerisch. Jeder Mensch hat gute und schlechte Seiten und man muss die Motive einfach stärker hinterfragen.“ Naoko sah mich mit gerunzelter Stirn an.

„Analysierst du immer alle Bücher so sehr, die du liest? Kannst du nicht Bücher lesen und einfach genießen?“, fragte sie mich. Ich rollte die Augen. „Ich kann auch Bücher einfach genießen, aber ich mag es eben auch darüber zu diskutieren, was mir gefällt und was nicht.“ „… Aber das ist langweilig. Wäre es nicht interessanter darüber zu reden, welche Charaktere einem am besten gefallen?“ Ich zuckte mit den Schultern. „Aus Harry Potter? Ich mag Severus Snape. Er mag ein Arsch sein, aber er ist einer der beeindruckendsten Charaktere. Außerdem tut er mir wahnsinnig leid. Er liebte Lily Evans so sehr und hatte nie eine Chance seine Liebe zu finden. Und er ist wahnsinnig treu.“ Das Gespräch ging noch ein wenig weiter, aber die anderen Schüler blieben bei oberflächlichen Themen. Wie langweilig. Da dachte ich, ich könnte wenigstens ein bisschen über Bücher reden, die mir gefielen, aber ich hatte mich getäuscht.

Schon in der nächsten Pause saß ich wieder völlig alleine. Keiner der anderen Schüler hatte Lust darauf, mit mir zu diskutieren. Mir sollte es recht sein. So hatte ich wenigstens meine Ruhe. Ich kritzelte auf meinem Block eine Manga-Skizze von Noyn. Auch wenn ich noch nicht wirklich zufrieden war, sah das Bild nicht so schlecht aus. Obwohl die Pause bald wieder zu Ende war, kritzelte ich gelangweilt weiter und begann das Bild zu colorieren. „Kiyoshi! Du sollst aufpassen und nicht malen!“, fauchte mich mein Lehrer an und verkündete dann, dass ich nach der Schule nachsitzen würde. Ich zuckte gelangweilt mit den Schultern. Das war halt Pech.

Als endlich der Unterricht vorbei war, räumte ich meine Sachen in meine Tasche und ging zu dem Zimmer, in dem das Nachsitzen stattfinden würde. Als ich die Tür öffnete, sah ich Hijiri Shikaido am Pult sitzen. Andere Schüler waren noch nicht da. Ich ging auf ihn zu und reichte ihm den Zettel meines Lehrers, auf dem stand, warum ich heute nachsitzen musste. Hijiri Shikaido betrachtete den Zettel und seufzte. „Malen im Unterricht, Kiyoshi?“, fragte er mich und ich lächelte unschuldig. „Zu meiner Verteidigung… bei ihm war nicht nur das Thema langweilig, sondern auch der Unterricht.“ Er hob eine Augenbraue. „Und bei mir war es nur das Thema?“, fragte er sanft nach. Ich nickte lächelnd. „Ja, Sie sind dafür so ein kompetenter Lehrer, Shikaido-sensei“, sagte ich mit leicht flirtendem Unterton. Seine Augen funkelten mich an, doch er ging nicht auf mein Flirten ein.

„Setz dich an einen Platz und mach die Aufgaben, die er dir aufgeschrieben hat.“, wies mich Hijiri Shikaido an. Ich setzte mich in die erste Reihe -fast direkt vor sein Pult – und holte meine Unterlagen hervor. Sofort begann ich mit den Aufgaben, doch immer wieder fiel mein Blick auf meinen attraktiven Klassenlehrer. Ohne, dass ich es richtig bemerkt hatte, hatte ich unter meine Aufgabe ein Bild von Hijiri Shikaido gemalt. Als ich es bemerkte, röteten sich verlegen meine Wangen.

Plötzlich stand Shikaido-sensei hinter mir. „Eine hübsche Zeichnung, Kiyoshi-san“, raunte er mir zu. „Aber du solltest dich lieber auf deine Aufgaben konzentrieren, bevor du noch länger nachsitzen musst.“ Ertappt zuckte ich zusammen und blickte zu Hijiri Shikaido hoch. „Ich war kurz abgelenkt.“, murmelte ich verlegen. „Von mir?“, fragte er mit leicht spöttischem, aber durchaus amüsiertem Ton. „Nun… ja. Aber das sollte Sie doch nicht wundern… immerhin bin ich nicht die einzige Schülerin, die sich von ihnen ablenken lässt.“



Hijiri Shikaidos Perspektive:

Als Kiyoshi zum Nachsitzen kam, war ich nicht sonderlich verwundert. Sie war vom Unterricht so unterfordert, dass es nicht ungewöhnlich war, dass sie nicht mehr aufpasste. „Malen im Unterricht, Kiyoshi?“, fragte ich dennoch und sie lächelte unschuldig. Sie spielte die Unschuldige gut. Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich es ihr abkaufen. „Zu meiner Verteidigung… bei ihm war nicht nur das Thema langweilig, sondern auch der Unterricht.“, sagte sie mir dreist und ich hob eine Augenbraue. Bei dem Lehrer konnte ich das zwar nachvollziehen, aber da ich selbst ihr Lehrer war, konnte ich das nicht offen zugeben.  

„Und bei mir war es nur das Thema?“, fragte ich sanft nach und erinnerte sie daran, dass sie auch in meinem Unterricht abgelenkt war. Sie behielt ihre Unschuldsmiene bei. „Ja, Sie sind dafür so ein kompetenter Lehrer, Shikaido-sensei“, sagte sie und klang eindeutig flirtend. Wollte sie wirklich jetzt hier mit mir flirten? Sie war so viel dreister, als die meisten anderen Mädchen, die für mich schwärmten.

„Setz dich an einen Platz und mach die Aufgaben, die er dir aufgeschrieben hat.“, wies ich sie mit funkelnden Augen an und beobachtete, wie sie sich nahe vor mein Pult setzte. Wir waren immer noch alleine beim Nachsitzen, als sie mit ihren Aufgaben begann. Wahrscheinlich war sie heute die Einzige, die nachsitzen musste. Das störte mich jedoch nicht. Nach einiger Zeit ging ich ein wenig durch den Raum, bis ich unauffällig hinter Kiyoshi stehen blieb. Ich sah, wie sich ihre Wangen röteten. Was sie wohl gerade dachte? Ich beugte mich näher zu ihr um zu sehen, was sie gerade schrieb, da fiel mein Blick auf ihre Zeichnung. Sie hatte mich gut getroffen.

„Eine hübsche Zeichnung, Kiyoshi-san“, raunte ich ihr zu. „Aber du solltest dich lieber auf deine Aufgaben konzentrieren, bevor du noch länger nachsitzen musst.“ Sie zuckte ertappt zusammen und in ihrem Blick war ihre Verlegenheit sehr offensichtlich. „Ich war kurz abgelenkt“, murmelte sie mit roten Wangen und ich konnte es nicht lassen, sie zu necken. „Von mir?“, fragte ich daher amüsiert und leicht spöttisch. Sie nickte leicht. „Nun… ja. Aber das sollte Sie doch nicht wundern… immerhin bin ich nicht die einzige Schülerin, die sich von ihnen ablenken lässt.“ Ihre Antwort war ein wenig überraschend. Ich hätte nicht gedacht, dass sie es so offen zugab. Allerdings schaffte sie es sowieso mich zu überraschen.

Tadelnd sah ich sie an. „Nun, ich sage dir, was ich allen Schülerinnen sagen würde… es tut mir sehr leid, deine Träumereien platzen zu lassen. Aber ich bin dein Lehrer und keiner deiner Klassenkameraden.“ Ihr sollte klar sein, dass ich als Lehrer nicht auf ihr Flirten eingehen dürfte, selbst wenn ich es wollte. „Ich weiß.“, sagte sie und schien kurz nachzudenken. „Nicht, dass ich Sie je mit meinen Klassenkameraden verglichen hätte…“, murmelte sie zu sich selbst. „Ach…?“ Sie sah mich lächelnd an. „Meine Klassenkameraden sind so unreif und kindisch, dass sie mich einfach nur nerven.“, erklärte sie mir. Sollte mir das jetzt sagen, dass ich nicht unreif und kindisch war? Ich schmunzelte über ihre Possen. „Und ich bin das nicht?“, fragte ich sie schmunzelnd. „Sie sind freundlich, hilfsbereit, interessiert an Geschichte,... bisher sind mir noch keine negativen Verhaltensweisen aufgefallen.“, entgegnete sie.

Unsere kleine Diskussion amüsierte mich sehr, aber das war nichts, was wir in der Schule fortführen sollten. „Nun, das ist sehr nett von dir. Aber jetzt mach deine Aufgaben weiter“, lenkte ich ab und ging zurück zum Pult. Sie machte kurz einen Schmollmund, schrieb dann aber weiter. Unauffällig musterte ich sie, während sie arbeitete. Wann sie wohl wieder als Kaito Megumi aktiv werden würde? Als Noyn könnte ich offener mit ihr agieren und irgendwie würde mich das freuen. Ich mochte es mit ihr zu reden und zu flirten. Und ich mochte den Sex mit ihr.
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